ARGE MK - Werkhof Iserlohn (1 Betrachter)

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Tel_ko-Richter

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Hallo zusammen,

seit Jahren beobachte ich 1-€-Jobs sehr misstrauisch.

Ich sehe aber sehr wohl, dass einzelne Träger positiv mit Erwerbslosen umgehen und werde mich nicht dazu hinreißen lassen, alles nur schlecht zu reden.
Wenn aber der Bundesrechnungshof 2/3 aller Jobs als rechtswidrig und nutzlos einstuft, wirft das gravierende Fragen auf.

In Iserlohn macht das Projekt Werkhof regelmäßig Werbung in der Lokalpresse (Anzeige im Anhang).

Auf der Homepage tritt der Werkhof mit der Behauptung auf:

"Wir decken optimal den Bedarf von Sozialhilfeempfängern und betreiben zur Zeit mit ungefähr 100 Langzeitarbeitslosen einen breiten Dienstleistungsservice."

Der Werkhof hatte im Februar 2006 in Iserlohn in der Leckingser Str. 2 das Second Hand Kaufhaus „Möbel & Mehr“ auf 1300 qm eröffnet.

Werkhof gem. GmbH

Es ist nicht bekannt, wie viele der Langzeitarbeitslosen freiwillig dort arbeiten und wie viele sich nur als "sanktionsbedrohte Zwangsarbeiter" fühlen.
Fakt ist, die ARGE Märkischer Kreis hat sich als "Schinderhannes" mit Sanktionierungen in NRW hervorgetan hat, und der Werkhof ist als Instrument der Sanktionsschikanen bereits häufiger negativ auffällig geworden. Das kann jedoch zunächst auch an der Anzahl der Jobs liegen.

Höchst verdächtig ist jedoch der weitere Internetauftritt:
ecomoebel - hochwertige, schadstoffarme Gebrauchtmöbel
Hier werden durch 1-Euro-Jobber aufbereitete Möbel zu Marktpreisen angeboten und das bestätigt zumindest den Verdacht von Sozialleistungsmissbrauch in unanständiger Höhe.

Auf der Seite
https://www.abgeordnetenwatch.de/markus_kurth-650-5938-6.html
schreibt ein Arbeitgeber Klartext:

"Ich bin Tischlermeister, seit 5 Jahren selbständig mit meinem Betrieb Möbelmanufaktur
in Lüdenscheid und restauriere schwerpunktmäßig (antike) Möbel. Ich bilde ab August einen Lehrling aus.

Neuerdings bekomme ich starke Konkurrenz von den sog. Werkhöfen, zu deren Kunden ja " Leute aus allen Schichten gehören " und wo 60 1-Euro Jobber in 2 Schichten Möbel restaurieren und so manches Designer Stück hergestellt wird
( Zeitungsartikel Lüdenscheider Nachrichten 2. Juni 2007)
Wie kann mein Betrieb neben all diesen Werkhöfen ( Iserlohn, Halver., Hagen..) weiterhin überleben? Ich bekomme keine staatl. Subventionen, bin Pflichtmitglied in der Handwerksk., Innung und Berufsgenossenschaft und bin aus diesen Gründen nicht in der Lage mit den Preisen der Werkhöfe zu konkurrieren.

Seit Oktober 2008 wird in Zusammenarbeit mit der ARGE Hagen und der ARGE Märkischer Kreis die Spielzeugwerkstatt “Rückspiel” betrieben. Weitere zehn 1-Euro-Jobber bringen dem "sozialen Träger" monatlich weit mehr als 2000,00 € Steuergelder netto ein.
https://www.arge-mk.de/fileadmin/user_upload/Downloads.../Markt_und_Integration/Rueckspiel/Rueckspiel.pdf
Das erhärtet den Verdacht des Bundesrechnungshofes von Mitnahmeeffekten der Träger. Erfolgreiche Integrationen in sozialversicherungspflichtige Jobs werden nicht vermeldet.



Link: Die Ein-Euro-Jobvernichter
Umfrage Bundesagentur für Arbeit: Die Ein-Euro-Jobvernichter | Frankfurter Rundschau - Wirtschaft

In einem Zwischenbericht vom 25.05.2005 zur Einrichtung eines Sozialkaufhauses in Iserlohn wurden Folgekosten von 0 € für die Stadt beziffert.
gez. Friedhelm Kowalski

Da jeder 1-€-Jobber aber nach dem Bericht des Bundesrechnungshofes den Bund wenigstens 200,00 € für den "gemeinnützigen Träger" einbringt, ist dies ein lukratives Geschäft der Umverteilung auf Kosten der Zwangsarbeit der Erwerbslosen und zu Lasten der Steuerzahler.
https://extranet.iserlohn.de/sitzungen/getpdf.php?pdf=D7-0379



Ist das alles noch legal?



.
 
E

ExitUser

Gast
Diese ähnliche Frage wurde schon 2006 (!) von Monitor hinterfragt.

Sie wollen immer mehr Ein-Euro-Jobber, setzen sie überall ein. Und das alles, ohne echte Arbeitsplätze zu verdrängen?
Hier geht es zum Manuskript des Beitrages (leider ist der Video-Beitrag nicht mehr im Archiv).
 
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