Arbeitsloser Nichtleistungsempfänger - Rentenzeiten

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AntiAfA

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Hallo,

ich bin dreißig Jahre alt, Uniabsolvent und seit Februar arbeitsloser ohne Leistungsbezug. Ich übe einen Minijob aus, komme aber selten auf die 400 Euro.

In einem Gespräch mit einer SB wurde mir die Möglichkeit nahe gelegt, dass ich mich wegen der Anrechnungszeiten für die Rentenversicherung direkt mit dem RV-Träger in Verbindung setze. Angeblich sei es für Nichtleistungsempfänger möglich, Bewerbungsnachweise unmittelbar dort zu erbringen.

Beim RV-Träger ist nun das Ende vom Lied, nachdem ich von Ansprechpartner zu Ansprechpartner durchgereicht worden bin, dass es diese Möglichkeit doch nicht gibt.

Unterdessen sind einige Monate ins Land gegangen, die AfA rennt mir wieder die Bude ein und droht mir mit einer Vermittlungssperre. Ich muss dazu sagen, dass ich dort keine drei Bewerbungen pro Woche eingereicht habe, da ich nach dem ersten Gespräch mit der RV davon ausgegangen bin, dass ich irgendeine Adresse genannt bekomme, wo ich meine Bewerbungen nachweisen muss. Wozu es ja nicht gekommen ist.

Die "Einladung" zu einem persönlichen Gespräch habe ich mit dem Grund abgelehnt, dass ich noch keine Nachricht von der RV habe und meine ursprüngliche Frage noch nicht geklärt habe, gerate jetzt aber in Erklärungsnotstand.

Meine Frage an das Forum: Wie sieht es mit den Auswirkungen der angedrohten Sperre bzw. der Abmeldung bei der AfA, also dem Wegfall von Anrechnungszeiten bei der Rente aus?

Durch meinen Werdegang Schule - Uni - Arbeitslosigkeit habe ich praktisch noch nichts in die Rentenkasse eingezahlt. Ich vermute mal, dass ich meine Rente durch den Ausfall nicht noch weiter senken kann *höhö*. Oder doch?

Ich habe mehrfach gelesen, dass die Ausfallzeiten aber auch mit der vorgezogenen Rente und dem Anspruch auf Erwerbsminderungsrente zu tun haben. Wie genau sehen die Nachteile für mich aus, wenn ich jetzt einen Ausfall von drei Monaten habe? Und was bedeutet in diesem Zusammenhang "Überbrückungstatbestand"?

Mein Ziel wäre, dass die AfA mich in Ruhe lässt und ich mich in meinem Tempo auf die Stellen bewerben kann, die mir zusagen. Was ist der Preis?

Gruß und vielen Dank für eure Hilfe!
AntiAfa
 
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Gast
In einem Gespräch mit einer SB wurde mir die Möglichkeit nahe gelegt, dass ich mich wegen der Anrechnungszeiten für die Rentenversicherung direkt mit dem RV-Träger in Verbindung setze. Angeblich sei es für Nichtleistungsempfänger möglich, Bewerbungsnachweise unmittelbar dort zu erbringen.

Beim RV-Träger ist nun das Ende vom Lied, nachdem ich von Ansprechpartner zu Ansprechpartner durchgereicht worden bin, dass es diese Möglichkeit doch nicht gibt.

Doch, die gibt es. Aber: zunächst mal ist das Arbeitsamt dafür zuständig, Anrechnungszeiten ohne Leistungsbezug an die Rentenversicherung zu melden. Laß dich nicht abwimmeln. Der "Eigennachweis" von Arbeitslosenzeiten bei der RV ist nur von Bedeutung, falls du eine Vermittlungssperre beim Arbeitsamt hast und ist eher ein Notbehelf.

Unterdessen sind einige Monate ins Land gegangen, die AfA rennt mir wieder die Bude ein und droht mir mit einer Vermittlungssperre. Ich muss dazu sagen, dass ich dort keine drei Bewerbungen pro Woche eingereicht habe, da ich nach dem ersten Gespräch mit der RV davon ausgegangen bin, dass ich irgendeine Adresse genannt bekomme, wo ich meine Bewerbungen nachweisen muss. Wozu es ja nicht gekommen ist.

Wie kommt er auf drei Bewerbungen pro Woche? Ist das so in einer EGV oder einem Bescheid festgelegt worden? Ohne ausdrückliche vorherige(!) Festlegung kann man keine feste Bewerbungsquote von dir verlangen, auch keine Nachweise rückwirkend. Du mußt dich aber nach eigenem Ermessen ausreichend um eine neue Beschäftigung bemühen.

Die "Einladung" zu einem persönlichen Gespräch habe ich mit dem Grund abgelehnt, dass ich noch keine Nachricht von der RV habe und meine ursprüngliche Frage noch nicht geklärt habe, gerate jetzt aber in Erklärungsnotstand.

Da wirst du auch in einen Erklärungsnotstand geraten. Du bist zum persönlichen Erscheinen verpflichtet, wenn dir eine offizielle Einladung nach § 309 SGB III zugegangen ist. Dafür beantragst du natürlich Fahrtkostenerstattung.

Meine Frage an das Forum: Wie sieht es mit den Auswirkungen der angedrohten Sperre bzw. der Abmeldung bei der AfA, also dem Wegfall von Anrechnungszeiten bei der Rente aus?

Durch meinen Werdegang Schule - Uni - Arbeitslosigkeit habe ich praktisch noch nichts in die Rentenkasse eingezahlt. Ich vermute mal, dass ich meine Rente durch den Ausfall nicht noch weiter senken kann *höhö*. Oder doch?

Wenn du vorher noch gar nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt warst und jetzt auch schon jenseits des 25. Lebensjahres, kannst du von diesen Anrechnungszeiten wahrscheinlich sowieso nicht profitieren. Ein Anrechnungstatbestand liegt nur vor, wenn eine versicherte Tätigkeit durch die Arbeitslosenzeit unterbrochen wurde (siehe § 58 Abs. 2 SGB VI). Du mußt also vorher rentenversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein.

Ich habe mehrfach gelesen, dass die Ausfallzeiten aber auch mit der vorgezogenen Rente und dem Anspruch auf Erwerbsminderungsrente zu tun haben. Wie genau sehen die Nachteile für mich aus, wenn ich jetzt einen Ausfall von drei Monaten habe? Und was bedeutet in diesem Zusammenhang "Überbrückungstatbestand"?

Überbrückungstatbestand hat mit der Tatsache dieser "Unterbrechung" zu tun. Für dich kommen aber wahrscheinlich so oder so keine Anrechnungzeiten heraus.

Mein Ziel wäre, dass die AfA mich in Ruhe lässt und ich mich in meinem Tempo auf die Stellen bewerben kann, die mir zusagen. Was ist der Preis?

Die Abmeldung beim Arbeitsamt. :icon_twisted:

Aber jetzt das eigentlich Wichtige: wenn du im Rahmen eines Minijobs tätig bist, dann beantragst du einfach beim Arbeitgeber die Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Du bist dann in der RV versicherungspflichtig und hast für diese Zeiten volle Beitragszeiten. Du mußt allerdings die Mehrbeiträge, die über den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur RV im Minijob hinausgehen, selber zahlen. Das ist aber, vor allem bei gewerblichen Minijobs, oft gar nicht so viel. Bei Haushaltsjobs allerdings mehr. Für den Arbeitgeber hat das keine Nachteile, da er seine Mehrkosten ja vom Arbeitnehmer erstattet bekommt.
 

AntiAfA

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Danke für die Antwort.

Anrechnungszeiten: Ich war einen Monat lang sozialsicherungspflichtig beschäftigt und habe dann gekündigt.

EGV: Ich bin uninformiert in das erste Gespräch gegangen und hab mich beschwatzen lassen.

Gibt es da die Möglichkeit das nachzuverhandeln? Ich bin jetzt, nachdem ich auf Absprache (die RV-Geschichte) drei Monate in Ruhe gelassen wurde, bei einer neuen SB gelandet. Kann ich da eine neue EGV aufgrund geänderter Sachlage fordern? Wobei ich mir da noch was einfallen lassen müsste.

Gruß,
AntiAfa
 
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Gast
Anrechnungszeiten: Ich war einen Monat lang sozialsicherungspflichtig beschäftigt und habe dann gekündigt.

OK, dann wird dir bei dir grundsätzlich ein Anrechnungstatbestand vorliegen. Diesen muß das Arbeitsamt an die Rentenversicherung melden - laß dir nichts anderes erzählen.

EGV: Ich bin uninformiert in das erste Gespräch gegangen und hab mich beschwatzen lassen.

Gibt es da die Möglichkeit das nachzuverhandeln? Ich bin jetzt, nachdem ich auf Absprache (die RV-Geschichte) drei Monate in Ruhe gelassen wurde, bei einer neuen SB gelandet. Kann ich da eine neue EGV aufgrund geänderter Sachlage fordern? Wobei ich mir da noch was einfallen lassen müsste.

Nachverhandeln wird nicht drin sein. Eine bewußte Täuschung müßtest du schon beweisen, und "sich beschwatzen lassen" ist halt das eigene Problem. Der Wechsel zu einem anderen SB ist keine andere Sachlage. Neu verhandeln kannst du eigentlich erst, wenn die jetzige EGV ausläuft und eine neue abgeschlossen werden soll.

Die einfachste Möglichkeit wäre für dich, wie gesagt, die Rentenversicherungspflicht in deinem Minijob zu wählen. Dann kann dir egal sein, was das Arbeitsamt macht, denn du hast so oder so vollwertige Beitragszeiten. Das sollte dir ein paar Euro im Monat wert sein und wirkt sich auch (etwas) positiv auf die spätere Rente aus.
 
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