Arbeitsaufnahme anderes Bundesland - doppelte Miete - Umzug und andere Fragen

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Jolly85

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und komme natürlich gleich mit einigen Fragen ums Eck.
Leider bin ich mir nicht ganz sicher, ob das gewählte Unterforum richtig ist, falls nicht entschuldigt bitte!

So, nun zum Hintergrund:
Ich lebe derzeit in Bayern, bin auch erst vor einigen Monaten aufgrund von vermeintlicher Arbeitsaufnahme aus NRW hergezogen. Nun, Arbeit hat nicht geklappt, ALG II kam. Jetzt habe ich nächste Woche ein Vorstellungsgespräch in NRW, direkt in der Stadt, in der auch meine Familie lebt.
Falls ich die Stelle bekomme, würde die Arbeitsaufnahme auch sehr zügig stattfinden (-> voraussichtlich zum 1.4.).

Die Fragen dazu:

1. Ich habe evtl. bereits eine Wohnung in NRW in Aussicht. Allerdings habe ich in der jetzigen eine Kündigungsfrist von 6 Wochen. Ergo muss für mindestens einen vollen Monat doppelt Miete gezahlt werden. Inwiefern hilft einem das JC hier weiter?

2. Es gibt, soweit ich informiert bin, vom JC eine zu beantragende Übergangshilfe auf Darlehensbasis bis zum ersten Gehalt. Nur: Welches JC ist da zuständig? Mein aktuelles, oder müsste ich dafür extra zu dem in NRW?
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das machen soll. Das sind jedes Mal Fahrtkosten von ca 100€, ich kann da ja nicht diverse Male hin- und her fahren, wie soll man das bezahlen? Schon jetzt habe ich mir das Zugticket für nächste Woche von meinen Eltern vorstrecken lassen müssen, denn bis man die Reisekosten erstattet bekommt dauert es ja auch immer, von irgendwas muss man schließlich noch leben...

3. Umzug: Auch hier übernimmt das JC bei Arbeitsaufnahme die Kosten auf Antrag. Muss man da in Vorleistung treten? Denn das wäre mir in keinster Weise möglich, von Bayern nach NRW ist ja nicht gerade ein Katzensprung.
(Und übrigens, Katzen: Gibt es Umzugsunternehmen, die auch zwei Katzen mitnehmen würden? Ich kann die zwei schlecht über 5 Stunden im Zug mitnehmen, besonders weil sie auch schon 15 Jahre alt sind :blink: Damals hatte ich noch selbst ein Auto, mittlerweile nicht mehr. Da ging das bedeutend einfacher...)

Puuh, ich sehe gerade nur Probleme auf mich zukommen, sollte das mit der Stelle klappen :icon_cry:
Über Tipps würde ich mich also sehr freuen, herzlichen Dank vorab!
 

Seepferdchen 2010

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Hallo @Jolly85,:welcome:

1. Ich habe evtl. bereits eine Wohnung in NRW in Aussicht.
Du hast ein konkretes Mietangebot?

Hierzu lies bitte mal § 22 SGB II Abs.4

(4) 1Vor Abschluss eines Vertrages über eine neue Unterkunft soll die leistungsberechtigte Person die Zusicherung des für die neue Unterkunft örtlich zuständigen kommunalen Trägers zur Berücksichtigung der Aufwendungen für die neue Unterkunft einholen. 2Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet, wenn die Aufwendungen für die neue Unterkunft angemessen sind.
Ergo muss für mindestens einen vollen Monat doppelt Miete gezahlt werden. Inwiefern hilft einem das JC hier weiter?
Hier solltest du folgendes beachten:

Können bei einem notwendigen Wohnungswechsel die Mietzeiträume wegen der Kündigungsfristen nicht nahtlos aufeinander abgestimmt werden, so können zumutbar nicht abwendbare doppelte Mietaufwendungen ("Überschneidungskosten") bei der gebotenen weiten Auslegung der Normen nach vorheriger Zustimmung als Wohnungsbeschaffungskosten übernommen werden (vgl. Berlit in LPK - SGB II § 22 Rd.-Nr. 66 mit Hinweisen auf die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung).

Doppelte Mietaufwendungen fallen, --wenn sie unvermeidbar waren - , unter die Wohnungsbeschaffungskosten im Sinne er Vorschrift § 22 Abs. 3 SGB II (Eicher/Spellbrink, 2. Aufl., Randnr. 83 zu § 22).

Weder der Regelung des § 22 SGB II noch dem allgemeinen Grundsatz zur Vermeidung unnötiger Kosten gemäß § 2 SGB II kann die Forderung entnommen werden, dass Hilfe-bedürftige ihre Wohnung schon vor Auffinden einer neuen Wohnung kündigen müssen, um die bei Einhaltung von Mietkündigungsfristen regelmäßig entstehenden Überschneidungszeit-räume zu vermeiden oder sich auf solche Wohnungen bewerben müssen, die wegen der schlechten Vermietbarkeit auch erst zum Ablauf der Kündigungsfrist der innegehaltenen Wohnung angemietet werden können. Ein Überschneidungszeitraum von nur einem Monat entspricht einem kostenbewussten Verhalten, das üblicherweise auch Mietselbstzahler an den Tag legen.

Quelle:
Tacheles Willi 2

Allerdings habe ich in der jetzigen eine Kündigungsfrist von 6 Wochen.

Wohnst du zur Untermiete?

Es gibt, soweit ich informiert bin, vom JC eine zu beantragende Übergangshilfe auf Darlehensbasis bis zum ersten Gehalt.
Du kannst nach § 42a SGB II i.V.m. § 24 SGB IIAbs 4 ein Darlehn beantragen.

Welches JC ist da zuständig?
Nach § 36 SGB II also das JC wo dich aufhälst.

Muss man da in Vorleistung treten? Denn das wäre mir in keinster Weise möglich, von Bayern nach NRW ist ja nicht gerade ein Katzensprung.
Das beantragst du aus dem Vermittlungsbudget § 44 SGB III

Bewerbungskosten pauschal
Reisekosten zum Vorstellungsgespräch
Fahrkosten für Pendelfahrten
Kosten für getrennte Haushaltsführung
Kosten für den Umzug
Fahrkosten zum Antritt einer Arbeits- oder Ausbil-dungsstelle
Kosten für Arbeitsmittel
Kosten für Nachweise
Unterstützung der Persönlichkeit ( z.B. Kleidung)
Sonstige Kosten
Anforderung Unterlagen

Quelle:
arbeitsagentur/Vermittlungsbudget Seite 14
ist eine Kann-Leistung.

und bitte lies mal in diesem Thread, wichtig!

https://www.elo-forum.org/alg-ii/177400-antrag-vermittlungsbudget-arbeitsvertrag-unterschreiben.html

Gibt es Umzugsunternehmen, die auch zwei Katzen mitnehmen würden?
Da mußt du mal nachfragen bei dem jeweiligen Firma.

Ich kann die zwei schlecht über 5 Stunden im Zug mitnehmen, besonders weil sie auch schon 15 Jahre alt sind
Würde ich mir überlegen, wichtig ist für die zwei Fellnasen dich in ihrer Nähe zu wissen, somit weniger Stress und frage doch mal beim TA nach oder im Net
für einen stressfreien Umzug.

Und bitte reiche deine Anträge nachweisbar beim Jobcenter ein!

Bestimmt hat noch jemand einen Tipp für dich.
 
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