Arbeitssuchendmeldung, befristeter Vertrag und EGV unterschrieben

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lisaview

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Hallo,
ich bin neu im "Dschungel" Arbeitsamt/Arbeitslosigkeit.

Ich bin aktuell noch bis Mitte März 2019 befristet angestellt und der Vertrag wird voraussichtlich auch nochmals um 6 Monate verlängert und möchte natürlich auch gern bei meinem AG bleiben. Ich arbeite Teilzeit (verdiene aber sehr gut) und studiere Teilzeit an einer Präsenzuni (noch längere Zeit).

Folgerichtig habe ich mich jetzt arbeitssuchend gemeldet und prompt sofort eine Einladung bekommen. Zu dieser bin ich gegangen und mein Sachbearbeiter war an sich auch nett und ok (nicht unverschämt) und hat mir dann die EGV vorgelegt, die ich blöderweise (?) unterschrieben habe. Nach Lesem im Forum muss ich leider sagen, dass ich damit vermutlich einen riesigen Fehler begangen habe ..

Ich habe die EGV angehangen und hätte dazu ein paar Fragen und freue mich auf Anmerkungen!

1) Gilt so eine EGV immer so lange? (bis Juni 2019)
2) Dass ich zu 90% übernommen werde, zählt nicht, solange ich es nicht schriftlich habe, oder?
3) Seite 2: Die Förderung aus Vermittlungsbudget ist nicht notwendig? Das haben wir so nicht besprochen: nur, dass ich in meiner Branche gar nicht erst anfangen muss, eine Papierbewerbung zu schreiben.
4) Anzahl der Bewerbungen: der Mitarbeiter sagte, ich solle 2 pro Woche schreiben (obwohl die hier wirklich nicht vorhanden sind) - jetzt steht in der EGV leider "zusätzlich zu den VV".
5) Bewerbung ab 15.02. (da bin ich noch nicht mal arbeitslos!) - warum das?
6) Ich sagte, ich sei grundsätzlich für 1 Tag Probearbeit bereit - mehr nicht. Jetzt muss ich das GEZIELT anbieten?
7) Ab dem 4. Monat bewerbe ich mich landesweit: darüber bin ich schon vor Ort gestolpert und habe gefragt, warum schon ab dem 4. Monat und dass das mit dem Teilzeitstudiums (Präsenz!) nicht möglich ist. Der Mitarbeiter meinte aber, das sei gesetzlich festgelegt und dagegen könne ich nichts machen.
8) Warum sofort RFB? Es geht ja hier um ALG 1 und ich bin noch nicht mal arbeitslos (und werde es vermutlich auch nicht werden).

Oh man, mir dünkt, es war das dümmste, was ich machen konnte, diese EGV zu unterschreiben, ohne hier zu fragen.

Vielen Dank für eure Hinweise und Tipps,

Lisa
 

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BerndB

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Ein paar grundsätzliche Anmerkungen zu den Handlungen der AfA:

Leistungen aus dem Vermittlungsbudget sind „kann“-Leistungen. Sie werden nur gewährt, wenn ein Bewerber die Kosten nicht selbst tragen kann. Hinweise sind hier unter dem Begriff „Eigenleistungsfähigkeit“ zu finden. Text:
"Bei Ausbildungsuchenden und Arbeitslosen kann davon ausgegangen werden, dass Eigenleistungsfähigkeit grundsätzlich nicht vorliegt und ..."
Arbeitsuchende sind darin nicht automatisch aufgeführt.

Laut Ergebnis einer länger zurückliegenden Zeit wurde festgestellt, dass es keine grundsätzliche Vorgaben für die Zahl der Bewerbungen gibt. Es kommt auf den Beruf an, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt usw.

Vor Jahren wurde die frühzeitige Arbeitsuchendmeldung eingeführt, damit Suchende die Suche rechtzeitig aufnehmen. Die Zeit nennt man vielleicht deshalb auch "Aktionszeit". Das hier ist die Ankündigung des "Leitfaden zur frühzeitigen Arbeitsuchendmeldung". Der Leitfaden" selbst ist nicht beigefügt, kann aber kostenlos per Mail bei der AfA im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes angefordert werden.

Bewerbungen außerhalb des Pendelbereichs sind m. E. von Anfang an zumutbar. Wenn dadurch aber berufliche Chancen verhindert werden (Abbruch von Weiterbildung/Zusatzstudium), dürfte dies eher ein Problem für den Sachbearbeiter darstellen.

Rechtsfolgebelehrungen können, müssen aber nicht, Sperrzeiten nach sich ziehen. In § 159 SGB III steht, welche Arbeitsablehnungen sperrzeitrelevant sind:
Es sind nur Arbeitsangebote sperrzeitrelevant, deren Beschäftigungsbeginn nach Eintritt der Arbeitslosigkeit liegt.

Über die Pflicht zur Meldung von Arbeitsuchenden steht in § 38 SGB III: "Im Übrigen gelten für Ausbildung- und Arbeitsuchende die Meldepflichten im Leistungsverfahren nach den §§ 309 SGB III und 310 SGB III entsprechend."

Wird eine EGV nicht unterschrieben, können die Vorgaben per Verwaltungsakt (ohne Unterschrift eines Bewerbers) erlassen werden.
 
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