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Arbeitsvermittler drängt mit Maßnahme

klaus592

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Hallo!

Ich hatte vor einem Monat einen Termin bei meinem Arbeitsvermittler. Er wollte mich in eine Maßnahme reinzwengen die regelmäßige Besuche bei einer Firma erfordert um bei der Arbeitssuche zu helfen. Die einzige Alternative wäre ein 1-Euro Job.

Daraufhin habe ich die Tipps vom Forum hier benutzt und ihn gefragt wieso er glaubt dass ich die Maßnahme nötig hätte, wie es mir langzeitig helfen sollte, etc. Seine Antwort war dass er sich nicht rechtfertigen muss, dass ich schon seit mehreren Monaten arbeitslos bin, und dass er nicht mein Einverständniss benötigt um mich zuzuordnen.

Nach langem hin und her gab er mir 6 weitere Wochen für die Jobsuche, wovon jetzt nur noch 2 übrig sind. Ich bin allerdings immernoch ohne Job, und habe weiterhin kein Interesse an der Maßnahme oder einem 1-Euro Job. Wie kann ich mich auf das Gespräch in 2 Wochen vorbereiten?


Danke im vorraus!
-Klaus
 

marina20101

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Such dir mindestens einen 450,- Job bist Du einen anderen Job findest.
Deine Bedürftigkeit verringern geht vor Maßnahmen.
 
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Such dir mindestens einen 450,- Job bist Du einen anderen Job findest.
Deine Bedürftigkeit verringern geht vor Maßnahmen.
Darauf nehmen SB keine Rücksicht. Der einzigste Vorteil, den man hat, dürfte sein, dass es aufgrund der Kündigungsfristen schwerer ist, eine Person in irgendwelche Zeitarbeit oder anderen Jobmüll zu bekommen.

Diese SB zwingen einen sogar dazu, wollen es zumindest, man kann immer Gegenstrategien entwickeln, diese 450€ Jobs zu kündigen, um für 200€ netto mehr im Monat irgendeinen Jobdreck anzufangen, der dann fast Vollzeit wäre. Allerdings können Zeitarbeitsstellen, die akut zu besetzen wären, und das sind die meisten, so eben nicht erzwungen werden, wenn da eine ausreichende Kündigungsfrist vorhanden wäre.

Viele dieser Massnahmen sind auch so angelegt, dass man sie ZUSÄTZLICH zum 450€ Job machen kann und muss.

Diese Maßnahmen zu bekämpfen geht nur, indem man sich in die juristische Materie einliest und dementsprechend auf Fehler achtet, die der Maßnahmenträger macht und sie gnadenlos ausschlachtet.
 

elo237

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Maßnahmen dienen nur der Statistik Verschönerung

also ist das JC daran interessiert

der Elo hat oft keine Chance, außer richtig krank zu werden :icon_motz:
 

HartzVerdient

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Seine Antwort war dass er sich nicht rechtfertigen muss [...]. Wie kann ich mich auf das Gespräch in 2 Wochen vorbereiten.
Die Aussage deines neuen SB ist leider so nicht richtig. Allerdings liegen uns von dir nicht alle Sachverhalte konkret vor, so dass eine Antwort nur den Rahmen abgreifen kann.

Fakt ist, dass mit jedem Leistungsbezieher Integrationsmaßnahmen in Form einer Eingliederung (Eingliederungsvereinbarung bzw. Eingliederungsvereinbarung ersetzender Verwaltungsakt) abgeschlossen werden "sollte".

Bevor jedoch solch eine Eingliederungsvereinbarung (oder VA) abgeschlossen wird, müssen erstmal die Umstände des Leistungsbeziehers näher beleuchtet werden.

Jemand, der aus Krankheitsgründen in die Arbeitslosigkeit wanderte, mit dem kann man keine Eingliederungsvereinbarung abschließen. Erstmal muss dieser Leistungsbezieher von ärztlichen Dienst untersucht und entweder als krank oder gesund eingestuft werden. Daraus ergibt sich auch die gesetzliche Regelung, dass du mindestens 3 Stunden am Tag arbeiten (oder Maßnahme) machen kannst. Erst dann sieht man weiter.

Sollte mit dir alles in Ordnung sein (also schon im Vorfeld) oder nach dem Befund des ärztlichen Dienstes, dann muss erstmal eine Potentialanalyse stattfinden. Wie soll der SB dir eine angemessene Eingliederung durchführen, wenn im Vorfeld keinerlei Analyse deines Könnens und deiner Fähigkeiten stattfand ?

Erst auf Grund dieser Fakten kann man eine Eingliederungsvereinbarung (oder VA) erstellen. Diese Eingliederungsvereinbarung "muss" genaustens besprochen und begründet werden (Daher ist die Aussage deines SB leider rechtswidrig. Dich einfach mal irgendwo hinschicken eigentlich auch.). Es muss mit dir ein Rahmenplan entwickelt werden, wonach du wieder "integrierbar" wirst. Deine Stärken und Schwächen müssen analysiert werden (Potentialanalyse) und darauf aufbauend ein Plan erstellt werden.

Die Realität sieht jedoch so aus, dass man dir einen Standardtemplate von EGV vor die Nase setzt, damit du den unterschreibst. Oder man schickt dich in eine achsotolle Maßnahme, die nur dem Maßnahmeträger oder dem Jobcenter kurzfristig hilft. Mit dem von mir begründeten Sachverhalt, kannst du deinem SB richtig einheizen und mal genaustens fragen warum das alles.

Er kann in der Tat dich irgendwo zuweisen oder einfach mal so einen VA erlassen. Allerdings gibts hier gesetzliche Rahmen, an denen sich auch ein SB halten muss. Er muss dir erstmal eine EGV anbieten, die du mit ihm "erarbeitest". Das heisst aber nicht, Template ausdrucken und vorlegen. Das wäre bereits ein Grund eines formalen Fehlers. Die EGV kann man zur Entscheidung mitnehmen und zum späteren Termin wieder vorlegen. Es kann auch ein VA folgen, der allerdings inhaltlich EXAKT gleich der EGV sein muss. Alles Weitere wäre rechtswidrig. Er kann dich jedoch irgendwo zur Maßneme zuweisen. Allerdings muss dann klar und EINDEUTIG geregelt sein, welche Kosten dir erstattet werden (Fahrerei, Bus, usw) ... und hier gibt es schon immer wieder Probleme mit Zweideutigen Angaben, fehlenden Angaben, usw.

Ich hoffe mal, du hast keine EGV unterschrieben. Daher würde ich immer einen VA oder eine Zuweisung (VA) abwarten. Dagegen kann man dann mit den von mir vorgebrachten Gründen eine Klagee rheben. Du begründest das damit, dass dir nicht klar ist, was die Maßnahme bringt und wozu sie gut ist.

Die SG's werden sich vermutlich viel Zeit lassen. Allerdings wird in der Zwischenzeit im Jobcenter sicherlich sehr viel Arbeit generiert mit deinem Fall -> was gut ist. Das Gericht wird Akten und Stellungnahmen anfordern usw..

Weiterhin ist das, was dein SB betreibt, "Nötigung". Er gewährt dir weitere 6 Wochen für Arbeitsfindung. Was hat er denn so getan in den 6 Wochen ? Frag ihn doch mal ? Wie sollst du dir innerhalb von 6 Wochen eine Arbeit beschaffen ? Wieso hat er dir keine geeigneten VV's zukommen lassen ? Nagel ihn mal darauf fest.

Ich würde auch klar im Gespräch mitteilen, dass du dir etwaige Rechtswege, was die Maßnahme betrifft, offen hältst. Das du dir das ansehen wirst, dir ein Tagebuch anlegst und schaust ob die Maßnahme nicht gegen Schwarzarbeit oder Steuerhinterziehung verstößt (Ich weiß ja nicht was du dort machen sollst (vielleicht körperliche Arbeiten)) und dass du im Falle dessen, dass es sich bei diesem 1€ Job oder der Maßnahme um rechtswidrige Arbeiten (die keinen zusätzlichen Charakter haben bzw. nicht im öffentlichen Interesse stehen), dir das Geld vom Jobcenter zurückklagen wirst.

Da werden die schnell mit den Armen rudern. Du musst eine starke Argumentationskette aufbauen. Diese Leute haben täglich mit hunderten von Bedürftigen zu tun und sind "Verkäufer". Die Labern dir sofort ein Kottelet ans Ohr. Du kommst als ängstliches Mäuschen dort an und lasst dich belabern.

Immer schön mit "Ich werde das natürlich rechtlich prüfen lassen" argumentieren.
 

gelibeh

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Gibt es denn irgendwelche Kurse, die Du gerne absolvieren möchtest? Einen EEJ kann er Dir nur zuweisen, wenn alle andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Da würde ich doch mal in Kursnet gucken, ob es dort etwas Interessantes gibt und das schriftlich beantragen. Außerdem solltest Du zukünftig immer jemanden als Beistand zu den Jobcenterterminen mitnehmen. Derjenige braucht nur zuzuhören und Protokoll schreiben. Viele SB werden dann mit Äußerungen vorsichtiger.
 

klaus592

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Danke für die sehr ausführliche Antwort, HartzVerdient!

Mein SB hatte versucht die Maßnahme damit zu rechtfertigen dass bereits viel Zeit für die arbeitssuche erfolglos vergangen ist und es fast unmöglich wird einen Job zu finden sobald ich 1 Jahr lang arbeitslos bin. Fast jeder Kommentar ging in die Richtung "da du selbst nicht erfolgreich bist, bedeutet es dass du dringend die Hilfe von einer Maßnahme benötigst."

Eine EGV habe ich unterschrieben, die wurde kurzerhand am Ende des letzten Gespräches ausgedruckt mit den Worten "Das ist die normale Vorlage ohne Änderungen," was auch stimmte nachdem ich es durchgelesen habe. Nur die normalen "Bezieher wird aktiv Arbeit suchen," Bestimmungen.

Das die 6 Wochen eine Art Nötigung waren hatte ich schon befürchtet, immerhin ist es ein Scherz zu erwarten dass jemand in einer so kurzen Zeit Arbeit finden kann...

Was die rechtlichen Möglichkeiten angeht, wird eine Klage nicht sehr viel Geld kosten? Ich hätte Angst davor mich selbst finanziel zu ruinieren, mein gespartes Geld ist fast völlig aufgebraucht. Könnte bereits die Stellungnahme dass ich willens wäre solche Möglichkeiten zu benutzen genug sein um meinen SB dazu zu überzeugen mir noch mehr Zeit zu geben, ohne dass ich tatsächlich soweit gehen muss?


Bah, blöde Situation. :(
 
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