Arbeitsaufnahme, Privatinso, P-Konto ein Paar Fragen dazu (1 Betrachter)

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Plochinger

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Hallo zusammen,

ich bin zur Zeit in der Privatinsolvenz und habe ein P-Konto.
Ich habe nun die Möglichkeit eine Arbeitsstelle (keine ZAF) anzutreten mit ca. 1900,00 EUR Brutto im Monat.

Da ich das P-Konto als auch die Privatinso schon begonnen habe als ich noch ALG 2 Empfänger war stellt sich mir die Frage wie das mit dem Abzug des Pfändbaren Betrages Abläuft ?
Wir die summe beim zukünftigen Arbeitgeber eingezogen oder vom Konto und ich muss dann warten bis dieses Freigegeben ist ?

Kann die Bank auch die Auszahlung wegen des P-Kontos Verzögern oder gar selber noch was Verrechnen ?

Ich lebe mit meiner Partnerin zusammen in einem Haushalt haben aber vor demnächst zu Heiraten ist der Freibetrag auch Unverheiratet schon höher oder erst mit der Heirat weil muss für sie ja jetzt schon einstehen..

Sorry wegen die vielen Fragen aber will beim Insoverwalter keine Pferde scheu machen.

Gruß
 

axellino

Super-Moderation
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Guten Abend,

Wir die summe beim zukünftigen Arbeitgeber eingezogen oder vom Konto und ich muss dann warten bis dieses Freigegeben ist ?
Aufgrund der Abtretungserklärung gem. §287 InsO und deiner obliegenden Mitwirkungspflicht, musst Du deine Arbeitsaufnahme deinen TH anzeigen. Dieser wird dann den neuen Arbeitgeber auffordern, den pfändbaren Teil deines Einkommens an ihn abzuführen.

Kann die Bank auch die Auszahlung wegen des P-Kontos Verzögern oder gar selber noch was Verrechnen ?
Ich gehe jetzt mal davon aus, das Du dich noch im eröffneten Verfahren deiner Inso befindest und noch nicht in der sogenannten WVP, wo Du dann auch kein P-Konto mehr bräuchtest.

Die Bank darf die Auszahlung des unpändbaren teils deines Kontoguthabens nicht verzögern oder verweigern.
Und wie geschrieben, nach Aufhebung des Verfahrens und in der darauf folgenden WVP, erlischt der sog. Insolvenzbeschlag des Schuldnervermögens und Du bräuchtest somit auch kein P-Konto mehr und Du könntest auch wieder unschädlich Geld auf deinen Konto ansparen.

Während der nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens weiterlaufenden Wohlverhaltensphase gibt es nur noch eine Abtretung des pfändbaren Einkommens an den Treuhänder (§ 287 InsO), aber keine Pfändung des Kontoguthabens zu Gunsten des Treuhänders mehr.
Kontopfändungen durch Einzelgläubiger sind auch während des Laufs der Wohlbehaltensphase unzulässig und unwirksam, § 294 Abs. 1 InsO

Und davon ausgehend das die Bank auch Insolvenzgläubiger ist, dürfte sie ihre Forderung auch nicht mit deinen Kontoguthaben verrechnen.

Ich lebe mit meiner Partnerin zusammen in einem Haushalt haben aber vor demnächst zu Heiraten ist der Freibetrag auch Unverheiratet schon höher oder erst mit der Heirat weil muss für sie ja jetzt schon einstehen..
Insofern Du für deine Lebensgefährtin Sozialleistungen entgegen nimmst, kannst Du den Freibetrag erhöhen lassen, ansonsten geht das nicht und somit erst mit Heirat.

Eine in der Pfändungstabelle zu berücksichtigende Unterhaltspflicht muss gesetzlicher Natur sein, keiner vertraglicher. D.h. die Verpflichtung muss sich aus einem Gesetz ergeben. Tut sie es nicht, liegt keine Unterhaltspflicht i. S. der Pfändungstabelle vor.

Deshalb ist es für die Pfändungstabelle unbeachtlich, wenn man anderen Personen Unterhalt leistet (Natural oder Barunterhalt) , ohne gesetzlich dazu verpflichtet zu sein, wie z.B. hier, deine nichteheliche Lebenspartnerin (LG Osnabrück Rpfleger 1999,34)

Dies gilt auch, wenn diese Person mit Dir in einen Haushalt lebt (BGH NJW 1969, 2007).

VG
axellino
 
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