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Arbeitsvermittler bei der Arbeitsagentur

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E

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Gast
  Th.Starter/in  
#1
Arbeitsvermittler

Hallo!
@ Lounge Gast 27.01.09:
bin schon länger dabei als arbeitsvermittler bei einer arge und versuche mal einige Fragen zu beantworten.
1) ich denke mal, am besten ist es wenn man sich möglichst breitgefächert präsentieren kann. also sich einerseits gut auf menschen einstellen können, anderseits aber auch lust auf eher technische verwaltungsarbeit haben. juristische, ökonomische, pädagogische grundkenntnisse sind sehr von vorteil.
2) kommt darauf an. wenn der arbeitslose erst seit kurzem im algII-Bezug ist, versuchen zu überzeugen, vermittlungsvorschläge machen, eigenbemühungen einfordern. wenn der betroffene schon seit jahren im leistungsbezug ist, hilft idR nur die Sanktionsdrohung.
3) natürlich ne ordentliche egz-förderung anbieten.

1. weil der ag ne förderung bekommt. 12 Mon./50 % Minimum. nur ganz wenige ag suchen von sich aus nach älteren
2. natürlich. rein vom gesetz gesehen sind die ermessenspielräume minimal. außerdem tanzen einem die leute sonst auf der nase rum.
3. fördern: weiterbildung und alle arbeitnehmerorientieren geldleistungen. nicht wenige sind auch sehr dankbar, wenn sie nen 1€-Job bekommen. fordern: mitwirkung unter sanktionsandrohung einfordern.
4. siehe oben
5. beratung, vermittlung, diverse kostenerstattungen (bewerbungen, vorstellungsgespräche, fahrtkostenbeihilfe etc.). weiterbildung usw. einfach mal gesetz lesen!
6. sonst kämen schwerbehinderte wohl kaum zum zuge
7. die üblichen verdächtigen, d.h. jüngere, ältere, migranten, alleinerziehende usw. in wirklichkeit kümmert man sich natürlich besonders um die leute, die noch in normale arbeit vermittelbar sind. aber diese offenheit ist wohl eher nicht gefragt.
8. je nach arge ganz erheblich
9. meiner: vormittags die termine, nachmittags die nachbereitung und verwaltungsaufgaben. ein nachmittag pro woche geht mit dienstbesprechung rum


oder


Hallo zusammen,

nur mal so als Erfahrungsbericht: bin seit über zwei Jahren Arbeitsvermittler bei einer ARGE. Bin immer noch zufrieden, nur machen sich mittlerweile die negativen Aspekte immer stärker bemerkbar. Habe leider immer noch nur einen befristeten Vertrag (bis Ende 2010) und von daher gibt es eben keinerlei Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Auch die Möglichkeit, innerhalb der BA auf eine andere Stelle zu wechseln besteht in der Praxis nur in Ausnahmefällen. Weiterbildung nach der Einarbeitungszeit kann man vergessen.

Raus kommt man aus "seinem" Jobcenter so gut wie gar nicht mehr. Es gibt genug Teamleiter etc., die die eigene ARGE auf irgendwelchen Seminaren und Schulungen vertreten, da ist man als Mitarbeiter ohne Führungs- oder Sonderfunktion außen vor. Gerade da hat man doch andere Ansprüche an seinen ersten Job nach dem Studium. Hätte ich mir zu Beginn auch wirklich anders vorgestellt.

Tja, und dann gibt es da noch etwas, was man zu Beginn noch ganz lustig findet, was einen heute aber nur noch nervt: wir haben bei uns im Team insgesamt fünf Postbeamte, die als Amtshilfe-Mitarbeiter Ende 2004 zur ARGE gekommen sind. 50-jährige, die für ihr Leben ausgesorgt haben, jammern auf hohem Niveau und halten es z.B. für kaum zumutbar, jeden morgen pünktlich um 8 zum Dienst zu erschienen. Da gab es bei uns einzelne Begebenheiten, die unglaublich waren (sich krank melden und währenddessen in der Weltgeschichte herumreisen). Sind in der Tat Einzelfälle, aber erfüllte jedes Beamten-Klischee.

Das steigert natürlich die Motivation, wenn man selbst noch um die unbefristete Übernahme kämpft...



oder


Vorstellungsgespräch bei der BA
13.03.2009

@ Steven:

Ich kann Dir aus eigener Erfahrung von der Arbeit im AGS berichten: Ich arbeite seit 4 Jahren im AGS in einer Geschäfststelle. Dies ist auch der erste "richtige" Job nach meinem Studium. Ich habe sehr viele Arbeitgeberkontakte auf- und ausgebaut in dieser Zeit, was sehr viel Spaß macht. Die Arbeit ist mit der Arbeit bei einer Personalberatungsagentur vergleichbar. Wir haben bundesweiten Zugriff auf alle arbeitsuchenden oder arbeitslosen Bewerber/innen. Außerdem bietet die BA einige Förderprgramme (Praktikum, Eingliederungszuschüsse, Weiterbildung, Qualifizierung, etc.) Hier kannst Du sicherlich einiges lernen. Spannend ist auch einen tieferen Einblick in eine Bundesbehörde zu bekommen. Im Vergleich zu großen Unternehmen sind die Unterschiede hier gar nicht so groß...

Ich persönlich bin der Meinung, dass die Tätigkeit bei der BA eher ein "Karrieremotivator" ist. Sicherlich kommt es immer darauf an, was Du studiert hast und wie Deine Karriereweg nach der BA aussehen soll. Sicher ist, dass es für befristet Beschäftigte keine Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Die Stellen als Teamleiter werden scön unter den unbefristet Beschäftigten aufgeteilt. Hier hat man nicht mal als stellvertretender Teamleiter in Betracht gezogen. Leider wird das so offen nicht gesagt.

Ich habe gekündigt. Ob die Tätigkeit bei der BA ein Karriere-Stopper ist, werde ich in den nächsten Monaten sehen. Bin sehr gespannt auf die ersten Vorstellungsgespräche in der freien Wirtschaft.

Gruß





Arbeitsvermittler bei der Arbeitsagentur
 

Paolo_Pinkel

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#2
Hi,

äußerst interessante Seite! Ich hab mir mal einen Dialog rausgepickt und Stelle ihn mal ein:

Hallo,
habe bald ein VG bei der Arbeitsagentur zwecks einer Stelle als Arbeitsvermittler.
Kennt ihr Leute, die ähnliches machen und was die so erzählen?
Welche Tarifstufe erhält man denn??
Der ö.D ist sicher kein Ort an dem man reich wird, aber besser als arbeitslos bzw. Zeitarbeit ist es wohl doch. Oder täusche ich mich da?
War mal bei einem VG für sowas.
GEben tut es Tarifstufe 9, was leider nicht wirklich viel ist.
Also keine bessere Bezahlung als zEITARBEIT.
Und immer nur befristet auf ein Jahr. Man erfährt meist erst 2 Wochen vor Ablauf ob verlängert wird (dazu müssen Gelder vom Bund bewilligt werden.)
Job: Arbeitgeber (meist Zeitarbeitsfirmen) anrufen und denen Arbeitslose vorschlagen.
tv9 sind ziemlich exakt 2100¤ brutto, und das x 13 = unter 28k als angestellter (und nicht beamter!).
da würde ich lieber bei dem aa schlange stehen als zu arbeiten!
Das lässt doch tief blicken in die seelenlosen Hirne dieser Deppen. Auf der einen Seite erwartet man von einem erwerbslosen Menschen, dass er für einen Hungerlohn arbeiten geht aber man selber ist sich zu fein für 28.000 Euro im Jahr eine verhältnismäßig lockere Arbeit zu machen. Ganz zu schweigen von den übrigen sozialen Konditionen.

Ideales Konfrontationsmaterial für den nächsten bla bla-Termin bei der ARGE.

Gruss

Paolo
 

sun2007

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#3
Jetzt weiß ich nicht, ob ich lachen, heulen oder schreien soll.

:confused:

Aber: Geahnt habe ich das irgendwie schon immer.
 

narumi-chan

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#4
Ich könnt schreien wenn ich sowas lese, mich wurmt es ja immer noch das man mich damals nicht fürs ARGE-Callcenter genommen haben, da hätts ca. 1800 brutto gegeben, endlich mal nen Job wo was bei rumgekommen wär :icon_motz:
 
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#6
Ich könnt schreien wenn ich sowas lese, mich wurmt es ja immer noch das man mich damals nicht fürs ARGE-Callcenter genommen haben, da hätts ca. 1800 brutto gegeben, endlich mal nen Job wo was bei rumgekommen wär :icon_motz:
Die BA nimmt halt nicht jeden...schon gar nicht Leute,die schonmal selbst auf der anderen Seite des Schreibtisches gesessen haben,also selbst schon arbeitslos waren.
Ich kann deinen Ärger übrigens verstehen,ging es mir vor knapp 6 Wochen doch ähnlich:Ich bin Datenbankadministrator,habe allerdings nicht allzuviel Berufserfahrung..zumindest keine belegbare. Das ist in dieser Branche aber das A und O. Bei jedem Besuch meiner Fallmanagerin hat diese mir Vorträge gehalten,daß sowas doch kein Einstellungshindernis sei und auch ohne Berufserfahrung problemlos ein Job zu finden sei. Also hab ich das getan,was manch einer vielleicht als Galgenhumor bezeichnen würde: Ich hab mich bei der BA selbst beworben,die gerade eine Stelle im Angebot hatte,deren Vorraussetzungen sogar ich erfüllen konnte. Weniger deswegen,weil ich mir die Stelle wirklich erhofft habe,sondern eher um zu testen,wie denn die BA selbst mit Bewerbern ohne Berufserfahrung umgeht. Kurz und gut: Ich wurde abgelehnt...mangels Berufserfahrung. Nun freue ich mich schon auf meinen nächsten FM-Besuch,wenn sie wieder ihre abgedroschenen Sprüche bringt.....
 

sun2007

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#7
die ba nimmt halt nicht jeden...schon gar nicht leute,die schonmal selbst auf der anderen seite des schreibtisches gesessen haben,also selbst schon arbeitslos waren.
Ich kann deinen ärger übrigens verstehen,ging es mir vor knapp 6 wochen doch ähnlich:ich bin datenbankadministrator,habe allerdings nicht allzuviel berufserfahrung..zumindest keine belegbare. Das ist in dieser branche aber das a und o. Bei jedem besuch meiner fallmanagerin hat diese mir vorträge gehalten,daß sowas doch kein einstellungshindernis sei und auch ohne berufserfahrung problemlos ein job zu finden sei. Also hab ich das getan,was manch einer vielleicht als galgenhumor bezeichnen würde: Ich hab mich bei der ba selbst beworben,die gerade eine stelle im angebot hatte,deren vorraussetzungen sogar ich erfüllen konnte. Weniger deswegen,weil ich mir die stelle wirklich erhofft habe,sondern eher um zu testen,wie denn die ba selbst mit bewerbern ohne berufserfahrung umgeht. Kurz und gut: Ich wurde abgelehnt...mangels berufserfahrung. Nun freue ich mich schon auf meinen nächsten fm-besuch,wenn sie wieder ihre abgedroschenen sprüche bringt.....
sehr gut!
 
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#8
Die BA nimmt halt nicht jeden...schon gar nicht Leute,die schonmal selbst auf der anderen Seite des Schreibtisches gesessen haben,also selbst schon arbeitslos waren.
Ja? Wieso sind dann allein in meinem Bekanntenkreis inklusive meiner Wenigkeit drei Leute bei der BA untergekommen, die vorher arbeitslos waren? In meinem Fall gab es sogar einen Vermittlungsvorschlag, auf den ich mich beworben habe.
 

Mario Nette

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#9
Hatte auch einen Vorschlag der BA. Und ich dachte so bei mir: Wollen die dieses Risiko (mit mir) wirklich, ganz, ganz wirklich eingehen? Und dann habe ich gegrinst und den Wisch zur Seite gelegt.

7. die üblichen verdächtigen, d.h. jüngere, ältere, migranten, alleinerziehende usw. in wirklichkeit kümmert man sich natürlich besonders um die leute, die noch in normale arbeit vermittelbar sind. aber diese offenheit ist wohl eher nicht gefragt.
Ist hinlänglich(?) bekannt - es gibt darüber sogar offizielle Dokumente. Das heißt auch: Wer in Arbeit vermittelt werden kann, der kriegt eher eine Betreuung in Richtung "Fördern" Bei dem, bei dem das nicht mehr klappt, wird, um der Verschwendung am anderen Ende entgegen zu wirken, die Sanktionskeule geschwungen, sprich: Die Schwächsten bluten mal wieder.

Mario Nette
 
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  Th.Starter/in  
#10
Dazu gibt es, zumindest in meiner Arge, aber keinerlei Anweisungen. Der Arbeitsvermittler ist da völlig frei, wem er mehr und wem er weniger Aufmerksamkeit schenkt. Diese "offiziellen Dokumente", von denen du sprichts, würde ich gerne mal sehen.

Aber klar, Leute, die tendenziell eher wieder vermittelt werden können, werden meist schon etwas bevorzugt behandelt. Das liegt aber schlicht und ergreifend daran, dass diese Leute meist deutlich motivierter sind. Meine Erfahrung: Die völlig Unqualifizierten, die schon länger im ALG II-Bezug sind, entwickeln irgendwann so eine Mir-alles-egal-Einstellung. Fairerweise muss man dazu sagen, dass sich die Arge diese apathischen Leute selbst ranzüchtet.
 
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#12
Ein Pauschal-Argument ist es aber auch nicht. Wie das im Leben halt so ist, es gibt solche und solche Menschen.

Ich für meinen Teil versuche, alle Kunden weitgehend gleich zu behandeln. Manche machen es mir aber sehr schwer. Wenn mir jemand ins Gesicht sagt "ich hab' keinen Bock auf die ganze Scheiße hier und ich mache auch garantiert bei nix mit", was soll ich da bitteschön machen? Diese Meinung kann ich ja nachvollziehen, die darf auch gerne jeder haben, aber: Das sage ich doch nicht meinem Arbeitsvermittler ins Gesicht! Eigene Dummheit, ehrlich.
 

fritzi

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#14
Ja? Wieso sind dann allein in meinem Bekanntenkreis inklusive meiner Wenigkeit drei Leute bei der BA untergekommen, die vorher arbeitslos waren?
Nu ja, weil ihr drei noch anderen Kriterien entsprochen habt :biggrin:.

Die völlig Unqualifizierten, die schon länger im ALG II-Bezug sind, entwickeln irgendwann so eine Mir-alles-egal-Einstellung.
Die völlig qualifizierten auch, glaub `s mir.
 

fritzi

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#15
Wenn mir jemand ins Gesicht sagt "ich hab' keinen Bock auf die ganze Scheiße hier und ich mache auch garantiert bei nix mit", was soll ich da bitteschön machen?
Keinen Streß, lächeln - und zwei Menschen sind fröhlich.
 
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  Th.Starter/in  
#16
Stimmt natürlich. Aus eigener Erfahrung kann ich da zustimmen, war vorher auch relativ lange arbeitslos. Mit mir zusammen sind eine ganze Gruppe von Leuten eingestellt worden, von denen aber tatsächlich einige die Probezeit nicht überstanden haben.

Zum Lächeln: Ich bleibe eigentlich immer freundlich, wenn ich nicht direkt beleidigt werde. Was ich aber eigentlich meinte: Wenn mir jemand deutlich zeigt, dass er absolut keinen Bock hat, bin ich quasi gezwungen, mit drakonischen Maßnahmen zu reagieren.
 

Hexe45

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#17
Ein Pauschal-Argument ist es aber auch nicht. Wie das im Leben halt so ist, es gibt solche und solche Menschen.

Ich für meinen Teil versuche, alle Kunden weitgehend gleich zu behandeln. Manche machen es mir aber sehr schwer. Wenn mir jemand ins Gesicht sagt "ich hab' keinen Bock auf die ganze Scheiße hier und ich mache auch garantiert bei nix mit", was soll ich da bitteschön machen? Diese Meinung kann ich ja nachvollziehen, die darf auch gerne jeder haben, aber: Das sage ich doch nicht meinem Arbeitsvermittler ins Gesicht! Eigene Dummheit, ehrlich.
Na ja aber viele Vermittler machen es auch den Kunden schwer( Kunde-was für ein Wort in diesem Zusammenhang).
In meinen 8Mon. HartzIV, meinte meine SB daß sie aber eher nur motivierte Kunden hat. OK. sie hat ausschließlich mit Reha Fällen zu tun.

Wenigstens konnte man mit ihr reden und übereinkommen, daß es für mich und sie das beste war, mich selber um die Jobsuche zu kümmern.
Was ja auch logisch ist, geht ja hier schließlich um mein Metier. Ich muß sehen, wie ich aus meinem Handicap dem Alter ( ist leider so in der heutigen Gesellschaft) das beste mache.
Uns so´n Zeugs wie Mindestbewerbungen ist da einfach nur hinderlich.
In den 8 Mon. gab es Monate, da habe ich mich 30 mal beworben, aber es gab auch zwei Monate, da gab der Markt nur eine einzige Möglichkeit her.

Aber auch die andere Seite lernte ich in Ansätzen kennen. Die wirklich fiesen Arbeitsvermittler, deren Sadismus schon fast offen zu Tage tritt.
Einmal hatte ich vertretungsweise so ein Exemplar vor mir.
Du betrittst den Raum und du weißt sofort, hier geht es nicht mehr um Arbeitsvermittlung.
Sondern nur noch darum, der aufgezogenen Sprechpuppe die neben dieser SB saß, Teinehmer zuzuschustern.
Und du die Energie, die du eigentlich zur Jobsuche verwenden solltest, plötzlich dafür zu verpulvern um solchen Unsinn abzuwenden.

Es geht dann nur noch darum, dich entweder in eine Maßnahme oder eine Sanktion zu treiben.

Das schlimmste an HartzIV fand ich, die ganze Menschenverachtung die da hinter steckt, dies war noch schlimmer als die Regelsätze, die kein menschenwürdiges Leben ermöglichen.

Und man muß ja nur lesen was auf den obskuren Seiten steht-- die üblichen Verdächtigen oder- bei den Langzeitarbeitslosen hilft nur noch die Sanktionandrohung.

Das Wort Sanktion umschreibt ja nur, daß jemandem die Existenzgrundlagen entzogen werden soll, daß jemand spurt.

Obwohl die meisten SB wissen das 90% der Maßnahmen nur Geldverbrennung ist, kommen kritische Stimmen zu diesem Unsinn nur sehr ,sehr selten.

Viel Geld wär allein dadurch gespart, da man Maßnahmen wie die der Tolle Toys einfach ersatzlos streicht.
Damit ist allen geholfen, die armen Menschen die übrig bleiben, bleibt neben der Perspektivlosoigkeit, wenigstens wieteren Demütigungen erspart.

Denn auch ein SB sollte wissen, genug Arbeit für alle wird es nie wieder geben.

Und wenn ihr mit den Piraten der ZA´s gemeinsame Sache macht, ändert auch dies nichts daran.
Ihr habt dem Monster ZA erst die Zähne gegeben, mit denen es zubeißt.

LG
Hexe
 
E

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  Th.Starter/in  
#18
Aber auch die andere Seite lernte ich in Ansätzen kennen. Die wirklich fiesen Arbeitsvermittler, deren Sadismus schon fast offen zu Tage tritt.
Glaube ich dir. Die Argen sollten halt nur Leute einstellen, die ein bisschen Mtigefühl und Menschenkenntnis mitbringen, nicht diese selbstherrlichen Möchtegern-Oberbefehlshaber. Bei uns in der Geschäftsstelle gibt es davon zum Glück niemanden. Aber was ich da aus anderen Argen so höre...

Hexe 45 sagte :
]Es geht dann nur noch darum, dich entweder in eine Maßnahme oder eine Sanktion zu treiben.
Dadurch, dass das Modell föderal (ein riesiger Fehler, meiner Meinung nach, da keine bundeseinheitlichen Standards), kann ich nur für mich und meine Stadt sprechen: Hier gibt es definitiv keine Vorgaben, dass Sanktionen verhängt werden müssen, um eine bestimmte Quote zu erfüllen. Das meinst du doch. Ich halte auch immer noch für ein Gerücht, dass so eine Quote wirklich irgendwo existiert.

Hexe45 sagte :
Obwohl die meisten SB wissen das 90% der Maßnahmen nur Geldverbrennung ist, kommen kritische Stimmen zu diesem Unsinn nur sehr ,sehr selten.
Das stimmt allerdings. Die meisten Arbeitsvermittler haben sich damit abgefunden. Jeder hat dann so seine Favoriten, die er mit sich selbst noch vereinbaren kann. Die Maßnahmen, die man selbst zum Kotzen findet, muss man ja nicht besetzen. Wir haben hier eine, die ist wirklich alles andere als gemeinnützig und meine Kunden haben mir nur Schlechtes darüber erzählt. Also die paar, die ich anfänglich mal zugewiesen hatte. Mache ich jetzt nicht mehr. Sollen sie doch schauen, wie sie auf ihre Zahlen kommen.

Übrigens, die Toys Company ist bei uns eigentlich ganz beliebt bei den Kunden. Aber da wird es sicher auch von Stadt zu Stadt erhebliche Unterschiede geben.

Hexe45 sagte :
Denn auch ein SB sollte wissen, genug Arbeit für alle wird es nie wieder geben.
Das wissen alle, da kannst du dir sicher sein. Deswegen plädiere ich auch für einen permanenten dritten Arbeitsmarkt.

Hexe45 sagte :
Und wenn ihr mit den Piraten der ZA´s gemeinsame Sache macht, ändert auch dies nichts daran.
Ihr habt dem Monster ZA erst die Zähne gegeben, mit denen es zubeißt.
Ich persönlich halte gar nichts von ZAs (oder wie das im Arge-Slang bei uns heißt: ANÜs, Arbeitnehmerüberlasser - das Wort muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!). Fakt ist aber leider: Der Großteil aller Stellen im Produktionsbereich wird inzwischen über diese besetzt. Und bei vielen Arge-Kunden sind diese Jobs die einzige Möglichkeit, wieder in Arbeit zu kommen, weil es schlichtweg an Qualifikationen, Sprachkenntnissen etc. mangelt.

Das nur auf die Arge zu schieben, greift aber auch etwas kurz. Man sollte da mal bei den Unternehmen ansetzen, die diese Bande schließlich beauftragt. Die Arge kann ja niemandem vorschreiben, auf welchem Weg er sich seine Arbeitskräfte zu besorgen hat.
 

Mario Nette

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#19
Dritter Arbeitsmarkt? Arbeitskraft als Produkt, das keiner braucht? Überflussgesellschaft? Wir brauchen keinen dritten Arbeitsmarkt. Wenn du zugibst, dass es nicht genug Stellen/Arbeit gibt, warum um alles in der Welt musst du dir dann drakonische Strafen für die ausdenken, die nicht arbeiten wollen? Ist doch OK, wenn sie nicht wollen (und auch nicht können, weil: gibt ja nicht genug). Vielleicht sollte man dazu übergehen, dich einfach persönlich haftbar zu machen, wenn man keinen Job kriegt. Gefiele dir doch auch nicht , oder? Wo keine Arbeit ist, da muss man nicht auf Teufel komm raus welche herzaubern wollen, sondern vielleicht einfach mal die Leute machen lassen. Und komme mir nicht mit "Aber ich muss auch arbeiten."

Mario Nette
 

Hexe45

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#20
Na ja ein fair entlohnter dritter Arbeitsmarkt wäre vielleicht sogar eine Alternative für Menschen, die anders keine Perspektive. Nur sollte man es dann lieber öffentlich geförderte Beschäftigung nennen und dann zu Konditionen von denen Menschen auch unabhängig leben können.

Und immerhin geht Entwistle ja auf die Posts hier ein.

@ Entwistle erst mal thnx für deine ausführliche Antwort.
An Sanktionsquote habe ich eigentlich nicht gedacht. In meiner HartzIV Zeit habe ich zwei Fälle erlebt, da war es so offensichtlich, daß eine Maßnahme verpaßt wurde die so überhaupt nicht paßte.
Das war so durchsichtig, daß hier der Kunde provoziert werden sollte empört abzulehnen um selbigen anschließend zu sanktionieren.

Aber ob Toys wirklich so beliebt ist, lese mal den Thread über Toys, da wimmelt es nur so von Hilfeschreien.
Letzte Woche, als ich Urlaub hatte, habe ich mir so einen Laden mal angesehen und auch versucht hinter die Kulissen zu schauen.

War aber nicht so einfach als Begleitung einer Kundin hinter die Fassaden zu schauen.

Erst mal gabs dort fast nur Stofftiere und irgendwie alles Fassade.
Also meines Erachtens gehts hier wirklich nur um die Kohle, die von der Arge fließt.
Also eher eine Plage denn eine sinnvolle Maßnahme.

LG
Hexe
 
E

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  Th.Starter/in  
#21
@ Mario:

Ich bin da leider als Angestellter auch gewissen Zwängen unterworfen, wie du dir sicher denken kannst. Ich habe zwar einen gewissen Ermessensspielraum, aber irgendwann haut mir mein Arbeitgeber auch auf die Finger, wenn ich alle Kunden so machen lasse, wie sie gerne möchten.

Was spricht denn gegen einen dritten Arbeitsmarkt, also gegen staatlich subventionierte Arbeit auf permanenter Basis? Ich sehe das doch täglich im Büro: Manche Kunden werden nie wieder einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt finden, egal, wie sehr ich ihnen das wünschen würde. Die sind dann sehr traurig, wenn ihr 1-Euro-Job nicht mehr verlängert werden kann, weil sie dort nette Kontakte mit anderen Leuten hatten und vor allem eine Aufgabe.

Warum also nicht, anstatt von Staatsseite sinnlos Geld in eine riesige Bürokratie zu pumpen, den Leuten zu ermöglichen, für ihr Geld arbeiten zu gehen? Sie würden weiter vom Staat Leistungen beziehen, aber nicht mehr in dieser Almosen-Form, sondern real als Lohn. Wie oft höre ich von meinen Kunden "es ist mir peinlich, vom Staat zu leben". Ich bin sicher, sie würden sich besser fühlen, wenn sie etwas dafür tun würden.
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#22
An Sanktionsquote habe ich eigentlich nicht gedacht.
Sorry, dann habe ich dich da falsch verstanden.

Hexe45 sagte :
In meiner HartzIV Zeit habe ich zwei Fälle erlebt, da war es so offensichtlich, daß eine Maßnahme verpaßt wurde die so überhaupt nicht paßte.
Das war so durchsichtig, daß hier der Kunde provoziert werden sollte empört abzulehnen um selbigen anschließend zu sanktionieren.
Meine persönliche Meinung dazu: Sowas finde ich widerlich. Ich persönlich versuche immer, mit meinen Kunden eine gemeinsame Basis zu finden. Und manche Maßnahmen taugen ja auch tatsächlich was, die sind ja nicht durch die Bank alle Schrott.

Hexe45 sagte :
Aber ob Toys wirklich so beliebt ist, lese mal den Thread über Toys, da wimmelt es nur so von Hilfeschreien.
Ja, ich hatte da schon mal reingeschaut und war erstaunt. Bei mir hat sich wirklich noch kein Kunde über den Laden beschwert. Naja, vielleicht ist meine Stadt eine Ausnahme. Dafür gibt es hier auch zwei, drei Träger, über die man nicht viel Gutes zu hören bekommt. Da frage ich mich schon, nach welchen Kriterien diese Maßnahmen eingekauft werden.

Das war eine rhetorische Frage. Mir ist auch bewusst, dass da auf höherer Ebene ziemlich viel Politik ins Spiel kommt.
 

burki

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#23
Hi,
zurück zum Urspungsthema:
Habe mir vor einigen Wochen einmal das zitierte Forum "reingezogen" und das Traurige ist eben, dass solch unreife Absolventen meinen unbedingt bei der ARGE arbeiten zu müssen.
Meine Erfahrung ist, dass ARGE-Mitarbeiter den Job zumeist als Notlösung sehen bzw. "zwangsversetzt" wurden (in "meiner" ARGE gab es nicht gerade wenige Beamte aus dem Forstamt), wobei es eh jeder mit seinem Gewissen ausmachen muss, ob solch ein Job tatsächlich annehmbar ist...
Gruss
burki
 

xanathar

Elo-User/in

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#24
Hallo Entwistle,

bin gerade auf diesen Thread gestoßen und finde es prima, auch mal sachlich mit jemandem von der "anderen Seiten" reden zu können, der die Situation der "Kunden" aus eigener Erfahrung kennt...

Was mich persönlich am meisten geschockt hat, war daß meine SB sich nicht die geringste Mühe gemacht haben, mich irgendwie bei den Bemühungen um eine berufliche Perspektive zu unterstützen. Ich bin 30, Hochschulabsolvent mit sehr gutem Abschluß und habe immerhin auch danach schon ein Jahr an einer renommierten Uni gearbeitet, und ich bin eigentlich alles andere als anspruchsvoll, bundesweit mobil etc. Ich hätte mir halt nur in einer schwierigen Phase irgendeine Perspektive gewünscht, wie ich etwas aus dem, was ich da mit reichlich Mühe erreicht habe, machen kann.

Aber mein erster SB hat sich 1 1/2 Monate gar nicht um mich gekümmert, der andere zunächst auch gar nicht, dann hat er mich mit Call-Center-Jobs über Zeitarbeitsfirmen bombardiert, um mich als Aufstocker loszuwerden oder sanktionieren zu können. Ansonsten hatte ich nur die übliche Bewerbungsmaßnahme, die mir absolut gar nichts gebracht, sondern in einem Moment viel Zeit gekostet hat, wo es vielleicht noch bessere Chancen gegeben hätte, was zu finden.

Ich hab in der ganzen Zeit nicht ein einziges auf mich zugeschnittenes Stellenangebot bekommen, keine Weiterbildungsmaßnahme, nichts. Im Gegenteil hat der letzte SB noch die Nase gerümpft, wenn ich ihm meine Bewerbungen um Uni- und vergleichbare Stellen, die für mich nun mal Priorität gegenüber ZAF & Co. hatten, vorgelegt habe, nach dem Motto: "Das wird eh nichts, solche Bewerbungen würde ich am liebsten gar nicht gelten lassen".

Seit September bin ich auf eigene Initiative mit befristetem Vertrag bei der Post gelandet als Briefzusteller, bin darüber sehr froh, weil ich nicht im Call Center arbeiten möchte, der Job Spaß macht und die Post auch ganz passabel bezahlt. Auf mein Aufstockergeld habe ich inzwischen verzichtet, weil ich das Geld nicht unbedingt brauche und ich mir das alles einfach nicht mehr geben möchte. Ich finde es einfach nur traurig, daß es für mich nichts als eine Befreiung ist, für die ich sogar freiwilig auf Geld verzichte, daß ich nicht mehr Leuten ausgeliefert sein muß, deren Aufgabe es doch eigentlich sein sollte, mit mir zusammen eine langfristige, sinnvolle Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu schaffen.

Ich frage mich: Wo soll das nur hinführen, wenn schon (relativ) junge Leute mit Hochschulabschluß auf das Abstellgleis Zeitarbeit zum Hungerlohn abgeschoben werden? Es muß doch klar sein, daß man damit die Chancen von Leuten wie mir, vielleicht noch etwas Passenderes zu finden, nachhaltig verringert, und am Ende viele solche Leute dann als "Dauerkunden" vor der Tür stehen hat. Ich finde das einfach kurzsichtig und unendlich ärgerlich.

Lange Rede, kurzer Sinn: Geht ihr auch so mit Leuten wie mir vor, oder ist das auch ortsabhängig, ob Hochschulabsolventen, die durchaus noch vermittelbar sein sollten, in Zeitarbeit "abgeschoben" werden, um sie los zu sein, oder ob man etwas Langfristiges, Sinnvolles zu finden versucht?
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#25
Hallo Xanathar,

vielleicht bin ich etwas sachlicher, weil ich "eure Seite" aus eigener Erfahrung auch kenne. Bin ja quasi von der einen Seite des Schreibtisches auf die andere gewechselt und weiß dementsprechend, wie das ist. Allerdings war meine SB damals nett zu mir, ich habe mit der Arge persönliche keine schlechten Erfahrungen gemacht.

Aber nun zu deiner Frage:

Lange Rede, kurzer Sinn: Geht ihr auch so mit Leuten wie mir vor, oder ist das auch ortsabhängig, ob Hochschulabsolventen, die durchaus noch vermittelbar sein sollten, in Zeitarbeit "abgeschoben" werden, um sie los zu sein, oder ob man etwas Langfristiges, Sinnvolles zu finden versucht?
Offensichtlich ist das ortsabhängig. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich überrascht, dass es so bei dir gelaufen ist. Bei uns gibt es ein spezielles Hochschulteam, da werden Leute mit akademischem Abschluss hingeschickt. Was die Arbeitsvermittler dort dann mit den Kunden machen, weiß ich aber auch nicht. Vermute jedoch schwer, dass sie sich etwas intensiver mit ihnen auseinandersetzen, als ich das im Berufsalltag kann.

Denn da liegt auch die Crux zu dem, was du vorher geschrieben hast: Als Arbeitsvermittler hat man schlichtweg keine Zeit, sich um eine intensive persönliche Betreuung zu kümmern. Ich habe im Moment ca. 400 Kunden. Da bin ich schon froh, wenn ich die meisten einmal im halben Jahr sehe. Darüberhinaus greifen wir alle auf das Arbeitsportal der BA zurück. Was da an Arbeitsstellen nicht drin ist, wird von uns auch nicht wahrgenommen. Ich weiß, das ist ziemlich miserablel, aber leider, so wie das System läuft, nicht zu ändern.
 

musiker01

Elo-User/in
Mitglied seit
24 Feb 2009
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#27
Hi,

habe mich als Arbeitsvermittler bei der ARGE beworben (bin Dipl.-Verwaltungswirt, aber seit 12 Jahren als Musiker selbständig -z.Zt. Aufstocker-).

Nun habe ich eine Einladung zu einer "psychologischen Eignungsbeurteilung" erhalten. Was erwartet mich da?

Für Auskünfte wäre ich sehr dankbar!

Viele Grüße
 

sun2007

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#28
Hi,

habe mich als Arbeitsvermittler bei der ARGE beworben (bin Dipl.-Verwaltungswirt, aber seit 12 Jahren als Musiker selbständig -z.Zt. Aufstocker-).

Nun habe ich eine Einladung zu einer "psychologischen Eignungsbeurteilung" erhalten. Was erwartet mich da?

Für Auskünfte wäre ich sehr dankbar!

Viele Grüße
Was Dich erwartet, kann ich Dir nicht sagen.

Was die jedoch erwarten, scheint folgendes zu sein:

"Wenn sich bei uns einer bewirbt, muss der schon tüchtig bekl*ppt sein also stellen wir das auch mal so fest." :icon_twisted:

Gruß

Sun


PS.: Spaß beiseite. Eine psychologische Eignungsprüfung heißt nie was Gutes. Da geht es vermutlich darum, jemanden aus welchen Gründen auch immer auf irgendein Abstellgleis abzuschieben. Ich würde erst einmal nachfragen, was die denn zu diesem Schritt veranlasst hat.

Mir fehlt hier die Information, ob diese Prüfung jetzt im Rahmen Deiner Erwerbslosigkeit erfolgen soll, also die Einladung hierzu von Deinem Fallmanager geschickt wurde oder ob diese Prüfung Teil des Bewerbungsprozederes ist und von der Personalabteilung kommt. Das ist in diesem Zusammenhang äußerst wichtig, sonst lässt sich Deine Frage nicht wirklich beantworten.
 
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#29
Hi,

habe mich als Arbeitsvermittler bei der ARGE beworben (bin Dipl.-Verwaltungswirt, aber seit 12 Jahren als Musiker selbständig -z.Zt. Aufstocker-).

Nun habe ich eine Einladung zu einer "psychologischen Eignungsbeurteilung" erhalten. Was erwartet mich da?

Für Auskünfte wäre ich sehr dankbar!

Viele Grüße
Eigentlich müsstest Du nur dem Link in #1 folgen, da kannst Du viele interessante Dinge erfahren und anschließend solltest Du Dir überlegen, ob Du Dir noch vor Arbeitsantritt einen Therapeuten suchst, denn dort spielt eine andere Kapelle.:cool:
 

Mario Nette

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#30
@ Mario:

Ich bin da leider als Angestellter auch gewissen Zwängen unterworfen, wie du dir sicher denken kannst. Ich habe zwar einen gewissen Ermessensspielraum, aber irgendwann haut mir mein Arbeitgeber auch auf die Finger, wenn ich alle Kunden so machen lasse, wie sie gerne möchten.

Was spricht denn gegen einen dritten Arbeitsmarkt, also gegen staatlich subventionierte Arbeit auf permanenter Basis? Ich sehe das doch täglich im Büro: Manche Kunden werden nie wieder einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt finden, egal, wie sehr ich ihnen das wünschen würde. Die sind dann sehr traurig, wenn ihr 1-Euro-Job nicht mehr verlängert werden kann, weil sie dort nette Kontakte mit anderen Leuten hatten und vor allem eine Aufgabe.

Warum also nicht, anstatt von Staatsseite sinnlos Geld in eine riesige Bürokratie zu pumpen, den Leuten zu ermöglichen, für ihr Geld arbeiten zu gehen? Sie würden weiter vom Staat Leistungen beziehen, aber nicht mehr in dieser Almosen-Form, sondern real als Lohn. Wie oft höre ich von meinen Kunden "es ist mir peinlich, vom Staat zu leben". Ich bin sicher, sie würden sich besser fühlen, wenn sie etwas dafür tun würden.
Mir geht es um den Zwang, den du auf deine Kunden ausübst. Du sagst, du musst dir drakonische Strafen ausdenken. Du sagst auch, dass dir dein Arbeitgeber (sonst) aufs Dach steigt. Was tust du also konkret: Du gibst den Druck deines Arbeitgebers fast 1:1 weiter an die Leute, die nicht daran schuld sind, dass der Arbeitsmarkt so beschissen ist (und die ihn über die Annahme eines Ein-Eurojobs oder das Akzeptieren einer Sanktion garantiert nicht ändern werden). Und das alles nämlich eigentlich auch aus dem Grund, damit DU DEINE Schäfchen (deinen Job) ins Trockene bringst.

Gegen staatlich finanzierte Arbeit spricht in Teilen nichts; auch deine Arbeit ist staatlich finanziert. Die Frage darf doch aber gestellt werden, warum sich der Staat Arbeit ausdenken soll, die entweder total sinnentleert und sinnentleerend(!) ist oder die man eigentlich vernünftig entlohnt sehen will? Warum zum Beispiel wurden früher in einigen Komunen die Grünanlagen von Festangestellten gepflegt, die weder um ihr Gehalt streiten noch es bei irgend einem Amt beantragen mussten, stattdessen aber Rechte wie jeder normale Arbeitnehmer hatten - und warum schickt man jetzt Leute in die Grünanlagen, die dafür zum Einen nur den Mehraufwand erstattet bekommen und zum Anderen auf einem Existenzminimum herumdümpeln, während sie für sicherlich auch einige hundert Euro im Monat verwaltet werden?

Mit Ein-Euro-Sklavenjobs und Sanktionen diesbezüglich wirst du das Bürokratiemonster jedenfalls nicht bändigen, sondern es füttern. Nebenbei vielleicht ganz interessant: Ich lese gerade ein Buch aus den 70ern mit dem Titel: Vom Schock zum Fatalismus? Soziale und psychische Auswirkungen der Arbeitslosigkeit (Broschiert) - gibt es für momentan einen Cent + 3 Euro Versandkosten. Einige Parallelen von darin schon zitierten Quellen aus den 30ern zu heute sind auffällig.

Mario Nette
 
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#31
Mir geht es um den Zwang, den du auf deine Kunden ausübst. Du sagst, du musst dir drakonische Strafen ausdenken. Du sagst auch, dass dir dein Arbeitgeber (sonst) aufs Dach steigt. Was tust du also konkret: Du gibst den Druck deines Arbeitgebers fast 1:1 weiter an die Leute, die nicht daran schuld sind, dass der Arbeitsmarkt so beschissen ist (und die ihn über die Annahme eines Ein-Eurojobs oder das Akzeptieren einer Sanktion garantiert nicht ändern werden). Und das alles nämlich eigentlich auch aus dem Grund, damit DU DEINE Schäfchen (deinen Job) ins Trockene bringst.
Na, wenigstens einer merkt noch was. Ich les hier schon einige Zeit mit und kann es kaum glauben, wie ihr den Hartz-IV-Schindern, die sich hier reingemischt haben, reihenweise auf den Leim geht!

Jemand, der freiwillig in einer Arge arbeiten geht, mit dem kann menschlich etwas nicht stimmen. Der befürwortet dieses kranke System so, wie es ist, und es ist ganz klar raus zu lesen, dass die Ohnmachtsstellung ("Ich mach da ja nur meinen Job, sonst würde ich auch Hartz IV kriegen - und ich bin einer von den Guten, glaubt mir.") absolut vorgeschoben ist. Bei Leuten, die freiwillig in einer Arge arbeiten geht es um eigene Interessen. Geldliche wie perverse. Da dürfen sie nämlich über andere herrschen und urteilen, ohne sich jemals rechtfertigen zu müssen.

Und vor allem - Ihr übernehmt ja schon die perverse Sprache der Gehirnwäsche: auf einmal sprechen alle nicht mehr von Hartz-IV-Empfängern sondern von Kunden. - Merkt Ihr noch was??
 

Rounddancer

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#32
Also hier steht bei allen Inseraten, in denen für eine ARGE-Zweigstelle Arbeitsvermittler gesucht werden, klar dran, daß sie sie Aufgabe hätten, die Kunden, die schnell zu vermitteln wären, selbst zu vermitteln, und die anderen an private Vermittler weiterzugeben.

Ich hatte es schon erwartet, daß die Arge-FM/PAP/AV viel mehr Menschen zu betreuen haben, als die cirka 170, die ursprünglich von der Politik so vorgegeben waren. Das ist ja bekannterweise auch bei Bewährungshelfern so, und belastet deren Arbeit schwer, und erhöht die Rückfallquote.

Denn eigentlich sollte jedem Arbeitsvermittler so viel Zeit für den jeweiligen Erwerbslosen bleiben, um zu gucken, was der kann und was der noch dazubraucht, und genügend Zeit, um rauszugehen in die Betriebe, mit den Entscheidern dort zu reden, zu sehen: "Oh, da staut sich Arbeit, könnten Sie da nicht noch einen Mitarbeiter brauchen? Ich hätte da ein, zwei, drei Passende, darf ich die Ihnen nächste Woche vorbeischicken?"

Ja, es gibt auch sinnvolle Maßnahmen,- auch noch für die Älteren unter uns. Und sinnvoll können da schon Maßnahmen sein, nach denen wenn nicht alle, so immerhin ein Teil der Teilnehmer nicht nur irgendwo in Arbeit übernommen wird (oder in Selbstständigkeit geht), sondern auch noch die erste Hürde (Probezeit), und die zweite Hürde (Ablauf einer etwaigen Förderung (bei Selbstständigen: Ende der Förderung durch Gründungszuschuß, bzw. Einstiegsgeld)) übersteht und noch immer in Arbeit (bzw. dann hoffentlich auskömmlicher Selbstständigkeit) ist.

Von einem Beschäftigten in der Arge erwarte ich eigentlich, daß er fair seine Arbeit tut, und den Ermessensspielraum bei ebenso fair eingestellten Hilfeempfängern (also für mich plus X) auch zu deren Gunsten einsetzt.
 

musiker01

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#33
+++++++++++++Mir fehlt hier die Information, ob diese Prüfung jetzt im Rahmen Deiner Erwerbslosigkeit erfolgen soll, also die Einladung hierzu von Deinem Fallmanager geschickt wurde oder ob diese Prüfung Teil des Bewerbungsprozederes ist und von der Personalabteilung kommt. Das ist in diesem Zusammenhang äußerst wichtig, sonst lässt sich Deine Frage nicht wirklich beantworten.+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Ist Teil des 3-stufigen Auswahlverfahrens: 1. Bewerbung (bestanden ;-)), 2. o.g. "psychologische Eignungsbeurteilung", 3. Vorstellungsgespräch.

Viele Grüße
 

Rounddancer

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#34
Das wird ein normales Assessment-Center sein.
Da gibts ne Menge Infos und Trainings dafür.

Nicht verrücktmachen lassen.

Kannste alles überstehen.

Viel Erfolg!
 

Insekt

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#35
@ Mario:

Ich bin da leider als Angestellter auch gewissen Zwängen unterworfen, wie du dir sicher denken kannst. Ich habe zwar einen gewissen Ermessensspielraum, aber irgendwann haut mir mein Arbeitgeber auch auf die Finger, wenn ich alle Kunden so machen lasse, wie sie gerne möchten.

----------------------------------------------------------------------

Mir kommen die Tränen.

Vor ca. 1 Jahr bekam ich das Angebot von meiner SB mich doch mal bei der ARGE zu bewerben, ein Versuch wäre es doch wert:icon_twisted:.

Als Antwort gab ich ihr das ich diesen Job mit meinen Moralvorstellungen und meinem Gewissen nicht vereinbaren könne worauf sie ziemlich bedröpelt dreingeschaut hat.

Nicht jeder ist zum Schinder (damit meine ich jetzt nicht konkret dich @Entwiste, du scheinst ja noch einer der gemäßigteren Sorte zu sein, brauchst dir aber trotzdem nichts darauf einzubilden, bist ein typischer Mitläufer) geboren, aber es werden immer mehr, der Mainstream macht es möglich.

Ich bin froh das ich im Moment wieder in Arbeit bin, hoffentlich noch lange Zeit. Mich packt das Grausen wenn ich nur daran denke wieder mit diesen inkompetenten, nicht über den Tellerrand schauenden Individien zu tun zu haben.

Was mir gerade einfällt und eigentlich OT ist: Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen, eine Partei in deren Name das Wort Sozial steht hat dieses verbrecherische Hartz-System auf den Weg gebracht, mir wird speiübel.

Insekt
 
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#36
Ich bin da leider als Angestellter auch gewissen Zwängen unterworfen, wie du dir sicher denken kannst. Ich habe zwar einen gewissen Ermessensspielraum, aber irgendwann haut mir mein Arbeitgeber auch auf die Finger, wenn ich alle Kunden so machen lasse, wie sie gerne möchten.
Dem Zwang die Erwerbslosen zu schikanieren? Weil du Angst hast, was auf die Finger zu bekommen? Klar doch, lieber haut man einem anderen auf die Finger.
Der "Kunde" muss mit sich machen lassen, wie die SB das wollen?

In ein paar Jahren lautet dann die Aussage:
Ich habe doch nur die Vorschriften umgesetzt.
Ich war doch leider nur ein Angestellter.

Ich habe Mitleid...
mit den "Kunden".
 

sun2007

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#37
AW: Arbeitsvermittler bei der Arbeitsagentur, @Insekt

Insekt, Du bist super.

Gibt es hier eigentlich so einen "Danke"-Button oder so einen Daumen hoch oder runter direkt am Beitrag? Das suche ich schon die ganze Zeit. :icon_party:
 

sun2007

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#38
Dem Zwang die Erwerbslosen zu schikanieren? Weil du Angst hast, was auf die Finger zu bekommen? Klar doch, lieber haut man einem anderen auf die Finger.
Der "Kunde" muss mit sich machen lassen, wie die SB das wollen?

In ein paar Jahren lautet dann die Aussage:
Ich habe doch nur die Vorschriften umgesetzt.
Ich war doch leider nur ein Angestellter.

Ich habe Mitleid...
mit den "Kunden".
Mich will man gerade versuchen, in ein Ghetto abzuschieben. So fängt's an...
 

ditschi

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#39
@ Mario:

Ich bin da leider als Angestellter auch gewissen Zwängen unterworfen, wie du dir sicher denken kannst. Ich habe zwar einen gewissen Ermessensspielraum, aber irgendwann haut mir mein Arbeitgeber auch auf die Finger, wenn ich alle Kunden so machen lasse, wie sie gerne möchten.

----------------------------------------------------------------------

Mir kommen die Tränen.

Vor ca. 1 Jahr bekam ich das Angebot von meiner SB mich doch mal bei der ARGE zu bewerben, ein Versuch wäre es doch wert:icon_twisted:.

Als Antwort gab ich ihr das ich diesen Job mit meinen Moralvorstellungen und meinem Gewissen nicht vereinbaren könne worauf sie ziemlich bedröpelt dreingeschaut hat.

Nicht jeder ist zum Schinder (damit meine ich jetzt nicht konkret dich @Entwiste, du scheinst ja noch einer der gemäßigteren Sorte zu sein, brauchst dir aber trotzdem nichts darauf einzubilden, bist ein typischer Mitläufer) geboren, aber es werden immer mehr, der Mainstream macht es möglich.

Ich bin froh das ich im Moment wieder in Arbeit bin, hoffentlich noch lange Zeit. Mich packt das Grausen wenn ich nur daran denke wieder mit diesen inkompetenten, nicht über den Tellerrand schauenden Individien zu tun zu haben.

Was mir gerade einfällt und eigentlich OT ist: Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen, eine Partei in deren Name das Wort Sozial steht hat dieses verbrecherische Hartz-System auf den Weg gebracht, mir wird speiübel.

Insekt
Also auf gut deutsch gesagt, du hattest nicht den mut dich der auseinandersetzung zu stellen und deinen job als sb bei einer arge gesetzeskonform und menschlich korrekt zu leisten.
ok das kann mensch akzeptieren.
 

ethos07

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#40
Hi ditschi - Willkommen im Forum :wink: (....für den FAll, dass dir noch niemand hier als Neuem/Neuer aber offenbar Insider Guten Tag gesagt haben sollte .).

Also auf gut deutsch gesagt, du hattest nicht den mut dich der auseinandersetzung zu stellen und deinen job als sb bei einer arge gesetzeskonform und menschlich korrekt zu leisten.

soweit sehe ich das genau so , aber:

ok das kann mensch akzeptieren.
WAS willst du damit sagen - dass dieses Ducken vor der GF doch ok ist oder meinst du das ironisch?

Gut - ich denke hier anders als manche, die glauben, die HartzIV-Welt wäre ja eigentlich schon ganz in Ordnung, wenn nur die Gesetze richtig korrekt angewandt würden . Sie wäre sicher ein Stückchen mehr in Ordnung. ABER:
Es gehört m.E. mit zu den gewollten Wesenskern des SGB II und des Veraltungsrechts und der schrägen Argen-Konstruktion, solche Druckräume von oben nach unten per Willkür ziemlich bewusst in Gang gesetzt zu haben.
Politisch war und ist DAS gewollt. Und dem hilft man ein wenig,a ber eben nicht im Kern ab, wenn wir nur immer und immer wieder wie die Ameisen vor dem Ameisenbär immer wieder und wieder die korrekte Anwendung dieses Repressionsgesetzes einfordern.
 

Insekt

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#41
Also auf gut deutsch gesagt, du hattest nicht den mut dich der auseinandersetzung zu stellen und deinen job als sb bei einer arge gesetzeskonform und menschlich korrekt zu leisten.
ok das kann mensch akzeptieren.

Selbstverständlich meint @ditschi das ironisch, zumindestens war es ein kläglicher Versuch.

Die Arbeit die diese Leute (SBs, FMs, PaPs, Arbeitsvermittler (was für ein Hohn) und wie sie sich noch titulieren ist so nötig wie ein Kropf, so nötig wie das ganze Hartz-Geschwür, also überhaupt nicht.

Glaube mir Verehrtester, Du kannst Dir nicht mal in Deinen kühnsten Träumen vorstellen welchen Auseinandersetzungen ich mich schon in meinem Leben gestellt habe, aber die „Arbeit“ bei einer Sanktions- und Diskriminierungsbehörde ist keine davon, da sich die Frage der Auseinandersetzung mit dieser sehr suspekten Beschäftigung für mich erst gar nicht stellt dazu bin ich zu sehr Mensch geblieben bzw. gehe mit offenen Augen durchs Leben.

Ihr klebt mit euren Hintern auf euren gut durchgesessenen Bürostühlen und lasst andere Menschen über die Klinge springen, mal durch die Blume geseiert oder aber direkt, nur damit ihr diese armselige, perfide Tätigkeit nicht verliert, das hat für mich nichts menschliches mehr, vom Geist einmal ganz abgesehen, ihr seit Verwaltungsmaschinen mehr nicht.

Verschont mich mit euren albernen Rechtfertigungen, sie taugen alle nichts!

Mich ärgert es langsam das ich euch sogar hier im Forum ertragen muss, bleibt wo der Pfeffer wächst, es braucht euch kein Mensch! Sucht euch ein vernünftiges Hobby oder einen von den vielen Arbeitsplätzen die ihr so zu vergeben habt, macht sonst etwas aber lasst endlich die Menschen in Frieden leben!
 
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#43
Das ist genau die Sorte "Mensch" die sich im 2. Weltkrieg zb lieber als Wachsoldat fürs KZ freiwillig gemeldet hat, nur um nicht an der Front den eigenen ***** zu riskieren. Hinterher haben sie dann rumgewinselt das sie aber doch im Rahmen ihrer äußerst geringen Möglichkeiten den KZ-Häftlingen angeblich gutes getan hätten, blabla... BULLSHIT!! :icon_kotz::icon_kotz::icon_kotz:
 

ro2967

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#45
Hallo!;)

Ich habe mal eine Fachfrage an die SB´s!

Stimmt es,wenn man ein Rehafall ist keine Weiterbildungen bekommt?Ich bin Projektleiter und meine lieben Leute bekommen,SAP,Staplerschein usw., nur ich bekomme keine Weiterbildungen und kein Bildungsgutschein.Als Begründung wird immer gesagt "ich bin ein Rehafall und bekomme keine Weiterbildungen" zum Beispiel: für den Staplerschein.

Für meine lieben habe ich mich gestern und heute gekümmert um die Adresse, das die wenigstens weiterkommen.

Aus diesen Grunde komme ich nicht ausm Tee.Ich muss sagen, ich bin bei keiner Rehaberaterin:confused:

Nun soll ich mit mein Träger ein eigenen Intigrationsplan erstellen!Wie soll der aussehen ohne weiterbildungsmöglichkeiten.


Angeblich, wenn ich jemand finde ,der mich für 6 Monate einstellt fliege ich aus der Reha und danach sollts wohl möglich sein.

Oder ist das einfach nur eine Ausrede?

Für jeden Hinweis bin ich Dankbar;=)
 
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#46
Hi zusammen, ich hole den Thread nochmal hoch, weil ich mal wieder auf dieses Forum gestoßen bin. Seitdem sind ja so einige Posts von Vermittlern und Bewerbern auf Vermittler-Posten dazu gekommen. Interessant z.B. das hier:

"Bei der BA läuft man Gefahr dem süßen Gift des total durchgeregelten rundumsorglose Tarifangestelltendaseins des öffentlichen Dienstes mit pünktlichen Arbeitszeiten etc. zu erliegen und anschliessen zu lange vom echten Arbeitsmarkt entkoppelt zu sein, als dass man sich wieder dort zurechtfindet, ausserdem schwinden die Chance, in den Augen eines anderen AG als attraktiv zu gelten, je länger man in der BA gedient hat."

oder:


"Typischer Ablauf (im JC): Kd. kommt rein. Check: alles noch aktuell? Aha, schon wieder neue Handynummer, weil mal wieder neues 0,00 ? Handy mit PS 3 im Angebot... Okay dann: Wo sind die EBs? Hm, nicht gut, eine Bewerbung sollte schon mehr enthalten als den Satz "Ich bewerp mich bei innen". Und dann noch das Karo-Papier handschriftlich. Mach mal Bewerbungstraining, hab da zufälligerweise die passende MAT (die muss gefüllt werden, die betreuende Kollegin nervt schon). Dann weiter im Text: Warum nicht auf diesen VV beworben? Aha, ja, schon klar...und nach 7 Jahren immer noch alo. Warum wohl...Also gut: Was brauchste? Gibts nicht! Und nun mach mal, bist schon zu lange hier, vermasselst mir die Integrationsquote. Also dezenter Hinweis: Herr XYZ, wenn sie krank sind, reichen sie AUB ein (damit der TL sich freut, weil ein Kd. weniger alo, da asu). So, hier jetzt noch die EGV, kennen se ja, ne? Nein? Haben sie doch aber schon 15 mal unterschrieben...na gut, dan labern wir das nochmal durch, okay? Verstanden? Wieder nicht? Egal. Los, unterschreiben! Sonst VA. VB-Antrag gibt auch noch, AVGS, notfalls BGS (falls gerade Kohle da, eher selten) oder andere MAT/MAG. Dann noch Hinweis auf EGZ an AG oder EGS bei Selbstständigkeit. (klappt eh nie, weil schon hunderte Handyläden oder Kioske hier, außerdem hat auch AGS keine Kohle). Und jetzt raus mit dir! Muss noch wild rumklicken, Profillage prüfen und HS festlegen. Hat sich geändert? Okay, dann einmal würfeln und nach Ene-mene-muh-Systematik einmal wilde Klicks bei den Handlungsstrategien setzen. Dann die ganze Schote im Ber.Ver.zurStando.Best. festhaltenschreiben. Und dann steht auch schon der nächste Kunde vor der Tür..."

oder:

"Arbeitsvermittler ist gleich Arbeitsvermittler. Da wird nicht unbedingt auf Qualität geachtet. Hatte viele unterqualifizierte Kollegen aus dem SC die nach einem Crashkurs auch schon AV spielen durften usw. Und wenn das Jobcenter Leute braucht, wurde man halt einfach versetzt. Bei einer Optionskommune hast du halt den Vorteil, dass du wahrscheinlich für immer vor Ort bleiben kannst (wenn du das willst). Die Arbeit dort stelle ich mir stressiger vor, ABER ich habe in meiner Zeit vor allem eins gelernt: so wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!! Wenn man Kunden wie Abfall behandelt, so wie manche meiner Ex-Kollegen, hast du immer Stress, egal in welchem Rechtskreis. Und die wundern sich dann auch noch wieso der Job so stressig ist..."

oder:


"Ich habe bereits ein Jahr Erfahrung in der Sozialhilfeabteilung bei der Stadt und war sehr enttäuscht über die dort herschenden Verhältnisse - besonders im Vergleich zu anderen Ämtern. 'Fass bloß nicht den Kulli an, der ist für die Kunden...', "Ich hab kein Bock auf den blöden Ar***, der jetzt kommt'. Die Mittagspause war zum heulen da, weil man mit der Arbeit nicht nachkam oder weil das Schicksal mancher Leute die empfindlicheren Kollegen sehr mitgenommen hat. Dadurch war die Stimmung eigentlich immer eher mieß und man hat täglich nur auf die nächste Katastrophe gewartet. Ich hatte mit den Leuten eigentlich nie Probleme - hab öffter mal Pralinen oder ähnliches Geschenkt bekommen (die viele Kollegen aus Angst vor 'Armutbakterien' gleich in den Müll geschmissen hätten) aber durch die insgesamt negative Grundstimmung war ich vergleichsweise doch unglücklich..."

Oder:


"Die ganze Situation empfinde ich als sehr belastend und unglaublich demotivierend. Muss täglich all meine Kraft zusammenraffen um noch einigermaßen motiviert zu arbeiten. Wie soll man noch seine Arbeit gut in der Arbeitsvermittlung verrichten, wenn man weiß, dass man evtl. bald selbst auf der anderen Seite des Schreibtisches sitzt. Naja, zumindest sind bei mir noch ein paar Bewerbungen offen (obgleich bei den bisherigen Bewerbungen die Resonanz der Arbeitgeber nicht gerade berauschend war; also viele Absagen)."


Oder:


"War selber in zwei Jobcentern tätig. Trotz ähnlicher Rahmenbedingungen (jeweils westdeutsche Provinz mit annähernd Vollbeschäftigung) hätten die Kollegen unterschiedlicher nicht sein können. In einem Fall (Arge) viele Kollegen mit Verwaltungsausbildung und wenn Quereinsteiger, dann immerhin gestandene Leute, die dem mittlerweile äußerst problematischen Klientel auch mal die Meinung gesagt haben. Im anderen Fall (kommunaler Träger) ausschließlich Quereinstieger und überwiegend Sozialpädagogen. Kurzfristig lieb und nett, aber auf die Dauer nicht zu ertragen. Hatte Kollegen, die hätten am liebsten noch ein Soziologieseminar über das ach so schreckliche Armutsproblem in Deutschland abgehalten... Bitte Leute, bleibt wenigstens beim Bildungträger, in der Verwaltung habt ihr nichts verloren."

Vielleicht für einige hier interessant, zu lesen, wie die "andere Seite" manches im Amt so sieht. Einige Schilderungen/Meinungen sind auch ziemlich krass.
 

ethos07

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#47
Danke für's Hochholen... auch wenn es mir , so auf die Nacht hin, bei der Lektüre nur schlecht wird.... :icon_cry:
 
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