ARD 13.03.2017, 23:30 Uhr ''Das Versagen der Wohnungspolitik'' -Akte D- (1 Betrachter)

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Atze Knorke

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An die Forumsrunde,

vorgemerkt:

Versagen der Wohnungspolitik - Reportage & Dokumentation - ARD | Das Erste


Wohnungsnot in Großstädten

Doch das hat sich grundlegend geändert. Heute herrscht besonders in Großstädten wieder Wohnungsnot. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp und umkämpft, das Kräfteverhältnis von Mietern und Vermietern gerät mehr und mehr in Schieflage. Das Problem wird noch dadurch verschärft, dass große Investoren aus dem In- und Ausland mit hohen Renditeerwartungen massiv Wohnungsbestände aufkaufen. Wohnungen werden zu einer Anlageform wie Aktien. Die derzeit explodierenden Mietpreise entwickeln sich zu einer Bedrohung für den sozialen Frieden im Land.
"Akte D" geht der Frage nach, warum das Wohnen in Deutschland eigentlich immer teurer wird. Wann hat sich die Wohnungspolitik grundlegend verändert? Aus welchen Gründen und zu welchem Zweck? Und gibt es sogar Profiteure der zunehmenden Wohnungsnot?
 

Dagegen72

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Ich kann den Link gerade nicht lesen, aber ich meine, das ich das nicht unbedingt brauche. Da reicht es, mir die Situation vor Ort anschauen, wie das jede,r einzelne bei sich tun kann.

Ja, es werden neue Häuser gebaut, ABER: für die sog. "gehobene Einkommensklasse". Oder es werden zwar Wohnungsmarktstudien gemacht - der Aspekt "bezahlbarer Wohnraum"fällt dabei aber unter den Tisch oder nimmt den minimalsten Stellenwert ein - womöglich erwähnt man den noch lediglich nur noch als Alibi-Funktion.

Vor einigen Jahren wurde hier vor Ort ein schöner Park angelegt. Schön und gut, es wirkte auf mich wie ein Naherholungspark für die Einwohner,innen. Inzwischen stehen nagelneue Eigentumswohnungen darauf und es wird fleißig weiter gebaut.

Durch einen Umzug ist ein öffentliches Gebäude frei geworden, es wird nun renoviert und was ist - die hier geplanten Wohnungen sind bereits an einen örtlichen Immobilienhändler verkauft, steht ja alles in den Ortsblättern und den Regionalzeitungen.

Man nennt das auch "Gentrifzierung" = Arme raus, Reiche rein. Dagegen gibt es viele Proteste auch, bspw. gegen die permanent steigenden Mieten.
 

Atze Knorke

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An die Forumsrunde,

die Ohnmacht ist alltäglich ... und so gehts brutal hinter dem Rücken der Bürger/Mieter weiter:

Wohnungsmarkt in Berlin: "Deutsche Wohnen" will knapp 4000 Wohnungen kaufen - Berlin - Tagesspiegel

Ein Gigant auf dem Wohnungsmarkt wächst weiter: Erst schluckte die Aktiengesellschaft „Deutsche Wohnen“ die GSW, einen von Berlins größten, ursprünglich landeseigenen Konzernen. Jetzt will sie weitere 3900 Wohnungen und 270 Gewerbeobjekte in der Stadt kaufen. Richtig viel Geld, mehr als 650 Millionen Euro, lässt sich der Konzern das kosten. Die Mieter müssen deshalb wohl mit Mieterhöhungen rechnen und vielleicht sogar mit schlechtem Service.
110.000 Wohnungen hat die Deutsche Wohnen in Berlin und dazu noch einen so schlechten Ruf, dass die Parlamentarier sie wegen wiederholter Angriffe auf den Berliner Mietspiegel und Klagen von Mietern über verschleppte Reparaturen vor wenigen Wochen ins Abgeordnetenhaus zitierten. Dort wurde über kalte Heizungen mitten im Winter, Schäden an Gebäuden und Schimmel in Wohnungen gestritten, über schlecht erreichbare Verwaltungen und viele Mieterhöhungen zudem.
Die Senatorin für Stadtentwicklung Katrin Lompscher sagte auf Anfrage: „Käufe und Verkäufe von Wohnungsgesellschaften sind leider nicht zu verhindern.“ Im Zuge der Finanzkrise habe deren Zahl „dynamisch“ zugenommen. „Um diese Spekulationen einzudämmen, brauchen wir eine Steuerreform auf Bundesebene.“ Hintergrund: Die Spekulation mit Wohnungen lassen sich viele Konzerne außerdem noch vom Fiskus vergolden: Keinen einzigen Euro Grunderwerbsteuer müssen sie zahlen, da sie formaljuristisch keine Wohnungen, sondern ein Wohnungsunternehmen erwerben.
 
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Zeitkind

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die Ohnmacht ist alltäglich ... und so gehts brutal hinter dem Rücken der Bürger/Mieter weiter: ...
Was heißt hinter dem Rücken? Waren nicht (fast) alle damit einverstanden, daß die Banken "gerettet" werden mußten?
Und jetzt wundert man sich über die Folgen? "Freie" Marktwirtschaft wird doch vom Michel immer als Heiligtum verteidigt.
Wer das lobbykontrollierte Schmierentheater bis dato nicht durchschaut hat und die gleichen Strohmänner wiederwählt, dem ist nicht mehr zu helfen.
Dann soll er doch mehr arbeiten, vielleicht kann er sich die Mieten irgendwann leisten. Höre ich doch immer wieder von den Sklaven "nur wer arbeitet ..."
Ohnmacht ist das in meinen Augen nicht. Es finden sich im Vergleich nur immer weniger Sandkörner im Getriebe,
weil alle mit Konsumieren beschäftigt sind und über den eigenen Horizont garnicht herausschauen wollen.
7 Milliarden Menschen - und jeder davon will alles.... (Interstellar/Prof. Brand)
 

Atze Knorke

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Was heißt hinter dem Rücken? Waren nicht (fast) alle damit einverstanden, daß die Banken "gerettet" werden mußten?
Und jetzt wundert man sich über die Folgen? "Freie" Marktwirtschaft wird doch vom Michel immer als Heiligtum verteidigt.
Wer das lobbykontrollierte Schmierentheater bis dato nicht durchschaut hat und die gleichen Strohmänner wiederwählt, dem ist nicht mehr zu helfen.
... besser auf dem Rücken der Bürger/Mieter, denn hier ist die Zahlungsfähigkeit
begrenzt, besonders Aufstocker, Geringverdiener, Armutsrentner - Mietsteigerungen
in weitere Verarmung führt.
Der Anteil des Einkommens, der für Miete aufgewandt wird, steigt und weniger Geld
für anderes da ist - manche verzichten auf Urlaub, andere auf Schulbücher und
wieder andere verzichten aufs Essen.

Das "lobbykontrollierte Schmierentheater" auch unter den vergangenen
demokratisch gewählten Bundesregierungen in einem schwarz/roten Parteienklüngel
hat was für die "Abgehängten" gebracht? Ein ewiges Ping-Pong-Spiel.

Leider gab es in den vergangenen Jahren von politischer Seite kein Interesse, sich
mit Eigentümern, Investoren und Spekulanten anzulegen.

Die soziale Verantwortung für preiswerten/bezahlbaren Wohnraum ist und bleibt
ein Fremdwort. Die Gesamtbilanz -hin zu einer gesunden Sozialstruktur- ist fatal.
Der zentrale Aspekt ist die Wohnungspolitik, damit Menschen mit wenig Geld
trotzdem in ihrem sozialen Umfeld bleiben können.
 
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