Archivierung Daten bei Online-Bewerbung (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Musterfrau

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Eine Freundin von mir hat sich online auf einen gelegentlichen Aushilfsjob beworben. Zeugnisse etc. waren nicht erforderlich, wohl aber ein Foto, wogegen auch nichts einzuwenden war.

Nachdem zur möglichen Erlangung des Jobs ein kostenloses Probearbeiten über mehrere Stunden abverlangt wurde, hat sich ihr Interesse doch stark gelegt (Kommentar AG: Das war für alle anderen noch nie ein Problem!).

Sie hat daraufhin den AG gebeten, das Foto datensicher zu vernichten. Jetzt möchte er uns weismachen, daß er gesetzlich (!) dazu verpflichtet sei, E-Mail-Verkehr zu archivieren und deshalb auch keine Datenanhänge löschen zu können. Von der Dauer dieser Speicherung keine Rede. Bezeichnenderweise wurde ihr bei Anforderung des Fotos und auf der Homepage, über die man sich bewerben kann, hierzu auch kein Hinweis gegeben.

Mal davon abgesehen, daß die Klamotte nicht unbedingt seriös klingt (wie ist man bei derartigem Probearbeiten eigentlich versichert?), glaube ich, daß der Gute hier etwas aus dem Steuerrecht verwechselt. M. E. geht hier z. B. das Recht am eigenen Bild vor. Was sagt Ihr?
 

Roter Bock

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Schriftlich auffordern die Daten komplett zu vernichten mit Fristsetzung. Er möge Vollzug melden. Oder die Rechtsquelle für seine Auffassung darlegen. Kommt er mit SV-Rechtlichen Belangen mal bei der KK fragen ob das Arbeitsverhältnis gemeldet wurde.

Hintergrund - Mitunter wird z. B. ein 400 Euro Job gemeldet - aber nicht abgemeldet und irgendeine Person segelt unter "falscher Flagge" mit. Späterer Ärger nicht ausgeschlossen. Wird gerne vom mies bezahlenden Drecksläden gemacht.

Passiert nix? Datenschutz des Landes anschreiben - Fall darlegen. Befürchtung äußern das die Daten ohne Zustimmung vom AG weitergegeben werden.

Zukünftig nicht mehr für die Bewerbung "Eingabemasken" von Arbeitgebern, Vermittlern usw. benutzen. Klassische Snail mail und..

keine Fotos rausgeben. Die sind laut AGG für die Entscheidung des Arbeitgebers für oder gegen einen AN nicht erforderlich.

Roter Bock
 

ZynHH

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Aufbewahrungsfristen Geschäftsbrief, Handelsbrief

Hierunter fällt jeglicher Schriftverkehr, welcher der Anbahnung, Durchführung oder Rückgängigmachung eines Geschäfts dient. Sofern Korrespondenz nicht zum Abschluss eines Geschäfts geführt hat (erfolglose Angebote), gilt keine Aufbewahrungspflicht. Der gesamte unternehmensinterne Schriftverkehr und werbende Nachrichten (Broschüren, Zeitungsanzeigen, Postwurfsendungen) gelten nicht als Geschäftsbrief.
Bei Geschäftsbriefen und Handelsbriefen gilt eine Aufbewahrungsfrist von 6 Jahren.Aufbewahrungsfristen Geschäftsunterlagen - Online-Aktenvernichtung
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Musterfrau

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@ZynHH: Herzlichen Dank! So ungefähr hatte ich mir das vorgestellt. Der Typ ist Kleinunternehmer und macht wohl auch sonst eher auf dicke Hose. Werde Deinen Hinweis weitergeben.

@Roter Bock: An Minijobzentrale hatten wir noch gar nicht gedacht...
Bewerbung erfolgte extra schon nicht über eine Eingabemaske, da wir Mädels mit der Verbreitung unserer Telefonnummern vorsichtig sind. Mit Fotos normalerweise auch, aber dieser Job erforderte schon eine gewisse Affinität (und Hintergrundwissen) zum Thema. Aber nichts anstößiges!!!
 
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