Arbeits"zeugnis" ist ein Witz, wie würdet ihr jetzt verfahren?

letty32

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Hallo ihr Lieben,

erstmal zur Vorgeschichte.

Ich hab bis Ende April fast 4 Jahre in einem Sonnenstudio als Aushilfe gearbeitet... von einem Tag auf den anderen hiess es "ich habe das Sonnenstudio verkauft"...
Es gab nie eine schriftliche Kündigung und die Kündigungsfrist hat meine Exchefin (Iranerin, hat immer gemeckert und Sachen behauptet die nicht gestimmt haben, uns Angestellte gegeneinander aufgehetzt usw) auch nicht eingehalten!

Im Mai hab ich ihr dann ein selbstgeschriebenes Arbeitszeugnis vorgelegt, wollte sie auf keinen Fall unterschreiben, sie schreibt selbst eins (ich wusste direkt, das gibt nur Ärger, sie kann nicht richtig Deutsch in Wort und Schrift usw)...
Nach drei Wochen hab ich ihr über Whatsapp geschrieben (Adresse von ihr Zuhause hatte ich nie, es lief immer alles über die Firma), das ich endlich mein Arbeitszeugnis möchte... ihre Antwort "ich bin nicht Zuhause, erst wieder im September"!

Im Oktober hab ich ihr dann wieder geschrieben, mit Frist... keine Reaktion! Die Nachricht hat sie Ende Dezember gelesen und nicht beantwortet (das hab ich aber erst im Februar gesehen)

Nun hab ich ihr bei Facebook geschrieben, da ich sie dort gefunden hab... es kam auch eine Antwort "ich bin nicht Zuhause, schreib eins und geh ins Sonnenstudio, der neue Besitzer soll unterschreiben und abstelmpeln"
Ich hab ihr daraufhin gesagt, das ich ihre Unterschrift benötige...
Ich soll ein Zeugnis schreiben und per Mail schicken... gesagt getan, dazu noch meine Adresse um es mir per Post zu schicken!

Nichts ist passiert, ich hab ihr geschrieben, das noch nichts kam "es kam wirklich noch nichts?" -.-
Jetzt musste ich wieder schreiben, sie hat nach Tagen geantwortet und erneut nach meiner Mailadresse gefragt!

Heute war das dieses Pracht"zeugnis" in meinem Posteingang bzw unter Spam, wo es meiner Meinung nach auch hingehört (noch besser im Mülleimer) -.-

Anstatt die Anschrift vom Sonnenstudio steht dort ihre private Adresse (gut für mich, jetzt hab ich die), meine Adresse steht drin, anstatt Frau "Nachname" steht dort Frau "Vorname" und die Zeit stimmt auch nicht (15.05.2017), Unterschrift fehlt auch!

Würdet ihr jetzt noch grossartig mit ihr rumdiskutieren, würdet ihr mit dem Arbeitsgericht drohen oder jetzt einfach knallhart zum Arbeitsgericht gehen und die das klären lassen?
 

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Hannes63

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Würdet ihr jetzt noch grossartig mit ihr rumdiskutieren, würdet ihr mit dem Arbeitsgericht drohen oder jetzt einfach knallhart zum Arbeitsgericht gehen und die das klären lassen?
Ich würde da nichts weiter unternehmen und mich rumärgern, ist doch Zeitverschwendung, davon ab bringt so ein Arbeitszeugnis nicht viel, da es sowieso immer "wohlwollend" geschrieben sein muss.
 

letty32

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Ich würde da nichts weiter unternehmen und mich rumärgern, ist doch Zeitverschwendung, davon ab bringt so ein Arbeitszeugnis nicht viel, da es sowieso immer "wohlwollend" geschrieben sein muss.
Ich brauch ja aber was für meine Unterlagen... da fragt sich auch jeder potenzieller AG "mmh laut Lebenslauf fast 4 Jahre in dieser Firma, aber kein Zeugnis, da stimmt doch was nicht"
Diese Arbeits"bescheinigung" ist ja auch nicht mal korrekt geschrieben!
 

Hannes63

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... da fragt sich auch jeder potenzieller AG "mmh laut Lebenslauf fast 4 Jahre in dieser Firma, aber kein Zeugnis, da stimmt doch was nicht"
Ach quatsch, die einzigen die die Arbeitszeugnisse immer penetrant haben wollen sind die Leihbuden, normale Arbeitgeber interessiert doch nicht so ein gestelltes Arbeitszeugnis was nichts aussagt.
 

Fairina

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Hannes, wie kommst du darauf? Das mag bei einem Bauarbeiter gehen aber in medizinischen oder Bürobereich geht es nicht ohne.

Prinzipiell kann ein AG so eine Bescheinigung ausstellen - leider. Richter haben entschieden das ein AN keinen Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis hat. Trotzdem hat die Dame etliche Fehler gemacht. Die Firmenanschrift ist erforderlich und nicht ihre Privatadresse. Die Unterschrift muss von ihr kommen, es sei denn sie hätte in der Firma eine entsprechende Person die das darf. Der neue Besitzer hat nichts mit der Unterschrift zu tun in diesem Fall. Kündigungsfrist nicht eingehalten und warum hast du dich nicht gewehrt?

Ich würde mit einem potentiellen AG ganz offen darüber sprechen das die Dame leider kein Zeugnis ausstellen kann aufgrund sprachlicher Probleme. Das ist dann keine üblen Nachreden und du bist geschickt aus der Affäre.
 

noillusions

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Ach quatsch, die einzigen die die Arbeitszeugnisse immer penetrant haben wollen sind die Leihbuden, normale Arbeitgeber interessiert doch nicht so ein gestelltes Arbeitszeugnis was nichts aussagt.
Normale Arbeitgeber interessiert das nicht?? Erlebe ich etwas anders. Auch die "Normalo" fragen nach sowas.
 

letty32

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Richter haben entschieden das ein AN keinen Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis hat.
Ich lese überall im Internet, dass der AG verpflichtet ist, ein Zeugnis auszustellen, zumindest ein einfaches... bei 4 jahren erwarte ich aber eigtl ein Qualifiziertes!

Kündigungsfrist nicht eingehalten und warum hast du dich nicht gewehrt?
Das ging von einem Tag auf den Anderen... Kaufvertrag war unterschrieben, der neue Besitzer wollte alleine ohne Aushilfen arbeiten und meine Exchefin ist anscheinend direkt in den Urlaub bis September, ich hatte ja keine Anschrift von ihr!

Ich würde mit einem potentiellen AG ganz offen darüber sprechen das die Dame leider kein Zeugnis ausstellen kann aufgrund sprachlicher Probleme. Das ist dann keine üblen Nachreden und du bist geschickt aus der Affäre.
Ich hab gelesen, das man anstatt des Zeugnis die Daten usw auf eine Seite schreiben soll mit kleiner Begründung warum dieses Zeugnis fehlt!
Wie das beim AG ankommt weiss ich nicht!

Aber komplett ohne Zeugnis komme ich mir dumm vor mit meiner Bewerbung, weil es halt 4 Jahre dort waren... das könnte ja auch direkt ein Kriterium sein, mich garnicht erst einzuladen... das da ja irgendwas faul sein muss!

Sie hat mir schriftlich (Facebook Nachrichten) zugesichert, dass sie mir das selbst geschriebene Zeugnis unterschrieben zusendet (sie hat das ja sogar selbst vorgeschlagen, das ich es selbst schreiben soll)... so wie jetzt, war das nicht ausgemacht!
 

Fairina

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Was stellst du dir unter einem einfachen Zeugnis vor? Das enthält nur von wann bis wann in welcher Position.
 

letty32

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Was stellst du dir unter einem einfachen Zeugnis vor? Das enthält nur von wann bis wann in welcher Position.
"Die Angaben bei einem einfachen Arbeitszeugnis sind überschaubar: Es werden die Personalien des Arbeitnehmers aufgeführt, die Dauer des Arbeitsverhältnisses und die Art der Beschäftigung. Welcher Art von Tätigkeit der Arbeitnehmer in dem Betrieb nachgegangen ist, muss so beschrieben werden, dass es für einen zukünftigen Arbeitgeber nachvollziehbar ist, damit potenzielle Einsatzmöglichkeiten deutlich werden."
 
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ExitUser

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ich würde so ein Witz-Sonnenstudio-Zertifikats-Zeugnis ins Verhältnis setzen zu meinem bisherigen LL. -> Willst du denn überhaupt dorthin und falls ja, was machst du denn dann dort? Sorry aber ich trau dir "mehr" zu.

bei 4 jahren erwarte ich aber eigtl ein Qualifiziertes!
verständlich. Dann klag das Zeugnis halt ein vorm Arbeitsgericht, die Chancen sehen doch gut aus. Wo ist das Problem?
 

letty32

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Wo ist das Problem?
Es gibt kein Problem... ich wollte nur Meinungen, ob ich mit ihr reden, ihr mit Arbeitsgericht drohen oder direkt ohne was zu sagen zum Arbeitsgericht gehen soll!

Kann ja nicht sein, dass die mich so abspeist -.-
 
E

ExitUser

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Kann ja nicht sein, dass die mich so abspeist -.-
bevor du deine Rechte nicht wahrnimmst, wird sie das wohl offensichtlich weiterhin so tun - wie die 4 Jahre lang davor auch. Eure persönlichen Verhältnisse kann hier niemand beurteilen. Es liegt also allein an dir, ob du das weiterhin so mitmachst oder nicht.

Ja also wenn du mich fragst, dann klar, ab zum Arbeitsgericht, und zwar asap.

Und schmeiss dabei dein Stockholmsyndrom mal eben einfach über Bord:biggrin:
 

letty32

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Und schmeiss dabei dein Stockholmsyndrom mal eben einfach über Bord:biggrin:
Ich kann die Frau nicht leiden, ich hab das nur die fast 4 Jahre durchgezogen, weil es "einfach" verdientes Geld war!

Die Hoffnung, auf eine friedliche Einigung stirbt halt zuletzt, aber jetzt ist es wohl an der Zeit, härtere Geschütze aufzufahren!

Ich danke euch :)
 

vidar

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Moin @letty32,

ein qualifiziertes Zeugnis sehe ich bei einer Aushilstätigkeit nicht als ein muss an. Eine kurz gehalten Tätigkeitsbeschreibung mit einer einfachen Leistungsbewertung reicht hier vollkommen aus.
Stelle doch mal deinen eigenen Zeugnisentwurf zur Information hier rein.
 

Dark Vampire

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ich halte das auch für verschwendete zeit, kein AG juckt sich wegen nem Zeugnis wegen einer Tätigkeit im Sonnenstudio, klingt jetzt vielleicht abwertend, ist aber nicht so gemeint.

desweiteren habe ich selber paar Leute in Arbeit gebracht , da wollte kein AG nen Zeugnis sehen, und das waren höher qualifizierte Fachkräfte.
 

Seepferdchen 2010

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Mal ein kurzer Einwurf:

Ich hab bis Ende April fast 4 Jahre in einem Sonnenstudio als Aushilfe gearbeitet.
Schon alleine bei diesem Zeitraum, ist ein qualifiziertes Arbeitszeugnis angebracht, ob nun als Aushilfe ist somit nicht relevant.

Natürlich kann sie einen Vorschlag beim AG einreichen.

Eine kurz gehalten Tätigkeitsbeschreibung mit einer einfachen Leistungsbewertung reicht hier vollkommen aus.
Nicht ganz das geht schon bei der Einleitung los und ganz wichtig warum wurde das Arbeitsverhältnis gekündigt.

Wichtig auch der Abschlußsatz.

Stelle doch mal deinen eigenen Zeugnisentwurf zur Information hier rein.
Vieleicht kann man dazu dir noch einige Hinweise geben.

ihr mit Arbeitsgericht drohen oder direkt ohne was zu sagen zum Arbeitsgericht gehen soll!
Und solltes zum Arbeitsgericht gehen, dann hast du dich bemüht
anhand deines Vorschlages hier mitzuarbeiten, das macht schon mal einen guten Eindruck auf den Richter:wink:
 

vidar

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Obwohl das Thema hier wohl abgehakt scheint, würde mich trotzdem interessieren, ob es für das Beschäftigungsverhältnis überhaupt einen Vertrag gegeben hat und ob die Beschäftigung auch bei der Minijob-Zentrale angemeldet gewesen ist. Falls nicht, kann man den Gang zum Arbeitsgericht nämlich sparen.

Übrigens wäre der neue Eigentümer bei der Betriebsübernahme auch erst einmal dazu verpflichtet gewesen, die bisherigen Arbeitsverträge der Mitarbeiter übernehmen zu müssen.
 

letty32

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Stelle doch mal deinen eigenen Zeugnisentwurf zur Information hier rein.
Das Zeugnis wurde von einer Bekannten der Freundin meines Bruders geschrieben... diese arbeitet im Personalbereich, daher ist das Zeugnis von einem Profi verfasst!

Wichtig auch der Abschlußsatz.
Da hab ich im Internet gelesen, das so ein Satz richtig negativ rüber kommt beim potenziellen AG, meintest du das damit?

ob es für das Beschäftigungsverhältnis überhaupt einen Vertrag gegeben hat und ob die Beschäftigung auch bei der Minijob-Zentrale angemeldet gewesen ist.
Es gab keinen Vertrag, gab es beim anderen Sonnenstudio damals aber auch nicht und da ist das AG trotzdem tätig geworden (weil ich mich über die Lieblingsangestellte der Studioleiterin beschwert habe, wollte die mich mit sofortiger Wirkung kündigen... aber lange Story, die nichts hiermit zu tun hat)...

Ich war angemeldet!

Übrigens wäre der neue Eigentümer bei der Betriebsübernahme auch erst einmal dazu verpflichtet gewesen, die bisherigen Arbeitsverträge der Mitarbeiter übernehmen zu müssen.
Ich weiss... aber es gab ja keine Arbeitsverträge (hatte keiner von uns Aushilfen)!
 

Seepferdchen 2010

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@letty32

Da hab ich im Internet gelesen, das so ein Satz richtig negativ rüber kommt beim potenziellen AG, meintest du das damit?
In der Schlußformulierung finden sich Angaben zur Beendigung des Arbeitsverhältnis, wichtig hier bei sind die Dankes bzw. Bedauernsformel und natürlich auch die Zukunftswünsche, darum ist dieser Absatz sehr wichtig.

Nicht so gut ist zum Beispiel diese Schlußformulierung:

Herr/Frau scheidet mit dem heutigen Tag aus unserem Unternehmen aus.
Wir wünschen ihm/ihr für die Zukunft viel Glück.
(Diese Sätze werden verwendet wenn eine Kündigung durch den AG stattgefunden hat)

Anders verhält es ich wie hier zum Beispiel:

Aus betriebsbedingte Gründe endet das Arbeitsverhältnis von Frau/Herr mit dem heutigen Tag. Wir bedauern diese Entwicklung sehr.
Wir danken ihr/ihm für seine bisherige wertvolle Arbeit und wünschen ihr/ihm für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.
(Dieser Absatz/Schlußformulierung wird verwendet wenn der AG sehr zufrieden mit dem Mitarbeiter war)
 

vidar

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... diese arbeitet im Personalbereich, daher ist das Zeugnis von einem Profi verfasst!
Personaler gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Deshalb bedeutet es noch lange nicht, dass der Zeugnisentwurf textlich auch deiner erbrachten Leistung in der entsprechenden Position entspricht. Ein Super-Zeugnis zusammenzubasteln ist heute für jeden möglich, sofern dieser fähig ist hierfür die entsprechenden Textpassagen im Netz „nachzugockeln“.
Da hab ich im Internet gelesen, das so ein Satz richtig negativ rüber kommt beim potenziellen AG, meintest du das damit?
Frag deine „Personalerin“ danach. Wenn sie dir schon ein qualifiziertes Zeugnis schreibt, dann sollte sie sich mit der Systematik des (Zeugnis) Abschlusssatzes bestimmt auch auskennen.
Ich war angemeldet! / Ich weiss... aber es gab ja keine Arbeitsverträge
Auch „mündliche“ Arbeitsverträge können hier gültig sein. Je länger du dort beschäftigt warst, deine Zeiten bei der Minijob – Zentrale nachweislich angemeldet gewesen waren, und du diese Daten dann auch als schriftliche Bestätigung von der Minijob – Zentrale erhalten hast, desto eindeutiger ist dein Beschäftigungsverhältnis hier gewesen.
 
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