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ArbeitsSUCHEND ohne Leistungen / VV / EGV nur online / Sanktion / Minijob

cinderella989

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#1
Hallo zusammen :)

Ich bin neu hier und möchte mir ein paar Ratschläge einholen.

Ich habe mein Studium abgeschlossen und mich bei der Agentur für Arbeit zunächst arbeitsSUCHEND ohne Leistungsanspruch gemeldet (d.h. OHNE Meldung an die Rentenversicherung).

Bei meinem ersten Termin Ende 2016 wurde mein Profil angepasst, Stellengesuch besprochen ... mir wurde aber KEINE EGV vorgelegt/zugesandt. Ich habe nichts unterschrieben.

Daraufhin habe ich mich an die Stellensuche gemacht. Seit Anfang des Jahres übe ich einen Minijob (der evtl. aufgestockt wird/ich übernommen werde) in genau der Branche, in der ich arbeiten will und entsprechend meines Studiums, aus.

Nun habe ich schriftlich (erstmals) einen Vermittlungsvorschlag mit RFB erhalten (von einer nahegelegenen, nicht meiner zuständigen, AfA). Die Stelle bei einer Zeitarbeitsfirma passt aufgrund von Fremdsprachenkenntnissen auf mein Profil, jedoch entspricht sie nicht wirklich meinen Vorstellungen. (Kurze Nebenfrage: Die Jobbörse bietet weitaus treffendere Stellen...wieso wurden diese mir nicht vorgeschlagen?)

Eigentlich möchte ich mich nicht auf den Vorschlag bewerben... Doch just letzte Woche entdeckte ich online in meinem Jobbörsenprofil eine EGV (PDF-Datei ohne Unterschrift - mit Hinweis "Ich bewerbe mich innerhalb von 3 Tagen auf Vermittlungsvorschläge") - die Inhalte wurden zwar besprochen, aber ich habe beim Beratungsgespräch weder die Worte "Eingliederungsvereinbarung" gehört, noch etwas unterschrieben. Auch per Post kam daraufhin (bis jetzt der VV) nichts.

Wie gehe ich vor als Nichtleistungsempfängerin, die keine EGV unterschrieben hat und nur arbeitssuchend (ohne Rentenversicherungszeiten) gemeldet ist? MUSS der Feedbackbogen ausgefüllt und zurückgeschickt werden? Für "Ich habe mich nicht beworben, weil..." muss man ja schlagende Argumente bringen. Kann eine Vermittlungssperre eintreten? Was kann mir da verkürzt werden... höchstens die Vermittlung, oder?

Ich habe auch überlegt, mich komplett abzumelden... um unnötigen Ärger zu vermeiden. Bisher kamen ja auch keine Vorschläge... und ich habe mich selbstständig beworben. Die Rentenversicherungszeiten sichere ich mir seit Anfang des Jahres ja durch meinen Minijob, der mir zusätzlich genau die Erfahrungen bringt, die ich später für eine Vollzeitstelle in selbigem Bereich benötige. Die Meldung bei der Agentur hat mir bisher nichts gebracht... außer vielleicht meinem Gewissen ;) Die Jobbörse kann ich ja auch ohne Anmeldung nutzen und bewerbe michn selbstständig - mittlerweile weiß ich, dass die Jobbörse mir kaum sinnvolle Stellen ausspuckt. Kann man sich bei Bedarf jederzeit wieder arbeitssuchend melden (Anspruch auf ALG1 habe ich übrigens nicht)?

Vielleicht kann mir jemand helfen :)
Viele Grüße!
 

MisterU

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#2
Hallo,

die online eingestellte EGV ist ohne weitere Beachtung zu begegnen. Erst wenn sie dir konkret (schriftlich) vorliegt musst du darauf reagieren.
Da du keine Leistungen beziehst machen die Rechtsfolgen entsprechend wenig Sinn für dich.
Was ist mit deiner Krankenversicherung? Mit Minijob ist man nicht krankenversichert.
Anspruch auf ALG1 hat man nur, wenn man zuvor 12 Monate lang einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgegangen ist.

mfg
U
 

cinderella989

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#3
Danke, Mister U.

Ich war nur sehr verwundert, dass die EGV plötzlich online augetaucht ist... bisher war sie dort meiner Erinnerung nach nicht aufgeführt.

Ich bin freiwillig krankenversichert. Das (und der Minijob) soll natürlich kein Dauerzustand bleiben. ;) Momentan bringt mir die Meldung bei der Agentur nur die Vermittlung, keine Versicherungsleistungen, da ich (wie MisterU festgestellt hat) kein Anrecht auf ALG1 habe.
 
G

Gast1

Gast
#4
Da du keine Leistungen beziehst machen die Rechtsfolgen entsprechend wenig Sinn für dich.
Das stimmt nicht. Wenn Nichtleistungsempfänger Vermittlungsvorschläge mit RFB erhalten, dann wird in der RFB, falls sie korrekt erstellt worden ist, mit einer so genannten Vermittlungssperre gedroht.

Wird die Vermittlungssperre verhängt, muss der Betroffene gegenüber der Rentenversicherung 12 Wochen lang für jede Woche 2 Bewerbungen auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse nachweisen. Falls der Betroffene dies nicht tut, hat das Auswirkungen auf sein Rentenkonto. Das bedeutet dann z. B., dass die 12 Wochen nicht als so genannte Anrechnungszeit durch die Rentenversicherung gewertet werden. Das hat dann mitunter negative Auswirkungen auf einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, dieser wird dann versagt.

Deutsche Rentenversicherung - Rentenrechtliche Zeiten - Arbeitslosigkeit
 

MisterU

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#5
Danke für den Hinweis. Ich kenne mich da nicht aus, aber cinderella989 schreibt doch, dass sie arbeitssuchend "ohne Meldung an die Rentenversicherung" ist.
Wenn also sowieso keine Meldung an die Rentenversicherung stattfindet, dann wird diese Zeit ja sowieso nicht angerechnet, oder?
 
G

Gast1

Gast
#6
MisterU, cinderella989 behauptet, die Agentur für Arbeit würde ihre Zeit der Arbeitsuchendmeldung nicht an die Rentenversicherung melden. Das stimmt aber nicht. Die Agentur für Arbeit meldet selbstverständlich solche Zeiten an die Rentenversicherung.

Nachtrag: Bin mir grad nicht sicher, ob die Agentur für Arbeit in ihrem Fall vielleicht doch keine Meldung an die Rentenversicherung macht.
 

cinderella989

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#7
MisterU, cinderella989 behauptet, die Agentur für Arbeit würde ihre Zeit der Arbeitsuchendmeldung nicht an die Rentenversicherung melden. Das stimmt aber nicht. Die Agentur für Arbeit meldet selbstverständlich solche Zeiten an die Rentenversicherung.

Nachtrag: Bin mir grad nicht sicher, ob die Agentur für Arbeit in ihrem Fall vielleicht doch keine Meldung an die Rentenversicherung macht.
In meinem Fall meldet die Agentur für Arbeit wirklich nichts. Denn ich bin arbeitsSUCHEND ohne Bezug gemeldet, nicht arbeitsLOS ohne Bezug. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied, der den meisten Leuten nicht bekannt ist (mir war er das bis Ende letzten Jahres auch nicht).

Der Arbeitgeber meines Minijobs meldet der Rentenversicherung jedoch monatlich, dass ich angestellt bin und ich zahle einen kleinen Teil selbst ein. Viel bringt das für später nicht, jedoch bin ich damit meiner Meinung nach "unabhängiger" ggü. der Agentur.

Dass mir eine "Vermittlungssperre" droht, steht in der RFB, ja. Aber ich habe keinerlei EGV unterschrieben. Daher auch meine Überlegung, mich abzumelden, um mir (und auch der Agentur) Ärger zu ersparen. Ich hoffe ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt. :peace:
 
G

Gast1

Gast
#8
cinderella989, die nicht unterschriebene EGV hat nichts mit der Vermittlungssperre zu tun. Die kann man auch kriegen, wenn man eine EGV nicht unterschrieben hat.

Ob es ohne Nachteil für Dich ist Dich von der Agentur abzumelden, das kann ich Dir nicht beantworten. Da muss ein Rentenexperte wohl ran.
 

RobbiRob

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#9
Ja, die Anwartschaft erreichst Du über die freiwillige Selbstzahlung beim Minijob.
Das ist seit 2013 so möglich.

Ansonsten kann man das nur durch arbeitslos ohne Leistungsbezug und den damit verbundenen Vermittlungebemühungen erreichen.

Du kannst Dich bedenkenlos abmelden.
 

MisterU

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#10
Eventuell kann nochmal überlegt werden, ob die aktuelle Situation wirklich so bleiben soll.
Langfristig lässt sich ein Leben mit freiwillige Krankenversicherung/Rentenversicherung durch ein Minijob nämlich nicht so leicht finanzieren. Die "Aussicht" auf eine Übernahme ins Vollzeit ist natürlich nur mit Vorsicht zu genießen.
Wenn man also früher oder später ALG2 beantragen muss, dann macht es finanziell eventuell mehr Sinn, diesen frühzeitig zu beantragen.
Man kann ja trotz ALG2 weiterhin den gewünschten Minijob nachgehen.
 

cinderella989

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#11
cinderella989, die nicht unterschriebene EGV hat nichts mit der Vermittlungssperre zu tun. Die kann man auch kriegen, wenn man eine EGV nicht unterschrieben hat.
.
Ist dem tatsächlich so? (Danke für den Hinweis an Dich!)

Daher die Überlegung der Abmeldung... keine Vermittlung und Vermittlungssperre laufen ja auf das selbe hinaus.
 
G

Gast1

Gast
#12
Ist dem tatsächlich so? (Danke für den Hinweis an Dich!)
Jupp. Denn die RFB in Deinem Vermittlungsvorschlag (VV) bezieht sich auf den VV.

Die EGV hat auch eine RFB, aber die droht sehr wahrscheinlich keine Sperrzeiten an. Die RFB in einer EGV bezieht sich immer auf die EGV, aber nicht auf VV's.
 

cinderella989

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#13
Eventuell kann nochmal überlegt werden, ob die aktuelle Situation wirklich so bleiben soll.
Langfristig lässt sich ein Leben mit freiwillige Krankenversicherung/Rentenversicherung durch ein Minijob nämlich nicht so leicht finanzieren. Die "Aussicht" auf eine Übernahme ins Vollzeit ist natürlich nur mit Vorsicht zu genießen.
Das stimmt natürlich! Langfristig werde ich auch mit meinem Arbeitgeber klären, ob eine Übernahme in absehbarer Zeit klappt, oder nicht.
 

cinderella989

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#14
Nochmal auf den VV zurückkomend: Hat hier schonmal jemand einen VV abgelehnt (mit/ohne Grund; mit/ohne den Feedbackbogen zurückgeschickt zu haben)?

Wie (schriftlich?) und wie schnell reagiert die Agentur für Arbeit dann darauf mit einer Vermittlungssperre?

Nach einer Vermittlungssperre (bis zu 12 Wochen) muss man sich selber wieder "arbeitssuchend" melden, oder?
 
G

Gast1

Gast
#15
cinderella, schau Dir mal den § 140 SGB III an, klopfe diesen § mal gegen den VV ab, vor allem in Bezug auf die Pendelzeiten zum angebotenen Job und zurück (Umsteigezeiten zählen zu den Pendelzeiten):

(4) Aus personenbezogenen Gründen ist einer arbeitslosen Person eine Beschäftigung auch nicht zumutbar, wenn die täglichen Pendelzeiten zwischen ihrer Wohnung und der Arbeitsstätte im Vergleich zur Arbeitszeit unverhältnismäßig lang sind. Als unverhältnismäßig lang sind im Regelfall Pendelzeiten von insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und Pendelzeiten von mehr als zwei Stunden bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden und weniger anzusehen. Sind in einer Region unter vergleichbaren Beschäftigten längere Pendelzeiten üblich, bilden diese den Maßstab. Ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs ist einer arbeitslosen Person zumutbar, wenn nicht zu erwarten ist, dass sie innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung innerhalb des zumutbaren Pendelbereichs aufnehmen wird. Vom vierten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs in der Regel zumutbar. Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.
Wenn die Pendelzeiten zu lang sind im Sinne dieses §, kannst Du den VV ablehnen, ohne dass Dir eine Sperrzeit aufgedrückt werden darf. Teile der Agentur für Arbeit schriftlich mit, dass der VV unzumutbar ist im Sinne des § 140 Abs. SGB III, und dass Du eine Bewerbung deswegen ablehnst. Die Dauer der Pendelzeiten solltest Du aber gegenüber der AfA belegen.

cinderella989 sagte :
Nach einer Vermittlungssperre (bis zu 12 Wochen) muss man sich selber wieder "arbeitssuchend" melden, oder?
Davon gehe ich stark aus.
 
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