ARGE verklagen???

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Elewicko

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
4 Februar 2009
Beiträge
30
Bewertungen
6
hallo,

ich selbst hatte und habe nie was mit der ARGE zutun gehabt!
hab weder Anträge gestellt,noch irgendwelche Zahlungen dergleichen von der ARGE jemals erhalten!

trotzdem hat die ARGE mich angezeigt und gegen mich wurde ein Strafverfahren wg. Betruges zur Erschleichung von Sozialleistungen eröffnet!

gestern war die Verhandlung vor dem AG und natürlich,wie soll es auch anders sein,wurde ich Freigesprochen!
siehe:
https://www.elo-forum.org/abwehr-beh%F6rdenwillk%FC/35114-urteil-wg-ehe%E4hnlicher-lebensgemeinschaft.html


nun meine Frage,kann ich die ARGE verklagen?
aufgrund falscher Verdächtigungen oder auf Schadensersatz?

vielen Dank für Antworten

gruss
Elewicko
 

Emma13

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juli 2007
Beiträge
1.488
Bewertungen
146
Das hätte dir doch sicher dein Anwalt sagen können - denn vor dem Strafgericht braucht man doch meines Wissens einen :icon_smile:

Grüße - Emma
 

avalon

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
29 Mai 2007
Beiträge
920
Bewertungen
1
Nein, natürlich nicht! Wie kommst Du denn auf sowas???

Die Staatsanwalstschaft hat Anklage erhoben, und Du bist freigesprochen worden. Damit ist das ganze beendet. So unangenehm das auch ist, es ist nicht unrechtmässig!

Wenn jemand den Fall der Staatsanwaltschaft übergibt wie in diesem Fall, dann tut er das, um eine Strafverfolgung PRÜFEN zu lassen. Und wenn die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt, erhebt sie auch Vorwürfe, das ist ihr Job. Die dürfen das nicht nur, die müssen das sogar!
 

physicus

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
1 März 2008
Beiträge
6.713
Bewertungen
1.086
nun meine Frage,kann ich die ARGE verklagen?
aufgrund falscher Verdächtigungen oder auf Schadensersatz?

wenn du dadurch keine nachteile erfahren hast, würde ich das lassen, wie willst du die anzeige denn begründen?
diese würde ohne ordentliche begründung abgewiesen.
sind dir allerdings nachteile entstanden dann kannst du sie wohl verklagen, allerdings auf dem zivilgerichtsweg, auf schmerzensgeld.
 

Elewicko

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
4 Februar 2009
Beiträge
30
Bewertungen
6
Anwalt hatte ich nicht!
wofür auch?

alles was im Strafbefehl stand,konnte ich widerlegen und es war nicht im geringsten ein Verdacht der ARGE bewiesen,noch nachvollziehbar!

verstehe eh nicht,warum überhaupt eine Verhandlung stattfinden musste!?

unangenehm ist gut!
schliesslich stand nicht nur mein Job auf dem Spiel,wg. eines Betrugverdachtes,sondern auch die dadurch resultierenden finanziellen Folgen!

doch toll,wenn eine Behörde einfach jemanden anzeigen kann und man dann den ganzen Stress damit hat,sich dazu verteidigen zu müssen,erkennungsdienstlich behandelt wird,erstmal einen Strafbefehl von ein paar 1000 euro bekommt,sich dann vor einem Gericht verantworten muss ... usw!

wenn sogar ein Gericht nachfragt...warum überhaupt Anzeige erstattet wurde???
wenn doch alles schon im Vorfeld widerlegt wurde!

ich frage mich,warum die STA überhaupt Anklage erhebt,wenn keine Beweismittel vorliegen?

toller Sozialstaat!:icon_kotz:
 

avalon

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
29 Mai 2007
Beiträge
920
Bewertungen
1
Selbst dann nicht! Wenn ich den Thread richtig interpretiert habe, hat die ARGE ja keine wahrheitswidrigen behauptungen aufgestellt, sondern nur eine eigentümliche Interpretation der Fakten vorgetragen. Das hätte die Staatsanwaltschaft überprüfen müssen.

Das verhalten der ARGE war eigentlich korrekt. Wir hatten hier ja schon einige Threads, in denen es um Fälle ging, in denen die ARGE die Staatsanwaltschaft nicht eingeschaltet hat sondern selbst Ermittler angesetzt hat und rumgeschnüffelt hat. Da wurde mit Recht darauf hingewiesen, dass sowas Aufgabe der Justiz ist.

In solchen Fällen kann man noich richtig froh sein, wenn es tatsächlich zur Anklageerhebung kommt. Wenn die Staatsanwaltschaft vorher einstellt, bleibt man sogar noch auf den eigenen Anwaltkosten sitzen, sofern welche entstanden sind.

Es hat schon gravierende Fälle gegeben: ein Lehrer, der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt wurde und freigesprochen wurde. Job weg, eigentlich keine Chance wieder einen zu finden....aber keine Ansprüche, weil niemand rechtswidrig gehandelt hat. Der zunächst begründete CVerdacht musste halt überprüft werden. Sowass nennt man dann "dumm gelaufen"!
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.455
Bewertungen
1.941
Leute, was haltet Ihr denn vom § 164 I StGB ((falsche Verdächtigung) oder üble Nachrede (§ 186 StGB)? Ob du dies tun solltest, dazu solltest du in die Gerichtsakte schauen? Dieses Akteneinsichtsrecht kannst du als Verletzter nach § 406e I StPO nur über einen Anwalt wahrnehmen. Das Recht ist in § 475 StPO sogar noch erweitert worden. Es muss aber auch in diesem Fall ein Anwalt eingeschaltet werden. Ohne Akteneinsichtsnahme und ohne Anwalt würde ich die Faust in der Tasche ballen. Eine Strafanzeige hat immer ein Janusschwert.
 

avalon

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
29 Mai 2007
Beiträge
920
Bewertungen
1
Nix halte ich von übler Nachrede oder falscher Verdächtigung! Dafür müsste die ARGE schon gefälschte beweise vorgelegt haben. Ansonsten ist das Thema mit der Klageerhebung vom Tisch.

Kann ja auch nicht anders sein: wenn man der Staatsanwaltschaft einen Verdacht meldet und die anschliessend Klage erhebt, kann man schwerlich dafür belangt werden.
Die Staatsanwaltschaft hat dann zunächst zu prüfen!
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.455
Bewertungen
1.941
Bei § 186 StGB ist es nicht erforderlich, dass irgendwelche Beweise gefälscht sind. Die Tatsachen müssen einfach nur unwahr sein. Denn Fälschen besitzt zusätzlichen Unwert, so dass der Tatbestand eines Urkundendelikts verwirklicht sein könnte. Der Clou bei dem Tatbestand der üblen Nachrede ist, dass der Schädiger die Wahrbeweis seiner Aussage antreten muss.
 

Arania

Elo-User*in
Mitglied seit
5 September 2005
Beiträge
17.179
Bewertungen
178
Das würde gelten wenn eine Verurteilung erfolgt wäre, Schadenersatz kann nur geltend gemacht werden wenn genau nachgewiesen werden kann welcher Schaden tatsächlich entstanden ist

Das soll der Anwalt ausdeutschen
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.455
Bewertungen
1.941
Schadensersatz kann man grundsätzlich nur vor dem Zivilgericht geltend machen. Die Anspruchsgrundlage ist der § 823 I BGB i. V. m. dem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht (Caroline von Monaco). Hier soll aber die Arge strafrechtlich belangt werden!
 

avalon

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
29 Mai 2007
Beiträge
920
Bewertungen
1
Bei § 186 StGB ist es nicht erforderlich, dass irgendwelche Beweise gefälscht sind. Die Tatsachen müssen einfach nur unwahr sein. Denn Fälschen besitzt zusätzlichen Unwert, so dass der Tatbestand eines Urkundendelikts verwirklicht sein könnte. Der Clou bei dem Tatbestand der üblen Nachrede ist, dass der Schädiger die Wahrbeweis seiner Aussage antreten muss.
Hier waren aber keine Tatsachenbehauptungen unwahr!
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.455
Bewertungen
1.941
Die Behörde hat doch hier ganz offensichtlich einer Privatperson die Verwirklichung eines Straftatbestandes (Betrug) vorgeworfen. Nach Art. 20. III GG ist eine Behörde dem Gesetz und Recht unterworfen. Dazu gehört insbesondere, das sie gewissenhaft prüft, ob die betreffende Person einen Strafbestand erfüllt hat, bevor sie Anzeige erhebt. Dieser Verpflichtungen unterliegt eine Privatperson nicht. Wenn hier also die Behörde geschlammt hat und einen Bürger zu unrecht angezeigt wird, dann hat sie den Amtsermittlungsgrundsatz verletzt. Hier liegt eine besonders gesteigerte Strafwürdigkeit vor, weil es durch die Pflichtverletzung der Behörde zu diesem Strafverfahren gekommen ist.
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.455
Bewertungen
1.941
Wenn einem Menschen die Verwirklichung eines Tatbestandes eines Delikts vorgeworfen wird (hier Betrug) muss er insbesondere einen objektiven Tatbestand verwirklichen. Bei einem Betrug wären das Täuschung, Irrtum Vermögensverfügung und Vermögensschaden. Der subjektive Tatbestand verlangt zumindest Vorsatz bezüglich der objektiven Merkmale zudem Bereicherungsabsicht und Stoffgleichheit. Ohne das Vorliegen sämtlicher Merkmale ist der Tatbestand des Betruges nicht erfüllt. Hier ist doch ganz offensichtlich irgendein Merkmal nicht erfüllt, sonst hätte man den Betroffenen nicht vom Vorwurf des Betruges freigesprochen. Also hat doch die Arge einen völlig schlampig ermittelten Sachvortrag (besteht aus Tatsachen) dem Staatsanwalt vorgetragen und das Gericht hat hinreichenden Tatverdacht angenommen. Sonst wäre es doch nicht zum Verfahren gekommen. Ich finde es sehr schlimm, wenn mir so etwas passiert wäre. Ich finde, dass alle Merkmale des Betrugstatbestandes ehrenrührig sind.
 

Arania

Elo-User*in
Mitglied seit
5 September 2005
Beiträge
17.179
Bewertungen
178
und das Gericht hat hinreichenden Tatverdacht angenommen
Das Gericht hat damit gar nichts zu tun, der Staatsanwalt hat den Tatverdacht als hinreichend empfunden und Anklage erhoben, das Gericht hat dann entschieden den Beklagten freizusprechen- die Gründe werden im Urteil stehen

Natürlich ist es schlimm unter falschem Verdacht zu stehen und wenn da nachweislich ein Schaden entstanden ist könnte man auch versuchen den über eine Zivilklage geltend zu machen

Aber eben nicht über einen Strafantrag da in der Sache das Urteil schon gesprochen wurde
 

michaelulbricht

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 Dezember 2005
Beiträge
1.030
Bewertungen
83
Hallo elewicko

ich habe den Scheiß drei Jahre lang am Hals gehabt.

Du mußt jetzt beim Amtsgericht einen Antrag auf Feststellung der Entschädigungspflicht stellen.
Im schriftlichen Urteil muß ein Hinweis darauf sein, ansonsten nachhaken.
Das heist genau so.(Feststellung der Entschädigungspflicht)

Danach stellst du einen Strafantrag gegen unbekannt wegen folgenden Sachverhalts und schilderst den Sachverhalt genau.
Du bittest insbesondere die Straftatbestände "wissentliche Verfolgung Unschuldiger" und Verleumdung in Betracht zu ziehen.

Danach mußt du die Arge anschreiben das du gerne die ladungsfähige Anschrift des Sachbearbeiters haben möchtest da du auch zivilrechtlich gegen ihn vorgehen möchtest.
Die Arge die ja keine Juristische Person ist hat den Strafantrag eigentlich nicht stellen können und daher gehst du den Sachbearbeiter an, der dich angezeigt hat!

Klaus
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Dezember 2008
Beiträge
12.455
Bewertungen
1.941
Hallo Adriana! Nach § 170 I StPO entscheidet der Staatsanwalt über die Anklageerhebung. Er muss es tun, wenn hinreichender Tatverdacht besteht. Dann gibt es aber ein Zwischenverfahren und da entscheidet das Gericht nach § 199 StPO über die Eröffnung der Hauptverhandlung.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten