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Arbeitgeber nennt Verdienst vor Beginn der Tätigkeit nicht - wie vorgehen?

Hemdale

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#1
Guten Tag,

folgender Fall ...

Eine Person sucht sich selbst eine Stelle. Es würde zu einem Arbeitsverhältnis kommen. Die Person teilt seine Vorstellungen mit und der AG sagt, daß es innerhalb der Probezeit weniger an Lohn wäre, macht aber keine genauen Angaben. Arbeitsvertrag wurde noch nicht unterschrieben. Soll erst bei Arbeitsbeginn unterschrieben werden.

Die Person versucht nun schon seit Tagen beim AG zu erfahren, wie denn nun die genauen Konditionen des Arbeitsvertrages sind. Es werden immer wieder Ausreden gesucht ("wir geben Ihnen Bescheid" usw...).

Da laut AG und AA die Firma aber einen Zuschuß bewilligt bekommen hat, MUSS der AG doch wohl schon die Konditionen des Arbeitsvertrages wissen.

Der Person stinkt die Hinhalterei aber langsam.

Dürfte man die Unterschrift ohne Risiken verweigern, wenn man die Konditionen vorher nicht erfährt? Wer fängt schon wo an, ohne zu wissen, was er überhaupt bekommt?

Danke.

Hemdale
 
E

ExitUser

Gast
#2
Bei einer selbst gesuchten Stelle ohne Vermittlungsvorschlag kann ein Angebot des Arbeitgebers stets abgelehnt werden. Ich glaube, das hattest du auch schon in anderem Zusammenhang gefragt.

Natürlich muß der AG die Konditionen des Arbeitsvertrages nennen, denn das ist schließlich ein zentraler Punkt.

So wie du das geschildert hast, ist die ganze Sache dubios. Arbeitsverträge unterzeichnet man üblicherweise rechtzeitig vor Arbeitsantritt. Selbst wenn man aus organisatorischen Gründen den Arbeitsvertrag erst später unterschreibt, einigt man sich vorher auf alle wesentlichen Punkte.
 

hartz5

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#3
Wenn der AG einen Zuschuss beantragt hat, dann gibts ja immer bestimmte %Sätze vom Lohn bzw zu den Lohnzusatzkosten. Der geplante Lohn muss also wenigstens dem AA bekannt sein. Wenn dieser Zuschuss genehmigt wurde, müsste der zukünftige AN eine schriftliche Info darüber bekommen haben, in der Lohnhöhe und bewilligte Zuschüsse vermerkt sind.......

Mehr als merkwürdiges Gebahren des AGs.....
 

Hemdale

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#4
Wenn es das von der Höhe geworden wäre, wäre es ja ok. Aber da der potentielle AG nur drumherum redet, ist man nun unsicher. Entweder wird mal eine klare Aussage getroffen oder nicht. Könnte man das nun ablehnen, oder nicht? Frag nur, weil das AA da nun auch schon mit drinhängt.

Aber wer fängt schon an, wenn er die Konditionen nicht weiß.
 

hartz5

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#5
Also kennt der Bewerber die Höhe des geplanten Lohnes und der AG will rechtswidrig weniger zahlen, als er beim AA angegeben hat ?
 

Hemdale

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#6
Nein, nicht so ganz. Der "zukünftige" Arbeitnehmer hat seine Vorstellungen dem AG mitgeteilt. Dann wurde mitgeteilt, daß es in der Probezeit weniger ist. Aber niemand sagt, wieviel es denn nun wirklich ist. Der AN erfährt überhaupt nichts. Wieviel Stundenlohn? Wieviel Urlaub? Nichts ...

Bei den bisherigen Stellen hatte der AN immer schon ne Zeit vorher den Arbeitsvertrag in Händen gehalten.

Auf Anrufe beim AG nur Ausflüchte und auf ne Email keinerlei Reaktion.
 

hartz5

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#7
Dann würde ich es Gurkenaugust sehen....Absagen. Da ist doch das Vertrauensverhältnis schon vor Arbeitsbeginn zerstört.
 

Hemdale

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#9
Es geht auch darum, daß das AA da schon mit drinhängt. Da wären dann wohl Sanktionen zu befürchten.
 

hartz5

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#10
NEIN, selbstgesucht und es herrscht Vertragsfreiheit und die schränkt der Ag ein, wenn er keinen Vertrag vorlegt und die Konditionen rechtzeitig bekannt gibt.
 

Roter Bock

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#11
Der Arbeitgeber muss Ihm den Lohn nennen - spätestens im Arbeitsvertrag ist er zu fixieren. Siehe hier

NachwG - Einzelnorm

Vielleicht hilft ein Hinweis an den AG auf diese gesetzliche Verpflichtung. Vermutlich soll das aber ein Überraschungsei werden und der AG macht das erst mit dem Arbeitsvertrag bekannt. Das ist übel.

Schwierig weil wohl auch noch ds Jobcenter drinhängt - ich lese da was von Zuschüssen.

Es geht also spitz auf Kopf. Er soll den Arbeitgeber auf unter Berufung auf das Nachweisgesetz auffordern den Lohn mitzuteilem. Er kann seine Fragen auch entlang den Punkten des Nachweisgesetzes formulieren.

Der Hinweis mit dem gestörten Vertrauensverhältnis ist richtig - als Begründung gegenüber Jobcenter aber nicht ausreichend - die stellen dem die Zumutbarkeit entgegen.

Ich würde den Mangel oder eine Ablehnung des Jobs mit den gesetzlichen Erfordernissen begründen.

Wie das JC es sieht, ist jedoch eine andere Sache.

Scheint sich um einen "Bodensatzarbeitgeber" zu handeln.

Roter Bock

P.S. Ich habe grade im Nachweisgesetz gesehen das der Arbeitgeber leider einen Monat nach den Beginn der Arbeitsaufnahme erst die Arbeitsbedingungen herausrücken muss. In diesen Fall arbeitet der Betroffene weiter, fängt also dort an und rückt aber seine Unterschrift unter den Vertrag nicht raus bis der Vertrag für Ihn akzeptabel ist. Die Sache stinkt aber jetzt schon nach Arbeitsgericht und Klage.
 

ZynHH

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#12
Ein Vertrag der keine Vertragsbestandteile enthält, also die Dinge die er regeln soll, wie z.B. das Gehalt ist kein Vetrag den ich unterschreiben würde und auch nicht muss.

Ich würde die Arbeit auch nicht antreten. Und ganz sicher würde ich schriftlich das AA über das ganze unterrichten.
 

snafu

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#13
Sollte das 'Amt' deinen Arbeitslohn 'bezuschussen' gibt es einen Antrag des Arbeitgebers. Im Normalfall teilt dir das 'Amt' die Hoehe, und wie lange dieser 'Zuschuss' gewaert wird mit. In meinen Fall [auch hinter meinem Ruecken wurde dieser Zuschuss beantragt und vom 'Amt' bewilligt] hatte ich dann 4 Wochen nach Arbeitsaufnahme automatisch eine Kopie des Bewilligungsbescheides vom 'Amt' bekommen.

Ich wuerde beim 'Amt' die Abteilung Arbeitgeberservice aufsuchen, Problem schildern und ggf. um eine Kopie bitten. Unbedingt fragen wie oft dieser AG dies schon getan hat.

Wie du selbst schon bemerkt hast, ist da irgendwas mit dem Arbeitgeber nicht in Ordnung. Koennte es sein diese Firma steckt in Zahlungsschwierigkeiten? Insolvenz?
 
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