Arbeitslosengeld 1 Gelegentlicher Gewinn durch Mieteinnahmen

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Arbeitsuchend79

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Hallo,
ich habe nun schon einige widersprüchliche Dinge gelesen.
Wie schaut es in folgendem Fall aus.
Es wird eine Wohnung gemietet.
Diese verursacht monatlich Mietkosten.
Um generell mehr Geld monatlich zur Verfügung zu haben, soll zeitweise die Wohnung untervermietet werden.
Wenn man z.B. 1 Monat die Wohnung untervermietet, würde der Arbeitslosengeldempfänger 1 zurück nach Hause zu Mama oder zu seiner Freundin ziehen.
Dann würden für diesen Monat Mieteinnahmen entstehen.
Generell entsteht aber nur ein geringer Gewinn. Die regelmäßige Miete muss ja an den Vermieter bezahlt werden.
Auch ist es nicht immer möglich, jeden Monat die Wohnung unterzuvermieten, bzw. nicht jeden Monat gewollt.

So wäre es z.B. nun der Fall, dann währe des gesamten Arbeitslosigkeit ein gewisser Gewinn aus den Mieteinnahmen gemacht würde. In der Regel ist aber das Ziel, dass in dem Gesamtzeitraum die Einnahmen = den Mietkosten sein sollen.

Muss dies dann beim Amt angegeben werden, wenn man ARLG1 erhält?
Soweit ich weiss, muss man beim ARLG 2 dann den Gewinn sich anrechne lassen. Man bekommt dann unter umständen weniger Geld und der ganze "Organisationsaufwand" ist umsonst.
Bei ARLG1 sollte dies aber kein Problem sein und man muss nichts zurückbezahlen. Bzw. ab welcher Summe muss man es angeben?
ARLG1 ist ja um Grunde wichtig, dass man am Ort wo man das Geld bezieht wohnt und seinen Breifkasten leeren kann. Wo man lebt bzw. wie man Miete bezahlt. Könnte ja sein, dass man schon immer bei Mama gelebt hätte und niemals Mietkosten gehabt hätte...
Stimmt dies so?
Danke im Voraus für die Auskunft und dir mir gewidmete Zeit
 
D

Don Vittorio

Gast
Du kannst Millionär sein und trotzdem Alg 1 beziehen.Da Alg 1 eine Versicherungsleistung ist,spielen hier Vermögen oder Einnahmen keine Rolle.

Das Problem kommmt erst beim Bezug von Alg II.

Allerdings sind Mieteinnahmen steuerpflichtig,müssen also beim Einkommenssteuerantrag erwähnt werden..
 

Arbeitsuchend79

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Danke @ Don Vittorio

So hatte ich es auch verstanden.

bezüglich Steuerpflichtig.
Wenn man während des letzen Jahrs arbeitslos geworden ist und einen Steuererklärung ausstellt, bekommt man dann auch wieder Steuern zurück.

Wenn man z.B erst ab 1.6 arbeitet bezahlt man ja auf 12 Monate gerechnet Steuern und kann die dann im Folgejahr wieder zurückerstattet bekommen.

Gilt dies bei Arbeitslosigkeit auch?
Bekommt man also als Arbeitsloser auch eine Steuerrückerstattung für 2014. In 2014 wurden ja keine 12 sondern z.B. nur 8 Monate gearbeitet...

Wenn die Mieteinnahmen aus der Untervermietung sich mit den Kosten mehr oder weniger ausgleichen, kann man es denke ich wohl ohne weiters beim Finanzamt angeben. Den Einnahmen stehen dan ja Ausgaben entgegen und der Reingewinn ist dann ja keine bzw. 0 Euro... Dann wird man auch nichts versteuern müssen...

Mal ne angenommene Rechnung. Man bekommt jährlich zwischen 16000 und 17000 Euro Arbeitslosengeld 1.
Aus der Untervermieteten macht man einen Gewinn von vielleicht 2000-3000 Euronen... Was wird man dann wohl so grob an Steuern bezahlen müssen?
Hier habe ich auch nicht irgendwie verstanden, wie sich das ganz Rechnet... Es wird ja immer nur vom Einkommen geschrieben... Ob das ARLG1 auch als Einkommen zählt bzw. voll zählt oder sogar mehr,weiss ich nicht

Wäre dann teilweise ja auch mit in die Rechnung einzubeziehen ob es ich "lohnt" den Organisationsstress zu machen und das Risiko einzugehen, die eigene Bude unterzuvermieten...
Wenn man einen Mietnomaden hat, hat man dann sogar nur Kosten. Bekommt den Kerl nicht so schnell aus der Bude, muss aber dann beim Vermieter die Miete dennoch weiterzahlen...
 
D

Don Vittorio

Gast
Wenn Du 2014 8 Monate gearbeitet hast,dann hast Du ja auch Lohnsteuer bezahlt.Je nach Höhe Deiner Werbungskosten und sonstigen Freibeträgen wirst Du dann auch wahrscheinlich einen Anspruch auf Rückerstattung haben,egal ob Du den Rest des Jahres in Alg 1 warst.
Wärst Du in Alg II kann das Jobcenter Dich sowies auffordern eine Steuererklärung abzugeben,da dann die Erstattung auf Dein Alg II angerechnet würde,um Deine Hilfebedürftigkeit zu mindern.
Das Verrechnen mit der eingenommenen Miete musst Du aber schon dem Finanzamt überlassen,also die Einnahmen erstmal angeben und dann sehen,was unter dem Strich herauskommt.

Und um sofort zu wissen was herauskommt gibt es entsprechende Software.
 

Hainbuche

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(...) Bekommt man also als Arbeitsloser auch eine Steuerrückerstattung für 2014. In 2014 wurden ja keine 12 sondern z.B. nur 8 Monate gearbeitet...

Ja, das läuft im Prinzip nicht anders, als wenn du voll durcharbeitest.

Wenn die Mieteinnahmen aus der Untervermietung sich mit den Kosten mehr oder weniger ausgleichen, kann man es denke ich wohl ohne weiters beim Finanzamt angeben. Den Einnahmen stehen dan ja Ausgaben entgegen und der Reingewinn ist dann ja keine bzw. 0 Euro... Dann wird man auch nichts versteuern müssen...

Das sollte man so oder so angeben. Falls du sogar Verluste aus der Untervermietung "erwirtschaftest", wirken die sich steuermindernd aus.

Mal ne angenommene Rechnung. Man bekommt jährlich zwischen 16000 und 17000 Euro Arbeitslosengeld 1.
Aus der Untervermieteten macht man einen Gewinn von vielleicht 2000-3000 Euronen... Was wird man dann wohl so grob an Steuern bezahlen müssen?
Hier habe ich auch nicht irgendwie verstanden, wie sich das ganz Rechnet... Es wird ja immer nur vom Einkommen geschrieben... Ob das ARLG1 auch als Einkommen zählt bzw. voll zählt oder sogar mehr,weiss ich nicht

Das Zauberwort heißt hier: Progressionsvorbehalt. Von deinem ALG selbst gehen keine Steuern ab, aber es schiebt dein Vermietungseinkommen auf einen höheren Grenzsteuersatz.

Von 3000 Euro Gewinn aus Vermietung würdest du - bei 17000 € ALG und sonst nix an steuerrelevantem Einkommen - rund 400 Euro Steuern zahlen müssen.
 

Hainbuche

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Theoretisch. Praktisch müßten die 3.000 Euro aber den Tariffreibetrag (in 2014 beträgt der 8.354 Euro) und die Beiträge an KV und PflV übersteigen ...

Wenn die BA die Kranken- und Pflegeversicherung zahlt, fließen die Beiträge denn dann in die ZvE-Berechnung ein?

Was den Freibetrag betrifft - ich glaube, der bayerische Progressionsrechner sieht das etwas anders. Da werden auch Steuern fällig, wenn das ZvE unter 8.354 Euro, aber das fiktive Einkommen insgesamt darüber liegt.

Aber das kann ja auch jeder für sich selbst ausprobieren:

Bayerisches Landesamt für Steuern: Steuerinfos - Steuerberechnung - Progressionsvorbehalt
 

Arbeitsuchend79

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Danke für die Antworten und den Link!!!!
Der hat mit sehr geholfen.
In Vermute mal, dass die Steuerwelt in NRW nicht groß anders sein wird...

Somit habe ich mal ein Grundgefühl, ob sich das Untervermieten überhaupt rechnet bezüglich Stress, Zeit, Risiko....
Mir geht es ja nicht genau drum, jetzt eine konkrete Zahl zu haben. Wenn da 100 + - zu viel zu wenig geschätzt werden, ist das total ausreichend...

Bayerisches Landesamt für Steuern: Steuerinfos - Steuerberechnung - Progressionsvorbehalt

Zu Versteuerndes Einkommen
Hier würde man den Betrag eingeben, den man als REINGEWINN aus der Vermietung gemacht hat? Einnahmen z.b. 5000 Euro. Abzüglich aller Kosten und Aufwendungen wären das z.B. 2000 Euro REINGEWINN.


Dem Progressionsvorbehalt unterliegende
Ersatzleistungen und Einkünfte in Euro
Hier gibt man den Jahresbeitrag ein, welcher man an ARLG1 bekommt.
z.B. 17 000€


Einkommensteuer: 249 Euro
Ihre Angaben dazu waren:
Veranlagungsjahr
2015
Einkommensteuertarif
Grundtarif
Zu versteuerndes Einkommen
2.000 Euro
Dem Progressionsvorbehalt unterliegende Ersatzleistungen und Einkünfte (Progressionseinkünfte)
17.000 Euro
Berechnung der Einkommensteuer
Summe aus zu versteuerndem Einkommen und Progressionseinkünften
(fiktives zu versteuerndes Einkommen)
19.000 Euro
Einkommensteuer auf fiktives zu versteuerndes Einkommen
2.366 Euro
Progressionsteuersatz
(2.366 Euro x 100 / 19.000 Euro)
12,4526 Prozent
Einkommensteuer
(2.000 Euro x 12,4526 Prozent)
249 Euro
Weitere Informationen
Einkommensteuer auf zu versteuerndes Einkommen von 2.000 Euro
(also ohne Progressionsvorbehalt)
0 Euro
Differenz zur Einkommensteuer mit Progressionsvorbehalt
(Belastung der Progressionseinkünfte)
249 Euro
Prozentuale Belastung der Progressionseinkünfte
1,4647 Prozent
Berechnungsergebnisse ohne Gewähr.

Wären dann 250€ die man versteuern müsste.

Somit würde sich die Untervermietung eigentlich lohnen. Man hätte mann mit ein wenig Arbeit und Risiko den Vorteil, dann man wieder mehr Geld von seinem ARLG1 Betrag zur Verfügung hat und dann zusätzlich noch 2000Euro - 250€ Steuern = 1750€ jährlich zum Leben hat, obwohl man ARLG 1 Empfänger ist...


Stimmt das so in etwa?

Danke für die Rückmeldung.
 

Hainbuche

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Vermute mal, dass die Steuerwelt in NRW nicht groß anders sein wird...

Klar; NRW hat nur keinen solchen Rechner im Netz.

Zu Versteuerndes Einkommen
Hier würde man den Betrag eingeben, den man als REINGEWINN aus der Vermietung gemacht hat? Einnahmen z.b. 5000 Euro. Abzüglich aller Kosten und Aufwendungen wären das z.B. 2000 Euro REINGEWINN.

Im Grunde ja. Die Ermittlung des ZvE ist eine kleine Wissenschaft für sich, für ich allerdings kein Experte bin. P123 kennt sich da eigentlich besser aus als ich.

Grundsätzlich hast du durch Untervermietung Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, und einen groben Überblick, wie das berechnet wird, kann man z. B. hier finden

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (Deutschland) ? Wikipedia

Somit würde sich die Untervermietung eigentlich lohnen. Man hätte mann mit ein wenig Arbeit und Risiko den Vorteil, dann man wieder mehr Geld von seinem ARLG1 Betrag zur Verfügung hat und dann zusätzlich noch 2000Euro - 250€ Steuern = 1750€ jährlich zum Leben hat, obwohl man ARLG 1 Empfänger ist...


Stimmt das so in etwa?

Im Prinzip ja. Es ist dann die Frage: Lohnen inwiefern?

Falls du die Wohnung teurer untervermieten kannst als du sie selbst anmietest, ist der Fall klar. Was aber nicht auf allen lokalen Wohnungsmärkten realistisch ist.

Falls du durch zeitweise und/oder teilweise Untervermietung einen Teil der selbst gezahlten Miete wieder hereinholst, lohnt es sich indirekt (die Wohnung kostet immer nocht, aber weniger).

Wenn Fall zwei zutrifft, würde es sich am meisten lohnen, gar keine Wohnug zu mieten und einfach nur bei Mama oder Freundin zu wohnen.
 
E

ExitUser

Gast
Wenn die BA die Kranken- und Pflegeversicherung zahlt, fließen die Beiträge denn dann in die ZvE-Berechnung ein?

Dort fließen Beiträge ein, die der Stpfl. selbst gezahlt hat, vermindert ggf. durch Erstattungen der Kasse. Ab diesem Jahr ist es nun nicht mehr ausgemacht, daß da bei einem Elo nichts anfällt. Es gibt durchaus eine Reihe Kassen, die mit ihrem Zusatzbeitrag von Anfang an über dem Durchschnitt liegen. Ob die alle Sonderregelungen für Elos in den Statuten haben und wenn nicht, ihre Mitglieder so intensiv um Kündigung bitten, daß es auch der letzte mitbekommt ...

Was den Freibetrag betrifft - ich glaube, der bayerische Progressionsrechner sieht das etwas anders. Da werden auch Steuern fällig, wenn das ZvE unter 8.354 Euro, aber das fiktive Einkommen insgesamt darüber liegt.

Stimmt. Das Zusammenwirken der §§ 32a und 32b EStG ist ein Ding mit mehreren Pfiffen. Und Dein Beispiel ist auch nicht so abwegig, wenn man bedenkt, daß das JC nicht so sehr selten erst im Klageweg dazu zu bringen ist, Regelsatz und KdU der Vorjahre auszuschütten. Da kommen dann schon einmal etliche Tausender zusammen, die Bezüge des laufenden Jahres obendrein noch dazu ...
 
E

ExitUser

Gast
Somit habe ich mal ein Grundgefühl, ob sich das Untervermieten überhaupt rechnet bezüglich Stress, Zeit, Risiko....

Bei den Risiken bitte auch bedenken, daß Du für die Schäden, die die Untermieter verursachen, gegenüber Deinen Vertragspartnern haftest. Wenn Du denen der Einfachheit halber eine Pauschalmiete machst, stehen die womöglich täglich 24 Stunden unter der Dusche.
 
Status

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