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Arbeitsstelle weit weg von zu Hause?

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totoro

Elo-User/in

  Th.Starter/in  
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29 Jul 2006
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#1
Hallo an Alle,

ich bin jetzt 20 Jahre, habe meine Lehre gerade beendet und bin ziemlich deprimiert. Mein Vermittler sagt ich solle mich doch in ganz Deutschland bewerben und gegebenenfalls auch umziehen.
Ich habe Kinderpfleger gelernt und das ist nun kein Beruf indem man genug Geld verdienen kann um vernünftig zu leben.

Ich wohne in Erfurt und mein Vermittler verlangt von mir, das ich mich in Köln und München bewerbe, da es in diesen beiden Städten freie Stellen gibt.
Aber es sind teilweise Stellen, wie 400€ Jobs oder Teilzeitstellen, größtenteils befristet für ein Jahr.
Muss ich mich denn dort wirklich bewerben und diese Arbeit dann auch annehmen?
Können die das wikrlich verlangen?
Ich würde es ja einsehen meinetwegen nach Leipzig zu ziehen für eine Vollzeitstelle und unbefristet.

Gibt es nicht ein Gesetz indem steht wie weit weg ich ziehem muss?
Ich habe nur einen Gesetztesauszug aus dem SGB III §119 gefunden, aber daraus werd ich nicht wikrlich schlau!

Ich hoffe mir kann jemand helfen und sagen, was zumutbar ist und was nicht, ob das wirklich sein muss, bis ans andere Ende von eutschland zu ziehen, für eine Arbeitsstelle´, mit deren Lohn ich nicht mal die Miete eines Monats begleichen könnte.

Bin schon ziemlich verzweifelt....

Wäre dankbar für einen Rat,

liebe Grüße, danke im Vorraus Christin
 

Martin Behrsing

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#2
Hi,

du musst Dich nicht auf jede Stelle bewerben. Es kommen für ein Umzug nur sozialversicherungspflichtige Stellen in Betracht - also kein 400 EUR Job.
Aber bewerben musst Du dich dennoch. Kein vernünftiger Arbeitgeber würde dich eine Stelle als Kinderpflege3r antreten lassen, wenn Dein Lebensunterhalt nicht mehr gesichert ist, weil sich dies sofort auf die Erziehung der Kinder auswirken würde.

Aber grundsätzlich stimmt es schon, du bist alleinstehend, jung und da ist es zumutbar, sich auf jede Stelle im ganzen Bundesgebiet zu bewerben und notfalls auch um zuziehen.
 

totoro

Elo-User/in

  Th.Starter/in  
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#3
Frage...

Dabke für die Antwort.

Also ist die Wahrscheinlichkeit das mich jemand einstellt sehr gering, bzw. garnicht vorhanden bei Teilzeitjobs, die zeitlich begrenzt sind und viel zu weit weg?
Was ich gern noch wissen möchte. Muss ich mich auf alle Stellen die es im Bundesgebiet gibt bewerben oder würde sage ich mal, e20 Bewerbungen reichen, bzw. ich bewerbe mich nur, bei denen, ich vielleicht die Aussicht auf Einstellung hätte...beispielsweise Vollzeitjob mit Festanstellung?
Auch wenn das eben nur 4 oder 8 sind, anstatt im ganzen Bundesgebiet 30 oder 50 ?
Würde das reichen um das das Abreitsamt mir die Leistungen nicht kürzt?

Eine Frage habe ich noch. Ist es auch so, wenn man verheiratet wäre und unter 25 ?
Aber der partner ist über 25 Jahre und auch nciht mehr voll arbeitsfähig?
Ist da die Regelung anders?
Unter welchen Umständen müsste man da jede Arbeit im gesamten Bundesgebiet annehmen?

Danke im Vorraus schonmal für die Antwort,

liebe Grüße Christin
 
E

ExitUser

Gast
#4
Der § 119 ist da auch nicht der richtige. Lies mal weiter. Dann findest du den § 121

SGB 3 § 121 Zumutbare Beschäftigungen
(1) Einem Arbeitslosen sind alle seiner Arbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungen zumutbar, soweit allgemeine oder personenbezogene Gründe der Zumutbarkeit einer Beschäftigung nicht entgegenstehen.

(2) Aus allgemeinen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn die Beschäftigung gegen gesetzliche, tarifliche oder in Betriebsvereinbarungen festgelegte Bestimmungen über Arbeitsbedingungen oder gegen Bestimmungen des Arbeitsschutzes verstößt.

(3) Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses
Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist dem Arbeitslosen eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.

(4) Aus personenbezogenen Gründen ist einem Arbeitslosen eine Beschäftigung auch nicht zumutbar, wenn die täglichen Pendelzeiten zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsstätte im Vergleich zur Arbeitszeit unverhältnismäßig lang sind. Als unverhältnismäßig lang sind im Regelfall Pendelzeiten von insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und Pendelzeiten von mehr als zwei Stunden bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden und weniger anzusehen. Sind in einer Region unter vergleichbaren Arbeitnehmern längere Pendelzeiten üblich, bilden diese den Maßstab. Ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs ist einem Arbeitslosen zumutbar, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Arbeitslose innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung innerhalb des zumutbaren Pendelbereichs aufnehmen wird. Vom vierten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einem Arbeitslosen ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs in der Regel zumutbar. Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.
Und im SGB 3 §§ 53 und 54 findest du die Mobilitätshilfen, die du zur Aufnahme und während der Aufnahme einer Tätigkeit ausserhalb der zumutbaren Entfernung beantragen kannst. Mit U25-Arbeitslosen wird ja eine Eingliederungsvereinbarung (EingV) abgeschlossen. Du solltest darauf achten, dass diese Umzugsbeihilfen dort als Soll-Leistungen Eingang finden. (Soll heißt für das Arbeitsamt soviel wie muß).
Zur Verhandlung über die EingV ist es gut, wenn du eine Person deines Vertrauens mit ins Amt nimmst. Das darfst du. Auch hierüber gibt es einen §. Ich will jetzt aber hier nicht alle zitieren. Geh über die Suchfunktion hier im Forum. Darüber wurde auch in anderen Zusammenhängen schon viel geschrieben.

Das gleiche gilt über den Abschluß von EingV.

SGB 3 § 53 Mobilitätshilfen
(1) Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende, die eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, können durch Mobilitätshilfen gefördert werden, soweit dies zur Aufnahme der Beschäftigung notwendig ist.

(2) Die Mobilitätshilfen bei Aufnahme einer Beschäftigung umfassen
1. Leistungen für den Lebensunterhalt bis zur ersten Arbeitsentgeltzahlung
(Übergangsbeihilfe),
2. Leistungen für Arbeitskleidung und Arbeitsgerät (Ausrüstungsbeihilfe),
3. bei auswärtiger Arbeitsaufnahme die Übernahme der Kosten für
a) die Fahrt zum Antritt einer Arbeitsstelle (Reisekostenbeihilfe),
b) tägliche Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstelle
(Fahrkostenbeihilfe),
c) eine getrennte Haushaltsführung (Trennungskostenbeihilfe),
d) einen Umzug (Umzugskostenbeihilfe).

(3) Leistungen nach Absatz 2 können an Bezieher von Arbeitslosengeld auch zur Aufnahme einer Beschäftigung im Ausland erbracht werden.
(4) Leistungen nach Absatz 2 Nr. 1, 2 und 3 Buchstaben a und d können auch an Ausbildungsuchende erbracht werden, die in ein Ausbildungsverhältnis eintreten, wenn sie bei der Agentur für Arbeit als Bewerber um eine berufliche Ausbildungsstelle gemeldet sind.


SGB 3 § 54 Mobilitätshilfen bei Aufnahme einer Beschäftigung
(1) Als Übergangsbeihilfe kann ein zinsloses Darlehen in Höhe von bis zu 1000 Euro erbracht werden. Dieses ist zwei Monate nach der Auszahlung und grundsätzlich in zehn gleich hohen Raten zurückzuzahlen.
(2) Als Ausrüstungsbeihilfe können Kosten bis zur Höhe von 260 Euro übernommen werden.
(3) Als Reisekostenbeihilfe können die berücksichtigungsfähigen Fahrkosten bis zu einem Betrag von 300 Euro übernommen werden. § 46 Abs. 2 Satz 2 und 3 ist entsprechend anzuwenden.
(4) Als Fahrkostenbeihilfe können für die ersten sechs Monate der Beschäftigung die berücksichtigungsfähigen Fahrkosten übernommen werden.
(5) Als monatliche Trennungskostenbeihilfe können für die ersten sechs Monate der Beschäftigung die Kosten bis zu einem Betrag von 260 Euro übernommen werden.
(6) Als Umzugskostenbeihilfe können die Kosten für das Befördern des Umzugsguts im Sinne des § 6 Abs. 3 Satz 1 des Bundesumzugskostengesetzes von der bisherigen zur neuen Wohnung übernommen werden, wenn der Umzug innerhalb von zwei Jahren nach
Aufnahme der Beschäftigung stattfindet und der Umzug durch die Aufnahme einer Beschäftigung bedingt ist, die außerhalb des nach § 121 Abs. 4 zumutbaren Tagespendelbereichs liegt.
Ich finde es ja auch nicht prickelnd, dass nun alle Jugendlichen nach Bayern oder Baden-Württemberg ziehen, aber die Gegend dort ist wirklich nicht schlecht. Ich habe selbst 2 Jahre dort gelebt. Es hat mir sehr gefallen.

Die Frage wegen des über 25jährigen, der nicht mehr voll erwerbsfähig ist, kann so nicht beantwortet werden. Da sind schon mehr Infos erforderlich. Ist es ein Behinderter? Wie ist er mit dir verwandtschaftlich verbunden? Bist du für die Pflege zuständig? Diese Frage solltest du konkretisierter im Bereich Schwerbehinderte stellen.
 

totoro

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#5
Nochmal eine Frage...

Die über 25 Jährige Person ist nicht mehr voll erwerbsfähig, aber nicht schwerbehindert. Die Person kann nur noch ca.6 Stunden arbeiten gehen und nicht alle Berufe ausüben, auf Grund dessen, das eine Bandscheiben Operation zugrunde liegt.
Ich bin mit dieser Person zusammen, schon seid längerer Zeit und ich möchte um ehrlich zu sein, nicht alleine in eine fremde Stadt ziehen.
Schliesslich sieht es nciht so aus, alsob die Person über 25 Jahre nochmal eine Arbeit bekommt aufgrund der beschwerden.

Wie wäre es wenn wir verheitratet wären? Wir hatten das vor, sind uns aber nicht sicher.
Ändert sich dann irgendetwas?

Danke für die Gesetztestexte.
Was ich daran nur nicht verstehe, es gibt so viele menschen, die auch in diesen Regionen keine Arbeit haben, viele Erzieher, Kinderpfleger u.s.w. warum soll ausgerechnet ich mich dort bewerben? Als wenn mch dort jemand einstellen würde.

Würd mich über Antwort freuen,

danke im Vorraus liebe Grüße Christin
 

Zwergenmama

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#6
Also, nach meiner Erfahrung wollen Unternehmen eh' nur Arbeitnehmer, die direkt aus der Region kommen. Die Wahrscheinlichkeit, daß Du Außerhalb einen Job erhälst, halte ich für verschwindend gering. Es gibt in allen Städten mehr als genug arbeitsuchende Kinderpfleger, die werden erst einmal auf diesen Markt zurück greifen.

Um Deinen SB gnädig zu stimmen, würde ich mich trotzdem auch Außerhalb bewerben. Schriftliche Bewerbungen werden nach Antrag mit 5 €/ Bewerbung bezuschußt. Sollte es trotzdem zu einem Bewerbungsgespräch kommen, wird das Thema Umzug sehr schnell zum Minuspunkt. Du kannst nämlich nicht, wie meist gefordert, sofort anfangen.

Liebe Grüße Zwergenmama
 
E

ExitUser

Gast
#7
Re: Nochmal eine Frage...

totoro sagte :
Wie wäre es wenn wir verheitratet wären? Wir hatten das vor, sind uns aber nicht sicher.
Ändert sich dann irgendetwas?
Ja, das würde etwas ändern, dann könnte man nicht verlangen, daß du umziehst, zumindest nicht allein :)

Im Ernst: ich glaube nicht, daß ein SB das dann verlangen würde...

Gruß aus Ludwigsburg
 

Arco

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#8
Im Ernst: ich glaube nicht, daß ein SB das dann verlangen würde...
.... :evil: :evil: naaaaa, da wäre ich mir aber nicht so sicher :twisted: :twisted: ;)
 

Arania

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#9
ich mir auch nicht, wenn Ehefrauen von Hartz IV-Beziehern schon aufgefordert werden ihren Job aufzugeben und sich einen besser bezahlten zu suchen, dann ist so ein Umzug doch ein Klacks
 

Arco

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#10
Arania sagte :
ich mir auch nicht, wenn Ehefrauen von Hartz IV-Beziehern schon aufgefordert werden ihren Job aufzugeben und sich einen besser bezahlten zu suchen, dann ist so ein Umzug doch ein Klacks
:( ;) .... kommt mir so bekannt vor;

25 Stunden Erzieherin ist nicht genug, wie wäre es dann mit 40 Stunden Putzen ! !

(wobei hier nichts gegen dem Job Raumpflegerin geschrieben werden sollte)
 
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