Arbeitslos beim Jobcenter melden, trotz Kapital? (1 Betrachter)

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xolo

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Guten Tag zusammen,

Zu meiner Situation (wer meine Geschichte nicht lesen möchte, kann auch direkt nach unten zu meiner Frage scrollen):
Ich bin 28 Jahre alt und beziehe ALG1, welches allerdings Ende des Monats ausläuft.
Da ich in meinem voherigen Job recht gut verdient hatte, erhielt ich natürlich ein dementsprechendes Arbeitslosengeld 1 Einkommen. Dadurch habe ich natürlich meine Möglichkeiten ausgeschöpft und erstmal weitestgehend einen Bogen um die Zeitarbeitsfirmen gemacht und mich um gescheite Arbeit bemüht.
Leider hatte sich nichts ergeben und der Plan war von Anfang an, dass wenn gegen Ende (2-3 Monate vor Ablauf von ALG1) des Leistungsbezuges immernoch kein Arbeitsverhältnis zustande kam, ich mich auch bei Zeitarbeitsfirmen bewerbe. Durch meine Ausbildung als Fachlagerist und meiner Tätigkeit in der Produktion wusste ich sowieso, dass ich ohne Probleme innerhalb von einer Woche eine Stelle bei einer ZAF bekommen könnte. Wenn ich natürlich schon meine Seele an den Teufel verkaufen werde, dann natürlich wenigstens für eine Facharbeiterstelle mit etwas mehr Gehalt, weshalb ich auch 2-3 Monate einplante, um etwas selektieren zu können.

Wie es so ist, wollte eine höhere Macht mir wohl einen Strich durch meine Rechnung machen.
Anfang Neujahr fing es an, dass ich Probleme mit den Augen bekam und auch eine Mittelohrentzündung mit Drehschwindel blieb nicht aus. Die Probleme mit Augen, Ohren und Schwindel sind auch jetzt noch vorhanden und es stehen im Laufe des Monats noch Besuche in einer Augenklinik, in einer Radiogolie (MRT) und beim Internisten an.
Es ist ziemlich merkwürdig, normalerweise wurde ich sogut wie nie krank, ich konnte im Winter bei Minustemperaturen im T-shirt rumlaufen, im Sommer lief der Ventilator die ganze Nacht über gegen meinen Kopf gerichten, ich konnte im Durchzug stehen usw., nie hatte ich dadurch Probleme oder wurde gar krank.
Aber jetzt, wo ich eigentlich fast nur Zuhause im warmen gehockt bin, werde ich überhäuft mit diesem Elend. Aber dem nicht genug, nein, mysteriöserweise stellt sich auch nur sehr langsam eine Verbesserung der Probleme ein, weshalb mich meine Augenärtzin auch in eine Augenklinik überwies. Ebenso die Mittelohrentzündung mit Schwindel, welche nun schon fast 3 Monate andauert.
Das ganze machte natürlich meine Pläne zunichte, da ich so auf keinen Fall abeitsfähig war.

********Hier die eigentliche Frage********
Ich besitze Kapital im mittleren fünfstelligem Bereich, weshalb mir klar ist, dass ich kein Geld vom Jobcenter erhalten werde. Auch meine Krankenversicherung muß ich selbst bezahlen (Anträge dafür werden mir die Tage von meiner Krankenkasse zugestellt).
Ich würde dennoch gerne wissen, ob es irgendwie Sinn macht mich dennoch bein Jobcenter zu melden, bzw. Antrag auf Hartz4 zu stellen.
Habe ich dadurch vielleicht irgendwelche Vorteile, bzw. Nachteile wenn ich es nicht tue?

Vielleicht war ja mal jemand in einer ähnlichen Situation und kann mir einen Rat geben. Aber auch über andere Antworten würde ich mich sehr freuen.


Mit freundlichen Grüßen, Xolo
 
G

Gast1

Gast
Hi xolo,

********Hier die eigentliche Frage********
Ich besitze Kapital im mittleren fünfstelligem Bereich, weshalb mir klar ist, dass ich kein Geld vom Jobcenter erhalten werde. Auch meine Krankenversicherung muß ich selbst bezahlen (Anträge dafür werden mir die Tage von meiner Krankenkasse zugestellt).
Ich würde dennoch gerne wissen, ob es irgendwie Sinn macht mich dennoch bein Jobcenter zu melden, bzw. Antrag auf Hartz4 zu stellen.
Habe ich dadurch vielleicht irgendwelche Vorteile, bzw. Nachteile wenn ich es nicht tue?
Das Jobcenter ist nicht zuständig für Dich, sondern die Agentur für Arbeit, bei der Du Dich als so genannter Nichtleistungsempfänger arbeitsuchend melden könntest. Dies kann u.a. dazu führen, dass Dein möglicher rentenzeitenrechtlicher Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente bei der Rentenversicherung aufrecht erhalten wird:

Deutsche Rentenversicherung - Rentenrechtliche Zeiten - Arbeitslosigkeit

Allerdings kriegst Du dann von der Agentur für Arbeit Vermittlungsvorschläge zugeschickt und wirst eventuell in Bewerbungstrainings gesteckt, dies unter Androhung so genannter Vermittlungssperren.
 

midi

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Hallo,

... was m.E. ebenso sinnvoll wäre, das ALG1 nicht komplett auslaufen zu lassen, sondern einen Restanspruch (z.B. 2-3 Tage oder auch eine Woche) zu erhalten.
Mit deinem nächsten Job würdest du dir die momentane Höhe deines ALG1 erhalten, vorausgesetzt du hast in naher Zukunft einen Job, in dem du eine neue Anwartschaftzeit für einen erneuten Anspruch auf ALG1 erwirkst (erarbeitet) hast.
Je nach Alter und Beschäftigungsdauer ergeben sich aus der Anwartschaftzet erneute Ansprüche auf ALG1 bezüglich der Anspruchsdauer.
Sollte dein nächster Job im Einkommen geringer sein als dein alter Job bzw. sich daraus ein niedrigeres ALG1 ergeben, wäre ... hättest du einerseits einen Restanspruch an ALG1 und gleichzeitig eine erneute Anwartschaftzeit erfüllt ... deine 'alte' Höhe bestandsgeschützt. Das heißt, dein 'neuer' ALG1anspruch bemisst sich an der 'alten' Höhe (dem alten Anspruch, weil bestandsgeschützt).

Siehe hier (jedoch nur grob erläutert).
https://www3.arbeitsagentur.de/web/...dstbai377607.pdf?_ba.sid=L6019022DSTBAI377610
 
Zuletzt bearbeitet:

xolo

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Erstmal vielen Dank für eure Antworten.

Das Jobcenter ist nicht zuständig für Dich, sondern die Agentur für Arbeit, bei der Du Dich als so genannter Nichtleistungsempfänger arbeitsuchend melden könntest. Dies kann u.a. dazu führen, dass Dein möglicher rentenzeitenrechtlicher Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente bei der Rentenversicherung aufrecht erhalten wird
Na dann werde ich mich dort nach Ablauf wohl arbeitsuchend melden, bzw. dort mal anrufen um zu fragen, ob es überhaupt einer erneuten Arbeitsuchendmeldung bedarf oder ob nicht die alte weiterhin aktiv bleibt.
Danke


was m.E. ebenso sinnvoll wäre, das ALG1 nicht komplett auslaufen zu lassen, sondern einen Restanspruch (z.B. 2-3 Tage oder auch eine Woche) zu erhalten.
Mit deinem nächsten Job würdest du dir die momentane Höhe deines ALG1 erhalten, vorausgesetzt du hast in naher Zukunft einen Job, in dem du eine neue Anwartschaftzeit für einen erneuten Anspruch auf ALG1 erwirkst (erarbeitet) hast.
Je nach Alter und Beschäftigungsdauer ergeben sich aus der Anwartschaftzet erneute Ansprüche auf ALG1 bezüglich der Anspruchsdauer.
Sollte dein nächster Job im Einkommen geringer sein als dein alter Job bzw. sich daraus ein niedrigeres ALG1 ergeben, wäre ... hättest du einerseits einen Restanspruch an ALG1 und gleichzeitig eine erneute Anwartschaftzeit erfüllt ... deine 'alte' Höhe bestandsgeschützt. Das heißt, dein 'neuer' ALG1anspruch bemisst sich an der 'alten' Höhe (dem alten Anspruch, weil bestandsgeschützt).
Verstehe ich das richtig, wenn ich immoment 1160€ ALG1 bekomme, vor Ablauf des Bezuges wieder arbeiten gehe, z.B. 1,5 Jahre und nach diesem Zeitraum wieder arbeitslos werde, bemisst sich mein neues ALG1 Geld nicht nach den 10€/Std vom Job, sondern nach dem alten Betrag von 1160€?
Ich bekomme dann also wieder 1160€ und das über den vollen Zeitumfang? Das wäre natürlich ziemlich interessant.
Danke.
 

doppelhexe

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ich weiss ja nicht, wie lange du noch anspruch auf ALG1 hast ...

wenn es mehr als 6 wochen sind, dann schleunigst einen krankenschein einreichen.

nach 6 wochen gibt es erst mal krankengeld (solange erst mal weiter ALG1) und dein restlicher ALG1-anspruch bleibt dir erhalten, bis du wieder gesund bist oder dein KG-anspruch erschöpft ist ...

auch weisst du ja nicht wirklich, wie lange deine genesung noch dauert, so das du dich im schlimmsten fall nicht mal als "nichtleistungsempfänger bei der agentur melden könntest, da du krank nicht "vermittlungsfähig" bist.

nach ablauf des ALG1 ists auch essig mit evtl. KG-anspruch

und warum bitte solltest du während krankheit schon auf leistungen verzichten?

nachtrag: selbst wenn du weniger als 6 wochen ALG1 anspruch über hast ... muss dann nach ableuf ALG1 nicht auch die kasse mit krankengeld einspringen?
 

xolo

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Mein Anspruch endet am Ende des Monats.

Des Weiteren habe ich doofer Weise natürlich jedesmal auf eine Krankmledung verzichtet (bis auf einmal eine Woche), da ich diese immer mit der Begründung ablehnte, dass ich immoment sowieso arbeitslos bin und deshalb keine brauche...

selbst wenn du weniger als 6 wochen ALG1 anspruch über hast ... muss dann nach ableuf ALG1 nicht auch die kasse mit krankengeld einspringen?
Das weiß ich nicht.


Danke für deine Antwort.
 

Ozymandias1

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- Jetzt noch krankschreiben lassen (Andere kennen sich besser mit dem Thema aus, keine Ahnung wie viel das bringt)
- Neuen Job organisieren und dann krankschreiben lassen
- von deinen Reserven leben und Wohngeld beantragen
 
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