Arbeitsunfähig im alten Job aus Reha entlassen,steht mir neues Krankengeld zu,wenn ich wieder arbeite?

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Lotte38

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Huhu,
ich wurde im Juli ausgesteuert und aus der Reha arbeitsunfähig unter 3 Stunden für den Job als Erzieherin entlassen, aber insgesamt arbeitsfähig mit mehr als 6 Stunden. Im Moment beziehe ich normales ALG und bin arbeitssuchend für einen Job im Büro.
Ich versuche nun im kaufmännischen Bereich eine Stelle zu finden, habe mir aber überlegt, dass ich in meinen alten Job als Erzieherin zurückgehe, wenn ich nichts Passendes finde. Ich muss ja insgesamt 6 Monate wieder arbeiten oder als arbeitssuchend gemeldet sein, um neuen Anspruch auf Krankengeld im neuen 3 Jahres Zeitraum zu erwerben. Meine Frage ist nun, ob die Krankenkasse mir KG verwehren kann, wenn ich wieder im alten Job tätig werde und von hier aus erkranke. Können Sie dann sagen, dass mir nichts zusteht, weil ich in dem Beruf als arbeitsunfähig aus der Reha entlassen worden bin?
Liebe Grüße Lotte
 

saurbier

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Hallo Lotte38,

Nein.

Wenn du wieder einer Arbeit nachgehst und dann 6 Monate keine AU für die bisherige Krankheit vorgelegt wurde, dann fängt automatisch eine neue Blockfrist an zu laufen.

Ich hab das in den letzten 10 Jahren auch so gemacht.

Ich war für 78 Wochen AU, kam aus der Reha und fing wieder in meinem alten Beruf an zu arbeiten. Nach ca. 2 Jahren war die Leistungsfähigkeit wieder soweit hinunter das ich mich wieder in dauerhafte Behandlung begeben mußte um an deren Ende dann aus einer neuen Reha mit Wiedereingliederung meine Arbeit aufzunehmen. Leider haben die Rehas mich immer nur für gut 2 Jahre stabilisiert.

Beim letzten Mal kam dann im Reha-Abschlussbericht heraus, daß meine Leistungsfähigkeit nun auch für den allgemeinen Arbeitsmarkt nur noch zwischen 3-6 Std./tägl. gegeben ist und die DRV bewilligte mir daraufhin die volle EM-Arbeitsmarktrente.

Aber die Rente erfolgte, weil ich keinen neuen passenden Arbeitgeber im Umkreis von 25km mehr finden konnte.

Bei Bürotätigkeiten kann das schon gänzlich anders aussehen, denn da sieht das Leistungsprofil ja anders aus, als bei mir der aus dem Maschinenbau kommt.

Für die KK ist dies aber uninteressant, dort zählt halt nur das du nach einer Aussteuerung lediglich 6 Monate ohne AU wieder arbeiten mußt, bevor eine neuer Anspruch für die vorliegende zur Aussteuerung geführte Erkrankung entstehen kann (Blockfristenregelung).


Grüße saurbier
 

Lotte38

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Danke dir für deine Erklärung saurbier. Wurdest du aus den vorherigen Rehas denn immer gesund entlassen. In meinem Bericht steht arbeitsunfähig als Erzieherin, aber arbeitsfähig für andere Tätigkeiten über sechs Stunden. Ich hoffe eh, dass ich etwas im Büro finde, aber wenn das nicht klappt würde ich wieder als Erzieherin arbeiten gehen.
 

Doppeloma

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Hallo saurbier,

Wenn du wieder einer Arbeit nachgehst und dann 6 Monate keine AU für die bisherige Krankheit vorgelegt wurde, dann fängt automatisch eine neue Blockfrist an zu laufen.

Tut mir leid aber was du da schreibst ist NICHT korrekt, eine neue Blockfrist beginnt auf den Tag genau 3 JAHRE nach Beginn der ersten (oder aktuell letzten) Blockfrist für diese Krankheit und davon gibt es KEINE Ausnahmen.

Es wäre also zunächst mal bei der KK in Erfahrung zu bringen wann diese Blockfrist (in der sie ausgesteuert wurde) beendet sein wird, damit überhaupt eine Neue beginnen KANN.

Die 6 Monate ohne erneute AU auf die bereits ausgesteuerte Krankheit müssen zusätzlich erfüllt sein, das ist nicht "am Stück" erforderlich und kann auch schon in die letzte Blockfrist hinein reichen.

Ob die KK die Meldung bei der AfA wirklich als "Genesung" anerkennen wird dürfte eine weitere Frage sein, denn die KK geht nach einer Aussteuerung eher nicht davon aus, dass der Betroffene völlig gesund und voll vermittelbar ist bei der AfA, sondern wegen § 145 SGB III sein Geld dort bekommt.

Damit steht er der Vermittlung aber nicht "im üblichen Sinne" zur Verfügung, auch wenn man das den Ausgesteuerten gerne bei der AfA so "erzählt".
Die AU-Entlassung aus der Reha vor dem Gang zur AfA belegt ja auch eher das Gegenteil.
Wenn du zwischendurch wieder längere Zeit (ca. 2 Jahre sogar) arbeiten konntest ist das eine ganz andere Situation gewesen, da ist ein neuer Anspruch auf Krankengeld nachvollziehbar, denn es hatte sicher inzwischen auch eine neue Blockfrist bei der KK begonnen.

Im Falle der TE erfolgte die Aussteuerung aber erst im Juli 2018, ich nehme mal an es war ihre erste Langzeit-AU damit ... das kann sie uns aber nur selbst beantworten.

MfG Doppeloma
 

Doppeloma

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Hallo Lotte28, :welcome:

ich wurde im Juli ausgesteuert und aus der Reha arbeitsunfähig unter 3 Stunden für den Job als Erzieherin entlassen, aber insgesamt arbeitsfähig mit mehr als 6 Stunden.

Eine Reha-Klinik kann dich Arbeits-Unfähig entlassen aber ob du deinen Beruf wieder ausüben kannst (oder solltest) hat mit Erwerbsfähigkeit zu tun und auch mit spezieller Berufsfähigkeit.

Du wurdest praktisch für Berufs-UNFÄHIG (= Unter 3 Stunden) erklärt in der Reha aber für ALLE sonstigen Arbeiten am "allgemeinen Arbeitsmarkt" sieht man dich VOLLZEIT Erwerbsfähig an (6 und mehr Stunden sind bereits Vollzeit im Rentenrecht).

Wenn die Zahl neben deinem User dein aktuelles Lebensalter ist, dann frage ich mich warum man dir keine Leistungen zur beruflichen Reha angeraten hat, ansonsten wäre es nett wenn du uns verraten würdest, wie alt du bist.

Das kann helfen deine Aussichten am Arbeitsmarkt allgemein und auf berufliche Förderung im Besonderen etwas besser zu beurteilen.

Im Moment beziehe ich normales ALG und bin arbeitssuchend für einen Job im Büro.
Ich versuche nun im kaufmännischen Bereich eine Stelle zu finden,

Hast du denn eine entsprechende Berufsausbildung dafür, welche Förderung würde dir denn deine AfA-SB dafür anbieten, um deine Möglichkeiten eine solche Stelle zu finden zu verbessern ???

habe mir aber überlegt, dass ich in meinen alten Job als Erzieherin zurückgehe, wenn ich nichts Passendes finde.

Es dürfte ziemlich schwierig werden da als Quer-Einsteiger (zumindest) ohne Berufserfahrung (noch schlechter ohne entsprechnde Berufsausbildung) was zu finden, diese Berufe sind völlig "überlaufen" und es gibt genug arbeitslose Büro-Fachkräfte mit aktuellen Kenntnissen.

Das sollte doch deiner Arbeitsvermittlung auch nicht unbekannt sein, wie viele sinnvolle Stellen-Angebote hast du denn bisher von der AfA schon dafür bekommen ???

Ich muss ja insgesamt 6 Monate wieder arbeiten oder als arbeitssuchend gemeldet sein, um neuen Anspruch auf Krankengeld im neuen 3 Jahres Zeitraum zu erwerben.

Das dürfte zunächst mal der Knackpunkt sein, zu wissen wann denn eine neue Blockfrist für diese Krankheit beginnt, war das die erste Erkrankung mit dieser Diagnose und wann hat diese AU begonnen (nach grober Schätzung Anfang 2017, ist das richtig ?) ???

Wenn das stimmt (erstmalig AU damit ab Anfang 2017), dann läuft die aktuelle Blockfrist noch bis Anfang 2020, bis dahin bekommst du KEIN Krankengeld mehr für die ausgesteuerte Krankheit, egal welche Tätigkeit du ausüben würdest.

Meine Frage ist nun, ob die Krankenkasse mir KG verwehren kann, wenn ich wieder im alten Job tätig werde und von hier aus erkranke.

Für jede völlig ANDERE Krankheit müsstest du (in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis nach der Lohnfortzahlung durch den AG) sofort Krankengeld bekommen und der KK hat es dabei EGAL zu sein, in welcher Tätigkeit du krank geworden bist.

Können Sie dann sagen, dass mir nichts zusteht, weil ich in dem Beruf als arbeitsunfähig aus der Reha entlassen worden bin?

Dein Reha-Bericht geht die KK doch gar nichts an, den müssen die gar nicht bekommen, zudem ist es immer noch deine eigene Entscheidung wenn du dir trotzdem wieder die Gesundheit ruinieren möchtest (in einer ungeeigneten Tätigkeit) kann dir das Niemand verbieten. :icon_evil:

In meinem Bericht steht arbeitsunfähig als Erzieherin, aber arbeitsfähig für andere Tätigkeiten über sechs Stunden.

In deinem Bericht steht drin, dass man dich in der Reha für "Berufs-Unfähig" als Erzieherin eingeschätzt hat, das hat mit Arbeits-Unfähigkeit allgemein gar nichts zu tun.
Üblicherweise hat dich die DRV (oder auch die AfA) dann aber auch bei einer beruflichen Veränderung zu unterstützen, wenn du die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben sollst ...

Ich hoffe eh, dass ich etwas im Büro finde, aber wenn das nicht klappt würde ich wieder als Erzieherin arbeiten gehen.

Daran kann dich Niemand hindern, schließlich bist du nicht verpflichtet, dich nach dieser Einschätzung zu richten (oder den Bericht bei Bewerbungen vorzulegen), ob du dir selbst (und deiner Gesundheit) damit einen Gefallen tust, kann ich nicht beurteilen ...

In den Reha-Kliniken wird schnell mal festgestellt, dass man die bisherige Arbeit nicht mehr machen sollte aber der ganze "allgemeine Arbeitsmarkt" ist ja auch noch vorhanden ...
Dass man allgemein schlechter Arbeit findet wenn es gesundheitliche Probleme gibt interessiert die dabei nicht sonderlich, nach der Reha kannst du (meist) selber zusehen, wo du bleibst mit diesem Ergebnis ...

Es gibt Viele die dann wieder machen werden was sie können (obwohl sie wissen, dass sie das gesundheitlich nicht mehr lange durchhalten können), weil sie eine andere (angeblich besser passende) Arbeit auch nicht finden werden ...

Auch die Unterstützung der AfA dabei ist meist mehr als mangelhaft, wenn man dir dort was von Büro-Arbeit erzählt, dann sollte man dir auch sagen können, welche Unternehmen im Tagespendelbereich da Leute für suchen und / oder dir vielleicht mal einen sinnvollen Kurs anbieten, wo du was dafür lernen kannst ...

MfG Doppeloma
 

Lotte38

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Liebe Doppeloma,
ich hab oben nicht alles Wesentlich genannt. Es ist so, dass ich schon früher mal mit der Erkrankung au war und schon 2013 der erste Drei Jahres Zeitraum begonnen hat. Eine neue Blockfrist würde im April 2019 beginnen. Nach der Aussteuerung war ich noch in der Reha und nach der Reha wurde ich anhand der Feststellung der Reha (vermittlungsfähig über sechs Stunden) beim Arbeitsamt für voll vermitllungsfähig eingestuft. Eine Regelung nach Nahtlosigkeit kam nicht in Betracht, das wurde auch vom medizinischen Gutachter der Agentur geprüft.
Im kaufmännischen Bereich habe ich Vorerfahrungen, so dass ich hier auch reale Chancen auf einen Job habe, allerdings gibt es sehr viele Bewerber für diese Bereiche, was es dann wieder schwierig für mich macht. Von der Arbeitsagentur wurden mir Qualifikation Richtung Buchhaltung angeboten, diese werde ich auch wahrnehmen, falls es nicht vorher mit einer Stelle klappt. Von der DRV würden sie mir nur ein Berufstrainigszentrum anbieten mit verschiedenen Praktika. Aber das kann ich mir nicht gut vorstellen. Ich habe nur überlegt, dass ich einen Versuch als Erzieherin probieren würde, wenn es anders nicht klappt. Denn letztlich liegen meine Krankzeiten nicht nur am Beruf (bin psychisch erkrankt).
 

Lotte38

Elo-User*in
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Guten Morgen,

wie ist es denn mit dem Zeitraum von den sechs Monaten? Es ist ja so, dass man nach der Aussteuerung sechs Monate lang wieder erwerbstätig oder arbeitssuchend gemeldet sein musste, zusätzlich sechs Monate nicht aufgrund der ersten Diagnose au gewesen sein darf. Bei der Erwerbstätigkeit ist es doch so, dass man insgesamt auf sechs Monate kommen muss, diese müssen nicht am Stück sein. Ist es mit der AU genauso? Müssen sechs Monate am Stück ohne AU sein oder insgesamt ein Zeitraum von sechs Monaten (also beispielsweise ALG, Job, AU, ALG)? Ich möchte nämlich unbedingt einen Job probieren, bin mir aber nicht sicher, ob ich das packe. Liebe Grüße Lotte
 

saurbier

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Hallo Doppeloma,

danke für deine Ausführungen, du hast natürlich vollkommen Recht, ich hab das leider nicht detaliert genug aufgeklärt weshalb es missverständlich rüber kam.


Grüße saurbier
 
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