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Arbeitgeber datiert Schreiben zurück, um Kündigungsfrist zu umgehen

Krizzo

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#1
Hallo Elos,

ich habe ein relativ gutes Arbeitsverhältnis gehabt, der Lohn war gerecht, die Arbeitszeiten waren super.
Es war eine sehr kleine Firma, mit viel Kontakt zum Chef. Ich war/bin noch in der Probezeit.
Leider kam es so, dass der Chef mir gegenüber zunehmends respektloser wurde. Es fing an mit "kleinen" Sprüchen über meine Ernährung, endete dann nach mehreren Wochen in einer Beleidigung, weil ich meine Arbeit nicht richtig machen würde. Ich wäre der nutzloseste Mitarbeiter, den er jemals hatte.
Da ich sowieso unter einer Depression leide und Medikamente nehme, und diesen Typen nicht mehr sehen konnte, habe ich dann gedacht "gut, dann zeige ich dir jetzt mal, wie nutzlos ich bin. Mach deinen Kram alleine" und lies mich für zwei Wochen ab dem 22.09. von einer Psychiaterin krank schreiben.

Heute kam die Kündigung per E- Mail. Schriftlich habe ich nichts erhalten.
Sachverhalte:

1. In meinem Arbeitsvertrag steht ausdrücklich drin, dass die Kündigung NICHT elektronisch erfolgen darf.
2. Mein Chef datierte die Kündigung auf den 07.09. zurück, damit die vereinbarte zweiwöchige Kündigungsfrist in der Probezeit genau am 21.09. endet. Ich bin erst seit dem 22.09. krank geschrieben (!!!)
3. Die Lohnabrechnungen werden von einem Steuerberater erstellt. Mein Chef teilte dem Steuerberater mit, dass ich am 21.09. aus dem Betrieb ausgeschieden wäre.

Das ganze stinkt zum Himmel. Leider habe ich keine Rechtsschutzversicherung, und werde mir wohl keinen Anwalt leisten können. Allerdings bin ich 100% im Recht.
Der kann doch nicht einfach Schreiben beliebig vordatieren, um die Kündigungsfrist zu umgehen, das ist ein starkes Stück!

Habt ihr Ideen, wie ich ohne Anwalt jetzt weiter komme?

Mein geplantes Vorgehen: Ich wollte auf den Geldeingang (vermutlich morgen) warten, und dann meinen Chef dumm fragen, wieso ich nur so wenig Geld bekomme, da ich noch in der Firma angestellt bin. Offiziell habe ich natürlich nie die Kündigung und die Abrechnung erhalten, bin also noch angestellt.
Dann mal sehen, was er antwortet.
Zwischenzeitlich würde ich dann auch den Steuerberater kontaktieren, und ihn um die Lohnabrechnung bitten, die ich ja offiziell nie erhalten habe. Dann sehe ich das erste Mal, dass ich angeblich zum 21. ausgeschieden wäre. Den Steuerberater kläre ich dann über die Tatsache auf, dass ich nie ein Kündigungsschreiben erhalten habe, und offiziell noch weiter beschäftigt bin.

Ist das erstmal eine gute Idee?

Vielen Dank!
 
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#2
AW: Arbeitgeber datiert Schreiben vor, um Kündigungsfrist zu umgehen

Hallo Elos,
Heute kam die Kündigung per E- Mail. Schriftlich habe ich nichts erhalten.
Sachverhalte:
Die Kündigung hat schriftlich zu erfolgen.

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 623 Schriftform der Kündigung
Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; die elektronische Form ist ausgeschlossen.
Die Kündigung ist nichtig.
Demnach biete weiterhin deine Arbeitskraft an, weil du derzeit noch in einem Arbeitsverhältnis stehst. Solltest du das nicht tun, hat der Arbeitsgeber einen Grund dich abzumahnen und dich danach zu kündigen.
Wenn du kannst stelle mal den Kündigungstext ein, auch wenn er die Form verletzt.
 

Krizzo

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#3
Kleines Problem: Mein Arbeitgeber hat zwei Adressen von mir, da ich umgezogen bin.
Wenn er jetzt erzählt, er hätte die schriftliche Kündigung an meine alte Adresse geschickt und sich dumm stellt, bekommt er dann ggf. Recht?
 
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#4
Kleines Problem: Mein Arbeitgeber hat zwei Adressen von mir, da ich umgezogen bin.
Wenn er jetzt erzählt, er hätte die schriftliche Kündigung an meine alte Adresse geschickt und sich dumm stellt, bekommt er dann ggf. Recht?
Er muss die Kündigung nachweisen, dass du sie erhalten hast.
Ist dir denn etwas schriftliches an eine der beiden Adressen zugegangen?

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 130 Wirksamwerden der Willenserklärung gegenüber Abwesenden
(1) Eine Willenserklärung, die einem anderen gegenüber abzugeben ist, wird, wenn sie in dessen Abwesenheit abgegeben wird, in dem Zeitpunkt wirksam, in welchem sie ihm zugeht. Sie wird nicht wirksam, wenn dem anderen vorher oder gleichzeitig ein Widerruf zugeht.
(2) Auf die Wirksamkeit der Willenserklärung ist es ohne Einfluss, wenn der Erklärende nach der Abgabe stirbt oder geschäftsunfähig wird.
(3) Diese Vorschriften finden auch dann Anwendung, wenn die Willenserklärung einer Behörde gegenüber abzugeben ist.
Nochmal zum Verständnis. Du bist weiterhin angestellt solange du keine Kündigung in der Hand hast. Deshalb musst du dem Arbeitgeber deine Arbeitskraft anbieten. Das bedeutet das du zur Arbeit hinfährst und sagst, "Hallo hier bin ich, was soll ich tun?". Tust du es nicht, ist das ein Verstoss gegen deine arbeitsrechtlichen Pflichten.
 

Wutbuerger

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#5
AW: Arbeitgeber datiert Schreiben vor, um Kündigungsfrist zu umgehen

Demnach biete weiterhin deine Arbeitskraft an, weil du derzeit noch in einem Arbeitsverhältnis stehst. Solltest du das nicht tun, hat der Arbeitsgeber einen Grund dich abzumahnen und dich danach zu kündigen.
Wenn du kannst stelle mal den Kündigungstext ein, auch wenn er die Form verletzt.
Entfällt doch wohl, wenn krankgeschrieben ?
Ab morgen gelten Kündigungen wohl auch als mails .
Ich würde an stelle des TE mal die Krankenkasse ansprechen - ist man noch angestellt gilt wohl Lohnfortzahlung , das ist der KK bestimmt lieber als selbst zu zahlen.
Man könnte also einen verbündeten finden.
 
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#6
Natürlich muss man seine Arbeitskraft nicht anbieten, wenn man krank geschrieben ist. Das hatte ich total überlesen. Nach Ende der Krankschreibung, geht man ganz normal wieder zur Arbeit.

Das mit den Kündigungen für Mails ist in ihrem Fall nicht relevant.
Informiere dich bitte genauer, bevor du solche Aussagen tätigst, damit verbreitest du nur falsche Informationen und Panik.

Bist du noch in der Probezeit?
 

Krizzo

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#7
Danke für eure Antworten.

"Ab morgen gelten Kündigungen wohl auch als mails "- Was soll das heißen?
In meinem Vertrag steht ja auch ausdrücklich geregelt, dass es nicht elektronisch erfolgen darf.

Ja, ich bin in der Probezeit.

Das mit der Krankenkasse verstehe ich nicht. Sie hat ja sowieso keinen Nachteil, die dürfte daran im Moment noch gar nicht interessiert sein, oder?
 
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#8
"Ab morgen gelten Kündigungen wohl auch als mails "- Was soll das heißen?
In meinem Vertrag steht ja auch ausdrücklich geregelt, dass es nicht elektronisch erfolgen darf.
Vergiss das einfach. Der §623 BGB gilt weiterhin. Arbeitsverträge sind davon nicht betroffen.

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 623 Schriftform der Kündigung
Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; die elektronische Form ist ausgeschlossen.
Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung oder Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; die elektronische Form ist ausgeschlossen.
[/QUOTE]

Ja, ich bin in der Probezeit.
Dadurch hast du nur eine sehr kurze Kündigungszeit. Ich vermute, wenn der Arbeitgeber mitbekommt, dass die ursprüngliche Kündigung wegen Formfehler nichtig ist, wirst du sehr schnell eine neue und wohl wahrscheinlich gültige Kündigung bekommen.

Das mit der Krankenkasse verstehe ich nicht. Sie hat ja sowieso keinen Nachteil, die dürfte daran im Moment noch gar nicht interessiert sein, oder?
Ich weiss ja nicht wielange du schon beschäftigt bist, denn ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht erst nach vier Wochen.

Gesetz über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz)
§ 3 Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
(1) Wird ein Arbeitnehmer durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, ohne daß ihn ein Verschulden trifft, so hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen. Wird der Arbeitnehmer infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig, so verliert er wegen der erneuten Arbeitsunfähigkeit den Anspruch nach Satz 1 für einen weiteren Zeitraum von höchstens sechs Wochen nicht, wenn

1.
er vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge derselben Krankheit arbeitsunfähig war oder
2.
seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen ist.

(2) Als unverschuldete Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Absatzes 1 gilt auch eine Arbeitsverhinderung, die infolge einer nicht rechtswidrigen Sterilisation oder eines nicht rechtswidrigen Abbruchs der Schwangerschaft eintritt. Dasselbe gilt für einen Abbruch der Schwangerschaft, wenn die Schwangerschaft innerhalb von zwölf Wochen nach der Empfängnis durch einen Arzt abgebrochen wird, die schwangere Frau den Abbruch verlangt und dem Arzt durch eine Bescheinigung nachgewiesen hat, daß sie sich mindestens drei Tage vor dem Eingriff von einer anerkannten Beratungsstelle hat beraten lassen.
(3) Der Anspruch nach Absatz 1 entsteht nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses.
Wenn ich mich nicht ganz irre, ist Absatz 3 anzuwenden, wenn noch keine vier Wochen Beschäftigungszeit bestanden haben. D. h. die Krankenkasse wird die Entgeltfortzahlung übernehmen. Man möge mich korrigieren, wenn die Information falsch ist.
 

dagobert1

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#9
Leider habe ich keine Rechtsschutzversicherung, und werde mir wohl keinen Anwalt leisten können.
Du könntest beim Amtsgericht einen Beratungshilfeschein beantragen, geht es vor Gericht ist Prozesskostenhilfe möglich.
Alternativ kannst du auch ohne Anwalt klagen, bei diesem eindeutigen Sachverhalt sollte das keine größeren Probleme machen.
Sollte der AG sich querstellen, würde ich parallel über ein nettes Schreiben an die Staatsanwaltschaft nachdenken, der AG versucht hier eindeutig einen Betrug.

Mein geplantes Vorgehen: Ich wollte auf den Geldeingang (vermutlich morgen) warten, und dann meinen Chef dumm fragen, wieso ich nur so wenig Geld bekomme, da ich noch in der Firma angestellt bin. Offiziell habe ich natürlich nie die Kündigung und die Abrechnung erhalten, bin also noch angestellt.
Dann mal sehen, was er antwortet.
Zwischenzeitlich würde ich dann auch den Steuerberater kontaktieren, und ihn um die Lohnabrechnung bitten, die ich ja offiziell nie erhalten habe. Dann sehe ich das erste Mal, dass ich angeblich zum 21. ausgeschieden wäre. Den Steuerberater kläre ich dann über die Tatsache auf, dass ich nie ein Kündigungsschreiben erhalten habe, und offiziell noch weiter beschäftigt bin.

Ist das erstmal eine gute Idee?
Kannst du erstmal so versuchen. Vielleicht erklärt der Steuerberater dem Cheffe ja mal ein bißchen die Rechtslage.

Ab morgen gelten Kündigungen wohl auch als mails.
Unfug.
Die Neuregelung bezieht sich nur auf die Geltendmachung von Ansprüchen, mit Kündigungen hat das nichts zu tun.
Außerdem gilt die Neuregelung auch nur für Verträge (aller Art), welche ab morgen abgeschlossen werden bzw. beginnen.
Ist hier also völlig irrelevant.

D. h. die Krankenkasse wird die Entgeltfortzahlung übernehmen.
Falls die KK zuständig ist, gibt's keine Entgeltfortzahlung, sondern Krankengeld. Das ist deutlich weniger.
 

webeleinstek

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#10
2. Mein Chef datierte die Kündigung auf den 07.09. zurück, damit die vereinbarte zweiwöchige Kündigungsfrist in der Probezeit genau am 21.09. endet. Ich bin erst seit dem 22.09. krank geschrieben (!!!)
Auf welches Datum die Kündigung datiert ist, spielt überhaupt keine Rolle. Es zählt der Zugang. Dies nur mal generell zu irgendwelchen Schreiben. Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags zählt die Kündigung per Email überhaupt nicht. Selbst wenn es in Deinem Vertrag stehen würde. Denn wie hier richtigerweise schon angemerkt wurde, hat die Kündigung in Schriftform zu erfolgen. Selbst dann muss der Arbeitgeber den Zugang nachweisen. Also muss er die schon per Gerichtsvollzieher, Boten, ggfs. per Einschreiben zukommen lassen. Beim Einschreiben muss er dann im Zweifel noch nachweisen, dass in dem Schreiben sich tatsächlich die Kündiung befand.

Ich würde abwarten bis das Gehalt eingeht. Dann würde ich dem AG nachweislich ein Schreiben zukommen lassen und ihm mitteilen, dass das Gehalt zu niedrig überwiesen wurde und er umgehend den Rest nachzuüberweisen hat. Natürlich mit einer kurzen Frist. Von der Kündigung würde ich kein Wort erwähnen. Kommt das Geld nicht, klagst Du das selber (dazu brauchst Du keinen Anwalt) vor dem Arbeitsgericht ein. Auch hier würde ich kein Wort von der Kündigung erwähnen. Denn solange wie nicht wirksam gekündigt ist, muss er für diese Zeit auch weiter zahlen. Da wird dann die Klage vor dem Arbeitsgericht einfach nur erhöht um das weitere Gehalt. Habe ich selbst schon so bei einer Zeitarbeitsklitsche gemacht.

Also immer gelassen sehen, bisher ist Dir nicht gekündigt worden und noch klingelt die Kasse.
Wenn Du nicht mehr krank geschrieben bist, gehst Du ganz normal zur Arbeit und bietest Deine Arbeitskraft an. Dann muss er nämlich weiterzahlen, solange bis die Kündigung rechtswirksam zugegangen ist.
 

Krizzo

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#11
Ich bedanke mich vielmals für eure ausführlichen Antworten.

Ich werde weiter berichten.

Es gibt ein kleines Detail, welches ich vergessen habe:

Ich habe meinem Chef die Schlüssel zur Firma bereits zugeschickt (nachweislich per versichertem Einschreiben Übergabe). Kommt das einer Kündigungsabsicht gleich? Er hatte mir vorher eine SMS geschrieben, dass er die Schlüssel benötigt.
 

Wutbuerger

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#12
Schlüsselabgabe könnte man auch hinsichtlich der Krankschreibung interpretieren- evtl braucht deine Vertretung die Schlüssel ? Belegt also für mich noch keine Kündigung...
 

Krizzo

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#13
Richtig, das war auch mein Gedankengang. Vor Allem weil er mich ja gebeten hat, die Schlüssel zu schicken, es geschah nicht aus meinem Antrieb.
 

faalk

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#14
Wenn er nicht gerade geschrieben hat, "Auf Grund dessen, dass Sie gekündigt wurden, rücken Sie die Schlüssel raus", sollte dich das nicht interessieren.
 

webeleinstek

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#15
Wenn er nicht gerade geschrieben hat, "Auf Grund dessen, dass Sie gekündigt wurden, rücken Sie die Schlüssel raus", sollte dich das nicht interessieren.
Selbst dann wäre es egal. Die Kündigung hat schriftlich zu erfolgen. Solange gibt es keine Kündigung. Ich würde mich nur still verhalten, solange wie der AG nicht merkt, dass er nicht wirksam gekündigt hat, muss er weiterzahlen. Wenn er das aber feststellt, wird er ganz schnell die Kündigung schriftlich schicken. Also keine schlafenden Hunde wecken. :icon_mrgreen:
 

faalk

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#16
Also keine schlafenden Hunde wecken. :icon_mrgreen:
Bezog sich auch eher darum, sollte der Richter beim Arbeitsgericht fragen, ob man von einer event. Kündigung wusste?

Wenn ich der Aufforderung, weil gekündigt bitte Schlüssel abgeben nachkomme, würde ich vor Gericht mit Sicherheit nicht "Nein, wusste ich nichts von" sagen. Ob die Kündigung mangels Zugang nicht gültig ist, mal außer Betracht gelassen.
 

Krizzo

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#17
Also, mein Arbeitgeber hat mir immer noch nicht wirksam gekündigt. Er hat zwar ein Einschreiben geschickt, allerdings mit dem gleichen Kündigungschreiben, das per Mail kam. Also Kündigung mit ungültiger Kündigungsfrist.
Für September hat er mir ca. die Hälfte des Gehaltes gezahlt. Ich habe eine Klage über das restliche Gehalt für September eingereicht. Der Termin beim Arbeitsgericht ist erst in zwei Wochen. Selbst wenn ich dieses Geld bekomme, ist es nur das Geld für September und nicht für Oktober. Für Oktober müsste ich, denke ich, gesondert klagen.

Ich habe jetzt natürlich kein Geld für nächsten Monat. Was soll ich nun machen? Ungekündigt ALGII verlangen (habe weniger als 12 Monate gearbeitet, also kein ALG I)?

Ich kann mir vorstellen, dass das Jobcenter Theater machen wird, weil ich nicht gekündigt bin.
 

dagobert1

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#18
Ich habe jetzt natürlich kein Geld für nächsten Monat. Was soll ich nun machen? Ungekündigt ALGII verlangen (habe weniger als 12 Monate gearbeitet, also kein ALG I)?

Ich kann mir vorstellen, dass das Jobcenter Theater machen wird, weil ich nicht gekündigt bin.
Alg2 als Darlehen sollte hier möglich sein.
Bei der Antragstellung darlegen, was Sache ist (AG zahlt nicht, Klage läuft).
Wenn möglich einen Beistand mitnehmen.
Wie viel Stress das gibt, lässt sich schwer voraussagen, kein JC ist wie das andere.
 

webeleinstek

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#19
Der Termin beim Arbeitsgericht ist erst in zwei Wochen. Selbst wenn ich dieses Geld bekomme, ist es nur das Geld für September und nicht für Oktober. Für Oktober müsste ich, denke ich, gesondert klagen.
Nein, nicht gesondert. Sondern die Klage erhöhen. Habe ich selbst schon so gemacht, siehe Beitrag #10. Bei einer erneuten Klage werden die vermutlich sowieso zusammen zu einer Klage verbunden.

Ich bin mir im Moment nur nicht sicher ob Du vorher ein Schreiben dem Arbeitsgericht zukommen lässt oder im Termin die Klageerhöhung in zweifacher Ausfertigung dem Gericht übergibst. Meine Befürchtung ist, wenn Du vorher ein Schreiben einreichst, dass dann der Termin verschoben wird um dem AG Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Ich finde es besser wenn der/die RichterIn dem AG im Termin sagt wie seine Chancen sind und er dann auch sieht, dass er die Klageerhöhung an der Backe hat. Von daher tendiere ich dazu Dein Schreiben in Ruhe vorzubereiten und im Termin zu übergeben. Möglicherweise dann die Klageerhöung direkt auch für den November einreichen.

Ich würde auch mit keinem Wort in den Schreiben erwähnen, dass die Kündigungsfrist unwirksam ist. Lass den schön auflaufen. Erst im Termin würde ich darauf hinweisen. Aber auch erst dann, wenn es darum geht. Vielleicht wäre es am geschicktesten, dass Du gar nichts dazu sagst sondern nur, dass Du Dich dazu schriftlich äußern willst und man Dir Gelegenheit zur Stellungnahme mit einer Frist gibt. So verlängerst Du Dein Arbeitsverhältnis noch um weitere 2 Wochen. :biggrin:

Ich habe jetzt natürlich kein Geld für nächsten Monat. Was soll ich nun machen? Ungekündigt ALGII verlangen (habe weniger als 12 Monate gearbeitet, also kein ALG I)?

Ich kann mir vorstellen, dass das Jobcenter Theater machen wird, weil ich nicht gekündigt bin.
Ich kenne die Rechtslage nicht, aber ich würde es versuchen, so wie dagobert1 geschrieben hat. Ein Darlehen sollte möglich sein, Du stehst ohne Geld da. Falls die Dich abwimmeln wollen, sofort den Teamleiter verlangen.
 

Katzenfan

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#20
Ich würde auch mit keinem Wort in den Schreiben erwähnen, dass die Kündigungsfrist unwirksam ist. Lass den schön auflaufen. Erst im Termin würde ich darauf hinweisen. Aber auch erst dann, wenn es darum geht. Vielleicht wäre es am geschicktesten, dass Du gar nichts dazu sagst sondern nur, dass Du Dich dazu schriftlich äußern willst und man Dir Gelegenheit zur Stellungnahme mit einer Frist gibt. So verlängerst Du Dein Arbeitsverhältnis noch um weitere 2 Wochen. :biggrin:
Diese Vorgehensweise könnte aber auch nach hinten losgehen. Ich würde dem TE dringend raten, innerhalb 3 Wochen nach Erhalt der schriftlichen Kündigung Kündigungsschutzklage einzureichen, falls noch nicht geschehen. Es geht ja nunmal bei allen Kündigungsschutzklagen um (vermeintlich) unrechtmäßige - also ungültige Kündigungen. Deshalb reicht man ja die Klage ein ... weil der Arbeitgeber das regelmäßig anders sieht. Selbst, wenn es so ist, dass es ausreichen würde, im Gütetermin darauf hinzuweisen, sind die 3 Wochen in diesem Fall hier höchstwahrscheinlich schon rum - und dann könnte es gut sein, dass der TE dann eben Pech hat und die Kündigung dennoch akzeptieren muss. Darauf würde ich es nicht ankommen lassen.

@Krizzo

Ich kenne die Rechtslage nicht, aber ich würde es versuchen, so wie dagobert1 geschrieben hat. Ein Darlehen sollte möglich sein, Du stehst ohne Geld da. Falls die Dich abwimmeln wollen, sofort den Teamleiter verlangen.
Das auf jeden Fall! Bei ALG II gilt das Zuflussprinzip.
Wenn der im Oktober auf Deinem Konto eingegangene Lohn unter Deinem Bedarf liegt, hast Du für diesen Monat ergänzenden Anspruch auf ALG II (nicht nur als Darlehen!).

Bedarf wenn Du allein lebst: 404 € Regelbedarf + Miete + Nebenkosten + Heizkosten
Dagegen gerechnet wird Dein in dem jeweiligen Monat zugeflossenes (Netto-)Einkommen abzüglich bestimmter Freibeträge.
Um ggf. Deinen Anspruch für Oktober zu sichern, musst Du unbedingt am Montag den Antrag stellen, denn der wirkt dann auf den 1. des Monats zurück.

Und dann dort klarmachen, dass voraussichtlich im November auch (noch) nicht mit einer Lohnzahlung zu rechnen ist. Wenn dann doch schon was eingehen sollte, musst Du das halt melden und Dein Anspruch wird neu berechnet, was natürlich - je nach Höhe des Geldeingangs - zu einer vollständigen oder teilweisen Erstattungspflicht führt.
 

webeleinstek

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#21
Diese Vorgehensweise könnte aber auch nach hinten losgehen. Ich würde dem TE dringend raten, innerhalb 3 Wochen nach Erhalt der schriftlichen Kündigung
Du hast auch den Eingangbeitrag des TE gelesen? Dort steht nämlich, dass er noch in der Probezeit ist. Das Arbeitsverhältnis muss mit einer Kündigungsfrist von 2 Wochen beendet werden. Die Frist braucht nicht angegeben zu werden. Daher ist mit Zugang des Einschreibens wirksam gekündigt worden. Ab dann läuft die 2-Wochen-Frist. Bei einer Kündigung in der Probezeit braucht nicht zum 15. oder Ende des Monts gekündigt zu werden, sondern da gilt das auf den Tag genau.

Während der Probezeit haben nämlich beide Seiten – also Arbeitnehmer und Arbeitgeber – die Möglichkeit zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit einer Frist von 2 Wochen (auf den Tag genau) ohne dass das Arbeitsverhältnis zum 15. oder zum Monatsende enden muss, sondern es endet taggenau 2 Wochen nach dem Zugang der Kündigung.
Quelle

Muss das Ende der Kündigungsfrist in der Kündigungserklärung enthalten sein?

Nein. Es reicht, wenn die Kündigungserklärung zum Ausdruck bringt, dass das Arbeitsverhältnis ordentlich/fristgemäß gekündigt werden soll.

Fehlt in einer ordentlichen Kündigung die Angabe eines Beendigungsdatums, ist es anhand der geltenden Frist zu berechnen.
Quelle

Also ist m. E. eine wirksame Kündigung ausgesprochen worden. Ab Zugang des Einschreibens 2 Wochen.

Es geht doch hier nur noch um das ausstehende Geld und nicht ob die Kündigung rechtens ist. Entscheidend ist, wann die Kündigung zugegangen ist. Ab dem Zeitpunkt steht dem TE noch zwei Wochen sein Gehalt zu.

Damit ist aber meine Äußerung in meinem vorherigen Beitrag hinfällig, dass der TE damit sein Arbeitsverhältnis um 2 Wochen verlängern kann. Da war mir der Sachverhalt, dass keine Frist angegeben werden muss, nicht bekannt. Das hat mir jetzt erst googel gesagt.

Allerdings gilt das Vorstehende nur, wenn die Kündigung per Einschreiben auch während der Probezeit zugegangen ist. War die Probezeit schon abgelaufen, dann würde ich schnellstens, wie von katzenfan vorgeschlagen, eine Kündigungsschutzklage einreichen. Sofern die 3-Wochen-Frist noch nicht abgelaufen ist. Allerdings musst das noch genau geprüft werden. Denn innerhalb eines halben Jahres kann der Arbeitgeber immer noch kündigen. Dann zwar nicht mehr mit der 2-Wochen-Frist sondern der normalen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er dies dann auch noch ohne Angaben von Gründen kann. Aber so tief stecke ich nicht mehr im Arbeitsrecht. Hier wird aber googel die entsprechenden Informationen liefern.
 
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