Anwalt handelt eigenwillig, wie vorgehen? (1 Betrachter)

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DooNaBae

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Hallo,

ich habe im Januar 2012 einen Anwalt aufgesucht mit einen Beratungsgutschein vom Amtsgericht.
Danach ist eine lange Zeit vergangen und ich dachte es hätte sich erledigt, da nichts passiert war.
Dann wurde jetzt am 16. August 2012 Klage vor das Sozialgericht eingereicht, mir schriftlich zugegangen mit 1. Prozesskostenhilfe Unterlagen und 2. eine Prozessvollmacht.
Ich soll beides ausfüllen und zurückschicken.
Das Problem was ich nun habe, ich möchte nicht die Sache vor Gericht bringen, wenn der Gutschein ab jetzt nicht mehr ausreicht.
Den es geht vielleicht um 100€ oder weniger, und da ist die Relation zu Gerichtskosten lachhaft.
Den wenn ich wieder arbeiten gehe, darf ich die Gerichtskosten selber tragen, und da habe ich im Endeffekt höhere Kosten.
Die können bis zu 4 Jahren noch eingeholt werden. (700-800€ Mittelwert)

Was mache ich nun, ich finde der Anwalt hat eigenwillig gehandelt, er hätte mich vorher aufklären sollen, ab jetzt reicht der Gutschein nicht mehr vom Amtsgericht, dann hätte ich gesagt, dann müssen wir es fallen lassen.

Wie kann ich weiter nun vorgehen, werde auf jeden Fall Montag nochmal mit der Kanzlei telefonieren, da auf meine Email keine Rückantwort kam.

Desweiteren habe ich noch eine Prozesskostenhilfe am laufen, von eine Abfindung von 2009. Da durfte ich trotz Prozesskostenbeihilfe einen Anteil von über 600€ selber tragen.
Das wäre Selbstmord in meine Lage zur Zeit.
 

wolliohne

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Anwalt das Mandat entziehen und Klage vorm SG zurückziehen.
 

DooNaBae

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Er hat ja noch nicht die Prozessvollmacht von mir unterzeichnet bekommen. Kann der Anwalt mir Kosten im Nachhinein berechnen?
Die Klage vor das Sozialgericht muss ich zurückziehen oder der Anwalt?

Danke auf jeden Fall schonmal für die schnelle Antwort hier.
 

Purzelina

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Dann wurde jetzt am 16. August 2012 Klage vor das Sozialgericht eingereicht, mir schriftlich zugegangen mit 1. Prozesskostenhilfe Unterlagen und 2. eine Prozessvollmacht.
Erst mit der Unterschrift unter die gerichtliche VM beauftragst Du den Anwalt für das gerichtliche Verfahren. Ruf einfach an, dass Du keine Klage möchtest und der Anwalt diese zurückziehen möchte.

Es geht bei Dir um 100 €, das ist im SGBII-Bereich keine Kleinigkeit, darum ging der Anwalt einfach davon aus, dass eine Klage schon in deinem Sinne wäre. In Ordnung ist das nicht. Der Anwalt hätte vorher mit Dir die Klageeinreichung besprechen müssen.
 
R

Rounddancer

Gast
Grundsätzlich schauen Anwälte, wie jeder von uns, erstmal, was "für sie drin" ist. In der Praxis bedeutet das, daß sie Prioritäten setzen. So kann es sein, daß ein Anwalt ein Verfahren, das einen hohen Streitwert, und die Chance hat, über mehrere Instanzen zu gehen, gar noch mit Sonder-Honorarvereinbarung mit seinem Mandanten, vorzieht.

Und sich Vorgänge mit kleinen Streitwerten warm hält, um dann mit ihnen die Zeit zu überbrücken, wenn nichts Ertragreicheres da ist.
 

DeluxeAssi

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Ist die Klageschrift vom Anwalt gekommen, oder direkt vom Gericht?
Evtl. ist es auch nur der Entwurf, sofern er nur vom Anwalt übermittelt wurde.

Gebe aber Purzelina recht, 100 Euro gerade im SGB II Bereich sind nicht wenig und sofern Du gute Aussicht auf Erfolg hast, solltest Du die auch einklagen. Unterliegt das Jobcenter, werden normalerweise die Kosten auch denen aufgebrummt. Also würdest Du gar nichts zurück zahlen müssen, auch wenn du 1 Woche später Millionär wärst.

Bei einer Abfindung war es wohl auch eher Arbeitsrecht und hier zahlt jeder in der 1. Instanz seine Kotten, es sei denn es wurde anderes vereinbart.

Das der Anwalt einfach eigenmächtig schon was getan hat finde ich auch daneben, des wegen ja auch meine Frage, kam das alles vom Gericht oder vom Anwalt
 

DooNaBae

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Ich werde auf jeden Fall Montag da anrufen, und Bescheid geben, das der Anwalt die Anklage zurückziehen möchte.
In meinen Fall glaube ich sogar, kommen nichtmal 20€ rum, und wie gesagt, mich verwundert es, das er vorab eine Klage einreicht, und dann die Unterlagen schickt, für PKH und PV.
Hätte es eine Beratung vorher nochmal gegeben, hätte ich gesagt, das ich keine PKH mehr machen möchte, bei diesen kleinen Streitwert.
Da dies mir 4 Jahre lang anheftet, und diese in Relation auch nicht stehen.
Klar war mir, das der Anwalt damit Geld verdienen möchte, nur hätte er nicht eigenwillig eine Klage einreichen sollen, was ich nicht möchte, wenn der Gutschein vom Amtsgericht ab hier nicht mehr reicht.

P.S. Klageschrift ist vom Anwalt gekommen.
Und das mit den aufbrummen nach dem Jobcenter ist mir egal, den es läuft bei mir noch eine PKH und ich bin froh wenn die 4 Jahre um sind, jedesmal die Hosen runterzulassen, liegt mir nicht.
 
T

teddybear

Gast
Du kannst auch die Klage bestehen lassen und nur dem Gericht mitteilen, dass der Anwalt keine Vollmacht hat dich zu vertreten. Die Klage vor dem Sozialgericht ist übrigens nach §183 SGG kostenfrei.

Der Anwalt ist ohne Proßessvolmacht nicht befugt dich zu vertreten. Das Gericht muss nach §73 Abs.3 SGG durch unanfechtbaren Beschluss den Anwalt zurückweisen. In der Folge sind auch Kosten für die unbefugte Vertretungshandlung des Anwaltes vor Gericht nicht durch dich zu begleichen.
 

Purzelina

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Vielleicht wollte der Anwalt mit der Klageeinreichung ohne Nachfrage beim Mandaten nur erst mal die Frist wahren.
 

DooNaBae

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Wenn ich die Klage bestehen lasse, wird es dann zu keine Verhandlung kommen?
Also doch lieber mit den Sozialgericht Kontakt aufnehmen?
Nicht das der Anwalt irgendwelche Schreibauslagen noch auf mich abwälzt.
 

Purzelina

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Ohne deine VM kann der Anwalt Dir gegenüber nichts abrechnen.

Das Vorverfahren mit Beratungshilfe ist abgeschlossen. Mit Klageeinreichung beginnt das gerichtliche Verfahren, das SG fordert diese VM immer ein, ohne wird die Klage nicht weiterbetrieben.
 

DooNaBae

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Habe mal ein Teilscreen vom Brief gemacht.

Danke für die ganzen Antworten, konnte schon schlecht schlafen, das liegt mir nämlich schwer im Magen.
Gerade wenn soviel Sachen auf einmal auf einem zukommen. (AGH Maßnahme ab Ende August, Jobcenter schon wieder eine Einladung, vor eine Woche erst da gewesen, Jobcenter mit einen privaten Arbeitsvermittler Gespräch, hat sich im Endeffekt auch nichts rausgegeben, und nun wieder hin, mal schauen, was Sie diesmal für Sklavenarbeit anzubieten haben.)
 

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Purzelina

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Klage war also nur fristwahrend wegen Abwesenheit/Urlaub des Anwaltes, kann schon mal passieren im Fristendruck. :icon_pause:
 

HajoDF

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Das kommt mir merkwürdig vor.
Ein Anwalt erhebt ohne Mandanten-Auftrag (der auch mündlich erfolgen kann) sicher keine Klage, eine Prozessvollmacht hat damit nichts zutun. Sie ist nur der Ausweis vor Gericht für seine Prozessberechtigung.

Ein Gerichtsverfahren vor dem Sozialgericht ist immer kostenfrei, so dass eventuell nur Anwaltskosten anfallen. Diese werden über die Prozesskostenhilfe abgedeckt und können eventuell bei späterer Veränderung der Vermögenslage nachgefordert werden.

Bei Rücknahme des Mandats jetzt, wirst Du die bisherigen Bemühungen des Anwaltes auch bezahlen müssen.
 

Purzelina

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Danke für die ganzen Antworten, konnte schon schlecht schlafen, das liegt mir nämlich schwer im Magen.
Ich kann Dich beruhigen, Nachprüfungen bei bewilligter PKH im SGBII-Bereich sind sehr sehr selten auf Grund der ständigen Überlastung.
 

DooNaBae

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Das kommt mir merkwürdig vor.
Ein Anwalt erhebt ohne Mandanten-Auftrag (der auch mündlich erfolgen kann) sicher keine Klage, eine Prozessvollmacht hat damit nichts zutun. Sie ist nur der Ausweis vor Gericht für seine Prozessberechtigung.

Ein Gerichtsverfahren vor dem Sozialgericht ist immer kostenfrei, so dass eventuell nur Anwaltskosten anfallen. Diese werden über die Prozesskostenhilfe abgedeckt und können eventuell bei späterer Veränderung der Vermögenslage nachgefordert werden.

Bei Rücknahme des Mandats jetzt, wirst Du die bisherigen Bemühungen des Anwaltes auch bezahlen müssen.
Ich habe den Anwalt nur einmal gesprochen und das war im Januar 2012 beim Erstgespräch.
Seitdem nicht mehr!
Also nichts mit, ich habe den Anwalt beauftragt ein Gerichtsverfahren anzustreben!

Und ich möchte nicht nochmal 4 Jahre meine Hosen runterlassen, den ich hoffe, das ich nicht noch 4 Jahre Arbeitslos bin, und dann darf ich auf einmal mehr zurückzahlen, als ich bekomme, wenn ich überhaupt etwas bekomme. Da bin ich mir auch schon nicht mehr sicher, nachdem Brief (Widerspruch) der Gegenpartei.

Desweiteren hat der Anwalt den Gutschein vom Amtsgericht für das Gespräch erhalten, alles was danach Extra Kosten hätte verursachen können, die hätte er mir auch vorab mitteilen müssen.
So bin ich davon ausgegangen, das alles noch im Rahmen des Gutscheins ist. Den ich benutze sowas ja auch nicht täglich.
Also nachträglich jetzt Geld fordern für den Briefverkehr ist da auch falsch.
 
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