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Arbeitsunfähig krankgeschrieben über die Kündigung hinaus!

Sunny88

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#1
Hallo ihr Lieben,

ich bräuchte mal euren Rat, da ich etwas verunsichert bin. Ich bin seit dem 13. Januar krank geschrieben, da ich psychisch total am Ende bin und hatte am 23. Januar meine Kündigung im Briefkasten (ich bin noch in der Probezeit). Die Kündigung wurde zum 03.02. ausgeschrieben. Ich habe mich an dem Tag als ich die Küpndigung erhielt direkt arbeitssuchend gemeldet über den e-service auf der Homepage der Aga. Da dies ein Freitag nachmittag gewesen ist bin ich dann am Montag morgen auch sofort zum Arbeitsamt gefahren um das Arbeitslosengeld zu beantragen.

Ich war offiziell bis zum 30.01.15 krank geschrieben. Da meine Arbeitslosigkeit erst ab dem 04.02. eintrifft habe ich mich heute zur Sicherheit nochmal von meiner Ärztin krank schreiben lassen. Ich konnte nicht persönlich mit ihr sprechen, da es sehr voll in der Praxis war. Sie hat eine AU bis zum 13.02.15 ausgeschrieben, die mir die Helferin dann in die Hand gedrückt hat. Ich habe diese so angenommen und frage mich jetzt wo ich Zuhause bin, ob das so richtig ist? Ich habe das volle Gehalt für Januar von meinem Arbeitgeber überwiesen bekommen, dass heißt, dass ich Leistungen von der Aga sowieso erst ab März beziehen würde.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ist es schlimm, dass die AU über den 04.02. hinaus geht? Bekomme ich Ärger mit meinem Noch-Arbeitgeber? Ich möchte aufgrund von Mobbing möglichst nichts mehr mit denen zu tun haben. Ich danke euch jetzt schon für die Hilfe!
 

Anna B.

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#2
AW: AU über die Kündigung hinaus!

Hallo,

wenn du Au bist, dann bist du au...ein AG kann nicht bestimmen, wie lange jemand au ist..das macht ausschließlich dein Arzt...

der AG zahlt bis zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses das Gehalt weiter...ab dem Tag danach müßte die KK eigentlich Krankengeld zahlen.

jetzt kommt es darauf an, ob deine Ärztin auf die AU-Bescheingiung "folgebescheinigung" angegeben hat..
schau das mal nach bitte...
 

Sunny88

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#3
AW: AU über die Kündigung hinaus!

Ja, sie hat Folgebescheinigung angegeben. Der 03.02. wäre eigentlich mein letzter Arbeitstag. Da aber die AU bis zum 13.02.15 ausgeschrieben wurde, ist mein Arbeitgeber doch nicht dazu verpflichtet mich weiter zu bezahlen, oder? Ich hoffe das ihr mich richtig versteht was ich sagen möchte.... Jedenfalls bin ich auch noch nicht über die 6 Wochen hinaus und möchte das auch nicht, da ich schnell wieder in das Arbeitsleben einsteigen möchte und demnächst auch ein Vorstellungsgespräch habe.
 

Anna B.

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#4
AW: AU über die Kündigung hinaus!

nein, dein AG zahlt nur bis zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses..also hier dem 3.2..

du mußt rechtzeitig bei deiner KK Krankengeld beantragen ....d.h. am besten heute noch und sie sollen dir einen KG-Auszahlungsschein übersenden.

damit mußt du spätestens am 12.1. (wenn kein WE) wieder beim Arzt sein, um dich ggf. weiter au schreiben zu lassen...
 
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#5
AW: AU über die Kündigung hinaus!

Du mußt peinlich genau die Fristen einhalten wenn es darum geht ggf. weiter Krankgeschrieben
zu werden sonst gibt es weder Krankengeld noch Arbeitslosengeld (AA nimmt keine Kranken ).
Die Kassen versuchen immer mehr die Patienten auszutricksen.
Ich glaube ich würde schon am 11 hingehen wenn ich bis einschließlich 13 Krankgeschrieben wäre.
Aber :Informiere dich noch mal ganz genau über die Fristen sonst gibt es keine Kohle , keine Krankenversicherung mehr für die Zeit in der du noch Krankgeschrieben bist.
 

mathias74

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#6
AW: AU über die Kündigung hinaus!

Ich war offiziell bis zum 30.01.15 krank geschrieben. Da meine Arbeitslosigkeit erst ab dem 04.02. eintrifft habe ich mich heute zur Sicherheit nochmal von meiner Ärztin krank schreiben lassen.
Der 30. war ein Freitag und heute ist der 2. du warst aber nicht über das Wochenende krank geschrieben. Da muss du jetzt aufpassen was die KK macht.

Schau mal was deine Ärztin geschrieben hat - das Datum von Heute oder rückwirgend auf Samstag.
 

doppelhexe

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#7
AW: AU über die Kündigung hinaus!

Der 30. war ein Freitag und heute ist der 2. du warst aber nicht über das Wochenende krank geschrieben. Da muss du jetzt aufpassen was die KK macht.

Schau mal was deine Ärztin geschrieben hat - das Datum von Heute oder rückwirgend auf Samstag.
das hat nichts zu sagen. für heute und morgen muss der arbeitgeber noch lohnfortzahlung leisten, da die kündigung zum 3.2. erfolgte.
danach ist die krankenkasse zuständig, denn da ist keine lücke... (am besten bei der KK bescheid geben, das ab 4.2. krankengeld bezogen werden muss).

wenn du weiterhin krankengeld von der krankenkasse brauchst musst du IMMER 2 tage vor ablauf der krankschreibung (datum auf dem auszahlschein der krankenkasse) in der praxis aufschlagen und die krankschreibung verlängern lassen. am besten kopierst du den ausgefüllten auszahlschein für deine akten, bevor du das original an die krankenkasse schickst.

bei meiner krankenkasse reichte ein "fortlaufend" aber das wohl nur, weil abzusehen war/ist, das das noch ein paar jahre dauert...

die BA kann dich erst ab 14.2. wieder betreuen, wenn du NICHT länger AU bist...
 

Muzel

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#8
§ 8 Beendigung des Arbeitsverhältnisses EntgFG


(1) Der Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts wird nicht dadurch berührt, daß der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis aus Anlaß der Arbeitsunfähigkeit kündigt. Das gleiche gilt, wenn der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis aus einem vom Arbeitgeber zu vertretenden Grunde kündigt, der den Arbeitnehmer zur Kündigung aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist berechtigt.

Das Geld vom AG endet also nicht mit der Kündigung.
 

Dark Vampire

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#9
Doch endet es, es steht nirgends dass der AG wegen der AU gekündigt hat und das wird er auch nicht schriftlich darlegen.
Ab dem 4.2. gibts daher Krankengeld von der KK
 

Flodder

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#10
Die TE wurde nach eigenen Angaben während der Probezeit gekündig, eine Angabe des Kündigungsgrund ist daher nicht notwendig. Natürlich endet dann die Lohnfortzahlung mit Beendigung des Arbeitsverhältnis; danach Krankengeldanspruch.
 

Muzel

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#11
Der Anspruch endet nur bei einem befristet Vertrag nach Ablauf der Frist. Das regelt § 8 II EntgFG.
 

Flodder

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#12
Muzel, zitier hier nicht immer Gesetze, die du nicht verstehst..
 

Muzel

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#13
Der § 8 II EntgFG verweist auf § 3 I EntgFG und da steht nichts über Kündigungen in der Probezeit. Hast du einen Kommentar zu diesem Gesetz? Ich leider nicht.
 

Doppeloma

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#14
Hallo Muzel,

man sollte auch mal weitere Absätze lesen, denn der Absatz (1) gilt eben nur dann, wenn die bestehende AU konkret als Kündigungsgrund (vom AG) angegeben wird ... das ist eher selten (bis gar nicht) der Fall und daher sollte man sich besser nach dem Absatz (2) richten und der besagt eindeutig, dass die Lohnfortzahlung mit dem Kündigungsdatum beendet ist (auch unter der 6 Wochenfrist) ...

(2) Endet das Arbeitsverhältnis vor Ablauf der in § 3 Abs. 1 oder in § 3a Absatz 1 bezeichneten Zeit nach dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit, ohne daß es einer Kündigung bedarf, oder infolge einer Kündigung aus anderen als den in Absatz 1 bezeichneten Gründen, so endet der Anspruch mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses.
Quelle

§ 8 EntgFG Beendigung des Arbeitsverhältnisses Entgeltfortzahlungsgesetz

Ansonsten sollte die Frage der TE eigentlich bereits korrekt und umfassend beantwortet sein, die KK hat jetzt Krankengeld zu zahlen (ab dem 04.02.) so lange die AU ohne Unterbrechung weiterhin bestehen bleibt.

Jedenfalls bis die KK meint, dass sie nicht mehr gerne lange weiter zahlen möchte ...

Bis dahin ist die AfA nicht zuständig und bleibt in der "Warteschleife", dort braucht man sich erst wieder melden wenn die Genesung eingetreten ist und man der Arbeitsvermittlung somit wieder zur Verfügung stehen kann.

MfG Doppeloma
 

Muzel

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#15
Liebe Doppeloma, da hast du recht, wenn der AG den Grund für sein Kündigung nicht angegeben hat, dann nützt ihm der § 8 EntgFG nicht, denn da steht "auf Anlass". Wie du sagst, geben die meisten AG den Grund für die Kündigung nicht an. Da müsste man schon klagen, aber das würde wahrscheinlich auch wenig nützen, weil in der Probezeit keine Gründe angegeben werden müssen.
 

Muzel

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#16
Gericht: Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein 5. Kammer
Entscheidungsdatum: 06.02.2014
Aktenzeichen: 5 Sa 324/13
Dokumenttyp: Urteil

Entgeltfortzahlung - Kündigung aus Anlass einer Arbeitsunfähigkeit - Anspruchsübergang

Leitsatz

Ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen der Anzeige der Arbeitsunfähigkeit und dem nachfolgenden Kündigungsausspruch bietet den Anscheinsbeweis, dass der Arbeitgeber die Kündigung gemäß § 8 Abs. 1 Satz 1 EFZG (juris: EntgFG) aus Anlass der Arbeitsunfähigkeit ausgesprochen hat. Dabei muss die Arbeitsunfähigkeit nicht der alleinige Grund für die Kündigung sein, sie muss nur Anlass zum Ausspruch der Kündigung gewesen sein.(Rn.18)


Vielleicht lohnen sich doch rechtliche Schritte.
 
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