Arbeitsvertrag vor Jobannahme über Beratungshilfe prüfen lassen?

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densch

Gast
Hallo,
ich weiß dass es nicht unbedingt um ahrtz 4geht, steht aber damit im Zusammenhang.


Wie anderweitig erwähnt, wurde ich zu einem "Bewerbertag" der deutschen Post eingeladen.
Was man so im Internetliest, ist das praktisch schon ne Jobzusage (leider) und an dem Tag kriegt man nur noch erklärt, wie der Alltag dort abläuft und für welches Gebiet man eingeteilt ist.


Insofern rechne ich schwer damit dass ich an dem Tag gleich meinen Arbeitsvertrag in die Hand gedrückt kriege zum Unterschreiben.

Würde den aber echt gerne vor Unterschrift vom Anwalt prüfen lassen.

Aus Geldgründen käme für mich da nur Beratungshilfe in Frage.

Denkt ihr dass so eine Überprüfung durch nen Anwalt über Beratungshilfe machbar ist?

Und denkt ihr, das Jobcenter macht Probleme weil ich mit dem Anwaltskram ja sogesehen die Arbeitsaufnahme verzögere?
 

Couchhartzer

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Würde den aber echt gerne vor Unterschrift vom Anwalt prüfen lassen.
Wozu, wenn du noch nicht einmal ansatzweoise weißt was drinsteht und ob es zu kompliziert zu verstehen ist?
Du solltest schlichtweg wohl besser erstmal abwarten bis du einen möglichen Vertrag in den Händen hast und durchlesen kannst, um einschätzen zu können, ob das überhaupt notwendig wäre.


Denkt ihr dass so eine Überprüfung durch nen Anwalt über Beratungshilfe machbar ist?
Das wird dir mit Sicherheit niemand sagen können, ohne zu wissen ob der Vertragsinhalt nicht auch so ganz einfach so ohne Anwalt zu verstehen ist.


Und denkt ihr, das Jobcenter macht Probleme weil ich mit dem Anwaltskram ja sogesehen die Arbeitsaufnahme verzögere?
Vielleicht ja und es würde mich dann auch nicht wirklich sehr wundern. Aber auch hier ist aktuell auschliesslich Glaskugelleserei von dir abgefragt.
 
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densch

Gast
Zu verstehen istder Inhalt womöglich schon.
Ob die darin vorgeschriebenen Arbeitsbedingungen aber gesetzlich in Ordnung sind oder da versteckte Ausbeuterei vorhanden ist, weiß keiner.

Zumindest ich nicht, denn ich bin kein gelernter Arbeitsrechtler :-/


Na, ich soll also was unterschreiben, ohne zu wissen ob das Alles so in Ordnung ist?
 
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Nena

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Wenn der Vertrag gegen Gesetze verstoßen sollte, sind die entsprechenden Passagen nicht wirksam.

Wenn zum Beispiel ein geringeres Gehalt oder weniger Urlaub oder so vereinbart ist, als gesetzlich vorgeschrieben, kannst Du das ruhig unterschreiben, gilt eh nicht.

Einen Vertrag mit 10 Tagen Urlaub jährlich kannst Du auch unterschreiben, Dir stehen trotz allem die mindestens 20 Tage zu.

Und Tarifverträge stehen auch über dem Arbeitsvertrag, auch allgemeinverbindliche.
 

Pauer

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Ich arbeite selber beim Amtsgericht und bin u.a. auch für die Bewilligung von BerH zuständig.

Bei deinem Sachvortrag würde ich die BerH versagen.
Ich denke nicht, dass der Steuerzahler für die willkürliche Überprüfung von Verträgen durch einen Rechtsanwalt aufkommen muss.

Ein vernünftiger Selbstzahler würde auch nicht jedes mal vor einem Vertragsabschluss zum RA rennen, um den Vertrag überprüfen zu lassen.

Sinn und Zweck der BerH ist es, außergerichtlich einen streitigen Sachverhalt beizulegen und sich nicht wild für jegliche Angelegenheiten rechtliche Beratung einzuholen.
Ich sehe hier keine Veranlassung, BerH zu gewähren.

Bei deinem Vortrag handelt es sich m.E. nicht um ein streitiges Rechtsverhältnis, da ein solches mangels unterschriebenen Vertrag ja noch gar nicht begründet ist.
Ich würde den Antrag ablehnen.
 
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densch

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@Pauer
Hm, nach aktuellem Stand denke ich , wäre wohl die sinnvollste Variante:
Hingehen, Arbeitsvertrag aushändigen lassen, "Ich will mir in nur mal in Ruhe durchlesen. Bringe ihn morgen ode so vorbei" (halt ne Nacht drüber schlafen oder so)
und lade ihn hier hoch :)

Tja, aber hinterher würde es mir auch nix bringen.
Vertrag unterschrieben und im Job merke ich dann erst was für einen XXX ich da unterschrieben hatte.
Ja, dann bekäme man womöglich Beratungshilfe.
Dann, wenn es zu spät ist.
Oder zumindest ungemein schwieriger.

Erinnert mich an die Geschichte mit der Mandatsablage, wo man auch keinen Beratungsschein kriegt -.-

@Nena
Und wie finde ich ja heraus, ob ich unter illegalen bedingungen arbeite?

Das Jobcenter sagt mir bestimmt nicht "Ne, lehnen Sie den job ab und beziehen Sie wieder Hartz 4" :-D
 
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Pauer

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Und wie finde ich ja heraus, ob ich unter illegalen bedingungen arbeite?
In der Regel kann von voll geschäftsfähigen Bürgern (§ 2 BGB) ein wenig Recherche verlangt werden. Sollte dabei tatsächlich der Verdach aufkommen, dass bestimmte Vereinbarungen des Vertrags möglicherweise nichtig sein könnten, könnte das Gespräch mit der anderen Vertragspartei gesucht werden.

Erst wenn sich danach ein Rechtsstreit ankündigt, würde ich über die Bewilligung von BerH nachdenken, um diesen möglichst kostengünstig, d.h. außergerichtlich, aus dem Weg zu räumen.

Darüber hinaus gibt es in jedem Fall immer die Möglichkeit von (Rechts-)Beratung durch unabhängige Vereine etc. auf die ich verweisen würde.

Dann, wenn es zu spät ist.
ICh denke nicht, dass es dann zu spät ist - sondern genau richtig.
Auf jeden Fall ist jetzt (also vorab) eindeutig zu früh, um irgendetwas zu bewilligen, nur weil der Verdacht besteht, der Vertrag KÖNNTE bedenklich sein.
Zumal dir der Vertrag ja auch noch nicht einmal vorliegt...
 
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densch

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@Pauer
Und welche unabhängigen vereine mögen das sein?

VDK? 75 Euro+100 Euro wenn ein Fall im ersten jahr eintritt.

Verbraucherzentrale? Die jucken doch Jobcentersachen nicht. Die interessieren sich nur für handy und Internetabzocke.

Naja, wie gesagt.
Bzgl. dem Vorliegen könnte ich ihn mir ja mal, ohne gleich zu untershcreiben, mal geben lassen.
Und zu meinem nicht-existenten Anwalt meines Vertrauens gehen.
Den ich mir als Hartz4ler mit nem 100 Euro/ Stunde natürlich leisten kann :)
 
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Pauer

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Und zu meinem nicht-existenten Anwalt meines Vertrauens gehen.
Den ich mir als Hartz4ler mit nem 100 Euro/ Stunde natürlich leisten kann
Vielleicht hilft das bei der Erklärung:

Angenommen, du würdest kein ALG II beziehen und durchschnittlich verdienen:

Würdest du dann auf deine eigenen Kosten zum Anwalt laufen und obigen Stundensatz zahlen, um einen einfachen Vertrag überprüfen zu lassen?
Oder würdest du dich nicht vielleicht erstmal nur selber schlau machen und ggf. auf kostengünstigere Alternativen zurückgreifen?

Die Mehrheit der Bürger würde für die Überprüfung eines einfachen Arbeitsvertrages nicht zum Anwalt gehen und ihr Geld dafür hinauswerfen.
Daher scheint es aus objektiver Betrachtung nicht sinnvoll, einem einkommensschwachen Bürger eine solche Rechtsberatung auf Kosten des Steuerzahlers zu ermöglichen.
Die Gerichte sprechen in solchen Fällen oft von Mutwilligkeit - müsstest du den Anwalt selber bezahlen, würdest du zweimal überlegen, ob eine Rechtsberatung für diesen Sachverhalt notwendig und zweckmäßig wäre.

Falls du dir einen Anwalt leisten könntest und zu der Entscheidung kommst: "Ja, ich möchte das auf meine eigenen Kosten prüfen lassen", stünde dir das natürlich frei.
Aber auch dann ist eine steuerfinanzierte Rechtsberatung durch BerH m.E. nicht zu gewähren, denn eine Beratung ist nach entsprechender Würdigung deines Sachvortrages schlicht nicht notwendig - daher kann der Steuerzahler nicht für objektiv "unnötige" Beratungen aufkommen.
 
D

densch

Gast
Da man vom Jobcenter zu dem kram zwangsverpflichtet ist, wäre es aber auch nur gerecht vorher wenigstens prüfen zu dürfen, für was für eine Sche*ß man sich da zwangsverpflichten muss bis man alt und halbtot ist.
Und es ist n un mal nicht jeder geborener Jura-Gelehrter und weiß, mit welchen hinterlistigen Methoden einen der Arbeitgeber ausbeuten kann ohne das es so direkt ersichtlich ist.

Aber stimmt schon, unter normalen Umständen würde man für sowas nicht zum Anwalt gehen.

Moderation:

Bitte beachten: https://www.elo-forum.org/technische-mitteilungen-fragen-und-antworten/164681-anleitung-richtiges-zitieren-beitraegen-mehr.html Es braucht nicht jedesmal ein Vollzitat!
 

erwerbsuchend

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Da man vom Jobcenter zu dem kram zwangsverpflichtet ist, wäre es aber auch nur gerecht vorher wenigstens prüfen zu dürfen, für was für eine Sche*ß man sich da zwangsverpflichten muss bis man alt und halbtot ist.
Warum nimmst du direkt an, dass in einem Arbeitsvertrag grundsätzlich etwas Negatives drinstehen könnte, nur, weil es sich dabei um einen Job aus einem VV heraus handelt? Es kann dich keiner zwingen einen Vertrag direkt vor Ort unterschreiben zu müssen. Du kannst ihn jederzeit mit nach Hause nehmen und in Ruhe lesen und prüfen. Dazu braucht man auch keine juristische Ausbildung, sondern einfach nur eine gute Allgemeinbildung. Grundsätzlich kannst du zu jedem Punkt, den du im Vertrag nicht verstehst, den AG bitten, dir diesen Punkt jeweils zu erläutern. Was ist so schwierig daran? Darf man fragen, wie alt du bist und wieviel Lebenserfahrung du bisher hast?
 

karuso

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Hallo densch,

ist das Stellenangebot direkt von der deutschen Post oder ist dieser von einer so Art Drückerkolonne also Dienstleister die für die deutsche Post tätig sind wo du für sehr wenig Geld zu Schwerstarbeit Pakete austragen sollst am besten noch sollst du dich Selbstständig machen damit sie richtig Geld sparen können.

Kommt der Arbeitsvertrag direkt von der deutschen Post sollte er OK sein ich sage sollte weil auch da der Betriebsrat darüber geschaut hat was die Vertäge angeht.
Sollte er aber von Dienstleistern oder ZAF kommen ist immer Alarm angesagt und der Vertrag sollte auf jeden Fall geprüft werden.

Wie sie mit Postzustellern von Dienstleistern umgehen gibt es genug Berichterstattung im Netz kam auch schon vieles im Fernsehen darüber.Also Vorsicht angesagt.:wink:

Noch eins ein guter AG schickt dir immer eine Kopie des Arbeitsvertrages per Mail nach Hause um ihn zu prüfen.Wenn du aber sofort unterschreiben sollst ist immer Alarm angesagt und es sollte nicht sofort unterschrieben werden.:wink:
 
D

densch

Gast
Hallo densch,
ist das Stellenangebot direkt von der deutschen Post oder ist dieser von einer so Art Drückerkolonne
Die "Deutsche Post AG Niederlassung BRIEF Mainz" ist da als Arbeitgeber angegeben.Insofern dürfte es schon was seriöses sein, schätze ich mal.



Darf man fragen, wie alt du bist und wieviel Lebenserfahrung du bisher hast?
Ich bin 26. Was du genau mit Lebenserfahrung meinst, weiß ich nicht so wirklich :-/
Ich kenne mich nur mit Arbeitsverträgen und sowas gar nicht aus, gerade auch was da so "normal" ist und was nicht.
Insbesondere auch mit Mindestlohn, Arbeitsbedingungen, Freitage und Co.

ich denke, der Einfachheit halber werde ich mir den Vertrag mal zur Durchsicht mitgeben lassen ohne gleich zu unterschreiben.
und ihn hier posten :)
 

karuso

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Wenn die Einstellung bei der Deutschen Post erfolgt dann dürfte alles ok sein und du bist tarifgebunden.Am schlimmsten sind ja die Dienstleister die für die Post und andere Zusteller tätig werden da bekommen die Mitarbeiter meistens nur den gesetzlichen Mindestlohn und wenn sie die Pakete nicht in der vorgegebenen Zeit schaffen auszutragen dürfen sie den Rest austragen für umsonst.Darum habe ich gefragt.:wink:
 

Pixelschieberin

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So denkfaul kann doch kein mündiger Bürger sein:
@Pauer
Und welche unabhängigen vereine mögen das sein? [...]
Bei vielen deiner Fragen wundere ich mich, wie du durchs Leben kommst.
Oder ob du womöglich ein Saboteur bist, der Kräfte des Forums an sich bindet - und erdet.

Als ich mit 18 meinen ersten Prozeß führen mußte, weil das ab Volljährigkeit meine Mutter nicht mehr in meinem Interesse machen durfte, ging ich einfach aufs Rathaus und fragte nach "kostenloser Rechtsberatung" für so arme Schülerinnen wie mich, die auf sich selbst gestellt sind.
Siehe da, es gab wöchentliche Sprechstunden, die entweder vom Staat bezahlt und/oder von engagierten RA ehrenamtlich besetzt wurden.
Meinen RA habe ich dort auch gleich gefunden; der prügelte alles für mich durch, wo der vorherige - gelangweilt vom Reichtum - nichts Nennenswertes unternommen hatte.

Soetwas herauszufinden ist heute doch viel einfacher.
Wie das mit den großen Suchmaschinen geht, hatte ich dir schon in einem anderen deiner Fäden zu erläutern gesucht.
 
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densch

Gast
@Pixelschieberin:
Das ist mir schon klar.
Das weiß ich auch, da gibt es einerseits Mittwochs die Anwaltssprechstunde und andererseits den Beratungschein.

Nur bin ich diese Woche am Mittwoch andernorts unterwegs.
(Ich habe wesentlich mehr Termine, als das Jobcenter wohl vermuten würde)

Insofern müsste der AG von Dienstag bis mind. 1 Woche später, Mittwochs, warten bis er Antwort kriegt.


Insofern könnte mir natürlich wieder das jobcenter auf die Eisensteigung mit dem Spruch "Sie haben den Arbeitgeber über ne Woche auf den Arbeitsvertrag warten lasen, mit der Absicht ein schlechtes Bild zu hinterlassen damit der Sie nicht einstellt!"

Nach der Geschichte mit der Poco trau ich dem Verein so ziemlich Alles zu! :icon_sad:


Du musstest mit 18 schon eine Prozess führen?
Das blieb mir bisher zum Glück erspart, bei mir lies sich meistens Alles bereits mit aussergerichtlicher Beratung und 1,2 Schreiben an die Gegenseite klären :)
 
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