Arbeitsschutz-wo genau schlau machen?

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ExitUser

Gast
hallo @alle,
hatte einen Anruf mit folgender Anfrage:
Ein Sicherheitsmitarbeiter (GewO 34a) ist vertraglich verpflichtet, an verschiedenen Einsatzorten/Objekten tätig zu sein.
Vorgestern war er erstmalig in einer Baustelle im Innenbereich einer Klinik eingesetzt.
Nach seiner Beschreibung war der Wachraum etwa 15m2 groß, hatte kein Fenster und die einzige Tür musste um 21.00 abgeriegelt werden.
Bedingt durch die grundsätzlich lange Schicht (immer 12 Stunden ohne Pause) und den, nach seiner Meinung, völlig unzumutbaren Bedingungen vor Ort teilte er die Schichtleitung nach Feierabend mit, dass er dort keinesfalls weiter eingesetzt werden will.
Er gab an, wegen des Bauschuttes und der Staubwolken heftige Atemprobleme bekommen zu haben.Auch ein Gang zur (Dixi)Toilette war erst nach Telefonat möglich, ein sog. "Läufer" (Kontrollrundendreher) hat ihn dazu kurz abgelöst.
Jetzt hätte sein Chef gerne eine ärztliche Bescheinigung :icon_eek:!
Nach meiner Einschätzung kann doch der HA gar nicht beurteilen, wie die Staubbelastung vor Ort ist.
Ich denke, man müsste hier mit mangelndem Arbeitsschutz argumentieren, weiß aber nicht so recht, wo/wie ich suchen soll.
Die Baustelle ist für Fremde nicht zugänglich, spionieren meinerseits fällt somit aus.
Über die 12Std.-Schichten brauchen wir jetzt nicht reden, das ist in der Branche so usus, dagegen will er auch nicht angehen.
Er hat halt Bedenken, dass ihm das Verhalten negativ ausgelegt wird und ich möchte da helfen, bin aber mittelschwer überfordert...
dankbar für Tip's und links grüßt
Elena
 

TheWolverine

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Der Arbeitgeber trägt die Verantwortung für seine " Untergebenen"
und wenn es so ist wie Du sagst das hier gesundheitliche Probleme vorliegen hat der SECURITY absolut richtig gehandelt. Er hat seine Geschäftsführung bzw. die eingesetzten Disponenten davon in Kenntnis gesetzt und die kommen nicht drum herum das zu prüfenund ihn ggf. Abzuziehen bzw. Ihn zu versetzen.

Da eventuell für weitere dort eingesetzte Mitarbeiter wie den Streifengänger eine bzw die gleiche Gesundheitsgefahr bestehen könnte kann ich verstehn das der AG jetzt wissen will was der Security für nen Problem hat (> gesundheits attest )

wenn er das bringen kann - wo ist das problem ?

Gruss
WOLVERINE
 

TheWolverine

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In Deutschland wird der Arbeitsschutz in einem dualen System überwacht:

Gewerbeaufsichtsamt, Staatliches Amt für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik, Amt für Arbeitsschutz, Landesamt für Arbeitsschutz). Für den Bund und die Bundesbehörden einschließlich der mittelbaren Bundesverwaltung, zu denen der Bundesaufsicht unterstehende Sozialversicherungen (Bundesagentur für Arbeit), Deutsche gehören, ist im Auftrag der zentralen Arbeitsschutzkommission beim Ministerium des Inneren die Unfallkasse des Bundes zuständig. durch die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, insbesondere die gewerblichen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. In diesem Forschungszweig ist als Bundesbehörde auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) tätig.

Gruss
WOLVERINE
 
E

ExitUser

Gast
hi wolverine,
danke für die Info's, bin mental derzeit etwas daneben.
Der Sec. müsste erst mal einen Termin bei einem Pneumologen bekommen, das dauert.
Der HA kann ihm da nicht helfen (sagt der HA).
Sec. hat Bedenken, dass man ihm das als Arbeitsverweigerung auslegen kann, er bot aber seine Arbeitskraft für jedes andere Objekt an und ist auch heute nacht wieder im Einsatz.
Der Chef ist kein wirklich netter, ein Kollege, der zusammengeschlagen wurde im Dienst, hat noch in der Klinik seine Kündigung bekommen (Probezeit).
Betriebsrat Fehlanzeige, auch sonst liegt manches im Argen.
Wenn er Frühschicht hat, will er sich neu orientieren/bewerben.
lG
E.
 

TheWolverine

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Arbeitsverweigerung ist es nicht - der Unterstellung kann er schon dadurch aus dem weg gehen indem er sich jeden morgen beim Arbeitgeber telefonisch oder persönlich meldet und nach nem "einsatz" fragt

es gibt eine ganze Reihe Verordnungen und Gesetze zum Thema
Arbeitsschutz , die du unter anderem beim Gewerbaufsichtsamt oder bei den Industrie & Handelskammern einsehen bzw in Erfahrung bringen kannst ...

Z. B. das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) Ein wesentliches weiteres Element des Arbeitsschutzes sind die Unterweisungen . So fordert § 12 Abs.1 des Arbeitsschutzgesetzes, dass die Arbeiter während der Arbeitszeit ausreichend und angemessen unterwiesen werden.

Art und Weise sowie der Umfang einer Unterweisung müssen in einem angemessenen Verhältnis zur vorhandenen Gefährdungssituation und der Qualifikation der Versicherten stehen.

Auch der 34a Schein ist ein solche Unterweisung. Der Sec wird darin eingewiesen was er darf un was nicht und wie er sich im ernstfall ggf. richtig zu verhalten hat

Erster Hilfe kurs wäre z B. auch eine Unterweisung...

Gruss
WOLVERINE
 
E

ExitUser

Gast
danke nochmal,
werde mich am WE noch mal dahinter hängen.
Sec rief nochmal an, mit Bewerbungen ist erstmal Essig...Neuer Dienstplan für Mai:
22 Dienste, nur Nachtschicht a 12 Std., da schafft er grad noch Essen und Schlafen.
Aber die Arbeitsverweigerung scheint somit vom Tisch zu sein.
Und das Ganze für lächerliche 7,50€ brutto und 12 % Nachtzuschlag.
Ist der eigentlich irgendwo geregelt?
Meine MB ist ja auch im Sicherheitsgewerbe, allerdings als LuSiAssi.
Da wird in Hessen 15% gezahlt.
Der AG des Sec. ist in keinem Arbeitgeberverband.
Ich habe zwar mal gegockelt, konnte aber nix Verbindliches finden, was aber nichts heißen will, da ich derzeit etwas :icon_mad: bin!
Für's bequeme Jäckchen langt es aber noch nicht, die private Situation macht mir aber doch ganz gut zu schaffen.
lG
E.
 
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