Arbeitshilfe zur Kampagne zur Praxis der Jobcenter // Ergebnisse der KOS-Tagung (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Martin Behrsing

Redaktion
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.604
Bewertungen
4.231
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
mit gemeinsamen, phantasievollen Aktionen wollen wir die Missstände in den Jobcentern öffentlich machen, konkrete Verbesserungen für Leistungsberechtigte durchsetzen und drohende
Verschlechterungen im Rahmen der so genannten „Rechtsvereinfachung im SGB II“ verhindern. Dies haben 60 VertreterInnen von örtlichen Erwerbsloseninitiativen aus unterschiedlichen Netzwerken auf der KOS-Tagung Mitte Juni in Lage-Hörste verabredet.
Unsere Forderungen werden umso mehr Kraft entfalten, je mehr Menschen sie tatkräftig unterstützen.

Wir rufen daher alle örtlichen Erwerbslosengruppen auf, sich mit eigenen Aktivitäten vor Ort an der Kampagne zur Praxis der Jobcenter zu beteiligen. In dieser Handlungshilfe erläutern wir die angedachte Kampagne und was wir erreichen wollen. Zudem gibt die Handlungshilfe erste Tipps und Anregungen, wie dezentrale Aktionen durchgeführt werden könnten. Viele der Inhalte dieser Arbeitshilfe sind auf der Tagung in Lage-Hörste gemeinsam erarbeitet worden.

Wir freuen uns, wenn die Handlungshilfe dazu beitragen kann, örtliche Aktivitäten zu unterstützen. Die vorliegende Fassung ist eine erste, vorläufige Startversion. Die Handlungshilfe soll fortlaufend
ergänzt und erweitert werden. Anregungen aus den örtlichen Erwerbslosengruppen sind dabei herzlich willkommen!

Zwei Fragen haben wir auf der Tagung noch nicht abschließend klären können:
Motto: Bisher läuft die Kampagne unter dem Arbeitstitel „Rechtsfreier Raum Jobcenter?“. Ein
knackiges Motto, das alle begeistert, muss noch gefunden werden. Wir lassen uns dazu zurzeit auch noch von Kampagnenplanern und Öffentlichkeitsarbeitern beraten.

Zeitplan: Wir recherchieren zurzeit, wann welche politischen Ereignisse nach der Sommerpause/im Herbst anstehen, um einen geeigneten Termin für eine heiße Aktionsphase und/oder einen bundesweit abgestimmten, dezentralen Aktionstag zu finden.
Wir hoffen, Anfang Juli beim nächsten Treffen der Vorbereitungsgruppe der Tagung zu guten Lösungen zu diesen offenen Fragen zu kommen. Bitte diskutiert den Kampagnenvorschlag und mögliche dezentrale Aktivitäten in euren Gruppen. Macht mit, beteiligt euch! Sprecht auch andere Erwerbslosengruppen in eurer Region an und
vereinbart Kooperationen. Und informiert uns bitte, über das, was Ihr anpacken wollt (info@erwerbslos.de).

Wir wünschen Kraft, Kreativität und gutes Gelingen beim Austüfteln örtlicher Aktivitäten!
Eure Koordinierungsstelle

Auf Bundesebene wird die Kampagne getragen von der Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg (ALSO), der Bundesarbeitsgemeinschaft Prekäre Lebenslagen (BAG PLESA), dem Erwerbslosenforum Deutschland, dem Netzwerk und der Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen
(KOS), der Initiative Soziales Europa, Tacheles e.V. Wuppertal und den ver.di-Erwerbslosen.

Die Verantwortung für diese Handlungshilfe liegt bei der
Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen (KOS)
Alte Jakobstraße 149
10969 Berlin
T: 030 / 86 87 67 0 -0 // Fax: -21
www.erwerbslos.de // info@erwerbslos.de
 

Anhänge

ekel

Elo-User*in
Mitglied seit
23 April 2007
Beiträge
365
Bewertungen
9
Zum Titel hier mein Vorschlag:

Wir sind AUCH das Volk!
 

Atze Knorke

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
28 Februar 2009
Beiträge
2.052
Bewertungen
1.972
An die Forumsrunde,

mit "Planschbecken als Hingucker" und "Misthaufen als Blickfang" gegen die "Rechtsverdrehung der verharzten Gesetzgebung", bei denen um DIE es geht, undemokratisch und grundrechtswidrig AUSSEN vor gelassen werden!

Gilt es nicht grundsätzlich einen gesellschaftlichen UMDENKPROZESS zu bewältigen und nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen?

Für was stehen wir ein - Bürger mit Rechten oder Kinder in Not - mit der Folge als solche auch behandelt zu werden und vor sich selbst zu retten, ob wir es wollen oder nicht? Hat man das Kind nicht schon längst in den Brunnen fallen lassen?

[SIZE=+1] Stellungnahme des Bremer Erwerbslosenverbandes zum Aufruf verschiedener Erwerbslosengruppen zu Herbstaktionen 2014

Quelle:
Soziales
[/SIZE]

Was auch immer geschieht, nie dürft Ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man Euch zieht, auch noch zu trinken.“
Erich Kästner
Liebe KollegInnen
wir finden es richtig und gut zu den von der Bundesregierung und andere Teilen des Staates beabsichtigten Verschlechterungen in der SGB II (HartzIV)-Gesetzgebung zum Januar 2015 bundesweit vor die Ämter zu gehen und öffentliche Aktionen durchzuführen. Wir finden es dabei auch sinnvoll sich an Menschen zu wenden, die nur Teile unserer Kritik an Kapitalismus, Staat und den Hartz IV-Gesetzen teilen.
Daher werden wir uns in Bremen darum bemühen ein örtliches Bündnis, Informationsveranstaltungen und Aktionen, auch vor den Jobcentern, durchzuführen.
Allerdings möchten wir Euch nicht verhehlen, dass wir den in Lage Hörste zu den Aktionen im Herbst 2014 entwickelten Aufruf für denkbar ungeeignet und an einigen Stellen falsch halten.
Ihr schreibt:
„Die Missstände in den Jobcentern haben strukturelle Ursachen: Zu wenig Personal, unzureichende Ausbildungen für die Arbeit im Jobcenter und interne Anweisungen von oben führen dazu, dass sich Leistungsberechtigte als Bittsteller und Bürger/-innen zweiter Klasse fühlen.“
Wir sind der Auffassung, dass die Regelungen in § 10 des SGB II zur zumutbaren Arbeit bei Androhung von Sanktionen bei der Anlehnung von überwiegend Niedriglohn oder Leih- bzw. befristeter Arbeit die Kernpunkte der Hartz IV Gesetzgebung sind. Dies dient neben den geringen Regelsätze unter der Armutsgrenze der Schaffung von massenhaften Niedriglohnverhältnissen zum Wohle des Wirtschaftsstandorts Deutschland und damit dem hiesigen Staat, Unternehmen und deren Profiten. Dies hat eine „ganz große Koalition“ aus SPD, CDU, FDP und Grünen beschlossen und bis heute getragen. Ursache der Schikanen auf den Ämtern ist also die Gesetzgebung bereits selbst, nicht die Bedingungen unter denen sie umgesetzt wird. Die Bundesagentur und die Jobcenter sind nur die Umsetzungsorgane dieses Gesetzes.
Wenn Ihr jedoch, wie oben zitiert, zu wenig und schlecht ausgebildetes Personal als Ursache der Probleme ausmacht, scheint uns dies eine Verkehrung der Ursachen zu sein. Wir haben bei Betrachtung der Joboffensive In Bremen die Erfahrung gemacht: Mehr und besser geschultes Personal erhöht im Gegenteil den Verfolgungsdruck und die Sanktionszahlen der Betroffenen. Dagegen haben wir oft und gerade Sanktionen verhindern können, weil die Jobcenter-Angestellten „unzureichend“ ausgebildet und zu dösig waren „fachgerecht“ zu sanktionieren. Unter den Bedingungen von Hartz IV noch mehr Ausbildung für das Jobcenter-Personal zu fordern erscheint unseren und den Interessen der Hartz IV Betroffen zutiefst zu wider zu laufen. Sehr polemisch zugespitzt: Kein vernünftiger Unterdrückter, kein denkender Sklave würde nach noch mehr Unterdrückern und mehr Sklavenaufsehern rufen.
Hier scheint der Dissens zwischen uns und Euch bei der Beurteilung des „deutschen Sozialstaates“ zu liegen. Der Staat auch in seiner „sozialstaatlichen Version“ ist und bleibt der Staat der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft. Durch sein Gewaltmonopol und mittels Recht und Gesetz setzt er das Eigentum durch und verpflichtet so all seine InsassInnen auf dieses zur Durchsetzung ihrer Interessen. Der Wettbewerb aller gegen alle ist davon die Folge, der Staat ist so Bedingung und Voraussetzung der kapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse. Als geschäftsführender Ausschuss dieser Verhältnisse geht es ihm um die Schaffung optimaler Kapitalverwertungsbedingen für den eigenen Standort auf dem Weltmarkt.
Wer unter diesen Rahmenbedingungen mehr Staat zur Sicherungen der „unverkürzten Rechte“ der EmpfängerInnen von ALG II Leistungen fordert, macht den Bock zum Gärtner.
Für noch schlimmer und verkehrter halten wir die Forderungen in diesem Aufruf.
Bundesweit fordern deshalb Erwerbslosengruppen und -zusammenschlüsse:

  • Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass Leistungsberechtigte zu ihrem unverkürzten Recht kommen und im Bedarfsfall existenzsichernde Leistungen ohne Schikanen erhalten! Sie muss auch dafür sorgen, dass in den Jobcentern ausreichend und gut ausgebildetes Personal arbeitet.
  • Die zurzeit diskutierten Vorschläge, die Rechte von Erwerbslosen abermals zu beschränken, dürfen nicht Gesetz werden! Vielmehr sind die Rechte der Leistungsbezieher gegenüber den Jobcentern zu stärken!
  • Die örtlichen Jobcenter haben sich an bestehende Gesetze zu halten, Verfahrensregeln einzuhalten und bürgerfreundlicher zu arbeiten!
  • Beschäftigte, Gewerkschaften, Kirchen, Sozial- und Wohlfahrtsverbände sind aufgefordert sich mit den Erwerbslosen solidarisch erklären und dürfen die gesetzliche Einführung der Sonderrechtszone „Jobcenter“ nicht zulassen!“
Euer Appell an den Staat (Bundesregierung) , an die Kirchen, DGB-Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände ist der Appell an die Verursachenden und Nutznießenden dieser Misere, eben diese doch wieder abzustellen, die Bitte an die Brandstiftenden doch auch bitte den Brand wieder zu löschen! Wir erinnern hier beispielhaft an den einstimmigen Beschluss des DGB Bundesvorstandes vom 16. August 2012 in dem er das Gesamtkonzept der Hartz Kommission begrüßt.
Ihr schürt mit Appellen damit auch Hoffnungen und Illusionen, die nicht einlösbar sind und im Zweifel zur schon eh elenden Situation derjenigen, die auf Hartz IV angewiesen sind noch dazu kommen.
So schwer und unerfreulich es auch ist, die Verbesserung der Lage der auf Hartz IV Angewiesenen werden wir nicht mit den Jobcentern, nicht mit Staat und Kapital sondern nur dagegen erreichen. Ein erster Schritt dazu endlich handlungsfähig zu werden und die so dringend nötigenden Proteste gegen das Hartz-Regime (wieder) aufzunehmen kann nur sein, sich über seinen gesellschaftlichen (Hinter)Grund klar zu werden.
Bremen Juli 2013
www.bev-bremen.de

VON: BREMER ERWERBSLOSENVERBAND
 

flandry

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
25 Februar 2013
Beiträge
1.190
Bewertungen
209
Vorschlag für Titel: Hartz-IV: nicht das Land, wo Milch und Honig fließen, sondern wo Recht und Unordnung herrschen.

Meinen Erfahrungen nach wirken besonders Fakten wie:
EGV's mit Kindern / Schülern
Anrufe in den Schulen
Anteil der Erfolge vor den Sozialgerichten
Praxis und Urteile wie: Zur Bewilligung von Fördermitteln ist es nicht notwendig, dass ein Arbeitgeber da sein muss, der den Leistungsbedürftigen genau wegen dieser fehlenden Kenntnisse nicht einstellt.
Entweder Sie unterschreiben oder sie bekommen kein Geld.
 
E

ExitUser0090

Gast
Auf der Seite von Inge Hannemann ist auch ein Artikel zum Thema erschienen.

Kampagne: “AufRECHT” bestehen – bundesweite Aktionen zur Praxis der Jobcenter

Die Agenda 2010 konnte ihr Versprechen, Erwerbslose auf der Basis eines aktiven Menschenbildes intensiv zu fördern, nicht einlösen. Stattdessen wurden, wie der Skandal um den Bericht des Bundesrechnungshofs aus 2013 zeigt, Menschen zunehmend als statistisches Material begriffen, das als Manövriermasse für die Manipulation von Bilanzen der Bundesagentur für Arbeit und die Produktion einer arbeitsmarktpolitischen “Erfolgsgeschichte” zugunsten der politisch Verantwortlichen benutzt wird. Die Folgen dieser Politik (be)treffen alle: Die Agenda 2010 bewirkt eine Verelendungsspirale, indem sie Erwerbslose demütigt, stigmatisiert und ihrer Grundrechte beraubt und darüber Erwerbstätige für einen Niedriglohnsektor willfährig macht. Den Preis dafür bezahlt die Gesellschaft mit einem Abbau der sozialen Sicherungssysteme und einer Erosion demokratischer Normen, im internationalen Rahmen (Menschenrechte) und im nationalen Rahmen (unveräußerliche Grundrechte). Die größte Herausforderung in diesem Projekt ist der Umgang mit Ressentiments, die in den vergangenen zehn Jahren systematisch geschürt wurden und dazu führen, dass Erwerbslose nicht länger als gleichberechtigte Gesprächspartner gelten. Dies trifft auch dort zu, wo ihnen und ihrer Situation vermeintliches Verständnis entgegengebracht wird. Erwerbslose werden zu Objekten einer Mitleidsethik, die als privatisierte Versorgungsleistung (das augenfälligste Beispiel sind die Tafeln) oder immer neue technokratisch orientierte “Hilfsmaßnahmen” seitens der Politik in Erscheinung tritt. Die damit verbundenen Verwicklungen bewirken, dass sich Zorn, Ohnmacht und Verbitterung auf Seiten der Betroffenen in einem Ausmaß ansammeln, dass in vielen Fällen zu praktischen Handlungsunfähigkeit führt. Ebenso fühlen sich die Betroffenen auch oftmals in eine „Opferrolle“ hineingedrängt, welche es gilt aufzubrechen. Das Objekt einer Mitleidsethik muss einer aktiven Rolle weichen.
Weiterlesen...
 

roterhusar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juli 2006
Beiträge
3.336
Bewertungen
35
Ich meinte das Motto zur Kampagne.
Das ist ja grad das Dilemma. Das Volk wäre repräsentiert, wenn kritische Jobcentermitarbeiter, Migrantinnengruppen, Antifaschistinnen und Antifaschisten, Kriegsgegnerinnen, AKW- GegnerInnen, sowie Linksradikale Parteien und soziale Gefagene diesen Aufruf mitunterstützten. Bisher scheinen es die üblichen Verdächtigen zu sein. Die Naturkostbauern scheinen auch untergetaucht zu sein.

Das Motto aufrecht stehen ist wohl nur möglich, wenn die Käfige, bestehend aus Sanktionspraxis, Arbeitsverbot, Residenzpflicht, behinderung des Wohnungswechsels, Verfügbarkeit, racial, disabled and gender Profiling erhöht werden.

Das aufrechte Stehen muss allerdings von den Betroffenen selbst kommen. Solidarische Jobcentermitarbeiterinnen oder Mitarbeiter können nur auf ihre tragische Funktion aufmerksam machen und sind begrenztermaßen solidarisch. Wenn Du mich jetzt verstehn willst, dann verstehst Du mich. (Scherben)
 

forward4you

Elo-User*in
Mitglied seit
11 Februar 2011
Beiträge
15
Bewertungen
1


Gustl Mollath, Harry Wörz und der Flughafen
Schönefeld sind nichts im Gegensatz zur
Bananen Sozial Politik der Jobcenter.
Grundzüge des Verfassungshochverrats bei Gericht offenkundig !

Ex-Richter Frank Fahsel:
Ich habe unzählige Kollegen erlebt, die man schlicht "kriminell" nennen kann.
Versteckt in einem unscheinbaren Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung vom 9. April 2008 war ein Statement zu lesen.
Richter Frank Fahsel schrieb dort:
"Ich habe unzählige Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte erleben müssen, die man schlicht "kriminell" nennen kann. Ich habe ebenso unglaubliche wie unzählige, vom System organisierte Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen erlebt, gegen die nicht anzukommen war/ist, weil sie systemkonform sind.
Wenn ich an meinen Beruf zurückdenke (ich bin im Ruhestand), dann überkommt mich ein tiefer Ekel vor "meinesgleichen"."
Frank Fahsel, früher Richter am Landgericht in Stuttgart, gibt tiefe Einblicke in das, was Tausende Bürger täglich vor deutschen Gerichten erleben. Besser kann man den Zustand in Teilen der deutschen Justiz nicht auf den Punkt bringen, mit Hilfe derer Politik und Wirtschaft den Rechtsstaat missbrauchen. Explizit kriminelles Justizhandeln gibt es zuhauf.
Der Sumpf schließt die höchsten deutschen Gerichte ein. Daher gibt es praktisch keine Verurteilung wegen Rechtsbeugung, Strafvereitelung im Amt und Begünstigung. Selbst schwerste Wirtschaftskriminalität wird gegen Zahlung geringer Beträge eingestellt.
Die einzige Chance, rechtsstaatliche Verhältnisse zu erreichen, ergibt sich über die EU-Kommission. Die kann es nicht zulassen, dass in einem EU-Kernland Zustände herrschen wie in einer Bananenrepublik. Um dem Recht doch noch zu seiner Geltung zu verhelfen, rate ich daher allen von Justiz-Kriminalität betroffenen Bürgern, in einem ersten Schritt Fakten und beteiligte Justiz-Mitarbeiter per Strafanzeige festzuhalten.
In einem zweiten Schritt sind dann die Unterlagen der EU-Kommission und dem EuGH offen zu übersenden. Nur so lässt sich der kriminelle Justiz-Sumpf in Deutschland trocken legen.
"....Wie soll ein Richter unabhängig sein, der sein ganzes Leben lang hinsichtlich der Beförderung in Aufrückestellen von der Exekutive abhängt. Nicht jeder Mensch ist zum Märtyrer für eine Idee geboren, andererseits hat aber jeder Mensch die Pflicht, für seine Familie und sein eigenes Fortkommen zu sorgen. Die richterliche Unabhängigkeit ist eine verlogene Angelegenheit, so lange dies System besteht....
Ein ganz böses Kapitel ist die sogenannte Dienstaufsicht der Exekutive, die tausend Hände hat, um den Richter abhängig zu machen und die Rechtsprechung zu beeinflussen....
Eine ganz böse Fessel liegt ferner in dem Umstand, daß die Gerichte nicht selbst ihre Haushaltsmittel bei der Legislative beantragen, ihre Forderungen dort begründen und nur ihr gegenüber für die Verwendung verantwortlich sind, daß all das vielmehr in der Hand der Exekutive ist....
Den Gerichten kann also von der Exekutive der Brotkorb nach Belieben je nach Wohl- oder Schlechtverhalten höher gehängt werden. Daß man trotzdem von unabhängigen Gerichten spricht, ist einfach eine Verletzung der Wahrheit. Um so grotesker wirkt sich das alles bei den Verwaltungsgerichten aus. Der Kontrolleur ist wirtschaftlich völlig in der Hand des Kontrollierten. Der Kontrollierte sucht sich die Richter aus, hält sie durch Beförderungsaussichten und Dienstaufsichtsmittel in Atem, mißt ihnen jährlich die sachlichen Bedürfnisse zu...."
So ist das: F.W. Freier Journalist
 

Der aufmüpfige

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
15 Juli 2013
Beiträge
619
Bewertungen
229
Na klar, mal wieder die …
Also wirklich, diese armen und faulen Hartz 4 „Versager“ sollen doch froh sein dass sie von „uns“ (dem arbeitenden und ach so korrekten und Bürgertum) gesponsert und mit durchgezogen werden. Die sollen doch echt froh sein dass man sich um die kümmert, wo es uns allen doch wie von Frau Merkel und Co. Doch so gut geht.
Ja ja, gerade erst wurde doch wieder eine solche Statistik aus dem Hut gezaubert in dem der Mittelstand und die Bürger bestätigen das es UNS (uns allen???) finanziell gut geht.
Im Ranking liegt Frau Merkel derzeit bei 2,8, ein toller Wert.

Hm, entweder ich habe irgendetwas nicht verstanden oder ich bin einfach „zu kritisch“, denn Herr D (ehemaliger Verteidigungsminister mit Diskussionsbedarf über „Maschinengewehre“, Hubschrauber, Pistolen und Drohnen usw. wird bestraft in dem er zum Minister befördert wird.
Unsere Volksvertreter, eben jener Herr D. meint das sozial engagierte Menschen wie Erzieher und Kindergärtner (mit dem Spitzeneinkommen von 800 bis sagen wir 1.200 Euro im Monat als Beispiel) als wortwörtlich „maßlos“ bezeichnet.

Die Politiker genehmigen sich jedoch bei ihrem Einkommen, welchen wohl deutlich über dem von Sozialarbeitern, Pädagogen und Kindergärtner liegt mal eben eine Erhöhung um schlappe 400 Euro im Monat (rückwirkend ab Juli) und dann gleich noch mal eine Anfang nächsten Jahres, auch schon besprochen und beschlossen.

Aber nicht neidisch werden liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen, schließlich haben auch die „Faulpelze der Nation“ die Hartz 4 Empfänger an der Wohlstandsgesellschaft teilhaben dürfen, „die“ haben doch vor einiger zeit auch eine Erhöhung der Hartz 4 „Spitzeneinkommen“ bekommen, immerhin jeden Monat pro schwarzem Schäfchen einen!!! Schalappen Euro mehr, aber jedem Monat.
Na. Also da haben die doch wohl kein Recht zu maulen und sich noch zu beklagen, oder???

So, aber jetzt mal im Ernst, Schluss mit der Ironie und dem bürgerlichen geheuchel. es wird allerhöchste Zeit das man die Bedürfnisse der ärmsten und der Bedürftigsten auch sieht und ernst nimmt. Es wird höchste Zeit die ärmsten gegen die armen auszuspielen und sie gegeneinander auf zu hetzen, denn solange sich „die da unten“ gegenseitig nichts gönnen und sich gegenseitig mit Neid und Mißgunst gegenseitig nichts gönnen können „die da oben“ sich entspannt zurücklehnen und sich die Hände reiben, denn solange „die da unten“ sich nur gegenseitig mit Missgunst und Neid bekämpfen haben die, die wirklich davon profitieren keine große „Gegenwehr“ und können sich über die Situation das sich die die „gefährlich“ werden könnten sich gegenseitig zerfleischen amüsieren.
So lange sich „Hartz 4 Empfänger“ , Niedriglöhner, Zeitarbeiter, Aufstocker und alle die sonst noch Grund hätten sich als „ausgebeutet“ zu bezeichnen sich nicht ändern und sich endlich mal solidarisieren um wirklich endlich mal etwas grundlegend in der Gesellschaft zu ändern, solange kann man sich „da oben“ entspannen, die haben eine starke Lobby und können sich über die derzeitige Situation nur freuen.
Denn wer neidisch nur zum noch ärmeren blickt, seinem Nachbarn nicht die Butter auf dem trockenem Brot gönnt der konzentriert sich nicht für das was wirklich passiert, wo die Profite wirklich hin fließen und wer ein wirkliches Interesse am „Fachkräftemangen“ und niedrigen Löhnen und unterbezahlten unbefristeten „Zeitarbeits- und „Sklavenverträgen“ hat.

Wir sollten endlich anfangen uns kritisch mit der Gesellschaft, gerade auch der „besseren Gesellschaft“ zu beschäftigen, sollten viele Entscheidungen und Beschlüsse viel kritischer hinterfragen und uns nicht einfach immer nur vorschreiben lassen was wir zu tragen und zu schlucken haben, sonder anfangen uns zu fragen wer diese Beschlüsse denn eigentlich beschließt und wer den eigentlichen Vorteil davon hat das sich im Prinzip nichts ändert.

Gerade z.B. auch im Bezug auf die Hartz 4 Gesetzgebung ist doch z.B. vieles im Argen, vieles könnte man doch auch als unmoralisch, nicht tragbar und ethisch nicht vertretbar bezeichnet werden, ob das alles mit einer sozialen Gesellschaft und mit dem Grundrechten und unserem Grundgesetz harmoniert und damit zu vertreten ist?
Fest steht das es höchste Zeit wird das viel mehr Leute die betroffen sind sich kümmern, sich informieren und aktiv werden um sich in die soziale Gesellschaft ein zu bringen, fest steht auch das es höchste Zeit ist das sich in unserer Gesellschaft grundlegend etwas ändert und ein Umdenken stattfindet.

Denn, wie heißt es doch? Eine Gesellschaft wird daran gemessen wie sie mit den schwächsten umgeht …

Ich denke dass sich Volksvertreter mit recht guten Einkommen Kindergärtner und andere im sozialen Bereich tätige als wörtlich „maßlos“ bezeichnen weildiese 100 Euro mehr fordern (bei einem niedrigen Einkommen um die 800 bis ca. vielleicht knapp über 1000 Euro?), sich aber genau diese Volksvertreter erst mit schöner Regelmäßigkeit und ganz selbstverständlich ihre so wie so schon großzügigen Einkommen (Diäten) wieder rückwirkend über 400 Euro genehmigen und sich gleich schon mal auch die nächsten Gehaltserhöhungen beschließen sagt schon einiges über die Denkweise und die Gesellschaft aus, auch darüber was sie über den „Rest“ der Gesellschaft denken den es nicht so gut geht.
 

Der aufmüpfige

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
15 Juli 2013
Beiträge
619
Bewertungen
229
Ein kleiner Nachtrag noch von mir.
Ich persönlich finde das soziale Berufe und soziales Engagement viel zu wenig gewürdigt werden. Es wäre doch mal nützlich zu überlegen welche "Arbeit" und welcher Beruf (oder welche Berufung) "wert" ist, denn ein Politiker geht mit einigen tausend Euro nach Hause, ein erfolgreicher Geschäftsmann mit eben so einer üppigen Entlohnung, aber was ist es z.B. "wert" Tiere zu pflegen, Kinder zu betreuen, junge Bürger dabei zu unterstützen zu lernen und sie für das Leben vorzubereiten oder ihnen lesen und schreiben bei zu bringen?

Was ist es "wert" als Rettungssanitäter oder Rettungsassistent, als Drogenberater oder Streetworker oder Seelsorger oder ähnliches seinen Teil zu der Gesellschaft bei zu tragen?

Jemand mit dem ich mal diskutiert habe hat sich ungefähr so da zu geäußert:"Hm, na ja, alles gut und schön, aber wer sich um den Bodensatz der Gesellschaft kümmert und selbst nichts gebacken bekommt hat´s doch auch nicht anders verdient. Ich arbeite auch hart und mir wird schließlich auch nichts geschenkt, jeder muss selbst sehen wo man bleibt und das ist eben die natur, fressen und gefressen werden, dienen und befehlen, es kann eben nicht nur Chefs geben, schließlich muss es auch Leute geben die mein Auto waschen und meinen Garten pflegen, ich arbeite nämlich hart und habe für so was keine Zeit...."

Das Gespräch war länger, hat mich aber doch schon ziemlich erschüttert was die "bessern Bürger" und die bessere Gesellschaft teilweise, nicht alle, aber teilweise für Meinungen vertreten. da wundert es mich wenig warum die Lobbys der betreffenden Personen einen solchen strikten und teilweisen gnadenlosen Kurs fahren, leider auf dem Rücken derer den es schlechter geht oder denen die ein soziales Leben führen und bereit sind sich für andere (noch ärmere) ein zu setzen, auch wenn diese Tätigkeiten selten entsprechend entlohnt werden oder sogar ehrenamtlich gemacht werden.

Sicher denken nicht alle "da oben" so, hoffe ich jedenfalls, aber viele, leider zu viele, jedoch gibt es schon Millionäre die bereit sind ihren Reichtum zu teilen und sich nicht nur "alibimäßig" zu kümmern sondern sich wirklich für die einzusetzen die nicht zur "guten Gesellschaft" gehören. daran sollten sich etliche Politiker und Manager und z.B. auch Fußballer oder andere Sportler mit Millioneneinkommen ein Beispiel nehmen.

Warum wird nicht mal eine Bankmanager Prämie oder die Prämie der Fußballer (pro Spieler satte 300.000 Euro) für soziale Zwecke gespendet?
Warum werden von denen die es sich leisten können nicht mehr Zeichen gesetzt? Denn "merken" würden die es kaum und "arm" würden sie durch solche Aufmerksamkeiten bestimmt auch nicht.
 

SGB2

Elo-User*in
Mitglied seit
14 August 2014
Beiträge
89
Bewertungen
40
Das gehört alles zum Plan der der da Oben.

Ich hab das Glück, dass ich aus einer Region komme, in der man sich noch gerne an die Hambacher Fest Spiele erinnert und dessen Einstellung auch so pflegt.

Nach meiner Erinnerung zum damaligen Schulunterricht (Das Feld ist ja auch so umstritten wie die Zensur Goethes "Jahrmarkt zu Plundersweiler") musste es erst soweit kommen, dass die Bildungsschicht sich gegen die Strafzölle und die ungerechtfertigten Abgaben an den "Staat" auflehnten. Damals musste der Funke aus der polnischen Bildungsschicht, in die Niederlande, nach Belgien, natürlich auch nach Frankreich usw erst zu den Deutschen überspringen. Ganz genau betrachtet, bin ich der Überzeugung, dass man als Mensch und der Geschichte ja gar keinen Meter über seinen Horizont heraus irgend etwas gelernt hat und sich doch im Eigentlichen nur alles Wiederholt und wir zu Dämlich oder zu Unkreativ sind um überhaupt was zu verändern.

Die Obrigkeit hemmte ja nicht nur die Presse. Ich finde dieses Zitat einfach nur Geil und verwende es oft bei solchen Diskussionen:

Wir widmen unser Leben der Wissenschaft und der Kunst, wir messen die Sterne, prüfen Mond und Sonne, wir stellen Gott und Mensch, Höll’ und Himmel in poetischen Bildern dar, wir durchwühlen die Körper- und Geisterwelt: aber die Regungen der Vaterlandsliebe sind uns unbekannt, die Erforschung dessen, was dem Vaterlande Noth thut, ist Hochverrath, selbst der leise Wunsch, nur erst wieder ein Vaterland, eine frei-menschliche Heimath zu erstreben, ist Verbrechen. Wir helfen Griechenland befreien vom türkischen Joche, wir trinken auf Polens Wiedererstehung, wir zürnen, wenn der Despotism der Könige den Schwung der Völker in Spanien, in Italien, in Frankreich lähmt, wir blicken ängstlich nach der Reformbill Englands, wir preisen die Kraft und die Weisheit des Sultans, der sich mit der Wiedergeburt seiner Völker beschäftigt, wir beneiden den Nordamerikaner um sein glückliches Loos, das er sich muthvoll selbst erschaffen: aber knechtisch beugen wir den Nacken unter das Joch der eigenen Dränger; wenn der Despotism auszieht zu fremder Unterdrückung, bieten wir noch unsern Arm und unsere Habe; die eigene Reformbill entsinkt unsern ohnmächtigen Händen …“
Alles in Allem wissen wir ja worauf es hinaus läuft, meiner Meinung nach.



„Armes Volk! Du stehest und staunest und kannst es nicht fassen, wie man den Arbeitsschweiß eines ganzen Volkes durchbringen könne. Aber blicke nur in deine so gepriesene Verfassungsurkunde, und sie selbst wird dir das schauerliche Rätsel lösen. […] Hier, verhöhntes Volk, ist es dir gesagt: Schaffen, von seiner Hände Arbeit ehrlich sich ernähren – das, das ist […] bürgerlich, aber nicht adelig, das schändet, das raubt vielmehr den Adel. Adelig ist nur, sagt deine Konstitution, bequem, reich, vornehm, üppig leben – von fremdem Schweiße.“
Ich wundere mich also über nichts, sondern strebe an, dem Staat alles heraus zu beantragen, was er mir in meiner Zeit als Lohnsklave heraus gepresst hat.

Das ist meine Meinung

Absolut Lesenswert: https://de.wikipedia.org/wiki/Hambacher_Fest
 
Oben Unten