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wolliohne

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#1
An die Redaktion

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielleicht kann ich Sie durch mein Schreiben motivieren, bei nächster Gelegenheit einen Beitrag zur aktuellen Situation der ARGEn in Köln zu senden.

Kurz zum Hintergrund: Seit 18 Monaten bin ich zusammen mit meiner Ehefrau Empfänger von Leistungen nach SGB II, volkstümlich auch Hartz 4 genannt. Trotz abgeschlossener Berufsausbildung und Studium (ich E-Technik, sie Bilanzbuchhaltung) ist es uns in Deutschland nicht mehr möglich, eine Anstellung zu bekommen, weil wir unterdessen 54 und 51 Jahre alt sind.

Aus diesem Grund sind wir auf die Leistung der ARGE Köln angewiesen. Und auch nur hierüber kann ich berichten, in diesem Fall über die für uns zuständige ARGE Chorweiler. Üblicherweise muß man alle 6 Monate einen Fortzahlungsantrag stellen, was in unserem Fall am 13.06.07 geschah, damit die Zahlungen rechtzeitig zum 01.07.07 fortgeführt werden. Unterdessen sind 3 Wochen vergangen, ohne dass wir Geld bekommen hätten.

Nun muß man wissen, dass man "seine" ARGE nicht einfach anrufen kann, um eine "Sachstandsanfrage" zu machen. Die angegebenen Nummern sind immer besetzt. Und wenn man Glück hat und erwischt jemanden an der "Coldline", werden um die 10 neue Namen genannt. Telefonisch kann man keine Termine machen. Wenn man persönlich vorsprechen will, sieht man sich in einer Warteschlange von ca. 180 s.g. "Kunden" (auch eine dieser eigenartigen Wortschöpfungen). Gestern reichte die Schlange "bis China", eine Mitarbeiterin prognostizierte eine Wartezeit von "irgendwas zwischen 5 und 11 Stunden". Heute war es so, dass der Nummernapparat (take a ticket) gegen 11:00 Uhr von der Wand genommen wurde, mit der Begründung, es habe bereits Schlägereien im Wartebereich gegeben. Die Wartenden "mögen sich bitte einvernehmlich" um "der Nächste bitte!" einigen. Eine Farce, irgendwo zwischen Panoptikum und Kafka.

Der Geschäftsführer der Arge Köln, Herr Josef Ludwig, läßt sich seit Wochen verleugnen, obwohl laut Internet angeblich telefonisch erreichbar.
Durch meinen heutigen Anruf bei der Lokalredaktion "Kölner Express", 0221-224-0, Frau Borbas, wurde mir eine Telefonnummer genannt, die offensichtlich noch geheimer ist als die Durchwahl zu George Bush jr.: 0221-94298210, Beschwerdemanagement der ARGE Köln, Herr Herzogenrath. Aber auch dort lief nur ein Anrufbeantworter. Immerhin rief später von dort Frau Grevers- Pieck zurück und berichtete mir u.a., dass Herr Herzogenrath für 3 Wochen nicht erreichbar sei. Auf meine Rückfrage, ob er in Urlaub sei, antwortete sie mir, dass dies "unter den Datenschutz" falle. Es war offensichtlich sehr kühn von mir, in der Hauptferienzeit anzunehmen, dass jemand im Urlaub sei. Einfach zu exotisch.

Weiter habe ich 3 Faxe und 4 mails verschickt, sämtlich ohne Antwort.

Hintergrund des gewaltigen Chaos in den Kölner ARGEn ist zum einen offensichtlich die Erhöhung der Bezüge um 0,58 %, was angeblich zum sofortigen Zusammenbruch aller Computer geführt haben soll. Als gestandener EDV-Fachmann mit über 30 Jahren Berufserfahrung halte ich das für eine reine Schutzbehauptung.

Weiter sollen nicht näher bezeichnete "Umstrukturierungs-Maßnahmen" zu einem massiven Arbeitsstau geführt haben. Dies habe ein "süddeutscher Unternehmensberater", dessen Namen selbstverständlich auch nicht genannt werden dürfe (Datenschutz), verursacht. - Lächerlich! Im Internet kann man problemlos nachlesen, dass es sich um die keineswegs unumstrittene Unternehmensberatung Roland Berger handelt.

Jedenfalls haben jetzt nach unserer Einschätzung mehrere Tausend Kölner darunter zu leiden, dass die ARGEn ihre Organisationsstrukturen nicht in den Griff bekommen und die "Kunden" seit fast einer Woche ohne Geld dasitzen.

Obwohl niemand der Hilfesuchenden etwas dafür kann, dass das System unterdessen "vor die Wand" gefahren wurde, sind Bargeld-Abschlagszahlungen auf die nächste Überweisung angeblich "nicht möglich", (obwohl dies vor genau einem Jahr wegen Krankheit einer Mitabeiterin sehr wohl funktionierte), man könne bestenfalls einen "Lebensmittelgutschein" erhalten. Dies sei aber frühestens ab Donnerstag, dem 05.07.07 möglich.


Wenn das Thema für Ihre Redaktion von Interesse ist, können wir uns gerne morgen (04.07.07) telefonisch austauschen. Für einen Kamera-Termin stehe ich zur Verfügung, selbstverständlich auch vor Ort am Donnerstag. Ob Sie dort eine Drehgenehmigung bekommen, hängt natürlich von der GL, Herrn Josef Ludwig ab. Dessen telefonische Erreichbarkeit ist indessen gleich null.


Damit Sie wenig Recherche machen müssen, füge ich eine Linksammlung bei:

Geschäftsleitung ARGE Köln, Telefonisch nie erreichbar, emails werden nicht beantwortet:

http://www.arge-sgb2.de/lang_de/nn_...ice/Impressum/Impressum-Knoten.html__nnn=true

Berater Roland Berger:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/536596985a09a4701.php

Aus der jüngsten Presse:

http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1178601061239.shtml

Ein persönlicher Bericht, für ein Forum sehr qualifiziert (nicht von mir):

http://www.elo-forum.org/leiter-der-arge-koeln-wer-t9222.html



Mit freundlichen Grüßen,

Name und Adresse sind d,Red.bekannt.
 

ethos07

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#2
Wunder-Voll

diese vollkommen realgetreue Schilderung.:icon_hihi:

Wäre dieses Amt für uns alle nicht so existenziell, könnte man sich vor Lachen kaum halten. So dringt bei mir nur ab an an ein vermutlich sich recht irre anhöhrendes Gelächter aus der Wohnung. Bevor ich dann wieder sehr still werde.

Gruß!
ethos07
 
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#3
Da kriegt man so einen Hals.
Ich glaub, ich mutier hier wirklich noch vom friedlichen Hungerkünstler zum pösen Amokläufer.
 
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