“Arbeitnehmerüberlassung” - Eine Waffe gegen Erwerbslose

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Paolo_Pinkel

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Anmerkungen zum Express-Interview mit Völzing (Keine Wunderwaffe (Express 36))
Die Ausführungen von Völzing sind eine Mischung aus offenem Zynismus und Verharmlosung der Realität. Dies trifft zumindest für seine Aussagen zum Projekt der “vermittlungsorientierten Arbeitnehmerüberlassung” zu. Das läßt auch daß, was er sonst sagt in einem anderen Licht erscheinen. Rollen wir das ganze auf.
Völzing spricht offen aus, welche Möglichkeit das Projekt Unternehmen eröffnet. Sie können nach Bedarf fast kostenlose Arbeitskräfte heuern und feuern. In dieser “Flexibilität” sieht Völzing dann eine Chance für Langzeitarbeitslose, die sonst keine Chance hätten am Pförtner vorbeizukommen. Was hinter der Pforte passiert ist dabei allerdings offenkundig vollkommen egal, das heißt es interessiert überhaupt nicht, was die Menschen unter welchen Bedingungen in dem Unternehmen tun. Sie müssen dankbar dafür sein, daß man sie arbeiten läßt und werden mit der durch nichts begründeten Hoffnung abgespeist, sie könnten ja übernommen werden. Wieso die Unternehmen unter diesen Bedingungen Interesse an einem festen Arbeitsverhältnis haben sollen, bleibt allerdings das Geheimnis Völzings. Wenn dafür wirklich ernsthaft Bedarf vorhanden wäre, hätten sie längst jemand eingestellt, sich die Erledigung der Aufgaben also was kosten lassen. Wenn das nicht geschehen ist, entweder weil die Arbeiten tatsächlich nicht so wichtig sind, daß sie unbedingt erledigt werden müssen, oder weil Profite wichtiger sind, als eine vernünftige Erledigung der Arbeit, kann die “vermittlungsorientierte Arbeitnehmerüberlassung” nur höchst fragwürdige Beschäftigungseffekte erzielen. Das Projekt lädt gerade dazu ein, zur kurzfristigen Erledigung sonst liegen gebliebener Arbeiten auf billige und flexiblen Arbeitskräfte zurückzugreifen, fördert aber ganz sicher nicht die Entstehung von sinnvollen, langfristigen und existenzsichernden Beschäftigungsverhältnissen. Offenkundig kommt es darauf auch gar nicht an, es geht darum “Langzeitarbeitslose” in Bewegung zu versetzen, ihnen klar zu machen, daß sie “für die Gesellschaft” etwas tun müssen, wobei der Zynismus darin besteht, daß das, wozu sie gezwungen werden, oft gerade keine Arbeiten sind, für die ein dringender und unter sozialen Gesichtspunkten notwendiger Bedarf festzumachen ist...

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Gruss

Paolo
 

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Was soll das sein, Zeitarbeit ohne Zeitarbeitsfirma?

Ah, verstehe, dann sparen sich diese Schmarotzter die Gebühren der Zeitarbeitsfirma.
 
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