Arbeitsweg ?

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ExitUser

Gast
Hallo!
Zu mir:Ich bin 33,momentan ALG2-Empfänger und mache einen 100€-Minijob bei einer kleinen Ich-AG (verkaufe Sachen via Internet und erledige den Papierkram). Gelernt hab ich ursprünglich mal Gas-Wasser-Installateur,habe danach 2 Umschulungen im CNC-Bereich und als Datenbankadmin hinter mir. Gerade rief eine Frau von einer Bildungseinrichtung unseres Landkreises (genau am anderen Ende des LK)an und erzählte mir,daß diese Woche eine Maßnahme begonnen hätte,an der ich teilnehmen könne. Darin ginge es um Sachen wie Qualitätsmanagement usw und sie forderte mich auf,mich doch mal am kommenden Montag dort vorzustellen. Mal davon abgesehen,daß ich sowohl von meinen Vorkenntnisse ,als auch meinen Interessen dort vollkommen deplatziert wäre, stellt sich mir die Frage,inwiefern ich so eine Maßnahme aufgrund des Arbeitsweges ablehnen kann. Denn die Bildungseinrichtung ist (auf dem direkten Weg) schon über 50km entfernt. Aufgrund diverser Dauerbaustellen kommen nochmal 10km Umleitungen. Ich wäre mit einem PKW täglich pro Fahrt über 1,5h unterwegs. Da ich selbst aber kein Auto besitze (sondern nur "unseren" Firmenwagen für Dienstfahrten nutzen darf), kommt nur der ÖPN in Frage. Dumm nur,daß ich mitten in der Pampa wohne: Das würde bedeuten,daß ich frühs um 5:50 losfahre,um nach 3x Umsteigen um 8:32 da zu sein. Vorausgesetzt,der Bus wäre immer pünktlich,was dank Baustellen unwahrscheinlich ist. Rückwärts dürfte ich dann erstmal fast 3,5h auf den Bus warten,um dann in den frühen Morgenstunden daheim zu sein. Kann ich so eine Maßnahme wegen diesen Widrigkeiten ablehnen ? Ach ja: Eine offizielle Zuweisung hab ich (noch?) nicht von der Arge bekommen,aber die Post kommt ja diese Woche noch 2x...

Marco
 

rheinlaenderin

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Erstmal abwarten, ob Du eine Zuweisung erhältst. Im übrigen frage ich mich, wie denn Deine Daten (Telefonnummer, Adresse) bei dem Bildungsträger gelandet sind. Hast Du Dich damit einverstanden erklärt, dass sie weitergeleitet werden dürfen?

Da es für Dich sehr aufwendig würde, denn Bildungsträger mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, gehe ich davon aus, dass die Teilnahme ohnehin nicht zumutbar ist. Wäre Dein Job durch eine Teilnahme an der Maßnahme bedroht? Auch das wäre dann mit Sicherheit nicht zumutbar.
 
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ExitUser

Gast
Ich nehme an,sie haben die Telefonnummer von der Arge gekriegt. Obwohl,die Daten,die sie gekriegt haben,offenbar sehr dürftig waren,denn meine Fallmanagerin kennt eigentlich meine Vorraussetzungen zur Genüge. Ich vermute, die Arge hat einfach ein paar Datensätze zum Bildungsinstitut "rübergeschoben" und die haben sich rausgesucht, wer zu einem der Kurse passen könnte...ohne Rücksicht,ob sowas sinnvoll wäre. Wie kommt man sonst auf die Idee, den Angestellten einer 2-Mann-Firma in eine Maßnahme für Qualitätssicherung zu stecken ? Soviel Ware produzieren wir auch nicht,als daß die Qualität durch die "Massenproduktion" leidet.
Mein Minijob würde auf jeden Fall unter der Maßnahme leiden...denn ich hätte praktisch keine Zeit mehr dazu. Laut Fahrplänen fängt mein Arbeitstag dann um 5:50 an und endet um 6:20....am nächsten Morgen.

Was mich persönlich an der Weiterbildungspraxis der Argen wirklich nervt ist die Vergabe solcher Maßnahmen an scheinbar feste "Partner" der Argen...ohne Rücksicht,ob sowas rein wirtschaftlich überhaupt Sinn macht. Wie ich schon schrieb,sinds zum betreffenden Bildungsinstitut knappe 60km. Eine Maßnahme mit gleichem Ziel könnte ich auch in einem Bildungsinstitut im Nachbarort machen..das liegt zwar im Nachbar-Landkreis,ist aber nur 4km weg.
 
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Gast
So,ein kleines Update: Weder am Freitag noch am Samstag hab ich eine Zuweisung durch die Arge bekommen. Dafür hatte ich noch am Donnerstag Abend weitere Infos über die Maßnahme (und eine Zeitangabe,wann diese stattfindet) beim Bildungsträger angefordert. Am Freitag erhielt ich per Mail eine PDF und da ist dann von den Angaben,die ich am Telefon erhielt,keine Rede mehr. Für mich liest sich das ganze wie eine Feststellungsmaßnahme.

Auszüge aus dem Infoschreiben: "Integration von Arbeitsuchenden aus dem gewerblich – technischen bzw. kaufmännischen Bereich............In einem 10-monatigen Zeitrahmen erfolgt u. a. eine Stärken-/Schwächenanalyse mit Defiziterkennung, Festlegung der individuellen Lernpfade jedes Teilnehmers, Durchführung eines Praktikums in einem ausgewählten Unternehmen, fachliche Zusatzqualifikation sowie Angebote zur Auffrischung der Englischkenntnisse".

"Arbeitszeit" wäre von 8-15 Uhr. Mittlerweile hab ich mal den Fahrplan studiert: Ich würde um 5.50 abfahren und müsste 3x umsteigen....wobei jeweils nur wenige Minuten "Umstiegszeit" ist. Auf dem Land mit dem ÖPN fast unmöglich immer zu schaffen. Ich wäre dann um 8.32 (also nach 162min) am Ziel angekommen...folgen noch 15min Fußweg zum Bildungsträger: Ich käme also täglich über eine Dreiviertelstunde zu spät. Auf dem Rückweg das gleiche Spiel: Ich müsste täglich etwa 10-15min früher gehen,damit ich den einzigen Bus um 15:09 schaffe. Auch da heißt es dann 3x umsteigen. Verpasst man den,kommt man an diesem Tag überhaupt nicht mehr nach Hause.
 

rheinlaenderin

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So,ein kleines Update: Weder am Freitag noch am Samstag hab ich eine Zuweisung durch die Arge bekommen. Dafür hatte ich noch am Donnerstag Abend weitere Infos über die Maßnahme (und eine Zeitangabe,wann diese stattfindet) beim Bildungsträger angefordert.

Für Deine Information sind diese Angaben mit Sicherheit wichtig, aber jetzt: kein weiterer Kontakt mit dem Bildungsträger, ansonsten wird das noch so interpretiert, als wolltest Du unbedingt teilnehmen. Ohne Zuweisung geht gar nichts! Du kannst doch nicht einfach bei irgendjemandem, der sich nicht einmal legitimiert hat, auftauchen!

Am Freitag erhielt ich per Mail eine PDF und da ist dann von den Angaben,die ich am Telefon erhielt,keine Rede mehr. Für mich liest sich das ganze wie eine Feststellungsmaßnahme.

Auszüge aus dem Infoschreiben: "Integration von Arbeitsuchenden aus dem gewerblich – technischen bzw. kaufmännischen Bereich............In einem 10-monatigen Zeitrahmen erfolgt u. a. eine Stärken-/Schwächenanalyse mit Defiziterkennung, Festlegung der individuellen Lernpfade jedes Teilnehmers, Durchführung eines Praktikums in einem ausgewählten Unternehmen, fachliche Zusatzqualifikation sowie Angebote zur Auffrischung der Englischkenntnisse".

Klingt für mich auch nach einer typischen Feststellungsmaßnahme.

"Arbeitszeit" wäre von 8-15 Uhr. Mittlerweile hab ich mal den Fahrplan studiert: Ich würde um 5.50 abfahren und müsste 3x umsteigen....wobei jeweils nur wenige Minuten "Umstiegszeit" ist. Auf dem Land mit dem ÖPN fast unmöglich immer zu schaffen. Ich wäre dann um 8.32 (also nach 162min) am Ziel angekommen...folgen noch 15min Fußweg zum Bildungsträger: Ich käme also täglich über eine Dreiviertelstunde zu spät. Auf dem Rückweg das gleiche Spiel: Ich müsste täglich etwa 10-15min früher gehen,damit ich den einzigen Bus um 15:09 schaffe. Auch da heißt es dann 3x umsteigen. Verpasst man den,kommt man an diesem Tag überhaupt nicht mehr nach Hause.

Die Fahrtzeiten sind definitiv nicht zumutbar. Gerne wird schonmal mit Kilometern und nicht mit Zeit argumentiert, aber auf dem Land mit dem ÖPNV geht das nicht.

Und das wichtigste Argument ist, auch wenn ich den neuen Informationsstand berücksichtige, immer noch: Du bist verpflichtet, alles zu unternehmen, um Deine Hilfebedürftigkeit zu verringern. Das geht wahrscheinlich nicht, wenn Du Deinen Job bzw. Deine Selbständigkeit riskierst. Kleine Einnahmen sind besser als gar keine, und vielleicht zeichnet sich ja schon eine positive Entwicklung ab. Ich wünsche es Dir!
 
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