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Arbeit trotz ärtzl. Gutachen?

Ebei

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Hallo zusammen. Ich hoffe, ich schreibe in das richtige Unterforum.

Mein Problem, meine Fragestellung ist: Ich bin leider schon länger in Hartz4-Bezug. U.a., weil ich an Depressionen leide. Mittlerweile bin ich aber endlich in einer Therapie. Das Jobcenter hatte mich aber zum ärztlichen Dienst geschickt, der in einem Gutachten „bescheinigte“, dass ich bis Ende des Jahres arbeitsunfähig bin. Auch drei Stunden Arbeit am Tag sind laut Gutachten nicht drin.
Soweit so gut oder schlecht. Denn eigentlich möchte ich ja arbeiten, allerdings sind Arbeiten (z.B. in der Fleischindustrie, die ich verabscheue), in die mich das Jobcenter stecken wollte, für mich nicht machbar. Das wäre für mich purer Stress.
Da ich aber, wenn auch in kleinerem Rahmen, arbeiten will und muss, stellt sich für mich folgendes Problem: Wenn ich einen Job fände, den ich verrichten kann (Teilzeit, Arbeit zum Teil von Zuhause aus, ...), wie würde das Jobcenter reagieren? Einerseits bin ich ja laut ärztlichem Dienst voll arbeitsunfähig. Wenn ich aber z.B. (das ist jetzt ein Spaß) einen Job fände, bei dem ich 5 Stunden am Tag ein Browserspiel spielen müsste und dafür Geld bekäme --- dürfte ich das? Trotz Gutachten? Oder könnte das Jobcenter sagen: „Wenn Sie das können, können Sie auch 3 Stunden am Tag Wurst verpacken.“?
Versteht mich bitte nicht falsch. Der Arzt beim ärztlichen Dienst sagte mir, dass er mich erstmal komplett arbeitsunfähig schreiben möchte, weil ich gesundheitlich (also als **** mit Problemen im Kopf ;-) ) nicht für alle Arbeiten in Frage komme. Arbeiten, die ich kann (von der Ausbildung her), könnte ich erledigen. Aber aus seiner Erfahrung heraus würde ich solche Jobs nicht vom Jobcenter bekommen.
Ich vermute, dass ich nicht richtig rüberbringen kann, was mein Problem ist. Aber vielleicht ist ja doch jemand hier, der mich etwas verstehen kann.
Ich will endlich wieder arbeiten, den Weg zurück ins Arbeitsleben und in einen Rhythmus finden, und natürlich auch etwas Geld verdienen.
Aber was, wenn ich einen zeitlich begrenzten Job finde, dort einige Zeit arbeite und dann wieder arbeitslos werde? Sagt dann das Jobcenter: Du hast ja ein paar Stunden am Tag gearbeitet, also kannst du auch Wurst verpacken? Trotz Gutachten vom ärztlichen Dienst? Ich bin da voll in de Zwickmühle.

Danke für eure Aufmerksamkeit!
 

Debby13

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Hallo Ebei,
in deinem Gutachten (wer hat dies erstellt und auf wessen Anweisung?) müsste genau beschrieben sein, welche Tätigkeiten du noch ausführen kannst (zur Zeit). Steht da drinnen, dass du nicht in der Lage bist, täglich 3 und mehr Stunden zu arbeiten - dann bezieht sich das normalerweise auf alle Arbeiten. Hast du denn Erwerbsminderungsrente beantragt? Bei der Agentur für Arbeit - bzw. Hartz IV hast du eine gewisse Summe, die du hinzuverdienen darfst (ich meine ca. 100 Euro/Monat). Jedoch solltest du täglich nicht mehr als 3 Stunden arbeiten, sonst ist dein Gutachten unglaubwürdig - bzw. du wirst als unglaubwürdig hingestellt. Aber wenn selbst Bezieher der Erwerbsminderungsrente täglich
1, 2 - 3 Stunden arbeiten - so heißt das noch lange nicht, dass sie wieder arbeitsfähig sind. Wenn bedingt durch deine Depri Wurst verpacken für dich nicht möglich ist, du zudem dieses Gutachten hast, kann die Agentur nicht auf einmal von dir verlangen, genau diese Tätigkeit auszuüben. Wie es mit deinen Depressionen weitergeht ist derzeit nicht absehbar. Da wird sich aufgrund deiner Therapie Änderungen ergeben. Wenn du sagst, ich kämpfe damit ich in ein Berufsleben zurückfinde, ist doch schon gerechtfertigt, wenn du erst mal langsam beginnst mit 1, 2 - max. 3 Stunden am Tag. Wenn du das auch noch von zu Hause aus tun kannst - für dich um so besser, so kannst du sofort Pause einlegen, wenn du sie benötigst. Wenn du in einer Firma so einen kleinen Job findest müsstest du mit offenen Karten spielen, wenn du dir zwischendurch Pause nehmen möchtest, denn sonst würde dein neuer Chef dich nicht verstehen. Aber das Arbeitsamt ist nicht Richter - sobald die dich zu etwas zwingen würden (was ich erst mal nicht annehme, wenn sie deine Unterlagen haben mit Gutachten), könntest du Widerspruch einlegen und einen Rechtsbeistand aufsuchen.
Kommt eine Besserung deines Gesundheitszustandes, so könnte dann in dem Gutachten stehen: 3 - 6 Stunden - auch dann hast du Anspruch auf Erwerbsminderungsrente, jedoch nicht mehr die volle. Ich hoffe, du kannst mit diesen Infos was anfangen und sie dich weiterbringen - aber denke immer: Gesundheit hat oberste Priorität - gerade bei Depressionen - nimm dir Zeit zu gesunden, setze dich nicht selbst unter Druck - denn das ist total kontraproduktiv - gerade weil es oft unterschätzt wird. Alles Gute, lG Debby
 

Debby13

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Hallo Ebei,
in deinem Gutachten (wer hat dies erstellt und auf wessen Anweisung?) müsste genau beschrieben sein, welche Tätigkeiten du noch ausführen kannst (zur Zeit). Steht da drinnen, dass du nicht in der Lage bist, täglich 3 und mehr Stunden zu arbeiten - dann bezieht sich das normalerweise auf alle Arbeiten. Hast du denn Erwerbsminderungsrente beantragt? Bei der Agentur für Arbeit - bzw. Hartz IV hast du eine gewisse Summe, die du hinzuverdienen darfst (ich meine ca. 100 Euro/Monat). Jedoch solltest du täglich nicht mehr als 3 Stunden arbeiten, sonst ist dein Gutachten unglaubwürdig - bzw. du wirst als unglaubwürdig hingestellt. Aber wenn selbst Bezieher der Erwerbsminderungsrente täglich
1, 2 - 3 Stunden arbeiten - so heißt das noch lange nicht, dass sie wieder arbeitsfähig sind. Wenn bedingt durch deine Depri Wurst verpacken für dich nicht möglich ist, du zudem dieses Gutachten hast, kann die Agentur nicht auf einmal von dir verlangen, genau diese Tätigkeit auszuüben. Wie es mit deinen Depressionen weitergeht ist derzeit nicht absehbar. Da wird sich aufgrund deiner Therapie Änderungen ergeben. Wenn du sagst, ich kämpfe damit ich in ein Berufsleben zurückfinde, ist doch schon gerechtfertigt, wenn du erst mal langsam beginnst mit 1, 2 - max. 3 Stunden am Tag. Wenn du das auch noch von zu Hause aus tun kannst - für dich um so besser, so kannst du sofort Pause einlegen, wenn du sie benötigst. Wenn du in einer Firma so einen kleinen Job findest müsstest du mit offenen Karten spielen, wenn du dir zwischendurch Pause nehmen möchtest, denn sonst würde dein neuer Chef dich nicht verstehen. Aber das Arbeitsamt ist nicht Richter - sobald die dich zu etwas zwingen würden (was ich erst mal nicht annehme, wenn sie deine Unterlagen haben mit Gutachten), könntest du Widerspruch einlegen und einen Rechtsbeistand aufsuchen.
Kommt eine Besserung deines Gesundheitszustandes, so könnte dann in dem Gutachten stehen: 3 - 6 Stunden - auch dann hast du Anspruch auf Erwerbsminderungsrente, jedoch nicht mehr die volle. Ich hoffe, du kannst mit diesen Infos was anfangen und sie dich weiterbringen - aber denke immer: Gesundheit hat oberste Priorität - gerade bei Depressionen - nimm dir Zeit zu gesunden, setze dich nicht selbst unter Druck - denn das ist total kontraproduktiv - gerade weil es oft unterschätzt wird. Alles Gute, lG Debby
 

gelibeh

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in deinem Gutachten (wer hat dies erstellt und auf wessen Anweisung?) müsste genau beschrieben sein, welche Tätigkeiten du noch ausführen kannst (zur Zeit).
Wenn der Arzt sagt, zur Zeit nicht einsatzfähig, dann muss der auch nichts weiter ausschließen. Das wäre also erst in einem neuen Gutachten zu machen nächstes Jahr. Und dann hat auch genau drin zustehen, welche Arbeiten man machen kann und welche nicht. Daran hat sich das JC zu halten.

Ich würde mich im Moment auf meine Therapie konzentrieren und dann zusammen mit dem Therapeuten gucken, wie es weiter gehen soll. Überfordere Dich nicht. Ich persönlich würde da nichts riskieren.
 

Ebei

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Hallo! Das Gutachten wurde vom ärtzlichen Dienst (man sagt wohl Amtsarzt) erstellt. Auf Antrag des Jobcenters. Inhalt ist, dass ich vorerst (als Beurteilung) keine Leistungsfähigkeit besitze. Auch nicht (allgemein) für 3 Std. am Tag. Das gilt laut Arzt erstmal bis Jahresende, danach muss ich mich erneut vorstellen.
Dabei möchte ich ja ein bisschen arbeiten. Aber der Druck, eine "zugewiesene" Arbeit verrichten zu müssen, macht mir schon beim Gedanken Angst.
Das hört sich bestimmt als "Drückeberger" an. Aber wenn ich selbst entscheiden könnte, dass ich z.B. bei der Gemeinde ein paar Stunden Beete säubern oder Rasen mähen sollte, dann würde ich das machen. Allein schon, um ein paar Euros zu verdienen und wieder langsam in den Arbeitsalltag reinzukommen. Zuhause arbeiten ginge sogar noch besser. Schreiben, recherchieren, ... das könnte ich als Nachteule sogar besser und mehr Stunden am Tag. Da sagte mir das Jobcenter aber schon, dass man sowas nicht im "Angebot" hätte.

Und was hat es denn mit der Erwerbsminderungsrente auf sich? Davon hat mir noch nie jemand was gesagt.
 

Debby13

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Hallo Ebei,
nun, Erwerbsminderungsrente bekommt man normalerweise, wenn man weniger als 3 Std./tägl. arbeiten kann. Du hast ja mal in einem Arbeitsverhältnis gestanden (falls ich das richtig deute). Danach warst du wohl erst mal arbeitslos und hast ALG I bezogen. Und nun Harzt IV. Bitte wende dich doch mal einen Rentenbeauftragten oder frage in Eurem Bürgerbüro nach einem Termin. So hatte ich das damals gemacht - ins Bürgerbüro (habe vorher Termin bekommen und zugleich am Telefon erfragt, welche Unterlagen ich mitbringen soll). Mir wurde dann dort von einer sehr netten Mitarbeiterin geholfen, sie hat mir erklärt wie das alles ablaufen muss, sie füllte den Antrag für mich aus etc. , da bekommst du also wirklich genau Auskunft und Hilfe !! Das ist mein Rat an dich, deshalb gibt es ja das Bürgerbüro. Über Kosten musst du dir auch keine Gedanken machen. Bist du Mitglied bei VdK oder SOVD? - Wenn noch nicht, bitte schau dich mal im Internet auf den beiden Seiten um, was die alles anbieten. Also bei SOVD weiß ich, das kostet mich 5,50 €/Monat bzw. 16,50 € 1/4-jährlich. Ich schaue immer wieder hier rein, solltest du noch Fragen haben, nur zu. Vielleicht hilft ja der eine oder andere Tipp.
Mit Depressionen ist schon sehr ernst. Du sagst, du machst gerade eine Therapie? Bist du in Reha oder machst du 1 x die Woche eine Sitzung? Bist du bei einem Psychologen oder Physiotherapeut? Bekommst du Antidepressiva?
Ich wünsche dir gute Besserung, bis demnächst, lG Debby
 

Cha

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Selbstverständlich darfst du arbeiten, wenn magst und etwas passendes findest.
Kein Arzt und kein JC kann dir das verbieten.

..wie würde das Jobcenter reagieren?
Es würde dir das Einkommen aus der Tätigkeit anrechnen.
Vor der Zuweisung anderer Tätigkeiten bleibst du weiterhin geschützt.
§ 10 SGB II Zumutbarkeit

Viele Grüße

Cha
 
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