• Herzlich Willkommen!
    Schön, dass Sie zu uns gefunden haben.
    Wir sind das Erwerbslosen Forum Deutschland und befassen uns vor allem mit den Problemen bei Erwerbslosigkeit, Armut und gesellschaftlicher Benachteiligung.
    Das wichtigste Ziel ist, dass jeder zu seinem Recht kommt und diese nicht von den Behörden vorenthalten werden. Dazu gehört auch, dass Sie Ihre gewonnenen Informationen an andere weiter tragen. Bei den vielen völlig willkürlichen Handlungen von Behörden - und besonders bei Hartz IV - müssen Betroffene wissen, wie sie sich erfolgreich wehren können.
    Was man als Erwerbsloser zur Abwehr von Behördenwillkür alles wissen muss.
    Genauso wichtig ist es, dass Sie mit dazu beitragen, dass dieses unsägliche Gesetz Hartz IV überwunden werden muss. Deshalb brauchen wir auch aktive Unterstützer, die durch zivilen Ungehorsam, bei Demonstrationen etc. sich für diese Ziele einsetzen. Hierzu geben wir regelmäßig Informationen heraus.
    Mit diesen Zielen haben wir hier viele Menschen versammeln können, welche offen über sich diskutieren und ihre eigenen Erfahrungen hilfsbereit anderen mitteilen. Am besten ist es, wenn Sie sich kurz fürs Forum registrieren und Ihre Probleme, Meinungen und Ideen schreiben Das geht ganz schnell, ist kostenlos und bringt Ihnen nur Vorteile. So werden Sie sicherlich auf Gleichgesinnte stoßen, welche gerne versuchen, Ihnen weiter zu helfen, damit Sie den richtigen Weg finden. Ebenso habe Sie damit Zugriff auf unsere Vorlagen zu Widersprüchen, Klagebeispiele etc...
    Hier können Sie sich registrieren.

    Hoffentlich finden Sie, was Sie suchen.
    (Dieser Hinweiß kann oben rechts, für die Sitzung, ausgeblendet werden)

Arbeitsvertrag mit ZAF. Am erste Tag krank. Folgen?

marco76

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
23 Januar 2016
Beiträge
19
Bewertungen
1
Mahlzeit. Ich habe folgende Frage, die eine Freundin von mir betrifft.
Leider hat selbige am Freitag einen Arbeitsvertrag mit einer ZAF unterschieben, mit Arbeitsbegin am Montag (25.01.)
Nun hat sie schon seit einiger Zeit Psychische Probleme, war deshalb auch schon vor Jahren in Behandlung und nimmt seit dem Antidepressiva. Nun ist sie total aufgeregt, dass sie am Montag dort zur Firma muss.
Sie würde am liebsten am Montag zum Arzt gehen, und sich wegen ihrer Depressiven Verstimmungen krankschreiben lassen.
Nun zum Problem. Sie hat bisher ALG II bekommen. Ihre SB (nicht die freundlichste) versteht sich gut mit der Tante von der ZAF. Die SB hat der ZAF Tante auch meine Freundin "empfohlen".
Daraufhin hat sie die Einladung von der ZAF bekommen und gleich auch den Arbeitsvertrag vorgelegt bekommen, den sie (leider) unterschrieben hat.
Die ZAF Dame hat auch sofort mit der SB telefoniert und diese über den Vertragsabschluß informiert, so das davon auszugehen ist, das absofort die ALG II Leistungen eingestellt wurden.
Wenn sie sich also am Montag für x Tage krankschreiben lässt, wird sie wohl mit Sicherheit die Kündigung von der ZAF bekommen ( 2 Tage Kündigungsfrist laut IGZ).
Aber wie sieht es nun weiter aus mit ALG II, muss sie einen neuen Antrag stellen, gibt es sogar eine Sperre oder wird einfach der Vorherige ALG II Stand wiederhergestellt?
Mal davon ausgenommen, das ihre SB dadurch noch mehr Haare auf den Zähnen bekommt.
Ihre Größte Sorge ist, dass sie ab dem 01.02. Mittellos da steht, da die Zahlung für den Monat Februar bestimmt schon "zurückgeholt" wurde!? Wie lange würde dann die Bearbeitung dauern, bis meine Freundin wieder Geld auf dem Konto hat?
Sorry für den vielen Text. ;-)
 

havenstein

Elo-User/in

Mitglied seit
23 Januar 2016
Beiträge
92
Bewertungen
21
Erst mal vorweg. Was ich jetzt schreibe, klingt für jemanden mit psychischen Problemen, wie der reinste Horror. Ist aber alles nicht schlimm, wenn sie sich explizit an diese Vorgehensweise hält!!! (Wäre trotzdem gut, wenn sie noch ein paar Rücklagen hätte)

1. Was die Zahlungen des Jobcenters angeht, lässt sich leider keine Aussage treffen. Hierzu wird in den nächsten Tagen sicher ein Änderungs- bzw. Aufhebungsbescheid eingehen.

2. Eine Einstellung für Februar scheint gleichwohl eher unwahrscheinlich, da sie am 15.02.16 nur Lohn für 5 Arbeitstage erhalten würde. Sie ist dann immer noch hilfsbedürftig. Die Jobcenter halten sich leider häufig nicht daran und man muss längere Durststrecken ohne Geld überbrücken, bis man zu "seinem Recht" gelangt.

3. WICHTIG!!! Sie muss sich am Montag entsprechend der arbeitsvertraglichen Vereinbarung!!! krank melden. In der Regel gibt es hierzu Dienstanweisungen oder ähnliches, die ihr ausgehändigt wurden, zum Verhalten im Krankheitsfall. z.B. telefonisch VOR 9 Uhr melden. Sie sollte für diesen Anruf einen Zeugen haben, der daneben sitzt, am besten mithört via Lautsprechfunktion. (Häufig gibt es noch eine Anweisung für den letzten Tag der Krankmeldung. z.B. Telefonische Meldung bis 12 Uhr beim Personalsachbearbeiter zur Besprechung des weiteren Einsatzes. Selber Rat: Anrufen z.B. am Freitag und Zeuge daneben sitzen haben, der am besten mithört.)

4. Nachdem sie beim Arzt war den Krankenschein via EINWURF-EINSCHREIBEN an die Zeitarbeitsfirma schicken!!! Den Durchschlag für die Krankenkasse via EINWURF-Einschrieben an die Krankenkasse!!!

5. Problem: In den ersten 4 Wochen des Arbeitsverhältnisses hat sie keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Sprich: Kein Geld vom Arbeitgeber. Sie muss dann ab Montag Krankengeld bei ihrer Krankenkasse beantragen.

6. Da für den Arbeitgeber in den ersten 4 Wochen keinerlei Kosten anfallen, besteht leider die Möglichkeit, dass sie nicht gekündigt wird. Insbesondere, wenn man sie "ärgern" will. (Stichwort: Ganz dicke mit der Tante vom Jobcenter)

7. Da die Krankenkasse naturgemäß keine Lust hat, Krankengeld zu bezahlen, besteht die Möglichkeit, dass sie den Medizinischen Dienst einschaltet. Der entscheidet entweder nach Aktenlage oder bestellt den Arbeitnehmer ein. WICHTIG!!! Siehe 4. Der Durchschlag des Attestes muss an die Krankenkasse!!! Andernfalls kann der Medizinische Dienst (MDK) nicht nach Aktenlage entscheiden und lädt sie ggf. sofort vor.

8. Im Prinzip muss sie ansonsten auf die Bescheide von Jobcenter/Krankenkasse warten und auf die Kündigung durch den Arbeitgeber. Erst nach der Kündigung kann sie dann weitere Schritte zwecks ALG 2 einleiten.

9. Finanziell wären Rücklagen wirklich sinnvoll, bis der Spaß vorbei ist. Sorry. :icon_frown:
 

Limette

Elo-User*in
Mitglied seit
2 März 2011
Beiträge
287
Bewertungen
182
Wird deine Freundin bei der ZAF überhaupt so viel verdienen, dass sie keinen Alg II Anspruch mehr hat?

So einfach dürfen die Leistungen nicht eingestellt werden, es sei denn, deine Freundin verzichtet auf Alg, das hat sie ja wohl nicht gemacht.

Falls das trotzdem passieren solle und deine Freundin mittellos ist, geht sie am besten am 1.2. mit Beistand zum JC und beantragt ihre Leistungen bar ausgezahlt zu bekommen. Sie soll zum Nachweis der Mittellosigkeit ihrem aktuellen Kontoauszug mitnehmen. Ob das JC das dann als Auszahlung der laufenden Leistungen oder Vorschuss oder sonstwas intern einordnet, wäre mir egal. Sie hat einen Bewilligungsbescheid, sie hat von der ZAF noch keine Gehaltszahlung, die für ihren Lebensunterhalt ausreicht, also hat sie erstmal Anspruch auf Alg II.

Achtung! Eine Arbeitsaufnahme soll die Freundin dem JC unbedingt schriftlich und nachweislich melden. Sonst kann es leicht sein, dass sie eine Anzeige wegen Sozialbetrugs bekommt. Ich kenn mich dabei leider mit den Details nicht aus, nur einfach drauf vertrauen, dass die ZAF das gemeldet hat und damit alles geklärt ist, würde ich in keinem Fall.

Ich bin für die Kommunikation mit dem JC übrigens ein großer Freund von Fax mit Sendebericht, da kann ich nämlich anders als beim Einschreiben auch den Inhalt nachweisen und sie funktionieren auch außerhalb der Bürozeiten. Es gibt preiswerte online Faxdienste, die Faxe ohne Absendernummern verschicken, sodass man selbst nur per Briefpost erreichbar ist.

Für die kranke Freundin von Herzen gute Besserung!
 

marco76

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
23 Januar 2016
Beiträge
19
Bewertungen
1
Danke für die Tips. Also Rücklagen hat sie leider nicht. Sie hofft ja noch, dass das "Rückholen" des ALG II für den Moant 02/2016 schon zu spät war, da es ja schon für Ende der kommenden Woche angewiesen sein sollte. Da weis ich natürlich auch nicht, welche Möglichkeiten es da Seitens der SB gibt.
Laut Vertrag soll sie sich bei Krankheit bis 9:00 Uhr bei der ZAF melden. Sie selber will da natürlich nicht anrufen, müsste ich dann machen von der Arbeit aus. Oder reicht auch eine Rechtzeitige Krankmeldung per FAX?.
Das mit dem, dass die Krankenkasse die ersten Monate zahlt und nicht der AN habe ich auch schon gehört. Nach was wird das Krankengeld dann berechnet, wenn noch gar kein Arbeitseinkommen erwirtschaftet wurde? und Krankengeld wird ja Rückwirkend gezahlt, also erst Ende Februar. Heist 4 Wochenlang leben von nichts und garnichts?

"Achtung! Eine Arbeitsaufnahme soll die Freundin dem JC unbedingt schriftlich und nachweislich melden"
Also soll sie sich Sicherheitshalber trotzdem noch vom ALG II Schriftlich abmelden?
 

havenstein

Elo-User/in

Mitglied seit
23 Januar 2016
Beiträge
92
Bewertungen
21
Danke für die Tips. Also Rücklagen hat sie leider nicht. Sie hofft ja noch, dass das "Rückholen" des ALG II für den Moant 02/2016 schon zu spät war, da es ja schon für Ende der kommenden Woche angewiesen sein sollte. Da weis ich natürlich auch nicht, welche Möglichkeiten es da Seitens der SB gibt.
Laut Vertrag soll sie sich bei Krankheit bis 9:00 Uhr bei der ZAF melden. Sie selber will da natürlich nicht anrufen, müsste ich dann machen von der Arbeit aus. Oder reicht auch eine Rechtzeitige Krankmeldung per FAX?.
Das mit dem, dass die Krankenkasse die ersten Monate zahlt und nicht der AN habe ich auch schon gehört. Nach was wird das Krankengeld dann berechnet, wenn noch gar kein Arbeitseinkommen erwirtschaftet wurde? und Krankengeld wird ja Rückwirkend gezahlt, also erst Ende Februar. Heist 4 Wochenlang leben von nichts und garnichts?

"Achtung! Eine Arbeitsaufnahme soll die Freundin dem JC unbedingt schriftlich und nachweislich melden"
Also soll sie sich Sicherheitshalber trotzdem noch vom ALG II Schriftlich abmelden?
Ich kann die Angst deiner Freundin dort anzurufen sehr gut nachvollziehen, aber das ist ehrlich gesagt nichts im Vergleich zu dem, was sie danach noch an der Backe hat. Sorry, das so sagen zu müssen.

Was steht denn exakt in dieser Dienstanweisung? Der Mitarbeiter soll sich "persönlich" melden "telefonisch"???

Hintergrund ist folgender: Wenn deine Freundin hier einen Fehler macht - Anruf um 9:01 - würde schon ausreichen, bekommt sie vom Amt 30% Sanktion, weil die ZAF dann kündigt und in der Arbeitsbescheinigung vermutlich "vertragswidriges Verhalten" ankreuzt. Man könnte jetzt auch streiten, wie das auszulegen ist, wenn in der Anweisung "Mitarbeiter" steht und du da anrufst, sofern sie nicht im Krankenhaus liegt.

Wenn sie dem Amt den Job noch nicht schriftlich gemeldet hat, sollte sie das umgehend am Montag machen per Einwurf-Einschreiben!

Das mit dem Krankengeld könnte doch schwieriger werden als gedacht:

Gibt ein aktuelles Urteil des Bundessozialgerichts: Urteil vom 04.03.2014, Az. B 1 KR 64/12 R

Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts setzt der Beginn der Beschäftigtenversicherung entweder eine tatsächliche Arbeitsaufnahme oder zumindest das Entstehen eines Anspruchs auf Arbeitsentgelt voraus. Der Abschluss eines Arbeitsvertrages, der den Beginn der Beschäftigung regelt, reicht hierfür nicht aus!

d.h. die Leiharbeitsfirma muss deine Freundin noch nicht ab 25.01. bei der Krankenversicherung anmelden, da sie die Arbeit nicht aufnimmt und auch noch kein Anspruch auf Arbeitsentgelt besteht.

Ist deine Freundin durchgängig krankgeschrieben müsste die Leiharbeitsfirma sie erst ab 22.02.16 anmelden, weil ab dem Tag ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall besteht.

Wird sie nicht bei der Krankenkasse angemeldet, hat sie keinen Anspruch auf Krankengeld.

Klingt blöd, ist aber leider korrekt so.

Sie müsste dann weiter/wieder ALG 2 wegen Hilfsbedürftigkeit beantragen, obwohl sie bereits einen Arbeitsvertrag unterschrieben hat.

Ist scheinbar eine Grauzone. Möglicherweise muss sie dann sowohl die AU vorlegen als auch eine Bescheinigung von ihrer Krankenkasse, dass noch kein Anspruch auf Krankengeld besteht.

Hoffentlich bekommt sie das Geld noch für Februar nächste Woche sonst sehe ich schwarz bis das alles bearbeitet ist. Zumal ja noch nicht mal die Kündigung erklärt wurde und unklar ist, wann und ob diese ausgesprochen wird.

Ich würde jetzt folgendes tun:

Krankmeldung usw. wie oben besprochen. AU schicken usw. Am letzten Tag der AU gemäß Dienstanweisung anrufen, falls sie dann noch nicht gekündigt ist bzw. ggf. vorher Verlängerung vom Doc. holen. Ansonsten ebenfalls Problem der Vertragswidrigkeit mit 30% Sanktion für 3 Monate.

Zur Krankenkasse und abklären, ob Krankengeld ab dem 25.01. bezogen werden kann.

Dann dem JC mitteilen:
1. den Job. inkl. Kopie des Arbeitsvertrages schicken
2. eine Kopie der AU auch gleich dem JC mitschicken
3. am besten gleich die Erklärung der Krankenkasse mit rein, ob Krankengeld bezogen werden kann oder nicht.

Abwarten und Tee trinken.

PS: Wenn sie sich den Stress ersparen will, geht sie Montag hin und lässt sich erst ab Dienstag krank schreiben. Dann hat sie Anspruch auf Krankengeld, weil sie für Montag bereits Anspruch auf Arbeitsentgelt hat und angemeldet werden muss. Auf jeden Fall weniger Stress als die Variante nicht hinzugehen.
 

marco76

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
23 Januar 2016
Beiträge
19
Bewertungen
1
So , soweit habe ich ihr schon alles weitergegeben.So nebenbei erzählte sie mir dann, dass sie ja eigentlich noch seit dem 11.01. BIS zum 29.01. auf Grund ihrer Psychischen Probleme AU geschrieben ist. :rolleyes:
Hätte unter diesen Umständen der Arbeitsvertrag überhaupt abgeschlossen werden dürfen?
Macht die Sache wohl nicht einfacher. :icon_frown:
Normal braucht sie dann ja garnicht erst am Montag zum Arzt, da sie ja noch bis 29.1 AU ist? Nur liegt die Original AUB beim Jobcenter.
Wie sehen unter diesen Umständen die Folgen beim Arbeitgeber / Jobcenter aus?
 

Limette

Elo-User*in
Mitglied seit
2 März 2011
Beiträge
287
Bewertungen
182
"Achtung! Eine Arbeitsaufnahme soll die Freundin dem JC unbedingt schriftlich und nachweislich melden"
Also soll sie sich Sicherheitshalber trotzdem noch vom ALG II Schriftlich abmelden?
Nein, nein, nicht ABMELDEN. Sie teilt dem JC mit, dass sei ab dem 25.1. bei Firma xy eingestellt ist. Wenn sie sich abmeldet, bedeutet das, dass sie auf Leistungen von denen komplett verzichtet, auch wenn sie darauf noch einen Anspruch hat (trotz Lohn) und das will sie unter den jetzigen Umständen garantiert nicht.

Was mit der bestehenden AU ist, weiß ich nicht.
 

havenstein

Elo-User/in

Mitglied seit
23 Januar 2016
Beiträge
92
Bewertungen
21
So , soweit habe ich ihr schon alles weitergegeben.So nebenbei erzählte sie mir dann, dass sie ja eigentlich noch seit dem 11.01. BIS zum 29.01. auf Grund ihrer Psychischen Probleme AU geschrieben ist. :rolleyes:
Hätte unter diesen Umständen der Arbeitsvertrag überhaupt abgeschlossen werden dürfen?
Macht die Sache wohl nicht einfacher. :icon_frown:
Normal braucht sie dann ja garnicht erst am Montag zum Arzt, da sie ja noch bis 29.1 AU ist? Nur liegt die Original AUB beim Jobcenter.
Wie sehen unter diesen Umständen die Folgen beim Arbeitgeber / Jobcenter aus?
Deine Freundin kann scheinbar nicht mit Druck umgehen.

Sie ist vom 11.01.-29.01. AU und geht trotzdem zum Vorstellungsgespräch und unterschreibt einen Arbeitsvertrag ab 25.01.???

Die SB weiß von der AU und telefoniert noch freudig mit der Tante von der ZAF???

Einfacher macht es die Sache in der Tat nicht!

Die ZAF könnte den Vertrag z.B. anfechten, da sie deine Freundin nicht eingestellt hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie derzeit AU ist.

Whatever. Hier nicht wirklich relevant. Grundsätzlich ist eine AU natürlich nur eine Empfehlung des Arztes. Er kann nicht genau wissen, wie lange die Erkrankung andauert. Tritt die Genesung vor dem Ende der AU ein kann ein Arbeitnehmer natürlich auch früher wieder zur Arbeit erscheinen.

Hier will deine Bekannte jedoch nun doch an der AU festhalten.

Zum JC würde ich nicht gehen.

Montag zum Arzt und sich eine Verlängerung holen. Bis 31.01, 01.02. 02.02...whatever
Da steht dann allerdings Folgebescheinigung drauf und Beginn der AU bleibt der 11.01.

Wenn das JC Stress macht: Ich dachte halt, es ginge schon wieder, was scheinbar doch nicht der Fall ist. Im übrigen wussten sie von meiner Erkrankung und trotzdem haben sie mich zum Vorstellungsgespräch und zur Unterschrift genötigt.

Wenn der AG Stress macht: Ich dachte halt, es ginge schon wieder, was scheinbar doch nicht der Fall ist.

Ansonsten ist alles gesagt. Das Amt wird die Daumenschrauben jetzt anziehen. Vermutlich ein halbes Jahr Aschenbecher basteln oder irgendeine andere sinnlose Maßnahme in der Art.

Sie sollte sich schnellstmöglich einen Psychologen suchen. Kollege hat sich selber einen gesucht und wird vom JC in Ruhe gelassen. Musste zwar zu einem Maßnahmenträger und dort mit der Psychologin schwatzen, aber die meinte, da er sich schon selber einen Psychologen gesucht hat, wüsste sie jetzt nichts weiter.

Hat man keinen eigenen, sitzt man schnell in so einer Maßnahme. Und die Psychologen dort machen die Leute kaputt. Vermutlich weil sie selber frustriert sind. --> Alle machen Karriere, ich arbeite für so einen bescheidenen Maßnahmenträger.
 

Frank71

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
2 Juli 2010
Beiträge
2.233
Bewertungen
1.175
Wenn sie noch AU geschrieben ist das muß das JC ja eigentlich auch die AU vorliegen haben. Den Arbeitsvertrag hätte sie in dem Fall garnicht Unterschreiben dürfen.
 

marco76

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
23 Januar 2016
Beiträge
19
Bewertungen
1
"Montag zum Arzt und sich eine Verlängerung holen. Bis 31.01, 01.02. 02.02...whatever
Da steht dann allerdings Folgebescheinigung drauf und Beginn der AU bleibt der 11.01."

Da stellt sich die Frage, ob der Arzt dann schon weiter krank schreibt, da die Aktuelle Au ja noch ne ganze Woche läuft.
Sie kopiert sich jede AU (wenigstens etwas), bevor sie selbige beim JC abgibt.
Würde es was bringen, wenn sie die Kopie der Aktuellen AU am Montag bei der ZAF einreicht?
 

havenstein

Elo-User/in

Mitglied seit
23 Januar 2016
Beiträge
92
Bewertungen
21
Nö. Muss im Original eingereicht werden. Kann den Arzt um eine Zweitschrift bitten. Manche machen es, manche nicht.

Soll einfach ehrlich sein. Der weiß doch, dass sie eine Macke hat.

Wurde Freitag zum Gespräch und dann zur Unterschrift genötigt, obwohl die AU dem JC vorliegt.

Hat jetzt eine Macke hoch 10 und braucht dringend Hilfe von ihm, um da wieder rauszukommen. Sonst weiß sie nicht, was sie tut.

Fertig.
 

marco76

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
23 Januar 2016
Beiträge
19
Bewertungen
1
Nö. Muss im Original eingereicht werden. Kann den Arzt um eine Zweitschrift bitten. Manche machen es, manche nicht.
Die Kopie soll ja auch nur zeigen, dass sie wirklich von / bis AU ist. Das Original liegt ja beim JC. Dann sollen die das Original halt rausrücken. :biggrin:
Habe für sie erstmal die Veränderungsmitteilung (das sie Arbeit aufgenommen hat) fertig gemacht. Soll sie dann Morgen schon mal zum JC faxen und Montag dann noch mal per Brief einreichen.
 

Doppeloma

Teammitglied
Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.065
Bewertungen
12.644
Hallo havenstein,

Nö. Muss im Original eingereicht werden. Kann den Arzt um eine Zweitschrift
bitten. Manche machen es, manche nicht.
sie braucht keine Zweitschrift, denn seit dem 01.01.2016 gibt es neue (vorgeschriebene) AU-Formulare, die enthalten jetzt bereits eine Durchschrift für den Patienten.

AU-Bescheinigung und Auszahlungsschein kompakt | Sozialwesen | Haufe

Was sie UND die SB sich dabei gedacht haben, mit bestehender AU einen Arbeitsvertrag abzuschließen (zu müssen) ist für mich nicht nachvollziehbar ... Allerdings dürfte dieser Arbeitsvertrag zunächst mal rechtlichen Bestand haben, es ist (meines Wissens) NICHT verboten einen Arbeitsvertrag abzuschließen wenn man noch eine AU laufen hat, sie sollte natürlich unbedingt am Montag ihre AU erneut bestätigen lassen vom Arzt.

Soll einfach ehrlich sein. Der weiß doch, dass sie eine Macke hat.
Soweit richtig, man kann ja "angenommen haben" die Arbeit am Montag aufzunehmen aber nun geht es eben doch nicht ... das Gegenteil kann ihr zumindest Niemand beweisen. :icon_evil:

Das JC muss weiter zahlen (der laufende Leistungsbescheid wurde ja sicher noch nicht offiziell aufgehoben), denn einen Anspruch auf Krankengeld von der KK kann sie nicht erwirken, wenn sie bereits VOR der geplanten Arbeitsaufnahme eine AU-Bescheinigung vorliegen hatte und die jetzt verlängert wird ...

Auch eine "Neu"- Erkrankung (ab Montag) würde ihr die KK jetzt bestimmt nicht "abkaufen", die haben das ja auch alles vorliegen und so war sie zu Beginn der AU NICHT auf Krankengeld versichert ... und das ist Bedingung um überhaupt Krankengeld bekommen zu können.

Der AG müsste erst ab der 5. Arbeitswoche Lohnfortzahlung leisten, das läuft aber nicht an wenn man (wegen AU) die Arbeit gar nicht erst antreten wird.

Wurde Freitag zum Gespräch und dann zur Unterschrift genötigt, obwohl die AU dem JC vorliegt.
Das wird sie kaum irgendwo beweisen können wenn sie keinen Beistand dabei hatte, der Arbeitsvertrag wurde ja sicher nicht beim JC abgeschlossen sondern bei der ZAF ... warum hat sie denn dem Vertreter / Personaler der ZAF nicht gesagt, dass sie AU geschrieben ist ... und warum geht sie bei AU überhaupt zum JC, wie hat man sie dazu "genötigt" ???

So ganz "logisch" ist das insgesamt nicht ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

marco76

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
23 Januar 2016
Beiträge
19
Bewertungen
1
Von genötigt war auch keine Rede. Sie war bei einen normalen Meldetermin, da zwar eine AU aber keine geforderte Wegeunfähigkeitsbesch. oder wie das heist vor lag. Dort hat sie dann wohl gesagt bekommen, dass die ZAF sucht, die SB hat angerufen ob der Job noch aktuell ist und ihr dann einen Vermittlungsvorschlag darüber ausgehändigt, den sie dann auch nachgekommen ist und so dumm war den Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Wie schon geschrieben, die AU liegt dem Jobcenter seit dem 11.01 vor. Wenn die SB das anscheinend nicht mehr auf dem Schirm hat. :icon_frown:
 

bla47

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
31 Mai 2014
Beiträge
1.667
Bewertungen
321
Hab mal in meine Arbeitsverträge mit Leihbuden geschaut. Dort steht stets drin: Bei Nichterscheinen am 1. Arbeitstag gilt dieser Vertrag als nicht zustande gekommen. Somit gäbe es ( im laufenden Hartz4 Bezug ) natürlich kein Krankengeld als Lohnersatzleistung, da es SO nie Lohn gegeben hätte.
Schau mal nach, ob bei dir das auch drin steht.
 

havenstein

Elo-User/in

Mitglied seit
23 Januar 2016
Beiträge
92
Bewertungen
21
Hab mal in meine Arbeitsverträge mit Leihbuden geschaut. Dort steht stets drin: Bei Nichterscheinen am 1. Arbeitstag gilt dieser Vertrag als nicht zustande gekommen. Somit gäbe es ( im laufenden Hartz4 Bezug ) natürlich kein Krankengeld als Lohnersatzleistung, da es SO nie Lohn gegeben hätte.
Schau mal nach, ob bei dir das auch drin steht.
Es handelt sich um eine tarifvertragliche Regelung, die sich auf das unentschuldigte Nichterscheinen/Fernbleiben bezieht. Keine Option, da eine 30% Sanktion vorprogrammiert ist.

Der Vertrag wurde unterschrieben, entsprechende arbeitsvertragliche Meldepflichten sind nun penibel einzuhalten, um eine Sanktion zu vermeiden.Jedwedes arbeitsvertragswidrige Verhalten ist zu unterlassen.
 
Mitglied seit
28 April 2013
Beiträge
3.541
Bewertungen
6.033
Da die Freundin (leider) einen VV für die ZAF hatte und (dummerweise) am selben Tag zur ZAF ist ... ist das Kind schon im Brunnen.

Wie wäre es mit dieser Möglichkeit:
Einen Brief schreiben
an ZAF (Bastelsatz) schrieb:
Weil ich zurzeit (kein von(!!!) sondern nur; bis tt.mm.jjjj) krankgeschrieben bin ... was Frau SB auch weiß ... teile ich Ihnen mit, dass ich am Montag die AU-Bescheinigung vom Amt (AfA/JC) anfordern muss.

Sobald ich diese habe, werde ich sie bei Ihnen im Büro abgeben.
Diesen per Fax schicken (ändere, wegen dem nicht mein Gerät Passus, eines der Anschreiben von hier https://www.elo-forum.org/vorlagen-hilfesuchenden-hilfesuchende/163854-allgemein.html#post2013521 #3 entsprechend ab), oder mit Zeuge in den Briefkasten der ZAF werfen.
Das ganze am besten noch heute.

Ob es Sinnvoll ist, sich sofort beim Amt abzumelden, oder vielleicht zwei, drei Tage abzuwarten wie die ZAF auf die Krankmeldung reagiert??

Für die Zukunft solltest du der Freundin eintrichtern:
Bei solchen Gelegenheiten muss mindestens eine Nacht darüber geschlafen werden.!!!

Selbst wenn SB noch im Termin bei der ZAF anruft und einen Termin vereinbart!
Termine für VGs vereinbaren gehört nicht zu den Aufgaben eines/r SBs :icon_motz:!!!

Verabschiedet euch auch von diesem: schnell, schnell hinter mich bringen, dann habe ich meine Ruhe!
Das Beispiel zeigt mal wieder, dass schnell nicht immer auch gleichbedeutend mit gut ist :wink:!
 

havenstein

Elo-User/in

Mitglied seit
23 Januar 2016
Beiträge
92
Bewertungen
21
Von Abmeldung würde ich hier gar nicht sprechen. Es geht lediglich darum, die Veränderung dem Amt mitzuteilen. Und die hat unverzüglich zu erfolgen. Warten ist hier eher kontraproduktiv, da der Arbeitsvertrag nun einmal ab morgen geschlossen wurde und das Amt hiervon, wenn auch nicht im Detail, Kenntnis hat. Man könnte sich natürlich darauf zurückziehen zu sagen, die Meldung sei überflüssig, da sie dem JC bereits bekannt ist. Aber das sind Spitzfindigkeiten.

Das mit dem Faxen der Kopie der AU bzw. Einwurf im Briefkasten der ZAF mit Zeugen ist gar nicht mal verkehrt.

Allerdings sollte die arbeitsvertragliche Regelung nicht außer Acht gelassen werden. Wenn hier explizit telefonisch vor 9 Uhr verlangt wird, ist das bloße faxen arbeitsvertragswidrig.

Allerdings könnte man durchaus auch eine (vor-)vertragliche Nebenpflicht diskutieren, wonach die Freundin bereits am Freitag verpflichtet gewesen wäre den Arbeitgeber über die bestehende AU zu informieren.

Hier käme ein Irrtum seitens der Freundin in Betracht. Sie hat sich geirrt in der Annahme, die AU sei bereits vor Ablauf des seitens des behandelten Arztes festgestellten Datums beendet.

Letztlich eine sehr blöde Situation.

Wäre nicht schlecht am MO den Arzt aufzusuchen, insbesondere im Hinblick auf den behaupteten Irrtum. Der wird seine Diagnose dann sicher bestätigen. Insofern rechtssicher.
 

hellucifer

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
24 Dezember 2005
Beiträge
1.768
Bewertungen
456
Auch wenn ich mit ZAF auf dem Kriegsfuß stehe, denke ich, dass es nicht in Ordnung ist, der ZAF nicht wenigstens mitgeteilt zu haben, dass man noch AU ist. Die ZAF rechnet doch damit, dass die Freundin ab Montag zur Arbeit erscheint.

Ich befürchte, dass man sich bei so einem Verhalten schadensersatzpflichtig macht.

Für diesen Fall würde ich empfehlen, trotz AU bei der ZAF zu erscheinen und die Arbeit aufzunehmen. Ob der Entleiher dann was mit mir anfangen kann, steht dann auf einem anderen Blatt.

Ein Ausweg wäre vielleicht noch, dass die Freundin "glücklicherweise" aus einem anderen Grund AU ist, und sich von einem anderen Arzt krankschreiben lässt. Oder man sagt, dass man sich über die Möglichkeit, nun endlich arbeiten zu dürfen, so gefreut hat, dass man den Arbeitsvertrag trotz AU unterschrieben hat und auch den Arbeitgeber über die AU nicht in Kenntnis gesetzt hat, und nun habe sich herausgestellt, dass das doch ein Fehler war. (Man sollte vielleicht noch einmal mit dem Arzt reden, ob er nicht doch eine neue AU ausstellen kann.)
 

marco76

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
23 Januar 2016
Beiträge
19
Bewertungen
1
Da die Freundin (leider) einen VV für die ZAF hatte und (dummerweise) am selben Tag zur ZAF ist ... ist das Kind schon im Brunnen.

Wie wäre es mit dieser Möglichkeit:
Einen Brief schreiben


Diesen per Fax schicken (ändere, wegen dem nicht mein Gerät Passus, eines der Anschreiben von hier https://www.elo-forum.org/vorlagen-hilfesuchenden-hilfesuchende/163854-allgemein.html#post2013521 #3 entsprechend ab), oder mit Zeuge in den Briefkasten der ZAF werfen.
Das ganze am besten noch heute.

Ob es Sinnvoll ist, sich sofort beim Amt abzumelden, oder vielleicht zwei, drei Tage abzuwarten wie die ZAF auf die Krankmeldung reagiert??

Für die Zukunft solltest du der Freundin eintrichtern:
Bei solchen Gelegenheiten muss mindestens eine Nacht darüber geschlafen werden.!!!

Selbst wenn SB noch im Termin bei der ZAF anruft und einen Termin vereinbart!
Termine für VGs vereinbaren gehört nicht zu den Aufgaben eines/r SBs :icon_motz:!!!

Verabschiedet euch auch von diesem: schnell, schnell hinter mich bringen, dann habe ich meine Ruhe!
Das Beispiel zeigt mal wieder, dass schnell nicht immer auch gleichbedeutend mit gut ist :wink:!
Das mit dem Brief hört sich gut an. Nur warum soll ein Antrag auf Auskunftsverlangen an die ZAF gesendet werden?
 
Oben Unten