Arbeitslosmeldung erst nach einem Jahr um Sperrzeit/Kürzung zu umgehen

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HerrA

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Hallo zusammen,

ich habe eine Luxus-Frage zum Arbeitslosengeld 1.

Folgende Situation:
Herr A arbeitet seit 30 Jahren bei Firma B.
Firma B will Stellen abbauen und bietet einen (sehr guten) Aufhebungsvertrag (AHV) an, den Herr A direkt nach seinem 57. Geburtstag in Anspruch nehmen möchte (liegt noch 2 Jahre in der Zukunft, aber Herr A möchte gut vorbereitet sein wenn er den Vertrag unterschreibt).
Der AHV ist so gut das Herr A anschliessend nicht mehr arbeiten müsste, Firma B bezahlt Herrn A einen Großteil seines Gehalts weiter (aber nicht als Entgelt, Herr A ist nach seinem 57. Geburtstag nicht mehr bei B angestellt!).
Nach 6 weiteren Jahren will Herr A dann mit 63 (und Abschlägen) in Rente gehen.
Herr A ist auf keine weitere Gelder angewiesen, von dem Geld der Firma B kann Herr A ohne Einbussen leben.

Nichtsdestotrotz ist der offizielle Status von Herrn A ab seinem 57. Geburtag arbeitslos, d.h. er kann sich arbeitslos melden und Arbeitslosengeld 1 beziehen.
Herr A ist sich klar darüber das er eine Sperre von 12 Wochen und eine Kürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes um ein Viertel aufgebrummt bekommt wenn er sich fristgerecht bei der Afa meldet.
Soweit ist eigentlich alles klar, die eigentliche Frage:

Wenn Herr A aber mit seinem Antrag auf Arbeitslosengeld 1 nun 1 Jahr und einen Tag wartet
a) ist er 58 Jahre alt (d.h. er kann 24 Monate lang Arbeitslosengeld 1 beziehen statt nur 18)
b) umgeht er die Sperre/Kürzung wegen Unterschreiben des AHVs. (Verjährung der Sperrung)
c) bekommt er eine neue, einwöchige Sperrung, aber keine Kürzung der Bezugsdauer
D.h. er sollte 24 Monate lang von der AfA 60% bekommen.

Aber 60% wovon? Im letzten Jahr hatte er ja kein Einkommen. Wird das letzte Einkommen bei B genommen, was ja zu diesesm Zeitpunkt bereits ein Jahr zurückliegt?
Und stimmen die drei Punkte a), b) und c) so wie oben beschreiben? Insbesondere, stimmt es das auch die Kürzung der Bezugsdauer in diesem Fall verjährt?
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
1 Jahr und 1 Tag ist 1 Tag zuviel, dann würde der Anspruch verfallen.

Beschäftigungsende am 31.12.19
Arbeitslos normal ab 01.01.2020

Arbeitslosmeldung nach Dispojahr zum
01.01.2021

Das Dispojahr basiert darauf, dass man eben noch in den 24 Monaten, 12 Monate Beschäftigung hat.

Zur Bemessung des Alg1 benötigt man 150 Tage im erweiterten Zeitraum von 24 Monaten.
Das erreicht man natürlich auch noch.

Wieso 1- wöchige Sperre? Gibt keine Sperre.
 

twitmarsh

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Wenn Herr A aber mit seinem Antrag auf Arbeitslosengeld 1 nun 1 Jahr und einen Tag wartet
Wenn sich nicht geändert hat dann gibt es leider kein Arbeitslosengeld.
Siehe §142 & §143:
Die Anwartschaftszeit hat erfüllt, wer in der Rahmenfrist (§ 143) mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat.
Die Rahmenfrist beträgt zwei Jahre und beginnt mit dem Tag vor der Erfüllung aller sonstigen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld.


https://der-privatier.com/kap-9-3-2-das-dispositionsjahr/
 

HerrA

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Danke RobbiRob und twitmarsh!

Ich bin jetzt nicht sicher, klappt das Konstrukt denn noch wenn Herr A genau ein Jahr wartet?
D.h. als Beispiel, 31.12.2021 ist der letzte Arbeitstag, Arbeitslosmeldung erfolgt am 1.1.2023 (bzw wegen Feiertag einen Tag später, womit wir ja doch wieder bei 1 Jahr plus 1 tag wären)?
Daher mal zusätzlich angenommen der 1.1.2023 wäre kein Feiertag...

Es gilt ja mehrere Fristen zu wahren bzw. geschickt zu wählen, nämlich
a) den 58. geburtstag abzuwarten (Herr A hat an einem 28. Geburtstag)
b) Die Sperrfrist verjähren zu lassen
c) noch tatsächlich Arbeitslosengeld zu kriegen

@RobbiRob, die einwöchige Sperre meint Herr A zu bekommen da er sich nicht firstgemäß sondern ein Jahr zu spät arbeitslos gemeldet hat.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Man meldet sich zum 01.01.2023 persönlich arbeitslos.

Dies kann bis zu 3 Monate vorher geschehen.
In der Praxis sollte man dies im Laufe des Dezember tun, weil eben das taggenaue Einhalten einem „Ritt auf der Rasierklinge“ gleicht.
(Stau, Bahn fährt nicht, Auto defekt, Krank etc.)

Selbst eine persönliche Arbeitslosmeldung am 02.01.2023 erfolgt wegen dem Feiertag noch fristgerecht zum 01.01.2023

Wichtig ist der Hinweis auf den exakten Tag der Meldung, wenn man an dem exakten Tag nicht kann, wegen Feiertag.

Die Sperre gibt es nicht, weil nach 12 Monaten der Sperrzeittatbestand erlischt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast

Da wir die genauen Daten nicht kennen, bitte folgendes beachten:

„(1) Für Personen, die nach dem 31. Dezember 2019 nicht in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden haben, finden die §§ 142, 143 und 147 in der bis zum 31. Dezember 2019 geltenden Fassung Anwendung.“

Deswegen stimmt dieses Beispiel immer noch mit 24 Monaten Rahmenfrist:
 

HerrA

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D.h. alles in allem, Herr A sollte
a) sich 3 Monate vor Ende des Beschäftigung bei Firma B (im Jahr 2021) arbeitssuchend (aber nicht arbeitslos) melden (laut SGB §38, oder ist das überflüssig oder sogar schädlich?)
b) ein Jahr warten und dann innerhalb eine halben Jahres sich arbeitslos melden.

Dann wäre er Herr A 58 Jahre alt, die Sperrzeit wäre verjährt und innerhalb der Rahmenzeit von dann 30 Monaten hätte er 12 Monate gearbeitet und damit die Anwartschaft für ALG1 aufrechterhalten, sehe ich das so richtig?
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Die Arbeitssuchend-Meldung, gerade auch vor Ende der Beschäftigung kann man sich bei der Planung sparen.
Sperrzeiten gibt es ja nach 12 Monaten nicht mehr.

b) ein Jahr warten und dann innerhalb eine halben Jahres sich arbeitslos melden.
Wir gehen jetzt mal von Beschäftigungsende 2021 aus, mit der Rahmenfrist von 30 Monaten.

Richtig mit dem max. halben Jahr, also insgesamt 18 Monate nach Ende der Beschäftigung.

Bitte die 150 Tage Entgelt in den letzten 24 Monaten beachten, wenn man evtl. vorher während der Beschäftigung noch im Krankengeld war!

„3) Der Bemessungsrahmen wird auf zwei Jahre erweitert, wenn
1.
der Bemessungszeitraum weniger als 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentgelt enthält,“
 
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