Arbeitslos (ALG 1) - Gehaltswünsche in der Bewerbung bzw. im Vorstellungsgespräch (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

FrauRatFrag

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Hallo zusammen!

Ich würde mich freuen, wenn mir zu nachfolgendem Sachverhalt jemand Hilfestellung geben kann.

Seit heute bin ich offiziell arbeitslos. Ich hatte bereits mehrere VG. Bei einer Stelle könnte ich auch anfangen. Mir ist aber eigtl die Fahrtstrecke zu weit.

Jetzt aber zum èigtl. Problem: Das angebotene Gehalt ist mir zu gering. Mir ist auch die Abstufung (20% etc.) bekannt. Was mir aber nicht klar ist: Von was ziehe ich die 20% ab? Von meinem letzten (guten) Gehalt, oder von dem Gehalt, das meiner ALG-Berechnung zugrunde liegt (hier habe ich Bestandsschutz, war noch höher)?

Die Stelllenausschreibung habe ich in der Jobbörse der AfA gesichtet. War aber kein VV. Kann ich absagen, oder gibt das eurer Kenntnis nach Ärger?

Über Rückmeldungen freue ich mich sehr, Damit sich meine Unsicherheit legt!

Herzlichen Dank Im Voraus und LG
 

Seepferdchen 2010

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Guten Tag FrauRatFrag

hast du diesen § 140 SGB III gelesen?

(3) 1Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einer arbeitslosen Person insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. 2In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. 3Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.
Text hervorgehobe

Bestimmt kommen noch Hinweise.
 

vidar

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Mir ist auch die Abstufung (20% etc.) bekannt. Von was ziehe ich die 20% ab? Von meinem letzten (guten) Gehalt, oder von dem Gehalt, das meiner ALG-Berechnung zugrunde liegt (hier habe ich Bestandsschutz, war noch höher)?
Auszug §140 SGB III
(3)
1 Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einer arbeitslosen Person insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt.

2 In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar.

3 Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.
§ 140 SGB III Zumutbare Beschäftigungen - dejure.org
.
 

Matt45

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Eigentlich gibt es mehrere Antworten, neben der "SGB Antwort".

Musst du von dem Gehalt einen Partner oder Kind ernähren?
Was benötigst du an Fahrtkosten?
Wie hoch sind deine monatlichen Fixkosten?

Ich weiß, die meisten sind eingeschüchtert vom Amt(durch Sanktionen oder....). Trotzdem sollte man auch in eine andere Richtung denken.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64655

Gast
Es gibt das was das Amt als zumutbar ansetzt und das was die eigene Schmerzgrenze ist.
Ich bewerbe mich so das es in der Bewerbung nicht erkennbar ist das ich aktuell ALG 1 beziehe.
So das sie hier keine Tricks in Übereinstimmung mit dem § 140 SGB III vorbereiten können.
 

specht59

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Die ursprügliche Frage war ja, wovon die 20% abgezogen werden. Meine Ansicht war immer folgende: Bemessungentgelt steht im Bescheid (als täglicher Wert). Am Anfang muss man nur Bruttoeinkommen über 20 bzw. 30 Prozent unter diesem Wert akzeptieren. Erst nach den sechs Monaten kommt es dann auf Nettogehalt an, wobei dann Fahrtkosten, Werbungskosten etc. ins Spiel kommen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64655

Gast
@ Specht
Abgezogen wird von dem Gehalt das der Berechnung des ALG1 zugrunde gelegt wird.
Falls man mehr Gehalt als die Beitragsbemessungsrundlage hatte bekommt man darauf kein ALG1.
In diesem Fall stürzt das zumutbare Gehalt gleich stärker ab.
 

specht59

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Abgezogen wird von dem Gehalt das der Berechnung des ALG1 zugrunde gelegt wird.
Es ist klar, dass dabei hohen Gehältern gekappt wird, man zahlt ja auch nicht auf alles Arbeitslosenversicherung. Aber der als "Bemessungsentgelt täglich" im Bescheid stehende Betrag ist schon der (evtl. gekappte) Ausgangspunkt für die 20%-Rechnung, oder?
 
G

Gelöschtes Mitglied 64655

Gast
Aber der als "Bemessungsentgelt täglich" im Bescheid stehende Betrag ist schon der (evtl. gekappte) Ausgangspunkt für die 20%-Rechnung, oder?
Nein das sind die 100 %.
Von dem gehst Du aus um das zumutbare Gehalt nach SGB III zu ermitteln.

Z.B. mein tägliches Bemessungsentgelt beträgt 104,32 € brutto *30 wären 3129,60 € Bruttogehalt.
Davon dann entsprechend minus 20 % = 2.503,68 Brutto für die ersten drei Monate , dann minus 30 % = 2190,72 Brutto für die nächsten 3Monate.
Danach zählt das gezahlte ALG 1, bei mir 1.352,70 € netto als zumutbar.

Bitte an die Werbungskosten denken, die diesen Betrag erhöhen würden.
 

FrauRatFrag

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Prima, herzlichen Dank für die hilfreichen Rückmeldungen.

Momentan gebe ich bei nachgefragten Gehaltsvorstellungen ein "Mittelbetrag" an. Und wenn ich nicht zwingend eine Stelle anstrebe, mein letztes Gehalt ;-)

LG
 
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