Arbeitszeiten beim neuen Job anders als besprochen - rechtens?

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snowflake1984

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Hallo zusammen,

ich habe bis zum 15. Januar zwei Monate lang ALG 1 bezogen und wurde in dieser Zeit enorm von meiner zuständigen Sachbearbeiterin kontrolliert, (alle 2 Wochen ein Termin mit Vorlegen meiner Eigenbemühungen), zudem hat sie mich mit Vermittlungsvorschlägen förmlich zugeschüttet, obwohl sie genau gesehen hat, dass ich mehr als imstande bin, mir selber Jobs zu suchen. Allein im ersten Monat meiner Arbeitslosgkeit hatte ich 32 Bewerbungen weggeschickt, 12 waren vorgegeben für einen Monat.

Nun gut, letztendlich fand ich dann eine Stelle für Empfang und Telefonzentrale bei einer Kanzlei. Da der Arbeitsort ein gutes Stück von mir entfernt ist und ich kein Auto besitze, machte ich eine eventuelle Zusage meinerseits vor allem auch davon abhängig, wie die Arbeitszeiten sind. Laut der Homepage hat die Kanzlei von 8-17 Uhr geöffnet und im Bewerbungsgespräch mit den Geschäftsführern sagte man mir dann auch, dass dies meine tägliche Arbeitszeit sei.

Da mein Zug um 7:50 Uhr dort ankommt und um 17:15 einer zurückfahren würde, wäre das natürlich absolut top gewesen zum Hin- und wieder heimkommen. Letztendlich sagte man mir die Stelle zu und ich unterschrieb den Arbeitsvertrag. In diesem war leider nur eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden vermerkt, nicht aber die Kernarbeitszeit o.ä., Gleitzeit gibt es hier im Übrigen nicht. Da dachte ich mir naiverweise noch nix.

Als ich dann am 15. Januar zu meinem ersten Arbeitstag antrat, hieß es plötzlich, man hätte sich entschieden die Stelle doppelt zu besetzen, damit eine Besetzung der Zentrale künftig von 7-18:30 Uhr gewährleistet ist - die andere Dame hätte aber ein Kind, das immer um 17 Uhr von der Kita abgeholt werden muss, weshalb ich dann eben automatisch immer die späte Schicht von 9:30 bis 18:30 Uhr hätte.

Ich fiel aus allen Wolken und sagte dann, dass 18:30 sehr ungünstig für mich ist, denn mein Zug fährt immer um Viertel nach, somit müsste ich jeden Tag von 18:30 bis 19:15 Uhr warten, damit ich nachhause fahren kann. Ich habe auch nochmal explizit darauf hingewiesen, dass ich die Stelle nicht genommen hätte, wenn ich im Voraus gewusst hätte, dass ich plötzlich ganz andere Arbeitszeiten habe, als im Bewerbungsgespräch vereinbart. Antwort: "Das ist nicht unser Problem, wie SIe nachhause kommen, als Arbeitnehmer muss man flexibel sein!"

So, jetzt ist guter Rat teuer. Einerseits will ich nicht schon wieder in die Arbeitslosigkeit zurück und wieder vom Amt abhängig sein. Andererseits habe ich keinerlei Privatleben mehr, seit ich diesen Job habe und bin einfach nur frustriert. Und nein, es ist für mich keine Option ein Auto zu kaufen, da mein Partner und ich eine Wohnung abzuzahlen haben und quasi jeder Cent meines Geldes in diese fließt.

Ich hoffe, jemand hier hat Ahnung und kann mir sagen, ob mein Arbeitgeber hier rechtens handelt, obwohl die Arbeitszeit mündlich abgesprochen war. Danke vorab! :)
 
G

Gelöschtes Mitglied 64655

Gast
Es gilt was schriftlich im Vertrag vereinbart wurde.
Ich würde pragmatisch die Stelle antreten und weiter suchen. Die Kündigungsfrist ist ja kurz.

Ob es sich lohnt dem Chef mit seinem gebrochenen Versprechen zu nerven musst Du selbst entscheiden.
Bei solchen Arbeitsbedingungen würde bei mir auch immer stark meine Gesundheit darunter leiden.
 

snowflake1984

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Ja meine Kündigungsfrist in der Probezeit beträgt zwei Wochen, das Problem ist aber für mich ein ganz anderes. Da ich ja immer bis halb sieben arbeiten muss und es keine Gleitzeit gibt, wäre es für mich gar nicht möglich, Bewerbungsgespräche wahr zu nehmen.
 

Nena

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Ich nehme mir bei so was immer vor, in Zukunft mündliche Absprachen schriftlich festzuhalten...
Rein rechtlich kannst Du natürlich nichts machen. Außer die Zähne zusammenzubeißen und weiterzusuchen.

Doch, für Arzttermine findest Du ja sicherlich auch Zeit. Das muss gehen. Was wäre denn die Alternative? Bewirb Dich doch erst mal.
Viel Erfolg!
 

verona

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Wenn ein Arbeitsverhältnis bereits so anfängt, kannst bekanntlich nicht besser werden.
Ein Vorstellungsgespräch wahrzunehmen, ist bei den Arbeitszeiten fast unmöglich.
Aber wenn du jetzt Bewerbungen schreibst dauert es ja auch, bis eine Zusage kommt.
Dann musst du, wie bereits erwähnt, eben zum Arzt. Allerdings kann der AG hierüber eine Terminbestätigung verlangen.

Kann aber auch gut sein, dass der AG zwei eingestellt hat, um mal zu schauen, wer besser ist. Einer geht in der Probezeit und ein Minijobber kommt hinzu.
 

snowflake1984

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Eben das mit der Bestätigung vom Arzt, dass man tatsächlich dort war ist gar nicht mal utopisch und dann hätte ich ein Problem. Urlaub nehmen geht ja auch nicht, ich arbeite ja noch keinen Monat hier. Oh mei..
 

Nena

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Noch hast Du ja auch kein Vorstellungsgespräch... Deswegen nicht zu suchen, fände ich fahrlässig.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64655

Gast
Ich hatte mal einen Arbeitgeber der hatte die Regel das wenn man während der Arbeitszeit zum Arzt ging diese Fehlzeit nachgearbeitet werden musste. Nachdem ich dies in meinem Zeitkonto so entdeckte leiß ich mir beim nächsten Mal einen Krankenschein geben. Und schon wurde wieder vernünftig abgerechnet.
 

Birgit63

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Wir haben Gleitzeit. Das hat auch zur Folge, dass Arztbesuche, auch die die aus bestimmten Gründen in die Kernzeit fallen, immer Freizeit sind. D. h. man muss sich ausstempeln und dann wieder einstempeln. Finde ich persönlich nicht schlimm, da ich dann in Ruhe beim Arzt sitzen kann und mir keine Gedanken machen muss, dass es vielleicht zu lange dauert und ich Ärger bekomme, wenn ich wieder zur Arbeit erscheine. Als wir allerdings noch keine Gleitzeit hatten, war ein Arztbesuch immer ein bezahlter Besuch. Wir mussten allerdings auch eine Bescheinigung einreichen, von wann bis wann wir in der Praxis waren. Ich an deiner Stelle würde auch nach einem neuen Job suchen und wenn es soweit ist, dass du ein Vorstellungsgespräch hast, würde ich mich krank melden. Wir dürfen 3 Tage ohne Krankenmeldung krank sein. Allerdings kann man ja auch mal eine Magen- und Darmgrippe haben. Die kann man beim Arzt gut verkaufen und bekommt einen Krankenschein, wenn man ihn unbedingt braucht. Ich bin für Krankenscheine ohne krank zu sein überhaupt nicht zu haben. Aber manchmal geht es einfach nicht anders.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64655

Gast
@ Birgit. Diesen Job hatte ich 2015/16. War nur einige Monate. Das Projekt für das ich und weitere 10 Mitarbeiter eingestellt wurden war das berühmte "Reiten des toten Pferdes". Sie hatten auch noch eine andere Regel bezüglich Krankheit. Hatte man pro jahr nur 3 Fehltage gab es im Folgejahr mehr Urlaub. Schaffte aber praktisch niemand.
 
G

Gelöschtes Mitglied 57503

Gast
Erinnert mich irgendwie an meinen alten Arbeitegeber.
"Zu dem und dem Ereignis ist man eh nie alleine und nur Nachmittags" wurde so gut verpackt, und auch keine Arbeitszeiten festgehalten, dass ich nach 2 Wochen ganz schön dumm aus der Wäsche schaute.

Denn dieses "eh nie alleine" wurde zu "ich habe meine Schicht begonnen und Chef flüchtet aus Laden", so dass ich den ganzen Tag alleine war egal ob Samstag, kurz vor Feiertag oder wenn der Papst kam.
Und das nur Nachmittags hatte ich irgendwie falsch verstanden, denn "Frühschicht" wurde zu 101% nur vom Chef und seinem Weib gemacht, dass bedeutete: 9:30-13:00 (3,5 h Chef) und 12:45-19:15 (wurde auch oft 19:30 - also bis 6,5h ich).
Es gab abende da war ich erst gegen 21:30 zu Hause (weil Chef noch was klären wollte oder mein Zug wieder ausfiel)
Die neuen Kunden hielten mich für den Besitzer, weil ich mehr im Laden war, als mein Chefgespann!

Ich kann also sehr gut nachvollziehen wie du dich grade fühltst.
Aber auch meine Erfahrungen sagen mir, dass da noch mehr Klöpse kommen werden bei deiner neuen Arbeit.
 
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