Anzeige vom Arbeitgeber bekommen !?

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Pummelbacke

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Hallo, ich hatte mich schonmal hier im Forum gefragt wie man die
Urlabustage nach ausscheiden des Angestelltenverhältnis berechnet.

Ich bin vor ein paar Wochen zu meinem ehemaligen Arbeitgeber gefahren
und habe dort mit einer 14 tägigen Frist meine Forderung geltend gemacht.

Ich wollte eine Unterschrift haben, um auch nachweisen zu können das er
Kenntnis von meiner Forderung hat, aber er wollte nicht unterschreiben und
hat mir ein Betriebs und Geländeverbot ausgesprochen, also bin ich wieder
los und habe das Schreiben per Einschreiben verschickt.

Nun habe ich ein Brief von der Polizei erhalten, ein Ermittlungsverfahren
wegen Hausfriedensbruch gemäß 123 StGB und wegen Nötigung !

Ein Bekannter von mir arbeitet auch dort und meinte er soll das wohl
vorher schon ausgesprochen haben, aber davon wusste keiner im Betrieb
(das hat er also im nachhinein wohl gesagt)

Kann man ein Betriebsverbot im nachhinein aussprechen ohne zu wissen
das man ein Geländeverbot hat ?

Ach ja und wegen der Nötigung ich soll wohl gesagt haben beim naechsten
mal beende ich das Gespräch ! ISt das eine Nötigung ?
 
S

silka

Gast
Nun habe ich ein Brief von der Polizei erhalten, ein Ermittlungsverfahren
wegen Hausfriedensbruch gemäß 123 StGB und wegen Nötigung !
Das ist erst nur die Mitteilung der Polizei, daß ein E-verfahren eingeleitet wurde.
Irgendwann wird sich wohl der Staatsanwalt bei dir melden.
Bis dahin nur ruhig Blut, Unterlagen und Schriftverkehr zusammensuchen, alles gut belegen.
Ansonsten wie immer:
Von hier war keiner dabei, also kein Zeuge greifbar.
Ob der Chef wann auch immer ein Hausverbot gegen dich verhängt hat und du Kenntnis davon hattest, gilt es nun vom Staatsanwalt zu ermitteln.
Deswegen: Ermittlungsverfahren.
 

Couchhartzer

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ich würde zurück schießen, Strafanzeige wegen falscher Verdächtigung nach § 164 StGB
Das macht man aber immer erst dann, wenn das eigene gegen einen selbst gerichtete Verfahren entweder mit Einstellung wegen unbelegter Anschuldigung, oder aber mit Freispruch wegen fehlendem Nachweis / oder auch tatsächlich erwiesener Unschuld abgeschlossen ist, denn davor macht dieser Gegenzug keinen echten Sinn, weil sowieso der Ausgang des zuerst eingeleitete Verfahren abgewartet werden müsste.
 

Maxenmann

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In einem solchen Fall wird in beide Richtungen ermittelt und nichts liegen gelassen bis da in vielen Monaten oder Jahren eine Entscheidung getroffen wurde.

Der Arbeitgeber bekommt durch eine Gegenanzeige (sofern unberechtigt) evtl Luft in die Hose und zieht die ursprüngliche Anzeige zurück
 

Sinuhe

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In einem solchen Fall wird in beide Richtungen ermittelt und nichts liegen gelassen bis da in vielen Monaten oder Jahren eine Entscheidung getroffen wurde.

Der Arbeitgeber bekommt durch eine Gegenanzeige (sofern unberechtigt) evtl Luft in die Hose und zieht die ursprüngliche Anzeige zurück


Und genau das ist das hüpfende Komma.....äh,der springende Punkt.:cool:

Denn wer stellt fest,ob unberechtigt?Genau,der Staatsanwalt und nicht Pummelbacke.
Von daher ist erstmal alles offen.
Wie sagt man so schön?Erst denken,dann handeln.
 

12345678

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Hast du schon einen Anwalt? Es gibt welche, die arbeiten für mittellose Personen gratis.

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte dürfen nicht gratis arbeiten, auch nicht für mittellose Personen. Es würde gegen das anwaltliche Berufsrecht verstoßen, ist dann also definitiv nicht seriös, falls es das überhaupt geben sollte.

Was es aber gibt ist die sogenannte Beratungshilfe. Ein Berechtigungsschein kann beim Amtsgericht beantragt werden.
Mehr dazu steht hier im Forum bei "Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe".
Im Strafrecht gibt es auf Beratungshilfe für Beschuldigte eine einfache anwaltliche Beratung.
Wer mehr will, insbesondere eine Akteneinsicht, was wirklich sinnvoll ist, muss schon selbst zahlen.

Viele Grüße!
 

Muzel

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§ 49 b BRAO

(1) Es ist unzulässig, geringere Gebühren und Auslagen zu vereinbaren oder zu fordern, als das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz vorsieht, soweit dieses nichts anderes bestimmt. Im Einzelfall darf der Rechtsanwalt besonderen Umständen in der Person des Auftraggebers, insbesondere dessen Bedürftigkeit, Rechnung tragen durch Ermäßigung oder Erlaß von Gebühren oder Auslagen nach Erledigung des Auftrags.
BRAO - Einzelnorm
 

Pummelbacke

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Ich habe heute meinen Anwalt angerufen der mir bei Jobcenter Sachen hilft,
aber es gibt leider keine Beratungsscheine oder Prozesskostenhilfe bei Straf-
rechtlichen Sachen ! Angenommen die Staatsanwalt entscheidet zu meinen
Gunsten, dann werde ich eine Gegenanzeige machen, ist das dann auch wirk-
lich eine sichere Nummer Strafanzeige wegen falscher Verdächtigung nach §
164 StGB zu stellen oder kann man sich der Arbeitgeber trotzdem rausreden
(also angenommen es wird zu meinen Gunsten entschieden) Danke für die vielen Beiträge.
 

Muzel

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Sichere Nummern gibt es vor der Justiz (das du Recht bekommst) nicht.
Jeder Bürger hat ein Recht die Justiz anzurufen, Art. 103 I GG.
 

Pummelbacke

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Sichere Nummern gibt es vor der Justiz (das du Recht bekommst) nicht.
Jeder Bürger hat ein Recht die Justiz anzurufen, Art. 103 I GG.

Na dann macht es doch kein Sinn, angenommen die Anklagepunkte werden
nicht bestätigt und fallen gelassen, dann ist das doch ein eindeutiges Urteil.

Und dann gibt es da den § 164 StGB der dann auf mein Arbeitgebr zutrifft,
aber die Erfolgsaussichten sind nicht 100%ig ?

Dann lasse ich es lieber, ich habe nicht so viel Geld für teure Anwälte oder
um Richter zu bezahlen, so wie mein Arbeitgeber und da er viel Geld besitzt
wird er also nicht bestraft, weil er sich freikauft, nein danke ich traue der
Justiz nicht, zumal ein Staatsanwalt gar kein Staatsanwalt ist da er nur ein
Dienstausweis und kein Beamtenausweis trägt !
 

hartaber4

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Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte dürfen nicht gratis arbeiten, auch nicht für mittellose Personen. Es würde gegen das anwaltliche Berufsrecht verstoßen, ist dann also definitiv nicht seriös, falls es das überhaupt geben sollte.

Was es aber gibt ist die sogenannte Beratungshilfe. Ein Berechtigungsschein kann beim Amtsgericht beantragt werden.
Mehr dazu steht hier im Forum bei "Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe".
Im Strafrecht gibt es auf Beratungshilfe für Beschuldigte eine einfache anwaltliche Beratung.
Wer mehr will, insbesondere eine Akteneinsicht, was wirklich sinnvoll ist, muss schon selbst zahlen.

Viele Grüße!

Und diese Sozietät ?

Wir haben es uns bei Taylor Wessing zur Aufgabe gemacht, eine aktive Rolle in der Gesellschaft zu spielen und unseren Beitrag zu leisten. Daher haben wir ein Programm etabliert, das karitative Arbeit, Pro Bono Aktivitäten und Spenden in den verschiedensten Bereichen einschließt.


Corporate Social Responsibility
Pro Bono

  • Wir beraten Stiftungen und wohltätige Organisationen wie zum Beispiel „Alimaus“, eine Tagesstätte für Obdachlose.
  • Wir bieten sozial benachteiligten Menschen wöchentlich kostenlose Rechtsberatung an. Dies tun wir beispielsweise in St. Pauli, einem Stadtteil von Hamburg.
Quelle:


Taylor Wessing: Pro Bono Aktivitäten


und zu

Im Strafrecht gibt es auf Beratungshilfe für Beschuldigte eine einfache anwaltliche Beratung.


Wer mittellos ist und sich keine Rechtsberatung beim Rechtsanwalt leisten kann, kann bei dem für ihn zuständigen Amtsgericht Beratungshilfe beantragen. Wird ihm die Beratungshilfe bewilligt, dann kann der Ratsuchende einen Rechtsanwalt aufsuchen. Der Umfang der Tätigkeit, die der Anwalt im Rahmen der Beratungshilfe leisten kann, ist allerdings begrenzt. Insbesondere bei der Beratungshilfe im Strafrecht kann der Anwalt in aller Regel nur allgemeine Hinweise geben, weil er im Rahmen der Beratungshilfe keine Akteneinsicht erhält. Außerdem kommt Beratungshilfe nur im außergerichtlichen Verfahren in Betracht (§ 1 BerHG). Für das Strafverfahren bedeutet das: Wenn Sie schon einen Strafbefehl oder eine Anklageschrift erhalten haben, ist das Verfahren bei Gericht anhängig – Beratungshilfe damit ausgeschlossen. Haben Sie demgegenüber “nur” eine Ladung zur Beschuldigtenvernehmung erhalten, ist Beratungshilfe möglich.

https://www.strafverteidiger-berlin******/kosten-strafverteidiger/beratungshilfe-strafrecht/


und aus dem Heidelberger Kommentar BerH-PKH-VKH Schoreit/Groß:

zu § 1 BerHG, Rn 30:

Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

In
Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren ist außergerichtliche Beratung des Beschuldigten über BerH möglich.

Dies folgt schon aus § 2 Abs. 2 Satz 2 BerHG (vgl. dort auch zu den Einschränkungen). Zur außergerichtlichen Beratung in Strafsachen vgl. auch AG Köln StV 1984, 347.

 

Pummelbacke

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Ich war heute bei der Polizei (habe meine Aussage gemacht)

Mein Arbeitgeber hat mich wegen Nötigung angezeigt, weil er und jetzt kommt´s,
sich von mir genötigt gefühlt hat das Urlaubsgeld zu zahlen !

Und die Anzeige wegen Hausfriedensbruch hat er gestellt:

Weil ich nur zögerlich das Büro verlassen habe und nicht sofort !

Wegen sowas musste ich 30 Km zur nächsten Polizei fahren, der Kriminalpolizist
meinte auch zu mir das er hier keine Straftat feststellen kann und dass das
Verfahren eingestellt wird !
 

Muzel

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Ich drücke dir die Daumen, dass du unbeschadet aus dem Verfahren kommst. Mit einem RA wärst du natürlich auf der sicheren Seite, weil die Anwälte mit den STA reden.
 
S

Steamhammer

Gast
Ich war heute bei der Polizei (habe meine Aussage gemacht)

Mein Arbeitgeber hat mich wegen Nötigung angezeigt, weil er und jetzt kommt´s,
sich von mir genötigt gefühlt hat das Urlaubsgeld zu zahlen !

Und die Anzeige wegen Hausfriedensbruch hat er gestellt:

Weil ich nur zögerlich das Büro verlassen habe und nicht sofort !

Wegen sowas musste ich 30 Km zur nächsten Polizei fahren, der Kriminalpolizist
meinte auch zu mir das er hier keine Straftat feststellen kann und dass das
Verfahren eingestellt wird !

Das sind halt deutsche Unternehmer: Knallhart zu Anderen, aber wenn sie selber etwas härter angefasst werden, rennen sie zu Mama.
 
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