Arbeitsangebot kurzfristig, weit weg, über 55 Jahre alt

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Kleeblatt

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Mal eine Frage an alle hier mit einschlägigen Erfahrungen:
Ein 55-Jähriger Arbeitsloser Akamdemiker, wohnhaft in Kassel, bekommt einen Stellenvorschlag über das Arbeitsamt von einer ZA-Firma in Berlin.
Arbeitsbeginn ist 1 Woche später in Berlin, Tätigkeit weit unter der Ausbildung aber im gleichen Bereich, Umzug ist natürlich Voraussetzung dafür.

Ich finde:
- Angebot zu kurzfristig
- Umzugskosten müßten VORHER geklärt werden (Übernahme seitens des Jobcenters zugesichert werden) = Umzug selber, Maklerkosten, Mietkaution, ect.
- bis dahin Unterbringung im Hotel ebenfalls VORHER übernommen werden
- Fahrtkosten für Bewerbungsgespräch ebenfalls VORHER zugesagt werden (schön schriftlich natürlich immer)
- ab einem gewissen Alter soll es (so habe ich es einmal irgendwo gelesen) keine Umzugspflicht mehr für Arbeitslose geben, wenn es darum geht komplett neu in einem anderen Bundesland zu beginnen = also komplett Verwandten.- und Freundeskreis aufgeben zu müssen

Wie sollte sich dieser Arbeitslose nun verhalten ?

Zwar bewirbt er sich auch fleißig außerhalb seines Bundeslandes auch international, jedoch sind diese Arbeitsangebote, auf welche er sich bewirbt, stets mit einem ausreichenden Zeitabstand versehen, so daß bis zu einem Arbeitsbeginn eine Vorlaufzeit von mindestens 3 Monaten und oftmals längere Zeit liegt, in welcher ein Wohnungswechsel (also Umzug) sowie Kostenübernahmen ect. problemlos mit dem Jobcenter geklärt werden könnten.
Das ist hier jedoch, bei einer !!!! Woche !!! einfach nicht zu leisten, zumal der Arbeitsplatz weit unter seiner Ausbildung liegt (macht privat und auf eigene Kosten ständig Weiterbildung u.a. an der Uni), schlecht bezahlt ist und zudem befristet bei einer ZA.

Ich persönlich halte das Ganze für eine Luftnummer zum Zwecke einer Vorlage für eine Sanktion, zumal der FM dieses Mannes ihn auf dem Kiecker hat, wie man so sagt, weil er sich absolut nichts gefallen läßt an kleinen und großen Gemeinheiten und auch bereits das SG bemühte, woraufhin sein FM ganz flink einen Rückzieher machte.
Außerdem geht er stets mit Begleiter dorthin, macht alles schriftlich, war noch niemals krankgeschrieben, hat niemals ein Versäumnis gehabt. Man verwuchte mehrfach einen Sanktionsgrund zu konstruieren, scheiterte jedoch stets kläglich.
So ganz nebenbei bemerkt bezieht er noch die volle Rente der politisch Verfolgten in der ehemaligen DDR, womit er jeden Monat 250 € anrechenfrei zusätzlich hat, was ihm seitens des FM offen geneidet wird.
Das er über 30 Jahre lang fleißig gearbeitet und gut verdient hat = kräftig eingezahlt, scheint dem FM ebenso völlig egal zu sein.

Ich finde hier läuft eine neue schäbige Nummer ab.
Wie seht ihr das ?
Was sollte er tun, welche Möglichkeiten hat er ?
 
E

ExitUser

Gast
In aller Kürze: sich einfach nicht zu bewerben, wäre eine Steilvorlage für eine Sanktion oder Sperrzeit.

Bezieht der Betroffene ALG I oder ALG II? Bei ALG I bestehen Zumutbarkeitsgrenzen hinsichtlich der Bezahlung in einer neuen Stelle, die ein unzureichendes Angebot unzumutbar machen können.

Eine berufsfremde Tätigkeit, Zeitarbeit oder die Notwendigkeit eines Umzugs ist grundsätzlich kein Ausschlußgrund für ein Stellenangebot. Auch Ältere müssen vom Grundsatz her umzugsbereit sein.

Ansonsten daran denken: eine Bewerbung bewirkt nicht automatisch ein Vorstellungsgespräch, und ein Vorstellungsgespräch führt noch lange nicht zu einem Stellenangebot.

Selbstverständlich muß bei einer Einladung zu einem Vorstellungsgespräch vorher die Übernahme der Reisekosten durch Arbeitgeber oder Arbeitsamt gesichert sein. Die angesprochenen Probleme einer äußerst kurzfristigen Arbeitsaufnahme (Umzugskosten, ggf. Hotelkosten) kann man im Vorstellungsgespräch, soweit es dazu kommt, natürlich ansprechen. Ob dann der Arbeitgeber noch Interesse hat, wird man ja sehen.
 

marsupilami

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Ich seh' das wie gurkenaugust.
Bewerbungsunterlagen hinschicken.
Damit wirklich deutlich wird, dass Du Interesse an der Stellen hast und ja alles kurzfristig anlaufen soll, schon mal die Fahrtkosten incl. evtl. Übernachtung beantragen. Und die Dringlichkeit einer schnellen Entscheidung herausstreichen.
Logisch, wie schon gesagt, schriftlich. Möglichst mit Nachweis.

Ansonsten:

Ansonsten daran denken: eine Bewerbung bewirkt nicht automatisch ein Vorstellungsgespräch, und ein Vorstellungsgespräch führt noch lange nicht zu einem Stellenangebot.
 

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Zunächst einmal danke für die Antworten !

Habe ihm gestern abend noch gesagt, daß es ohnedies alles sehr zweifelhaft ist, - schließlich soll der Arbeitsbeginn in 1 Woche sein (da dürfte wohl eine Bewerbung bereits aussichtslos erscheinen) und zudem werden die wohl kaum jemanden nehmen der sich stets und ständig vor einem Bewerbungsgespräch erst tagelang mit einem FM herumschlagen muß um die Kostenübernahme sicher zu stellen und dann dasselbe nochmals mit einem Umzug.

DAS allerdings SOLLTE doch eigentlich auch diesem FM dort klar gewesen sein, - oder wie dämlich sind die eigentlich ?:icon_neutral:
HALLO ! 1 !!!! Woche vor Arbeitsbeginn DIESES Stellenangebot ? :icon_neutral:

Deshalb schrieb ich ja, - Luftnummer und Testballon. M.M nach nur ein erneuter Versuch den Mann mit einer Sanktion zu beglücken, frei nach dem Motto "irgendwann und irgendwie muss ! das doch mal klappen bei dem".

Vollidioten in diesen Centern ! (werden nach dem Grad der Dämlichkeit eingestellt, oder ?)
Ihr alle habt mein Beileid das ihr euch tagtäglich mit diesen Vollpfosten herumärgern müßt !
 
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