Arbeit im Jobcenter: Wie verheerend die Arbeitsbedingungen in Jobcentern sind (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Dingenskirschen

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el viejo

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AW: Gedenksekunde für prekär beschäftigte Sachbearbeiter im Jobcenter

Oh, die armen Mitarbeiter der Jobcenter, ich hoffe das viele dieser Schergen mal so eine Behandlung erfahren dürfen, wie es täglich wahrscheinlich tausende ihrer Kunden erleben müssen.
Ich werde mich mal lieber aus Anstand, nicht weiter dazu äußern.
 

Schikanierter

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AW: Gedenksekunde für prekär beschäftigte Sachbearbeiter im Jobcenter

Auch ein Sachbearbeiter hat wohl seine Sorgen...
Also mein Mitleid mit denen hält sich arg in Grenzen. Man erlebt doch tagtäglich als Betroffener, was menschlich bei den Mitarbeitern in den Arbeitsagenturen und Jobcentern falsch läuft.

Die können doch kündigen und sich was anders suchen. Das erwarten sie doch auch von ihren "Kunden" und helfen gerne mit Sanktionen nach, wenn "der Leidensdruck nicht hoch genug ist".

Bettina König sitzt seit vergangenem Oktober für die SPD im Berliner Abgeordnetenhaus.

[...]

„Ich finde es grotesk, dass die Personen, die andere in möglichst gute Arbeit vermitteln sollen, selbst zu so schlechten Bedingungen arbeiten.“
Wenn ich diesen Satz lese, dann kann ich gar nicht so viel :popcorn: wie ich :icon_kotz: :icon_kotz2: möchte! :icon_neutral:

Seit wann ist es Aufgabe und Intension der BA- und JC-Vermittler, Elos ist möglichst gute Arbeit zu vermitteln? :doh: :icon_kratz:

Der Blick in die Jobbörse der BA mit den zahlreichen ZAF-Angeboten sagt da doch eindeutig etwas anderes aus. :icon_rolleyes:

Sind solche Sprüche Absicht, naiv oder schlichtweg Realitätsverweigerung? :icon_kinn:

Millionen Arbeitslose und die mit Arbeit werden erbarmungslos ausgequetscht. Nix mit möglichst guter Arbeit.

Und dann sei da noch die Gewalt. Mitarbeiter würden bedroht, beleidigt und bespuckt werden.
Und was ist mit den Sauereien und Schikanen der besagten Mitarbeiter, die den Elos tagtäglich das Existenzminimum vorenthalten und Menschen durch den Entzug der Lebensgrundlage in den Tod treiben? Wer Wind sät, wird Sturm ernten. So ist das halt.

Es ist doch logisch, dass jemand, der permanent in die Ecke bzw. Enge getrieben wird, irgendwann einmal ausrastet. Damit will ich - weiß Gott - nichts beschönigen oder gar rechtfertigen. Da aber die allerwenigsten "Kunden" im JC kriminelle oder asoziale Menschen sind, muss man doch mal hinterfragen, was alles passiert sein muss, wenn ganz normale Menschen, deren einziger Fehler es ist, arbeitslos zu sein, austicken, randalieren oder gewalttätig werden. Hier fehlt es seit Jahren an einer journalistischen und politischen Aufarbeitung der Gründe. Stattdessen nimmt man es hin, dass JC inzwischen durch Wachmanschaften gesichert werden müssen und Mitarbeiter versteckte Alarmknöpfe haben müssen.
 
Zuletzt bearbeitet:

flandry

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AW: Gedenksekunde für prekär beschäftigte Sachbearbeiter im Jobcenter

Mal was zur Ehrenrettung der SB:
Die können nichts dafür, dass es viel mehr ELO's als offene Stellen gibt.
Die können nichts für die Höhe des Regelsatzes.
Die können nichts dafür, wenn jemand in Hartz-IV abrutscht.

Aber:
Die können was für Schikanen aller Art.
Die können was für die hohe Zahl erfolgreicher Widersprüche und Klagen.
Falls die so etwas wie Gewissen haben (Es gibt tatsächlich welche) und die diejenigen nicht zur Ordnung rufen, die keines haben, können die auch was dafür.
Bei diesen Leistungen in der freien Wirtschaft würden die ganz schnell abgemahnt und entlassen.
 

Zeitkind

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AW: Gedenksekunde für prekär beschäftigte Sachbearbeiter im Jobcenter

Auch ein Sachbearbeiter hat wohl seine Sorgen...
Der Artikel ist zynisch und ertrinkt geradezu im Selbstmitleid ... Wo denn nur waren all die armen Sachbearbeiter, als die BfA der aufrechten Inge Hannemann mit ihrer absurden Presseerklärung in den Rücken gefallen ist? Schon vergessen?
Wikipedia meinte:
Hannemann war die erste Mitarbeiterin eines deutschen Jobcenters, die sich öffentlich kritisch gegen die Arbeitsmarktpolitik der Agenda 2010 zu Wort meldete.[25] So führte sie in ihrem Altona-Blog und in diversen Vorträgen und Interviews, so „Fördern und Fordern“, die erklärten Ziele des Hartz-Konzepts, seien längst technokratischen Vorgaben gewichen. Hartz IV verfolge nicht das Ziel, Arbeitslosen eine Perspektive für den Wiedereintritt ins Arbeitsleben zu bieten, sondern sie mittels Sanktionsdruck aus dem Leistungsbezug zu drängen. Die Bundesagentur für Arbeit erklärte noch während des laufenden arbeitsrechtlichen Verfahrens in einer Pressemitteilung, dass es die behaupteten Missstände nicht gebe und Hannemann tausende Mitarbeiter in den Jobcentern gefährde.[26] Sie habe sich nur den falschen Job ausgesucht.[27] Hannemann widersprach und gab an, sie könne ihre Kritik mit Dokumenten belegen.
Die Mehrheit der betroffenen Sachbearbeiter hätten Inge Hannemann durchaus massiv unterstützen können. Stattdessen haben sie sich unter ihre Schreibtische verkrochen und in erbärmlicher Weise das große Schweigen zelebriert. Mit Sicherheit aus Angst um ihren miesen Job. Ich habe dafür keinerlei Mitleid.
 

Jaskolki77

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AW: Gedenksekunde für prekär beschäftigte Sachbearbeiter im Jobcenter

Richtig, @Aufgewachter.

Der Artikel mutet an, als hätte es Menschen wie Inge Hannemann nie gegeben.

Warum wurde Ex-SB Sahm nicht gefragt, wie er zu ihren Aktivitäten steht?
 

arbeitsloskr

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AW: Gedenksekunde für prekär beschäftigte Sachbearbeiter im Jobcenter

Egal wie man zu dem eingangs zitierten Artikel und dem Thema "SB und JC" steht, erinnert er mich daran, dass es zu jeder Zeit eine Konstante gab und gibt, die Frage: "Fressen oder gefressen werden".
 

Kampf statt Krampf

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Richtig, @Aufgewachter.

Der Artikel mutet an, als hätte es Menschen wie Inge Hannemann nie gegeben.

Warum wurde Ex-SB Sahm nicht gefragt, wie er zu ihren Aktivitäten steht?
Weil der Tagesspiegel eine Sozipostille ist, Schröder die ganze Scheiße verbrochen und Hannemann sich bei den Linken engagiert hat?
 

Dingenskirschen

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Der Tragöde zweiter Teil. Jetzt sprechen Kollegen, Mitarbeiter von Bildungsträgern
und sogar die Kunden...:peace:
Arbeit im Jobcenter
„So kenne ich es auch, von einer Maßnahme in die nächste"

Viele Leser haben auf den Artikel über die verheerenden Arbeitsbedingungen in Jobcentern reagiert und ihre Erfahrungen geschildert – Kollegen, Kunden, Mitarbeiter von Bildungsträgern. Ein Auszug.
Arbeit im Jobcenter : ?So kenne ich es auch, von einer Maßnahme in die nächste" - Wirtschaft - Tagesspiegel

P.S.. Wer hat denn die Überschrift geändert? Ich finde meine "Gedenksekunde für prekär beschäftigte Sachbearbeiter im Jobcenter" trifft es rein objektiv besser....:biggrin:
 

hunter11

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Ich finde es schon mal wichtig, dass dieses Thema konsequent und konstant medial präsent wäre - damit auch dem letzten ab 40jährigen klar wird, dass er bei der nächsten (z.B.) fusionsbedingten Umstellung seines AG spätestens nach 12 Monaten ebenfalls diese liebenswerte Betreuung geniessen darf und seinen Rechts- und Sozialstaat erstmal so richtig kennenlernt.

Und wenn ein Teilnehmer zum 17. Mal bei derselben Massnahme rumlungert und Steuergelder verschwendet (auf Geheiß des JC selbstverständlich) sollte sich auch der ehemalige BA - Verantwortliche Weise hinterfragen, ob in seiner Prozessstruktur so alles richtig lief.

Aber vor wem sollen die sich denn fürchten ?
 

franzi

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Auch ich habe den Artikel gestern gelesen.
Ich habe selbst zwei Personen in meinem näheren Bekanntenkreis (die ich noch aus früheren Zeiten kenne), welche zwischenzeitlich im Dunstkreis der Arbeitsvermittlung tätig waren bzw. noch sind:

Eine ehemalige Schulfreundin von mir, die heute als Arbeitsvermittlerin tätig ist (auch aus der Not heraus, weil sie selbst längere Zeit arbeitssuchend war). Sie macht das mehr als ein Jahr und ist jetzt schon psychisch am Ende (sowohl wegen des internen Drucks als auch wegen den zahlreichen Kunden-Problemen.)

Ein ehemaliger Kursleiter, der befristet als Dozent für einen Träger gearbeitet hatte. Er berichtete mir ebenfalls, dass ihn die Schicksale seiner Kursteilnehmer so betroffen gemacht hatten, dass er nachts nicht mehr schlafen konnte und irgendwann dann selbst die Zusammenarbeit mit dem Träger gekündigt hat, weil er das psychisch nicht verarbeiten konnte.

Da ich die beiden schon viele Jahre kenne, kann ich sagen, dass das Menschen sind, die bisher immer fest im Leben standen, die mit Engagement und Motivation ihre beruflichen Tätigkeiten ausgeübt haben. - Wenn sogar solche Leute ins Wanken geraten aufgrund der unsäglichen Zustände, kann man sich ausrechnen, wie lange es dauern wird, bis das "System" von innen her zerbröckeln wird.
 

Schikanierter

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Wenn sogar solche Leute ins Wanken geraten aufgrund der unsäglichen Zustände, kann man sich ausrechnen, wie lange es dauern wird, bis das "System" von innen her zerbröckeln wird.
Solange es Menschen ohne Empathie und Gewissen, oder solche, die sich am Leid anderer erfreuen, und bei ihrer Tätigkeit noch Befriedigung empfinden, gibt, wird sich leider nichts ändern. :icon_sad:
 
E

ExitUser

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Frei nach Tucholsky ist das höchste Deutschenglück hinter einem Schreibtisch zu sitzen+Leute zu schikanieren +das höchste Unglück vor diesem Schreibtisch zu stehen...
 

Vizekanzler

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Ein Artikel den man eher zur Sauren-Gurken-Zeit erwartet hätte, wenn sonst nix los ist.

Mal ehrlich, wen interessiert es wie es ein Mitarbeiter des JC geht? Die Politiker, die diese Misere verschuldet haben? Den Bürger, der mit FDP-Parolen vom anstrengungslosen Wohlstand vergiftete wurde?
Wohl kaum!

Den Artikel hätte sich der Tagesspiegel schenken können.
_
 

Albertt

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So verheerend können die gar nicht sein, wenn die JC nach wie vor Zeit haben, um schikanöse Vorgänge in gang zu setzen. :icon_wink:
 
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doppelhexe

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ich finds traurig, das menchen (elo´s), die sich gegängelt/getreten fühlen ... keinerlei empathie für andere menschen (SB´s) aufbringen können, denen es ähnlich geht.

und ihnen (SB´s) unterstellt, das sie nicht anders sind als die, die elo´s treten ... und es deshalb wohl verdient hätten...

niemand hat es verdient, getreten zu werden... und gleiches mit gleichem ... oder auge und auge... führt nur zu einem... einer aufwärtsspirale der gewalt und des hasses ... aber nicht zu entspannung...

weil beide sich als gegner sehen wird sich an diesem system nichts ändern... und daran sind auch alle aus diesem forum hier mit schuldig...

was menschen menschen antun ... ich kanns nicht begreifen und es fällt mir schwer, das zu ertragen...
 

Solanus

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Fakt ist:

Wer sich bei einem Arbeitgeber (Behörde) andient und im Auftrage des AG/der Behörde arbeitet, wird dafür bezahlt. Somit auch dafür, dass er seinem AG / seiner Behörde gegenüber loyal ist.

Niemand wird dazu gezwungen, es ist jedesmal eine freie Entscheidung die jeder persönlich trifft.

Loyalität bedeutet, dass ich die Ansichten und Wünsche meines AG anerkenne und umsetze. Will ich das nicht oder bin ich nicht damit einverstanden, so kann ein freiwillig gegebenes Versprechen mittels Vertrag jederzeit gekündigt werden.

Insofern hält mein Mitleid sich mit den Angestellten und Beamten dieser Behörde/Ämter in Grenzen. Bewegt sich etwa beim absoluten Nullpunkt.

Da ich ein persönlicher Feind meines SB bin, ist er/sie auch automatisch mein persönlicher Feind. Mag sein, dass er/sie es nicht persönlich meint, behandelt werde ich aber so und ich nehme es persönlich.
 

flandry

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Ach Doppelhexe, das hört sich schon gut an, was du da schreibst.
Und vieles läuft auch manierlich ab.

Aber überlege einfach mal, weshalb es dieses Forum gibt:
Weil alle, die auf Hartz-IV angewiesen sind, glücklich sind?
Oder weil alle, die auf Hartz-IV angewiesen sind, genauso gesund sind und genauso lange leben wie die anderen?

Und genau da kommen nämlich die SB ins Spiel, auch die, die eigentlich ganz in Ordnung sind.
Wenn die nämlich wirklich Menschen mit Herz und Gefühl wären, dann müssten die selbst Sturm gegen die Verhältnisse laufen. Aber wenn die "um des schnöden Mammons willen" das Risiko in Kauf zu nehmen, selbst psychisch krank zu werden, kann ich kein Mitleid für die haben.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Fakt ist:


Niemand wird dazu gezwungen, es ist jedesmal eine freie Entscheidung die jeder persönlich trifft.


Da ich ein persönlicher Feind meines SB bin, ist er/sie auch automatisch mein persönlicher Feind. Mag sein, dass er/sie es nicht persönlich meint, behandelt werde ich aber so und ich nehme es persönlich.
Wer zwingt Dich denn, dass Du Dich mit "Feinden" abgibst?

Konfrontation erzeugt Gegenreaktion. Meine Lebenserfahrung.

Ich rege mich auch immer über Behördenwillkür auf, die ich auch selber schon erlebt habe.

Allerdings ist mir bewusst, dass das keinesfalls für alle Mitarbeiter gilt.
Gleiches gilt auch für HE.

Es gibt auf beiden Seiten - HE und SB- nicht korrekte Menschen, das ist mir hier alles zu pauschalisiert.
Aber das ist hier sehr schwer zu diskutieren, weil die meisten hier aufgrund negativer Erfahrungen oder auch nur Hörensagen, voreingenommen sind.
 
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