Arbeitskräftemangel - nur ein Witz oder eine Lüge?

E

ExitUser

Gast
Der Artikel in der WAZ zeigt den blühenden Arbeitsmarkt ...
Wie bei deutlich steigender Produktivität und knapper werdenden Ressourcen ein Arbeitskräftemangel entstehen kann ist mir schon lang ein Rätsel.
Die tatsächlichen Zahlen sagen wohl etwas anderes, siehe den angehängten Artikel der waz. Prozentual sind immer weniger in der Produktion beschäftigt, und dafür immer mehr im Dienstleistungssektor.
Und zum Dienstleistungssektor gehören die ganzen Werbefuzzis, Callcenter, die alten Omas ein langfristige Geldanlage oder den High-Speed Internetanschluß verkaufen.
Herdprämie, Kindergeld etc, werden wohl nur bezahlt um ausreichend Lohndrücker und Soldaten zu haben.
 

Anhänge

Markus1977

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
27 Mai 2013
Beiträge
911
Bewertungen
161
Drei-Sektoren-Hypothese

Was die Theorie nicht vorhersehen konnte:
Durch den rapiden technischen Fortschritt entstehen im Tertiären Wirtschaftsektor eben keine neuen Arbeitsplätze, im Gegenteil.

Durch EDV und noch schlimmer totale EDV-Automatisierung/Internet/E-Commerce) fallen weltweit zig Millionen Arbeitskräfte weg. Sie werden für die Bearbeitung der Kommunikation in der Wirtschaft nicht mehr benötigt.

Das Industriezeitalter hat seine eigene Auflösung und den Übergang zum Dienstleistungszeitalter somit selbst geschaffen, in dem es selbt EDV und Vernetzung entwickelt und produziert hat.

Durch die Heute extrem vereinfachten Kommunikationsmöglichkeiten werden logischerweise auch keine Industriebetriebe mehr gegründet. Die Frage "MAKE OR BUY" stellt sich für den Unternehmer kaum noch.
Somit sprangen Überall Jungunternehmer auf den Handel/Dienstleistungszug auf, weil unkompliziert und dank Vernetzung sogar tlw. automatisierbar!

Damit war die Todesspriale besiegelt.

Überall ehemalige Flanierstraßen voller leerstehender Autohäuser, weil sich Keiner mehr Sowas neu leisten kann, dafür mit eingemieteten Fitnessstudios, weil da noch Nachfrage besteht. Nagelstudios an jeder Ecke (flexible Kleinstunternehmer im Manufaktursinne).

Also anders gesagt:
Das ist der blanke Irrsinn des Kapitalismus. Überall steigende Anzahl von Dienstleistern und gleichzeitig absehbar immer weniger Menschen, die diese Dienstleistungen überhaupt finanziell in Anspruch nehmen können.

Der technische Fortschritt ohne Sinn und Verstand (ehemaliger Polypolmarkt), um jeden Preis, zerstört alle Strukturen.
 
E

ExitUser

Gast
Also anders gesagt: Das ist der blanke Irrsinn des Kapitalismus. Überall steigende Anzahl von Dienstleistern und gleichzeitig absehbar immer weniger Menschen, die diese Dienstleistungen überhaupt finanziell in Anspruch nehmen können. Der technische Fortschritt ohne Sinn und Verstand (ehemaliger Polypolmarkt), um jeden Preis, zerstört alle Strukturen.
Das mag schon in manchen Branchen zutreffen, allerdings schafft der Kapitalismus durch diese disruptive Zerstörung eben auch wieder Neues! Josef Schumpter brachte das mit dem Begriff der "Schöpferischen Zerstörung" auf den Punkt. Beschrieben wurde diese von Karl Marx schon in den 1840er Jahren. Was Marx allerdings nicht antizipiert hat, war, dass durch diese systemimmanente Zerstörung der Kapitalismus nicht etwa zersetzt wird, er also nicht dem Sozialismus den Weg bereitet, sondern im Gegenteil die konstante Zerstörung eine systemstabilisierende Wirkung hat. Krisen und revolutionäre wirtschaftliche Veränderungen gehören zum Kapitalismus und lassen die Menschen in der Mehrzahl nicht die Systemfrage stellen. Warum sollten Sie auch? Die Alternativen zum Kapitalism sind, je radikaler sie gedacht sind, wohl weit schlimmer, erzeugen also mehr Elend und Unfreiheit, wie die ehemaligen, real existierenden kommunistischen Diktaturen bezeugen.
 

Markus1977

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
27 Mai 2013
Beiträge
911
Bewertungen
161
Ich sehe es so, dass Das nur bis zu einem bestimmten Punkt zutrifft.

Nämlich, solange neue Technologien (also 70er/80er) wieder neue menschliche Arbeitskraft an sich binden.

Aber durch elektronische Vernetzung in der Moderne wurde die Grundlage zur EDV-Automatisierung/Robotik geschaffen.

Damit wurde der Mensch so massiv aus dem Arbeitsprozess gedrängt, dass wir nun diese absurde Schieflage der Volkswirtschaft haben.

Für den menschlichen Alltag sind alle modernen Produkte bereits vorhanden. Dazu noch in qualitativ hoher Güte. Für neue Technologien besteht kein Bedarf seitens des privaten Endverbrauchers mehr. Die Entwicklung steht doch längst am Ende Verbesserungsmöglichkeiten.
 

XxMikexX

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Februar 2012
Beiträge
2.860
Bewertungen
10
Das Ganze läßt sich enttarnen, es funktioniert mit Leiharbeit perfekt.

Beispiel:

Eine Firma hat eine offene Stelle und beauftragt Leihbuden damit sie zu besetzen.

Von wievielen Buden wird ein Angebot eingeholt?

4, 5 , 6, 8

Sagen wir mal 6.

Diese stellen dann 6 Stellenanzeigen rein, beim JC kostet das keinen Cent! Da kann man alles reinhauen, auch zur Marktbeobachtung oder für Reserven.

Also aus 1 offenen Stelle werden plötzlich 6.


Eine kann besetzt werden, 5 gehen leer aus.

Diese Buden melden einen Mangel an und beklagen sich, weil sie die Stelle nicht besetzen konnten.


2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen.


Erst mal die Anzahl der offenen Stellen nach oben geschraubt und gleichzeitig einen Mangel an Arbeitskräften festgestellt.


Die Zahlen wandern dann in die offizielle Statistik und in "wissenschaftlichen" Untersuchungen und fertig ist das Märchen.
 

Texter50

Super-Moderation
Mitglied seit
1 März 2012
Beiträge
7.398
Bewertungen
7.570
Das Ganze läßt sich enttarnen, es funktioniert mit Leiharbeit perfekt.
Also aus 1 offenen Stelle werden plötzlich 6.
Die Zahlen wandern dann in die offizielle Statistik und in "wissenschaftlichen" Untersuchungen und fertig ist das Märchen.
Ergänzt werden diese vermeintlichen freien Stellen dann noch durch Stellen, mit denen entweder Leute abgeworben werden sollen oder die Firmen sich mal eben ins Gespräch bringen wollen? Das summiert sich dann so richtig. :biggrin:
 

Vincet

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
26 Juni 2009
Beiträge
547
Bewertungen
65
Die Alternativen zum Kapitalism sind, je radikaler sie gedacht sind, wohl weit schlimmer, erzeugen also mehr Elend und Unfreiheit, wie die ehemaligen, real existierenden kommunistischen Diktaturen bezeugen.
Nur dass es bis jetzt keinen echten Sozialismus noch Kommunismus gab. Bis jetzt wurden diese Ideologien von Macht besessenen Menschen missbraucht. Und ich weigere mich etwas auszuschließen, bloß weil Wirrköpfe diese Alternative verunstaltet und in diktatorischen Regimes umgesetzt haben. Man kann ja auch ein Fleischermesser missbrauchen. Trotzdem wird keiner sagen, dass wir all diese Messer verbieten bzw. nicht mehr verwenden dürfen.
Und ein echter Sozialismus bzw. ein demokratischer Sozialismus wird kaum mehr Elend und Unfreiheit erzeugen als wir heute schon haben.
 

huberbauer

Elo-User/in
Mitglied seit
4 Oktober 2013
Beiträge
21
Bewertungen
1
Guten Morgen,
die Ideologie von Karl funktioniert nicht. Das ist ein Naturgesetz.
 

druide65

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
24 Februar 2006
Beiträge
4.691
Bewertungen
287
Die Alternativen zum Kapitalism sind, je radikaler sie gedacht sind, wohl weit schlimmer, erzeugen also mehr Elend und Unfreiheit, wie die ehemaligen, real existierenden kommunistischen Diktaturen bezeugen.
Gab es da Alternativen?Man muss das immer im Kontext zur Geschichte sehen.Dann sieht das auch schon anders aus.
Was du hier beschreibts ist das Schwarz -Weiß Denken was nicht mehr ins 21. Jh gehört.

Und Kommunismus ist ja nicht per Definition Böse.Diese Definition ist nicht urheberrechtlich geschützt.
Die Nationalsozialisten waren ja auch nicht Sozialisten bloß weil sie Sozialismus im Parteinamen hatten.

Übrigens schließt Kommunismus (Communis=gemeinsam) eine Diktatur aus.
 
E

ExitUser

Gast
.... Die Alternativen zum Kapitalism sind, je radikaler sie gedacht sind, wohl weit schlimmer, erzeugen also mehr Elend und Unfreiheit, wie die ehemaligen, real existierenden kommunistischen Diktaturen bezeugen.
Das gleiche kann man wohl auch über den Kapitalismus sagen:
je radikaler er ist, desto mehr Elend und Unfreiheit

Ich hab hier keinen Bock auf platteSystemanalysen.
Aber ich erlebe, daß der Kapitalismus in dem wir leben immer Menschenverachtender wird und immer mehr Elend erzeugt.
Die "demokratisch" gewählten Regierungen werden von Hedge-Fonds
und Spekulanten getrieben und erpresst, wenn diese Politiker nicht aus Liebe zu Ackermann & Co schon freiwillig die Party für die Bänker bezahlen, wie Frau Merkel es macht.
Und es gibt tatsächlich Leute, die glauben, diese Erpresser würden irgendwann mal freiwillig sagen: "wir haben genug". Die Erfahrung zeigt, wenn ein Erpresser einmal Geld bekommen hat, dann verlangt er immer wieder neu. Dieser Radikale Kapitalismus macht Demokratie kaputt, und wir sollten uns fragen, wie wir mehr Demokratie schaffen und erhalten können. - Denn es geht um unser Leben
Aber dann doch noch ein Zitat von Marx:
Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik ... des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die ...Quellen allen Reichtums untergräbt: Die Erde und den Arbeiter."
 

Texter50

Super-Moderation
Mitglied seit
1 März 2012
Beiträge
7.398
Bewertungen
7.570
Drei-Sektoren-Hypothese

Der technische Fortschritt ohne Sinn und Verstand (ehemaliger Polypolmarkt), um jeden Preis, zerstört alle Strukturen.
Nicht nur dass in vielen Bereichen keine Arbeitsplätze mehr entstehen, sie werden auch über die Möglichkeiten der EDV nach Indien usw. ausgelagert. :biggrin:

Andere Arbeitsplätze werden durch 450 Euro Jobs ausgehebelt, bei denen sich zur Flexibilität der Unternehmer dann mehrere Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz "teilen".
 

AnonNemo

Vorlagenmoderation
Mitglied seit
28 April 2013
Beiträge
3.511
Bewertungen
6.037
Hallo XxMikexX,

Das Ganze läßt sich enttarnen, es funktioniert mit Leiharbeit perfekt.

Beispiel: ...
und nicht vergessen;
die Pseudostellen die von den ZAF in die JOBBÖRSE gestellt werden um den Bewerberpool zu füllen.
Ebenso die Stellen die eine ZAF auf der Homepage einer Firma findet und ohne Auftrag durch die Firma in die JOBBÖRSE stellt. => es ist schon verdächtig, wenn das Stellenprofil 1:1 auf der Firmenhomepage, des Arbeitgebers, und in der JOBBÖRSE durch eine ZAF eingestellt ist!! Entweder ist die ZAF extrem faul oder nur dumm.
Ganz pervers wird es wenn ZAFs auf der Stellenseite einer anderen ZAF spionieren und diese ausgeschriebenen Stellen auf Ihrer eigenen Seite anbieten.

Jetzt ist aus einer offenen Stelle nicht 6 sondern eher 12 bis 18 offene Stellen geworden.


@Vincet,
missbrauchtes Fleischermesser als Tötungsinstrument ... und was ist mit den menschlichen Händen und Füssen?
[IRONIE]
Müssen auch abgeschafft werden!!!
[/IRONIE]

AnonNemo
 

Forenmen

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
14 Februar 2011
Beiträge
969
Bewertungen
547
Hallo

es fehlen nicht unbedingt Fachkräfte

aber es fehlen Fachkräfte die sich über ZAf fürn Apfel und Ei versklaven lassen
 

Texter50

Super-Moderation
Mitglied seit
1 März 2012
Beiträge
7.398
Bewertungen
7.570
Hallo

es fehlen nicht unbedingt Fachkräfte

aber es fehlen Fachkräfte die sich über ZAf fürn Apfel und Ei versklaven lassen
Zu ergänzen durch Fachkräfte, die 20 Jahre alt und mit umfangreicher Berufserfahrung in Theorie und Praxis günstig zu haben sind. :icon_redface:
 
Oben Unten