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Arbeitslos,Ein anderes Taktgefühl

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wolliohne

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#1
Von Susanne Schmidt-Lüer

Es ist das pralle Leben. Haufenweise Kirschen und Aprikosen, Orangen aus Ägypten, Kräuter aus Oberrad. Zwei Mal in der Woche, immer mittwochs und samstags, taucht Corinna S. hinein in diese Fülle. Sie wählt ganz genau aus. Greift zu, wo sie zwei Salate zum Preis von einem bekommt und noch ein paar Blätter für die beiden Meerschweinchen dazu. Lässt die Gurken liegen, weil sie im Supermarkt günstiger sind. Eier "hole ich lieber immer frisch auf dem Markt" und auch Brot ist "ein Muss". Sie bestellt das ausgehobene Bauernbrot vor, immer einen halben Laib mittwochs und einen samstags. So muss sie nicht hetzen und kann gegen Ende der Marktzeit hingehen, dann "wenn man die Sachen sehr, sehr günstig kriegt".

Corinna S., die Reiseverkehrskauffrau, ist erwerbslos, seit ihre Töchter, elf und sieben Jahre alt, geboren wurden. Sie wäre "gerne in den Beruf zurückgegangen". Aber die Schichten hinter dem Schalter am Flughafen, die mal um 5 Uhr beginnen, mal um 22 Uhr enden, waren mit zwei kleinen Kindern für die Alleinerziehende ohne Oma und Opa oder andere Betreuer im Hintergrund nicht zu bewältigen.
Während Studien bei länger erwerbslosen Familien ein Entgleiten von Zeitstrukturen feststellen, so dass es manchmal schon Mühe kostet, zwei oder drei Termine pro Woche zu koordinieren, hat sich Corinna S. ein Netz aus Engagements geknüpft, das sie ebenso fordert wie hält. Mit dem Gesamtelternbeirat der Kitas demonstrierte sie auf dem Römerberg, im Fachausschuss Kinderbetreuung im Römer arbeitete sie mit und sie übernahm den Vorsitz im Elternbeirat der Kindertagesstätte T 21.
Arbeitslos: Ein anderes Taktgefühl | Frankfurter Rundschau - Frankfurt
 

Kaleika

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#2
(...) Wenn man arbeitet, sagt Corinna S., "hat man seine Aufgaben durchstrukturiert und muss nicht so viele Sachen im Kopf haben, die finanziellen Sorgen, das Rumrennen, wo ich was am günstigsten einkaufe." Am Monatsende schaut sie immer wieder am Computer nach, "ob das Geld schon eingetroffen ist. Ich kann mein Konto nicht überziehen." Sie dreht dann "jeden Cent rum". (...)
Das kommt mir verdammt bekannt vor, dieses Herumgerenne und Gejapse nach Schnäppchen, was Menschen mit auskömmlichen Erwerbseinkommen erspart bleibt.

Kaleika
 

Mario Nette

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#3
Andererseits, Kaleika, was soll ich dir erzählen: Zeitlich würde ich das gar nicht hinkriegen, hier die günstigen Läden aufzusuchen. In meiner Nähe gibt es nur einen recht teuren, in den ich aufgrund Zeitmangels (wegen der Arbeit) quasi einkaufen muss. Hier gibt es auch einen tollen Markt. Ich frage mich nur, wer da einkaufen soll, wenn der doch gerade nur die paar Stunden am Vormittag stattfindet, in denen ich "am Platz" bin. Tät mich über wirklich frischen Fisch freuen ... naja, soll eben nicht sein. Scheint daher auch vor allem ein "Rentnermarkt" zu sein.

Ich will damit natürlich nicht andeuten, dass man als SGB-II-Leistungsberechtigter es besser hat. Das ganz bestimmt nicht, kenne ich ja nur allzu gut. Sondern ich wollte nur auch mal die andere Seite aufzeigen: Die Wahl nach dem vermeintlich Schlechten, dem Japsen nach Schnäppchen, hat man eben auch nicht immer.

Ach und: Besser sind die teuren Produkte auch nicht zwangsweise. Sind eben einfach nur teurer.

Mario Nette
 

Michelle H

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#4
Corinna S., die Reiseverkehrskauffrau, ist erwerbslos, seit ihre Töchter, elf und sieben Jahre alt, geboren wurden. Sie wäre "gerne in den Beruf zurückgegangen". Aber die Schichten hinter dem Schalter am Flughafen, die mal um 5 Uhr beginnen, mal um 22 Uhr enden, waren mit zwei kleinen Kindern für die Alleinerziehende ohne Oma und Opa oder andere Betreuer im Hintergrund nicht zu bewältigen.
Was ist denn aus dem Erzeuger der beiden Kinder geworden???
 
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ExitUser

Gast
#5
Die verabschieden sich manchmal, so wahrscheinlich auch in diesem Fall.
Es gibt natürlich auch andere Gründe für ihr Nichtvorhandensein.
 
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