Arbeitssuchend gemeldet-> Bewerbungspflicht? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Smiley32

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Hallo,

mein befristeter Vertrag läuft am 31.10.2016 aus. Ende Juni meldete ich mich schon einmal per Fax arbeitssuchend.

Mittlerweile schrieb ich auch schon einige Bewerbungen und erhielt Einladungen zu 3 Vorstellungsgesprächen und nur 1 Absage. Soweit gut.
Ich habe das Glück das in meiner Branche derzeit verzweifelt gesucht wird und unbefristet ist da auch kein großes Problem. Ebenso werben genügend Arbeitgeber mit übertariflicher Bezahlung.

Die Agentur für Arbeit hat aus meinen aus der Vergangenheit gespeicherten Daten eine Suchanzeige online gestellt.
Dazu kam jetzt auch ein Brief mit Stellenanzeigen zu denen ich mich bewerben soll.
Es erfolgte dazu KEINE Rechtsfolgebelehrung! Allerdings lagen Rückmeldeschreiben bei....

Da alle Stellenanzeigen in anderen Bundesländern waren, alle befristet und weitgehend Zeitarbeit, so habe ich keine große Lust mich dort zu bewerben.

Vorsichtshalber schickte ich mal ein Fax hin, und stellte vorab einen Antrag auf Übernahme Umzugskosten inkl. Fahrtkosten zu Wohnungsbesichtigungen ggf. mit Übernachtungen usw. Schließlich kann ich das dann nicht aus eigener Tasche zahlen. Einen rechtsmittelfähigen Bescheid verlangte ich auch dazu.
Wenn die mich schon in ein anderes Bundesland abschieben wollen, dann sollen die auch zahlen. Vorallem wo das Gegenden sind wo man nur schwer eine preiswerte Wohnung finden würde. Ansonsten müsste ich halt die Stellen ablehnen weil ich keine Wohnung finde....

Allerdings ist meine dringende Frage, in wieweit ich mich auf die Stellenanzeigen die mir die Arbeitsagentur schickt bewerben muss!?
Wenn ich mal arbeitslos bin, dann besteht eine Bewerbungspflicht, aber wenn ich arbeitssuchend bin?

Eine EGV besteht nicht. Wie ist dazu der aktuelle Stand? Müsste ich die unterschreiben oder dürfte ich die zur Kontrolle mitnehmen ohne eine Sanktion zu erhalten?

Danke,
Jürgen
 
G

Gast1

Gast
Smiley32, ich nenne Dir mal das entsprechende Gesetz:

§ 159 Ruhen bei Sperrzeit

(1) Hat die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer sich versicherungswidrig verhalten, ohne dafür einen wichtigen Grund zu haben, ruht der Anspruch für die Dauer einer Sperrzeit. Versicherungswidriges Verhalten liegt vor, wenn

...

2. die bei der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend gemeldete (§ 38 Absatz 1) oder die arbeitslose Person trotz Belehrung über die Rechtsfolgen eine von der Agentur für Arbeit unter Benennung des Arbeitgebers und der Art der Tätigkeit angebotene Beschäftigung nicht annimmt oder nicht antritt oder die Anbahnung eines solchen Beschäftigungsverhältnisses, insbesondere das Zustandekommen eines Vorstellungsgespräches, durch ihr Verhalten verhindert (Sperrzeit bei Arbeitsablehnung),

...
SGB 3 - Einzelnorm

Das bedeutet:

1. Auf Vermittlungsvorschläge ohne Rechtsfolgenbelehrung musst Du Dich nicht bewerben. Da brauchst Du auch nicht diesen Rückmeldebogen, der einem solchen Vermittlungsvorschlag beigefügt ist, an die Agentur für Arbeit zurückschicken.

2. Auf Vermittlungsvorschläge mit Rechtsfolgenbelehrung musst Du Dich bewerben, es sei denn, sie sie sind unzumutbar. Die Zumutbarkeitsregeln für Vermittlungsvorschläge sind in § 140 SGB III genannt, bitte diesen § durchlesen. Im Rückmeldebogen von Vermittlungsvorschlägen mit Rechtsfolgenbelehrung solltest Du, falls diese unzumutbar im Sinne des § 140 SGB III sind, die Unzumutbarkeit angeben und diese auch begründen. Und dann den Rückmeldebogen an die Agentur für Arbeit zurückschicken, vorher aber eine Kopie vom Rückmeldebogen für die eigenen Unterlagen machen.
 

Solanus

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...und immer ganz Wichtig!!!!

Für Alles vorher Kostenerstattung beantragen und auf rechtsmittelfähigen Bescheid bestehen. Und nach dem Bescheid natürlich auch bewerben.

Nach kurzer Zeit, wird Dein SB sich genau ansehen, welche VV's er Dir schickt und welche er lieber sein läßt.
 

Smiley32

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Hallo,

falls in der Stellenausschreibung z.B, ein Personenbeförderungsschein gefordert wird. Darf ich dann in die Bewerbung reinschreiben das ich keinen Besitze? Für eine Ortskundeprüfung lernen und dann die Prüfung....da vergehen einige Monate und dann muss man die Prüfung erstmal bestehen....
Für einen potentiellen Arbeitgeber wohl eher uninteressant.
Oder müsste ich dann mit Sanktionen rechnen?
Danke,
Jürgen
 

Solanus

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Hallo,

falls in der Stellenausschreibung z.B, ein Personenbeförderungsschein gefordert wird. Darf ich dann in die Bewerbung reinschreiben das ich keinen Besitze? Für eine Ortskundeprüfung lernen und dann die Prüfung....da vergehen einige Monate und dann muss man die Prüfung erstmal bestehen....
Für einen potentiellen Arbeitgeber wohl eher uninteressant.
Oder müsste ich dann mit Sanktionen rechnen?
Danke,
Jürgen
Du bewirbst Dich unter Angabe der tatsächlichen Verhältnisse und falls, FALLS, Du einen Vorstellungstermin bekommst, gehst Du positiv hin. Fragt Dich der Chef nach dem PBS, gibst DU wahrheitsgemäß an, DU hast keinen. Damit dürfte sich dies alles schon erledigt haben, falls nicht, sei froh, dann bekommst DU das Ding bezahlt.

Solange Du ehrlich bist und tatsächliche Verhältnisse angibst und nicht vorsätzlich den Job verhinderst, obwohl DU dafür geeignet bist, kann Dich keiner sanktionieren.
 
G

Gast1

Gast
Smiley32, hast Du den Vermittlungsvorschlag geprüft, wie ich es in Beitrag #2 beschrieben habe?

Erst nach einer solchen Prüfung stellt sich ggf. die Frage, wie das Anschreiben zu formulieren ist.
 
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