Arbeitslose Akademiker - Topfschlagen im Niemandsland

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wolliohne

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Von Matthias Kaufmann

DPA

Leiharbeiter mit Staatsexamen, Ingenieure in der Spülküche: Selbst Akademiker können arbeitslos werden - und zwar schneller, als sie ahnen. Wer einmal gezwungen ist, sich unter seiner Qualifikation zu verkaufen, sitzt in der Falle.
Nach drei Monaten bist du genervt. Nach sechs Monaten beginnen die Sorgen. Nach zwei Jahren bist du ausgelaugt, egal, wie enthusiastisch du dich in die ersten Bewerbungen gestürzt hast. Doch die wichtigste Zeitmarke erreichst du vorher, nach einem Jahr: "Das ist der Point of no return, danach bekommst du keinen guten Job mehr angeboten", sagt Karl Wehrheim.

Der bullige Endvierziger arbeitete früher selbst beim Arbeitsamt, jagte Schwarzarbeiter, bis er entlassen wurde; heute ist es der Zoll, der nach illegalen Arbeitern fahndet. Wehrheim machte sich selbständig, als Inkasso-Unternehmer, da muss man auch für Ordnung sorgen. "Aber das wurde mir schnell zu schmierig", sagt er - krumme Touren der Auftraggeber, die Kaltschnäuzigkeit der Schuldner. Vor neun Jahren begann sein Bewerbungsmarathon. Es wurde nie wieder, wie es mal war.
Aushilfsjobs: Falle für Akademiker - SPIEGEL ONLINE
 

hartzhasser

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AW: Arbeitslose Akademiker Topfschlagen im Niemandsland

soviel zum thema Fachkräftemangel.:icon_neutral:

lg harzhasser
 
K

Kuhle Wampe

Gast
AW: Arbeitslose Akademiker Topfschlagen im Niemandsland

Eineinhalb Jahre hatte der hochqualifizierte Prüfleiter keine Arbeit und senkte seine Ansprüche immer weiter. Nun bringt ihm der Job in der Spülküche einer Universitätsmensa 700 Euro brutto im Monat. Auf Dauer nicht genug: "Ich werde wohl Hartz IV beantragen und damit das Geld aus dem Job aufstocken."

Der Stolz allein sollte verhindern, splche Spüljobs mit der Qualifikation überhaupt auch nur in Erwägung zu ziehen.
Gut, ich habe das auch erst erkannt, als ich vor jahren den grossen Fehler machte, bei einer Reinigungsfirma anzuheuern.
Aber das hat mich gelehrt, mich nie wieder unter Wert zu verkaufen. Ich würd mich eher in eine Zentrifuge setzen, als jemals nochmal sowas zu machen.
Vielleicht fehlt dem Prüfleiter diese Lehre noch.


Die Erfolge der Arbeitsvermittler sind dürftig, egal wie viele Bewerbungen sie Erwerbslosen aufbrummen. Nur rund zehn Prozent der Arbeitnehmer haben so den Weg in einen Job gefunden, das ergab eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, bei Akademikern sind es lediglich zwei Prozent.

Das ist bekannt und eigentlich auch gut so. Sonst hätten wir NOCH mehr Billiglöhner.Daß man als Akademiker nicht von Ausbeutern genommen wird, zeigt, dass selbst das schrägste Studium einen unschätzbaren Vorteil haben kann...
 

XxMikexX

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AW: Arbeitslose Akademiker Topfschlagen im Niemandsland

Guter Artikel, ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht und bin da bestimmt nicht alleine.


Das ist an sich schon schlimm genug. Aber noch schlimmer: Es wird nicht akzepiert.


Von der Gesellschaft nicht und vor allem von den JC nicht!

Dort wird das einfach negiert mit den Ausflüchten:

"Fachkräfte sind doch gesucht"

"Ältere haben doch heute bessere Chancen"

"Sie nutzen nicht alle Möglichkeiten, sehen wir uns mal ihre Bewerbungsunterlagen an"

usw.


--------> Das gibts nicht, Schuld bist DU!

Dieser Psycho-Terror macht einem bald noch mehr zu schaffen als die aussichtslose Lage selbst.
 
K

Kuhle Wampe

Gast
AW: Arbeitslose Akademiker Topfschlagen im Niemandsland

Dieser Psycho-Terror macht einem bald noch mehr zu schaffen als die aussichtslose Lage selbst.

Psychoterror kann (Ausnahmen bestätigen die Regel), im wesentlichen nur dann zu solchem werden, wenn man sich ihm aussetzt und nicht "Nein"!!" sagt und das "Nein" durchsetzt.

Wenn MICH jemand für doof hält oder für ein A::loch, darf er das, ich halte manche Leute ja auch für sowas.
Delikat wirds erst dann, wenn sich eine solche Person mir nährt in der Absicht, mir zu schaden.
 

franzi

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AW: Arbeitslose Akademiker Topfschlagen im Niemandsland

Die genannten Erfahrungen kann ich auch nur bestätigen.
Vor allem, wenn man zur Überbrückung einen niedriger oder anders qualifizierten Job annimmt, um a) weiterhin aktiv im Arbeitsleben zu bleiben und b) seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, ist es hinterher ein Manko, für das man sich rechtfertigen muss.

Anstatt zu sehen, dass die Leute willig und ehrgeizig sind und sich auch in anderen Bereichen zurecht finden, also multi-tasking Fähigkeiten haben, wird man aussortiert ...
 

hope40

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AW: Arbeitslose Akademiker Topfschlagen im Niemandsland

ich bin auch akademiker und stell dir vor , ne praktisch veranlagte fachkraft und ich habe sogar meine hände zum arbeiten gebraucht :biggrin::biggrin:

das problem ist ja allgemein :

fachkräfte werden gesucht , klar ...nur , bezahlen will man sie wie hilfsarbeiter .

deswegen werden ja auch ausländische fachkräfte bevorzugt , denn für die ist der niedriglohn, den man zu zahlen bereit ist , für fachwissen , immer noch mehr als der lohn , den sie in ihren heimatländern zu erwarten hätten ..wenn sie überhaupt ne chance auf arbeit haben .

und ..klar , durch die sprachbarriere /die andere kultur usw. sind sie erstmal mit was anderem beschäftigt , als ihre rechte wahr zu nehmen ..erpressbar sind sie eh...deswegen sind ausländische fachkräfte eben bevorzugt , weil man sie besser ausbeuten kann , den wissens"rahm "abschöpfen kann und das beste :

man muss für die ausbildung der ausländischen fachkräfte nix tun ...das haben ja ihre heimatländer finanziert(und die ausbildungen sind mitunter besser ,je nach fachgebiet , als in deutschland ) ...also, hohe bildung für "lau ":icon_dampf:

wenn der "mohr "seine schuldigkeit getan hat ...und /oder ahnt /weiss , wie der berühmte "hase "läuft ...er eventuell seine rechte wahr zu nehmen beginnt ..dann endet der auch in hartzIV ..nur, das dann eben kein geld übrig is ,wieder nach hause zu gehen , um sein land vorm weiteren untergang zu bewahren und /oder (wieder )aufzubaun .
 

kirschbluete

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AW: Arbeitslose Akademiker Topfschlagen im Niemandsland

Egal ob "Akademiker" oder "Fachkraft". Ziel ist es seit der Einführung von H4, auf Teufel komm´ raus jeden zu dequalifizieren um die Gehalts- und Lohnspirale nach unten zu beschleunigen.

Das ist alles nicht neu sondern längst Schnee von vorvorgestern. Dass der SPIEGEL da jetzt auch schon drauf kommt... naja, bisschen Pseudosystemkritik musste wohl mal wieder sein...:icon_sleep:
 

0zymandias

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AW: Arbeitslose Akademiker Topfschlagen im Niemandsland

Was haben denn Akademiker mit Fachkräften zu tun?:popcorn:

Nach einer Definition kann man händeringend suchen; ich werde mir eine aus dem Ausland kommen lassen.
Wikipedia sagt zwar ( Fachkraft ):
Eine Fachkraft ist allgemein eine Person, die eine gewerbliche, kaufmännische oder sonstige Berufsausbildung erfolgreich absolviert hat. Personen mit akademischem Grad werden seltener als Fachkraft bezeichnet.

Aber unter Fachkräftemangel steht schon
Mit dem Begriff Fachkräftemangel ist meist das unerwünschte Fehlen von Facharbeitern, Gesellen, Meistern, Technikern und Akademikern bestimmter Fachrichtungen als auf dem Arbeitsmarkt verfügbares Angebot gemeint. Ob ein vergleichbares Angebotsdefizit tatsächlich existiert, ist umstritten.

Manche sagen so, manche so :biggrin:

@wolliohne: :danke: für den Link.
 

BibiBlocksberg2009

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AW: Arbeitslose Akademiker Topfschlagen im Niemandsland

Akademiker sind bekanntlich die Lieblings"kunden" der "Job"center ... :icon_twisted:

Nach der Wahl wird sicher endlich bundesweit ein "Dequalifzierungskurs für Akademiker im SGBII-Bezug" in das hochkarätige Maßnahmenprogramm der BA aufgenommen.
Ich bin da ganz optimistisch...

Dann kann der Herr Ingenieur zukünftig ohne Bauchgrummeln in der Spülküche arbeiten, seinen Lebenslauf direkt in die Tonne hauen - und sich mental schon langsam auf die Altersarmut vorbereiten.

Schönes Wochenende ! :icon_pause:
 

hartaber4

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AW: Arbeitslose Akademiker Topfschlagen im Niemandsland

Was haben denn Akademiker mit Fachkräften zu tun?:popcorn:

Also für mich ist eine akademische Ausbildung auch eine Art Fachkraft zu werden ... (Prüfung von Kenntnissen/Abschluss).

Ferner muss man auch sehen, dass diese Welten sich immer mehr "mischen".... die Berufswelt wird "akademischer" und die akademische Welt wird "praxisorientierter" (wenn man mal vom rein wissenschaftlichen Zweig in der Forschung absieht; nicht jeder Akademiker macht Karriere an der Uni)... gerade im Hinblick auf die Weiterbildung (früher war z.B. ein weiterführendes Studium nach Meistererwerb undenkbar..)

Naja.... wie dem auch sei.... Bildung ist schon ein besonderes Thema in Deutschland..... gaaaaanz breites Diskussionsspektrum!
 

Dingenskirschen

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AW: Arbeitslose Akademiker Topfschlagen im Niemandsland

Der Stolz allein sollte verhindern, splche Spüljobs mit der Qualifikation überhaupt auch nur in Erwägung zu ziehen.

Von welchem Stolz redest du? Vom Stolz eines Hartz4 Empfängers? :biggrin:

Aber klar, alle Leute sagen mir: Der Arbeitgeber würde es lieber sehen, dass man gespült hätte, als dass man nur H4 war. Ich denke aber , es ist egal. Wenn du einmal raus bist und dein Lebenslauf eine Delle hat, ist es vorbei mit dem erlernten Beruf. Qualifikation hin oder her.

Akademiker sind bekanntlich die Lieblings"kunden" der "Job"center ... :icon_twisted:
Kannst du das mal genaur erklären! :icon_eek:
 

hartaber4

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AW: Arbeitslose Akademiker Topfschlagen im Niemandsland

Egal ob "Akademiker" oder "Fachkraft". Ziel ist es seit der Einführung von H4, auf Teufel komm´ raus jeden zu dequalifizieren um die Gehalts- und Lohnspirale nach unten zu beschleunigen.


Das trifft es aus meiner Sicht auch eher.....

Die deutsche Bevölkerung geht meist immer noch über den "Standesdünkel".... z.B. Ing.=hohes Gehalt / Spülkraft=Billigstlohn

In der Schweiz ist zum Beispiel das Handwerk genauso angesehen wie ein akademischer Beruf... sprich man begegnet einem Raumausstatter mit dem gleichen Respekt wie einem Rechtsanwalt....

Klar bringt mehr Wissen in der Regel auch mehr Verdienst... aber warum soll eine Spülkraft nicht einen existenzsichernden Lohn bekommen ?

(Beweis wäre auch der Gini-Koeefizient)

Gut: Die deutsche Realität ist längst eine andere....
 

0zymandias

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AW: Arbeitslose Akademiker Topfschlagen im Niemandsland

[...]Nach der Wahl wird sicher endlich bundesweit ein "Dequalifzierungskurs für Akademiker im SGBII-Bezug" in das hochkarätige Maßnahmenprogramm der BA aufgenommen.
[...]

Das erinnert mich doch stark an das "Downgrade-Seminar für Akademiker" :biggrin:

Wetten, dass Tertia, TÜV und wie sie alle heißen, so was schon in der Schublade liegen haben? Wo sie es sowieso schon auf Basis von Einzelfällen machen?

[...]Klar bringt mehr Wissen in der Regel auch mehr Verdienst... aber warum soll eine Spülkraft nicht einen existenzsichernden Lohn bekommen ?

(Beweis wäre auch der Gini-Koeefizient)

Gut: Die deutsche Realität ist längst eine andere....

Soll die Spülkraft auch bekommen, alles andere wäre amoralisch, sittenwidrig, gesellschaftliche Dummheit... (Suche es Dir aus :biggrin:) - wäre auch besser für die vielzitierte Binnenkonjunktur.

Aber den Gini-Koeffizient hast Du doch nur mit reingenommen, da Dänemark schon 2009 vor Deutschland lag, oder? :biggrin:
 

arbeitslos in holland

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bin zwar keine fachkraft, aber auf meinem gebiet ein gesuchter spezialist.

meistens bekomme ich noch angebote als ferienvertretung, weil man mich nicht einlernen muß.

dazu habe ich noch spezialkentnisse(heute wieder ein zertikat auf eigene kosten erneuert) und befugnisse. ist ja klar, dass die akademiker haufenweise keine arbeitsplätze mehr bekommen. das einsparpotential ist bei den gehaltsstrukturen natürlich gewaltig. bei meiner gehaltsklasse, kann man immer noch jemanden für 3-4 monate als vertretung einstellen. wenn ich dann mal wieder 6 monate(26 wochen)voll habe, habe ich wieder 1 1/2 anspruch auf ALG I.

alles chic :biggrin:

13 jahre in den NL hat sich für mich mehr als gelohnt. in D wäre ich schon seit 2000 ohne job...............
 

hartaber4

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@aih:

Du bist dann folglich ein Grenzpendler i.S. des EU-Sozialrechts?
 

paulegon05

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kommt mir sehr bekannt vor

2xDequalifizierungs Seminar (kosten ca. 2000€ je Seminar)
über 1000!! VV für Zeitarbeitsfirmen seit 09/2013 soweit ich weis gibt es kaum eine ZAF wo ich noch nicht vorstellig werden musste (reise kosten die die AA übernehmen musste liegen bei ca. 20000€)

mehre sinnlos Bewerbungstrainungs - tenor unterlagen sind top (die habe ich auf EIGENE kosten von einer beratungsfirma machen lassen)
und wenn man mal wo eingeladen wird kommt man man im gespräch zu dem punkt wo einem gefragt wird das der jetzige job nicht zum lebenrecht (bin aufstocker) wenden sich die meisten von einem ab (das profil passt zwar aber - einen harzer wollen wir nicht oder man soll erst mal ein jahr umsonst arbeiten), ich habe auch schon erlebt das das vorstellungsgespräch deswegen beendet wurde.

ich bin ja gespannt was sich das JC als nächstes einfallen lässt....

das letzte vorstellungsgespräch für eine richtige stelle (keine ZAF, kein Praktikum) war anfang April dieses Jahres...
 
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