Arbeitslos ohne Leistungsbezüge wegen Rentenanrechnung melden? Minijobs vorhanden (1 Betrachter)

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Josi

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Der Mann einer Freundin hat kürzlich eine Arbeit gefunden, mit der beide aus dem Leistungsbezug ALG II herausfallen.

Jetzt weiß meine Freundin aber nicht, ob sie sich wegen der Rentenanrechnungszeiten arbeitslos melden soll oder nicht.

Die Agentur für Arbeit ist ziemlich weit entfernt und das Auto braucht ihr Mann. Sie hätte also ziemliche Probleme, wenn sie Meldetermine wahrnehmen will. Maßnahmen wären wegen fehlender Mobilität auch sehr problematisch. Vor allem im Winter.

Sind diese Anrechnungszeiten so wichtig? Bringen die irgendwelche finanziellen Vorteile?

Und wie sähe das aus, wenn meine Freundin bei ihren Minijobs die Rentenbeiträge zahlen will?

Sie hat zwei Minijobs und verdient je 30 Euro.

Soweit ich informiert bin, werden die 18,9% Beitrag aus einem Mindesteinkommen von 175 Euro gerechnet. Der Arbeitgeber zahlt seine 15% aber aus dem realen Einkommen.

Welchen Betrag müsste meine Freundin zahlen?

18,9% von 175 Euro sind 33,08 Euro.
Der Arbeitgeber zahlt 4,50 Euro und meine Freundin müsste dann 28,58 Euro zahlen oder werden die Minijobs zusammengezählt, beide Arbeitgeber zahlen insgesamt 9 Euro und meine Freundin bräuchte "nur" noch 24,08 Euro zahlen?

Besonders begeistert wäre sie zwar nicht, wenn sie fast ein komplettes Monatsgehalt zahlen müsste, aber sie würde es in Betracht ziehen.

Und falls beide Arbeitgeber zusammengerechnet werden, wie funktioniert dann das mit den 3,9%? Überweist jeder Arbeitgeber 12,04 Euro oder überweist einer alles?
 

Fritz Fleißig

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Finanzielle Vorteile von Anrechnungszeiten: keine, denn es werden schließlich auch keine Beiträge entrichtet. Es gibt also keine höhere Rente.

Einziger Vorteil: diese Zeiten können (immer vorbehaltlich einer gleichbleibenden Rechtslage!) für die 35 Jahre Wartezeit für die vorgezogene Rente verwendet werden, außerdem bleibt der Anspruch auf eine eventuelle EM-Rente erhalten, so sie denn bewilligt wird.

Die Berechnung stimmt auch. Bei einem derart geringem Lohn ist der Beschäftigte der "Gekniffene", denn der Arbeitgeber zahlt seinen Anteil immer nur aus dem tatsächlichen Lohn. Falls die Beschäftigung in einem Privathaushalt ist, wäre das wegen des geringeren Beitragssatzes für den Arbeitgeber sogar noch extremer.

Für die Einzelheiten am besten bei der Minijob-Zentrale nachfragen.

Bei einem derart geringen Monatslohn (wieviel Arbeitsstunden?) würde ich mich aber schon fragen, ob sich der gesamte Aufwand lohnt. Hier entstehen möglicherweise ja auch noch Aufwendungen für Fahrtkosten und ähnliches.
 

Onkel Melker

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Ich empfehle, einfach mal bei der Rentenversicherung eine kostenlese Beratung in Anspruch zu nehmen. Die geben dort sehr kompetent Auskunft. Das hat mir zum Ende meines ALG1-Bezugs wirklich weitergeholfen.
 

Josi

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Bei einem derart geringen Monatslohn (wieviel Arbeitsstunden?) würde ich mich aber schon fragen, ob sich der gesamte Aufwand lohnt. Hier entstehen möglicherweise ja auch noch Aufwendungen für Fahrtkosten und ähnliches.
Arbeitsstunden können schwer bestimmt werden. Meistens zwischen 32 bis 48 Stunden pro Monat. Alle Angaben übrigens für vier Wochenenden im Monat. Fahrtkosten entstehen keine. Sie trägt am Samstag und am Sonntag Zeitungen und Prospekte in ihrem Wohnort aus.

Aber dann werde ich ihr jetzt noch einmal raten, dass sie das mit dem Anmelden lassen kann.
Wenn das eh' nicht wirklich was nützt, dann braucht sie ihre Zeit ja auch nicht unbedingt in irgendwelchen Sinnlosmaßnahmen verplempern oder sich auf Stellen bewerben, die sie wegen fehlenden Busverbindungen ohnehin nie antreten könnte.
 
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