Arbeitsmarkt 2009

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

McMurphy

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 Januar 2009
Beiträge
220
Bewertungen
1
Jetzt geht es los!

Anscheinend funktioniert die Taktik des Hinhaltens bis nach der Bundestagswahl nicht mehr?

Mittlerweile, und dank des völlig geschleiften Arbeitsrechts, können mehrere Mio Menschen, dank Leiharbeit, 1€ Jobs, Bewerbertrainings und sonstigen "Maßnahmen" von heute auf Morgen entlassen werden und trotzdem aus den Statistiken verschwinden.

Man muss heute also keinem mehr kündigen, und kann doch ruckzuck 10 – 20 % des Personals abbauen.

In der Regierung weiß doch keiner mehr, in welchen Firmen und Branchen die Menschen tatsächlich arbeiten, die bei Randstadt, Adecco und Co auf den Gehaltslisten stehen.

Bei den Automobilzulieferern werden einfach etliche Zehntausend Leiharbeitnehmer weggeschickt – völlig kündigungsfrei!

Deren Zeitvertrag beim Menschenhändler läuft aus, ebenfalls kündigungsfrei.

Und schon hat die ARGE wieder neue Kunden, ohne Abfindung, ohne Sozialplan, ohne Mitbestimmung von Betriebsräten, ohne Sozialauswahl.

Laut IFO-Institut sehen die Firmen schon wieder etwas optimistischer in die Zukunft.

Kein Wunder, endlich ist es geschafft, dass die Gewinnsituation der Firmen sich völlig von der Wirtschaftslage abkoppeln kann, weil sich Arbeitsplätze schneller abbauen lassen, als die Aufträge wegbrechen.

:icon_party:
 
F

FrankyBoy

Gast
Die Verhältnisse die von McMurphy beschrieben werden, sind leider zur Realität in Deutschland geworden und ich hasse diesen Menschenhandel wie kein zweiter denn ich lehne solche Beschäftigungsverhältnisse ab.

Ich bin selber gerade in der Situation, dass ich Personal einstellen muss bzw. auch möchte; meine Verhandlungen haben mir jedoch auch Grenzen aufgezeigt, die ich als Jungunternehmer einfach nicht sprengen kann da ich im Gegensatz zu anderen Marktteilnehmern wie z. B. der Hypo Real Estate keine Mrd.-€ schweren Bürgschaften erhalte und praktisch darauf angewiesen bin, die Lohn- und Lohnnebenkosten erst einmal erwirtschaften zu müssen.

Insgesamt ist die Beschäftigungslage bzw. die Lohnquote in Deutschland derzeit so niedrig, wie sie noch nie in dieser Republik war - dass bedeutet für mich, dass ich meine Produkte zu niedrigen Preisen veräußern kann und gleichzeitig aber meinen Beschäftigten eine Perspektive bieten muss, die eine langfristige Mitarbeiterbindung an mein Unternehmen sicher stellt, weil ich auf ein langfristiges Beschäftigungsverhältniss wert lege und daher mein Personal, angemessen vom Betriebsergebnis partizipieren lasse.

Ich halte diese "Ausbäuter-Mentalität", die mehr und mehr zur Realität vieler Arbeitnehmer in Deutschland geworden ist, für ein ganz klares, falsches gesellschaftliches Signal, welches dazu führt (bzw. dazu geführt hat), dass sich die Ellebogenmentalität im Lande durchgesetzt hat und dabei viele Facetten des täglichen Lebens einfach aus dem Bewußtsein der Menschen gedrängt haben - ich möchte eine andere Gesellschaft erleben in dem der Mensch der Mittelpunkt wirtschaftlichen Handelns steht und man wieder gerne und verantwortungsbewußt Kinder in eine zukunftsorientiertere Welt setzt - Flower Power statt Merkelsteuer!

Mal sehen was die Zukunft bringt - ich selber jedenfalls möchte, als einer der wenigen Arbeitgeber in diesem Lande, dass es meinen Mitarbeitern gut geht um damit einen Promotor für die Eigenschaften zu erhalten, die ich von meinen Mitarbeitern erwünsche und erwarte, nämlich einen kollegialen Umgang mit dem gesamten Team, einer hilft den anderem so gut es geht und am Ende des Arbeitstages haben alle die Gewissheit, gutes geleistet zu haben...
 
E

ExitUser

Gast
Planungsbrief 2009 der BA
Zitat:
"4.5.3.
Bestand Kunden im Kundenkontakt mit Dauer > 24 Monate
Der Orientierungswert zum Zielindikator „Bestand Kunden im Kundenkontakt mit Dauer > 24 Monaten“ gibt an, wie sich der Bestand an Kunden, die sich bereits länger als 24 Monate im Kundenkontakt befinden, im Vergleich zum Vorjahr verändern soll.
Die Zahlen für Ziel 3 stehen erstmals zur Verfügung; es existieren keine Erfahrungswerte. Aktu-ell zeigt sich, dass gegenüber dem Vorjahr noch Steigerungsraten zu verzeichnen sind (Bund August 2008: + 8,5%); diese aber seit Februar 2008 rückläufig sind. Aufgrund der unterjährigen Entwicklung wird angenommen, dass bis Ende Dezember die Veränderung gegenüber Vorjahr
Planung 19.09.2008 Seite 15 von 16
bei +/- 0% liegen wird. Zielsetzung für 2009 ist, dass der Bestand an Kunden im Kundenkontakt mit einer Dauer > 24 Monate nicht weiter anwachsen soll. Als Einstieg für die Beplanung dieser Kennzahl wird deshalb als bundesweiter Orientierungswert festgelegt: Der Bestand Kunden im Kundenkontakt mit Dauer > 24 Monaten soll sich im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr nicht erhöhen.
Die ARGEn können im Bottom-Up-Prozess aufgrund lokaler Besonderheiten abweichende An-gebotswerte vorschlagen, die aber nachvollziehbar zu begründen sind..."

Hier weiterlesen:
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten