Arbeitslos melden oder auf halbe Stelle reduzieren? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

sunmiguel

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Hallo,

ich bin seit einigen Jahren bei einer körperlich und psychisch kranken Person beschäftigt (24h-72h Schichten) und werde mittlerweile durch die Intensität des Jobs selbst immer häufiger depressiv und bin während meiner freien Zeit so gut wie zu gar nichts mehr zu gebrauchen. Selbst erfahrene Pfleger halten es hier teilweise nicht länger als ein paar Monate aus. Dazu kommt, dass sie auch meine körperliche Gesundheit in Gefahr bringt (kann ich leider öffentlich nicht näher drauf eingehen)!

Darum suche ich jetzt eine Möglichkeit einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Ich bin gelernter Heilpraktiker, habe allerdings wegen Stress in meinem Job vor drei Jahren die mündliche Prüfung vermasselt und hänge jetzt so mehr oder minder in den Seilen.

Gerne würde ich meine Prüfung noch mal in Angriff nehmen und mich dann zusammen mit einer befreundeten Ärztin selbstständig machen. Konkrete Pläne gibt es schon, allerdings muss die Prüfung im November oder März nächsten Jahres bestanden werden.

Ich brauche jetzt dringend einen Rat, wie ich aus meinem Job rauskomme, und danach mich in Ruhe die nächsten Monate auf meine Prüfung und Selbstständigkeit vorbereiten kann, ohne in grosse finanzielle Schwierigkeiten zu kommen.

Ich habe gehört dass es die Eingliederungshilfe in die Selbstständigkeit nicht mehr gibt? Aber wohl käme sie ohne abgeschlossene Ausbildung für mich auch nicht in Frage.

Ich verdiene zur Zeit 1500.- netto, habe eine Frau und zwei Kinder. D.h. ich hätte eigentlich jetzt schon das Recht auf hartz 4 Aufstockung.

Mir schwebt folgendes vor:

1. Eine halbe Stelle weitermachen (SVpflichtig) und mit ALG II aufstocken - käme dann Sanktionen, weil ich reduziere?

2. Mit einem äztlichen Attest wegen Depressionen kündigen oder Aufhebungsvertrag - dann ALG I beantragen und ALG II aufstocken.

3. Mit ärztlichen Attest eine halbe Stelle weitermachen und ALG II aufstocken.

Was meint ihr ist für mich das beste, um mich in Ruhe auf meine Prüfung/Selbstständigkeit vorbereiten zu können ohne ständig Bewerbungen für Jobs schreiben zu müssen, die ich eh nicht will.

Ich habe bereits mit meiner Arbeitgeberin (die ich betreue) gesprochen und sie will auf jeden Fall vermeiden dass ich kündige, da ich einer von den wenigen bin, die es so lange bei ihr ausgehalten hat.

Habt ihr noch andere Ideen?

Viele Grüsse

M.
 
G

gast_

Gast
Hallo,

ich bin seit einigen Jahren bei einer körperlich und psychisch kranken Person beschäftigt (24h-72h Schichten) und werde mittlerweile durch die Intensität des Jobs selbst immer häufiger depressiv und bin während meiner freien Zeit so gut wie zu gar nichts mehr zu gebrauchen. Selbst erfahrene Pfleger halten es hier teilweise nicht länger als ein paar Monate aus. Dazu kommt, dass sie auch meine körperliche Gesundheit in Gefahr bringt (kann ich leider öffentlich nicht näher drauf eingehen)!

Wenn du kündigen willst, brauchst du ein ärztliches Attest, daß du diesen job aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machen kannst.



Darum suche ich jetzt eine Möglichkeit einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Ich bin gelernter Heilpraktiker, habe allerdings wegen Stress in meinem Job vor drei Jahren die mündliche Prüfung vermasselt und hänge jetzt so mehr oder minder in den Seilen.

Gerne würde ich meine Prüfung noch mal in Angriff nehmen

wäre sinnvoll

und mich dann zusammen mit einer befreundeten Ärztin selbstständig machen. Konkrete Pläne gibt es schon, allerdings muss die Prüfung im November oder März nächsten Jahres bestanden werden.

Ich brauche jetzt dringend einen Rat, wie ich aus meinem Job rauskomme,

siehe oben

und danach mich in Ruhe die nächsten Monate auf meine Prüfung und Selbstständigkeit vorbereiten kann, ohne in grosse finanzielle Schwierigkeiten zu kommen.

Da seh ich schwarz.
Wenn du dich arbeitslos meldest wird man dichin eine Sofortmaßnahme stecken und du wirst dich bewerben müssen.


Ich verdiene zur Zeit 1500.- netto, habe eine Frau und zwei Kinder. D.h. ich hätte eigentlich jetzt schon das Recht auf hartz 4 Aufstockung.

Und darauf verzichtest du? Oder bekommt ihr Wohngeld?

Mir schwebt folgendes vor:

1. Eine halbe Stelle weitermachen (SVpflichtig) und mit ALG II aufstocken - käme dann Sanktionen, weil ich reduziere?

Ja.

2. Mit einem äztlichen Attest wegen Depressionen kündigen oder Aufhebungsvertrag - dann ALG I beantragen und ALG II aufstocken.

Auf keinen Fall einen Aufhebungsvertrag ohne Zustimmung der AfA - das gäbe ne Sperrzeit (und ne Sanktion beim ALG II)


3. Mit ärztlichen Attest eine halbe Stelle weitermachen und ALG II aufstocken.

Hältst du das für sinnvoll - und was sollte in dem Attest stehen?

Was meint ihr ist für mich das beste, um mich in Ruhe auf meine Prüfung/Selbstständigkeit vorbereiten zu können ohne ständig Bewerbungen für Jobs schreiben zu müssen, die ich eh nicht will.

Darum kommst nicht herum, wenn du staatliche Leistungen in Anspruch nehmen mußt.


Ich habe bereits mit meiner Arbeitgeberin (die ich betreue) gesprochen und sie will auf jeden Fall vermeiden dass ich kündige, da ich einer von den wenigen bin, die es so lange bei ihr ausgehalten hat.
Leider nein.

Außer: Weiter bleiben und die Prüfung machen - sofern du das schaffst.
 

sunmiguel

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Ja vielen Dank schon einmal!

Morgen habe ich erstmal einen Termin beim Psychiater. Mal sehen was er sagt, ob ich tatsächlich aus gesundheitlichen Gründen aufhören sollte. Dann wird er ja auch ein Attest schreiben können. In dem Fall könnte ich auch meiner Chefin vorschlagen, dass sie mich vorher kündigt, so dass sie mich nicht weiterbehalten muss während ich krank feiere.

Kann man das so machen?

Wie ist das eigentlich mit dem Punkt Gefährdung der köperlichen Unversehrtheit, ist das nicht ein Grund für mich zu kündigen? Ich möchte hier nichts darüber sagen, weil ich meiner Chefin nicht unnötig Probleme bereiten möchte, falls etwas publik wird, und wer weiss wer das hier alles liest...aber ich kann Euch garantieren, so etwas würde keiner mitmachen der einen normalen Menschenverstand hat...

Tja, Wohngeld bekomme ich schon, allerdings nur 130 Euro. Hartz 4 wollte ich bis jetzt nicht beantragen, weil mir das mit der totalen Transparenz was kontoauszüge angeht etwas zu krass war. Ich habe schon mal Erfahrungen mit der Arge gemacht und musste auch klagen, nur weil die zu dämlich waren, Warenrückgaben und die entsprechenden Geldeingänge als solche zu erkennen.

Gruss,

M.
 

sunmiguel

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P.S. halbe Stelle auf Attest: Ich denke doch dass es Leute gibt, die aufgrund ihrer Krankheit nur noch eine halbe Stelle ausüben können, einfach körperloich oder psychisch für mehr nicht belastbar sind, oder?
 

gelibeh

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Wichtig ist, was der Psychiater sagt. Wenn der meint, gar nicht mehr in dem Job arbeiten und das attestiert, dann könntest Du ohne Sanktionen kündigen. Aber wie schon geschrieben, dann kommt das Amt mit allen möglichen Maßnahmen aus der Ecke. Wenn der Arzt meint, Du schaffst nur noch die halbe Zeit, dann würde ich versuchen, die Arbeitszeit zu reduzieren und mit ALGII aufstocken. Auch hier ist ein Attest sehr wichtig. Auch damit Dich das Amt in der Restzeit nicht noch in irgendwelche Maßnahmen steckt.
 

sunmiguel

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Also, ich habe das Attest, dass ich aus psychiatrischer Sicht keine volle Stelle mehr fortsetzen kann und mir geraten wird, auf eine halbe Stelle zu reduzieren.

Wie mache ich das jetzt mit meiner Arbeitgeberin? Muss ich zum Monatsende kündigen und einen neuen Vertrag für eine halbe Stelle abschließen oder was schreibe ich ihr? Ich habe ihr auch angeboten, solange zu bleiben bis sie Ersatz für die halbe Stelle findet. Aber das kann ich ja immer noch mündlich mit ihr vereinbaren...

LG

sunmiguel
 

gelibeh

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Ich würde nicht selber kündigen. Beantrage die Umwandlung der Stelle auf Teilzeit und leg das Attest bei. Geht das in der Firma nicht, dann soll sie Dir kündigen. Ist sicherer.
 
E

ExitUser

Gast
Ich würde nicht selber kündigen. Beantrage die Umwandlung der Stelle auf Teilzeit und leg das Attest bei. Geht das in der Firma nicht, dann soll sie Dir kündigen. Ist sicherer.
So würde ich das auch machen. Und wenn sie der Umwandlung nicht zustimmt und Dir aber auch nicht kündigt - denn Du hattest ja geschrieben, die Frau will Dich eigentlich unbedingt behalten? - , dann würde ich mich krankmelden. Sonst wirkt das Attest auch etwas unglaubwürdig, wenn man nie AU war vorher und auch nach dem Attest dann trotzdem noch weiter dort Vollzeit arbeitet.
Und dann wird schon irgendwann die Kündigung kommen, und während der AU kannst Du prima lernen für die Prüfung.
 

sunmiguel

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Vielen Dank für all die Info! Das werde ich dann so machen. Morgen habe ich wieder eine Doppelschicht bis Mittwoch und sitze schon den ganzen vormittag bei schönstem Wetter total gelähmt in der Bude.

Dann werde ich auch besser ein Datum für die Umwandlung auf Teilzeit festsetzen, und das ganze schriftlich ausformulieren. Nochmals vielen Dank für Eure Hilfe!

M.
 

sunmiguel

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Jetzt fällt mir gerade ein. Wenn ich die Umwandlung auf Halbzeit zum 31.10.12 beantrage, würde ich ab 1. November halbtags arbeiten. Früher ist wohl nicht möglich, weil der Dienstplan für Oktober schon draussen ist. Wann beantrage ich dann Hartz4? Sobald ich mein halbes Gehalt auf dem Konto habe, d.h. wahrscheinlich so um den 28/29.11. herum? Oder sollte ich der ARGE/Jobcenter jetzt schon bescheid sagen und mein Attest zeigen, dass ich ab Anfang Dezember voraussichtlich Leistungen benötige?

M.
 

Tollkirsche

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Auf gar keinen Fall jetzt schon! Erst wenn Du Deine Angelegenheiten mit Deiner Arbeitgeberin - und dem Arzt - geregelt hast und alles schwarz auf weiß hast.

Nie, aber auch nie, dem Jobcenter etwas angeben, was Du nicht schriftlich nachweisen kannst.

Die Antragstellung im November reicht aus. Der Antrag gilt immer als rückwirkend zum 1. des Monats gestellt. Dein Gehalt im November würde dann angerechnet.

Mache Dich darauf gefaßt, dass Du über Dein gesamtes Vermögen Auskunft geben musst und dass Du das die Freibeträge übersteigende Vermögen für Deinen Lebensunterhalt verwenden musst.
 
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