Arbeitsfähigkeit auf Teilzeit feststellen?

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Neride

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Hallo!

Ich stehe vor ein paar Fragezeichen und hoffe hier evtl. Tipps zu bekommen.
Ca. zweieinhalb Jahren war ich krank geschrieben. Durch ein paar merkwürdige Dinge war ich die ganze Zeit durchgehend ALGII-Empfängerin.

Nun gelte ich wieder als arbeitsfähig, allerdings eingeschränkt. Ich habe heute eine EGV unterschrieben deren einziger Inhalt darin besteht mich zu einer gesunheitlichen Untersuchung einzufinden, was sowieso angestanden hätte. Ich hatte sowas zwar schonmal, damals ging es aber darum das ich noch nicht wieder arbeitsfähig war. Diesmal wird es - befürchte ich - erheblich schwieriger.

Ich möchte erreichen das meine Arbeitsfähigkeit (zumindest für den Anfang) auf halbtags beschrängt wird. Mein Hausarzt würde mir alles unterschreiben was das als Ergebnis produzieren würde und ggf. könnte ich auch meinen Psychotherapeuten zur Hilfe nehmen. Das Problem ist, ich habe schon zu hören bekommen dass dem Arzt der Arge vieles ziemlich schnurz ist, so lange er mir Vollzeit aufdrücken kann.

Als Hintergrund:
Ich hatte einen doppelten Bandscheibenvorfall (inzwischen OP, Prothesen eingesetzt), Entzündungen im ZNS (Gehirn und HWS) ungeklärter Ursache (Verdacht entweder MS oder psychische Ursache) und eine disszoiative Störung (bin deshalb in Therapie).

Mein Hausarzt will mich wegen des Rückens nicht in Vollzeit sehen. In 5 bis längstens 10 Jahren werden weitere OPs fällig, die Zeitspanne hängt sehr stark davon ab wieviel sitzende Tätigkeit ich leisten muss!
Mein Therapeut will erreichen das ich so wenig Stress wie nur möglich bekomme, da es möglich ist dass die Entzündungen (lösten schwere Missempfindungen aus, gelähmt unterhalb des Bauchnabels) aufgrund von Stress entstanden sind. Meine psychische Störung macht mich besonders stressanfällig.

Als vernünftiger Mensch denke ich dass es logisch wäre, mir den Einstieg über eine halbtägige Einstufung meiner Arbeitsfähigkeit zu ermöglichen. Aber ob ich dort einen vernünftigen Arzt oder einen Arge-Mengele treffe weiß ich nicht...

Habt ihr Tipps was ich angbringen sollte, was meine Ärzte beitragen könnten? Hat hier jemand was ähnliches durch und kennt die Klippen?

Ich bin für jede Rückmeldung dankbar!

Viele liebe Grüße, Neride
 
L

lupe

Gast
Hi Neride,

Ca. zweieinhalb Jahren war ich krank geschrieben. Durch ein paar merkwürdige Dinge war ich die ganze Zeit durchgehend ALGII-Empfängerin.

In der Tat merkwürdig. Krankengeld bekommst Du eigentlich nur dann, wenn Du in Arbeit bist, oder in ALG I steckst! Warum Du also in ALG II Empfängerin während dieser Zeit warst, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich denke mal, oder besser gesagt vermute, darauf wolltest Du doch hinaus, oder?

Mein Hausarzt will mich wegen des Rückens nicht in Vollzeit sehen.

Das braucht der auch gar nicht. Mit Deinem Erkrankungsbild wirst Du nie mehr einen Job finden!!! Nicht mal in Teilzeit.

Nun gelte ich wieder als arbeitsfähig, allerdings eingeschränkt. Ich habe heute eine EGV unterschrieben deren einziger Inhalt darin besteht mich zu einer gesunheitlichen Untersuchung einzufinden, was sowieso angestanden hätte. Ich hatte sowas zwar schonmal, damals ging es aber darum das ich noch nicht wieder arbeitsfähig war. Diesmal wird es - befürchte ich - erheblich schwieriger.

Nö, warum jenes? Ich sag's mal so...
Die ARGEN sind doch auch froh, wenn die jeden/jede aus der Vermittlung herausnehmen können. Man muß nur sabbeln können:icon_twisted:

Grüße und alles gute Lupe
 

Kerstin_K

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Als erstes ist es schonmal merkwürdig, dass Du dafür überhaupt eine EGV unterschreiben musstest.

IN der EGV soll es eine Eingleiderung geben. Dazu muss man eigentlich Deine gesundheitlichen Einschränkungen VORHER feststellen.

Ich weiss nicht, ob das bei ELOs auch geht, aber im Arbeitsleben kann man eine Wiedereingliederung machen, d. h. man wird zunächst Teil-gesundgeschrieben für eine beschrränkte Stundenzahl. Wenn sowas ginge, wäre das ideal.
 
L

lupe

Gast
@ Kerstin aus Hannover,

Ich weiss nicht, ob das bei ELOs auch geht, aber im Arbeitsleben kann man eine Wiedereingliederung machen, d. h. man wird zunächst Teil-gesundgeschrieben für eine beschrränkte Stundenzahl. Wenn sowas ginge, wäre das ideal.
Ja, dass geht und ist so üblich. Bei seriösen und Humanen Arbeitgebern. Die Mitarbeiter sind hier bis zu 2 Jahren nach Erkrankung geschützt und müssen wieder im alten Job eingesetzt werden. Im Haifischbecken heutzutage wohl eher nicht mehr denkbar. Bei ALG II geht das wohl aus bekannten Gründen sowieso nicht.

Deshalb räume ich der Probandin auch keinerlei Chancen mehr ein. Sorry...
 

gelibeh

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Aber ob ich dort einen vernünftigen Arzt oder einen Arge-Mengele treffe weiß ich nicht...
das kann man leider nicht wissen. Bei mir hatte die Untersuchung 2006 ergeben, dass ich nur 20Std./Woche einsatzfähig bin. Und das, ohne irgendwelche Bescheinigungen meiner Ärzte. Kann also so oder so ausgehen.
 

Sammler

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Hallo,

ich habe ein Gutachten, welches damals durch das Sozialgericht in Auftrag gegeben wurde.

Beschränkungen der Arbeitszeit und Einschränkungen an den Arbeitsplatz.
Alle die das Gutachten gelesen haben, sagten mir:"Toll, 6 Std/Tag aber mit 2 Std Pausen und in der restlichen Arbeitszeit darfste sogut wie nix machen".

Alle, bis auf den Amtsarzt des Arbeitsamtes!

Zitat:"Das Gutachten interessiert mich nicht, ich krieg Sie schon wieder ans Arbeiten".

Ergebnis: Voll Arbeitsfähig mit leichten Einschränkungen!

Was mich und meine Ärzte sehr gewundert hat, denn die Diagnosen von mir sind irreperabel.

Jetzt denke ich darüber nach, wieder einen neuen Rentenantrag zu stellen und solange dagegen zu halten, bis es wieder ein Gutachten über das Sozialgericht gibt. Dieses wäre dann wieder jüngeren Datums wie das des Amtsarztes.

Gegen das Gutachten des Amtsarztes kann ich nichts unternehmen, denn mir ist ja noch nichts passiert, war die Aussage meiner ARGE.

Mein Rat an Dich:
Nimm auf jeden Fall einen Beistand zum Untersuchungstermin mit, der eventuelle "Aussagen des Amtsarztes später bezeugen, oder ein Gedächtnisprotokoll anfertigen kann.


Liebe Grüße

Sammler
 

Neride

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Danke für eure Antworten!

Da sind ja schon einige Varianten dabei wie es ausgehen kann...
Ja, an den Beistand hab ich auch gedacht. Hatte auch letztes Mal einen Dabei und erstaunlicher Weise bestand die Untersuchung nur aus einem freundlichen Gespräch an dessen Ende zu meinen Gunsten entschieden wurde.

Ich denke ich habe Pech mit meinem neuen SB, denn der war schon ganz schön am rotieren und machte einen aalglatten Eindruck. die EGV ist natürlich dumfug, hab ich mir auch gedacht. Ich glaube die hat er mir nur gegeben um schon mal zu testen ob ich beabsichtige Ärger zu machen von wegen nicht Unterschreiben.

Dass ein Gutachter der Arge sich über sämtliche Bescheinigungen hinwegsetzt ist ja echt ein Hammer! Aber das ist schon so in etwa das was ich befürchtet habe. Ich glaube ich hole mir alles ran und hoffe nichts davon zu brauchen.^^

Ich hatte gehofft es gäbe irgendwas das die generell positiv aufnehmen, aber da ja eure Beispiele alle sehr verschieden sind, werd ich auch einfach hoffen eine der besseren Wundertüten zu erwischen.

Der Vorschlag mit der Wiedereingliederung ist ansich nicht schlecht, ich kenne es aber so dass dabei die Arbeitszeit doch relativ schnell wieder gesteigert wird, also innerhalb weniger Wochen. Weiß nicht ob es da verschiedene Varianten gibt. Bei mir ist es eher so das ich dauerhaft nicht in Vollzeit arbeiten kann.

Nun gut, nochmal Danke für eure Infos, das war auf jeden Fall schonmal sehr aufschlussreich und interessant! :icon_daumen:

Liebe Grüße, Neride
 
E

ExitUser

Gast
Ich unterschreibe auch immer solche Unfug-EVGs. Solange mir dabei nichts passieren kann, muss man die armen Fuzzis ja nicht unnötig reizen.

Du solltest mal über einen GdB nachdenken und dich dann zwecks Eingliederung an die Rehaabteilung wenden. Es gibt Rehamaßnahmen mit steigender Stundenzahl, dafür müsstest du aber erstmal einen Arbeitgeber finden, der das mitmacht.

So ein Amtsarzt ist auch kein Gott, mit Attesten von deinen behandelnden Ärzten kannst du seine Aussagen in Frage stellen.
 
L

lupe

Gast
@ sammler
Zitat:"Das Gutachten interessiert mich nicht, ich krieg Sie schon wieder ans Arbeiten".
Kommt mir irgendwie bekannt aus dem "dritten Reich" vor. Nach dem Motto "Arbeit macht frei". Ich dachte immer, Josef Mengele hätten die schon...
Könnte aber auch sein, dass das alte römische Imperium wieder auferstanden ist und das an mir nur vorübergegangen sein sollte.

Jetzt denke ich darüber nach, wieder einen neuen Rentenantrag zu stellen
Du kannst nur einen Antrag auf Erwerbsunfähigkeit/Erwerbsminderungsrente stellen. Rente ab 65, je nach Geburtsdatum.

Beschränkungen der Arbeitszeit und Einschränkungen an den Arbeitsplatz.
Alle die das Gutachten gelesen haben, sagten mir:"Toll, 6 Std/Tag aber mit 2 Std Pausen und in der restlichen Arbeitszeit darfste sogut wie nix machen".
Alle, bis auf den Amtsarzt des Arbeitsamtes!
Diese Ärzte werden auch der ARGE "zuarbeiten", ebenso wie meist die Amtsärtzte der Krankenkassen! Ich bezweifle, dass solche Amtsärtze wirklich "Neutral" sind.
 

Neride

Elo-User*in
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Hui, auf die Idee bin ich noch nicht gekommen. ^^ Mein Hausarzt hatte irgendwann angedeutet ob ich wieder arbeiten gehen will oder in Rente und er hat sich ziemlich gewehrt als ich wieder arbeitsfähig geschrieben werden wollte. Aber dass das auch als Teilberentung geht....da hab ich mich schlichtweg nicht informiert. Super spannender Link, werd das mit meinem HA mal durchsprechen. Damit könnte ich mir eine Menge Ärger ersparen wenns klappt. :icon_smile:

Hey Leute, danke fürs Mut machen, ich bin noch ein bisschen geschockt von der unterschwellig sadistischen Attitüde meines neuen FM, denn - kaum zu glauben - bislang hatte ich es bei den Argen mit umgänglichen Menschen zu tun, der neue wirkt wie etwas das bei dunkler Nacht hinter Gebüschen wartet und dabei erwartungsvoll sabbert....

Liebe Gruß, Neride
 
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