Antrag stellen trotz eventueller Vermittlungsprobleme, noch kein ärztliches Gutachten vorhanden, was muss ich beachten? Bin erwerbslos ohne Hilfe vom Amt seit ca. 5 Jahren.

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Sindraeia

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Hallo,
ich weiß, es gibt bereits ähnliche Themen, so wohl hier, als auch anderen Foren, von denen ich mir auch einige durchgelesen habe.
Jedoch bleiben mir viele Fragen zu meinem speziellen Fall.

Ich hoffe es ist okay, daß ich das ALG II , nicht das Antrags Forum gewählt habe, es schien doch passender.

Ich (33), Deutsche, habe lange im Ausland gelebt und dort auch gearbeitet.
Ende 2010 kam ich dann zurück nach Deutschland.
Ich fand direkt eine Stelle als Kellnerin, jedoch war das nur ein 400 Euro Job, ich schlief bei meiner Tante in der Stadt und könnte natürlich mit dem Gehalt keine Wohnungsmiete zahlen.
Eine andere Stelle, oder gar Ausbildung fand ich so schnell nicht, also zog ich sehr schnell wieder zu meinen Eltern auf's Dorf.
In Panik ging ich zur Arge .
Dort wurde mir gesagt, daß ich kein Geld bekommen würde, und für ALG II wäre ich auf Grund meines Alters auch nicht qualifiziert.
Man sagte, um meine Krankenkasse decken zu können, könnte ich mich arbeitssuchend melden und eine Maßnahme machen.
Dies nahm ich dankend an, und verbrachte fast ein Jahr damit, das zu tun, was ich eh schon tat - Bewerbungen schreiben.
Trotz ein paar Praktika fand sich keine Stelle.
Die meisten anderen Teilnehmer endeten in den selben Betrieben und hatten auch kein Glück.
Die ganze Zeit über wurde mir gesagt, daß das Amt keine schulische Ausbildung bezahlt.
Ich wäre gerne Kindergärtnerin geworden, hatte auch schon ein FSJ absolviert...
Ich bewarb mich trotzdem an der Schule und wurde angenommen.
Außer den Büchern zahlte man nichts, neben Krankenkasse natürlich, dies war dann auch wieder das nicht zu überwindende Hindernis.
Lustigerweise wurde einer anderen Teilnehmerin nicht nur dieselbe Ausbildung genehmigt, sondern ihr sogar eine Wohnung gezahlt, obwohl die Eltern quasi Nachbarn waren. Dies erfuhr ich, als ich sie zufällig im Amt traf, als die Maßnahme vorbei war.

Nach der Maßnahme stellte ich also einen ALG II Antrag.
Schon während des Gesprächs, in dem alles ausgefüllt wurde, war man sehr drängend.
Jetzt muss ich anmerken, daß ich seit meiner Kindheit an schweren Depressionen und Angststörungen leide, die auf Grund der Meinung meiner Eltern nicht behandelt wurden, und natürlich immer schlimmer wurden.
Ich möchte nicht auf meine familiäre Situation eingehen, aber es war nicht einfach, viele denken sich "ach, aber da warst du ja schon erwachsen", aber ich war (und bin) immer noch komplett von meinen Eltern abhängig.
Wie dem auch sei, die Dame sagte mir, ich solle von Depressionen nichts erwähnen, also tat ich es auch nicht.
Ich schrieb viele Bewerbungen, und bei den Gesprächen mit meinem Sachbearbeiter wurden mir nur Vorschläge gemacht, wo ich schon lange etwas hingeschickt hatte.

Ihr könnt euch denken, hier bei uns war es schon immer recht schwierig Arbeit zu finden, wenn man keine Kontakte hat.
Meine Depressionen verschlimmerten sich, auch traten meine Zwangshandlungen und Panikattacken immer öfter auf, doch trotzdem versuchte ich es weiter.

Dann kam der erste Fehler, es gab eine freie Stelle, 45 Min. von hier entfernt am Bahnhof, auf die ich mich bewerben sollte.
An sich kein Problem, doch ohne Führerschein ist man auf Bahn oder Bus angewiesen.
Hieß also, ich hätte abends mit dem Bus dorthin fahren müssen, also etwa um 22 Uhr, dann bis ca. 6 Uhr morgens, bis zur Öffnung, am Bahnhof schlafen müssen.
Es wurde gesagt, das wäre mein Problem, die Stelle liegt im Kilometer Bereich, also müsste ich sie annehmen.
Ich hätte ja eigentlich alles angenommen, aber das ging einfach zu weit.
Ich schrieb keine Bewerbung.

Da die Hoffnung auf Arbeit gleich null war, und sie nun Ausbildungen zur Altenpflegerin sponsorten, begann ich mehrere Praktika in Heimen zu machen.
Zwar machte es Spaß, doch war ich psychologisch so labil, daß ich jeden Morgen erstmal zwei Stunden meine Zwangshandlungen ausüben musste, bevor ich überhaupt das Haus verlassen konnte.
Irgendwann wurde mir dann eine Ausbildung angeboten, ich nahm an, doch der Leiter hat es nie hinbekommen, die Papiere dem Amt zukommen zu lassen.
Nicht zum ersten Mal, wie ich von Leuten im Heim hörte, die mich alle warnten, die Stelle nicht anzunehmen.
Noch heute suchen die jede Woche neue Leute, da es keiner aushält.
Den Ärger bekam dann ich ab, schließlich kann es ja nicht sein, daß die Heimleitung lügt. Zu dem Zeitpunkt war ich dann komplett durch, ich könnte selbst das Haus nicht verlassen.
Die Arge kündigte dann meinen Vertrag.

Das ist jetzt... 5(?) Jahre her.
Ich habe kaum Erinnerungen an viele Dinge, es einfach verdrängt, leider auch die Papiere nicht, weiss also nicht die genauen Daten.
Dann wurde meine Mutter krank, und ich übernahm den Haushalt und die leichte Pflege. Im Gegenzug zahlte sie die Krankenkasse, sonst nichts, wohnen tue ich bei ihnen ja eh umsonst.
Ich ging nie zurück zum Amt. lch wollte einfach dem Steuerzahler kein Geld kosten, und wie gesagt, psychisch war, und bin, ich am Ende.
Jetzt im letzten Jahr verschlechterte sich der Zustand meiner Mutter, sie kann u.A. nicht mehr laufen. Zwar haben wir Anträge auf Pflegestufe gestellt (sie erfüllt JEDEN Punkt), doch wurden immer abgewiesen.
Da ich jetzt nicht nur den Haushalt mache, sondern die komplette Pflege, vom Waschen, Toilettengang, Anziehen usw, habe ich meine Arbeitssuche unterbrochen. Es muss schließlich 24/7 gewährleistet sein, daß sie versorgt ist.
Dann kam der nächste Schlag, im November hatte ich eine Notoperation, bei der man einen Tumor fand.
Nach Tests wurden mir dann im Dezember [....] entfernt.
Ich möchte jetzt nicht genau sagen, um welche Art es sich handelt.
Es stehen natürlich noch weitere Behandlungen an, doch habe ich keine Geld mehr.
Wie gesagt, bezahlt wurde meine Krankenkasse von meiner Mutter, die das Geld heimlich vom Haushaltsgeld abzweigte. Zu meinen Vater kann ich nicht gehen.
Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, ist zum Amt zu gehen.

Jetzt ist die Frage... Kann ich das überhaupt? Ich leide mehr als früher, seit Jahren stehe ich nur auf um mich zu kümmern.
Wirklich leben tue ich schon lange nicht mehr.
Da die mich ja damals gekündigt haben, kommt es natürlich schlecht, wenn ich jetzt wieder ankomme.
Ich glaube, ein psychologisches Gutachten wäre nicht schlecht, doch die Wartezeiten für einen Termin beim Psychologen betragen ca. 6 Monate, und ich war all die Jahre nicht in Behandlung.
Oft sah ich in den Themen hier den Amtsarzt... doch nie im guten Sinne.

Ich habe Angst, doch ohne medizinische Versorgung sieht es nicht gut für mich aus.
Wenn ich das richtig verstanden habe, habe ich keinen Anspruch auf ALG II , wenn ich denn ein Gutachten vorlegen kann, das mich für eine Weile arbeitsunfähig ausweist (sofern länger als 6 Monate), jedoch habe ich es nicht, doch möchte ich nicht noch einmal verschweigen, daß ich sehr wohl Probleme habe, die eine Vermittlung beeinträchtigen könnten.
Direkt Sozialhilfe geht ja auch nicht, da, wie gesagt, kein Gutachten existiert, und auch wenn ich jeden Tag erlebe, wie schlimm es ist, was gibt mir die Garantie, daß ein Arzt es bescheinigt?
Auch wenn es wahr ist, ich sehe ja bei meiner Mutter, daß es niemanden interessiert, was Sache ist.

Was wäre für mich der beste Schritt?
Einfach Antrag stellen und nichts erwähnen? Sicher wird man die Sache vor Jahren ansprechen, kann man mich deswegen abweisen?

Ich habe jetzt alles nur oberflächlich angekratzt, trotzdem ist es so ein langes Post.
Ich bedanke mich für jede Antwort.

Noch als Anmerkung:
- keine Schulden
- Miete muss ich auch jetzt (und in Zukunft) nicht zahlen
- das Amt bei uns hat einen sehr schlechten Ruf, aus gutem Grund. Es wird beleidigt, gedrängt, gelogen und genötig. Dies ist in den Google Bewertungen ersichtlich, man hört es von anderen Leuten hier in der Gegend, und ich habe es natürlich am eigenen Leibe erfahren. Von Beleidigungen, lustig machen, über falsche Informationen, um mich dazu zu bringen, etwas anderes zu tun, ... bis hin zur 'Bitte', dass ich doch die Religion wechseln sollte, um auch für andere Institutionen vermittelbar zu sein .... alles schon passiert.
- wenn ich von Depressionen spreche, meine ich nicht, daß ich nur ein bisschen traurig bin, wir sprechen hier von schwerwiegenden Störungen, die schon in der Schulzeit dazu geführt haben, daß ich lange freigestellt war.
- meine Eltern leben von der Rente meines Vaters.
 

Ruhrpottmensch

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Hallo & :welcome:

Zuerst einmal:
Wir versuchen hier mal die -wichtigsten- Eckdaten zusammen zu tragen.
Vielleicht kannst Du uns da ja ein bisschen unter die Arme greifen ;)

Die momentane Situation ist also folgende:
Kein (also so gar nix?) Einkommen?!
Wohnhaft (Und dort auch bei der Stadt gemeldet - Meldeadresse) bei der Mutter im Haus/in der Wohnung?!
Die gesetzliche (?) Krankenkasse wird von der Mutter übernommen?!
Ansonsten auch kein (großes) Vermögen?!
Somit also definitiv Hilfebedürftig (§7 SGB II Abs 1 Satz 1 Punkt 1 - 4 & §9 SGB II).

Die "Vorgeschichte" ist dabei -erst einmal- uninteressant.
Ich sag mal so: Auch wenn es bislang ziemlich "chaotisch" in Deinem Leben abging, gegen einen Antrag auf ALG2 und dessen Prüfung kann -wenn o.g. Punkte zutreffen- keiner etwas einwenden.

Daher solltest Du schleunigst einen Antrag auf ALG2 stellen (Das geht wegen der momentanen Lage sogar Online und ist bis zum 31.03.2021 vorerst deutlich "vereinfacht" worden). Schon allein um eine finanzielle Entlastung der Mutter in Aussicht zu haben, was die Kosten für die KK angeht.

Das Du schon mal Leistungen bezogen hast und dort "abgemeldet" worden bist, spielt auch erst mal keine Rolle. Sicherlich wäre es gut zu wissen, warum Du damals "abgemeldet" worden bist. Denn "so einfach" wegen Krankheit geht das nicht. Das sollte aber keine Priorität haben. Wichtigste Priorität hat jetzt die Sicherung des Lebensunterhalt und die Übernahme der Sozialbeiträge durch einen Träger.

Denn so wie ich das sehe, ist Deine Gesundheit eine weitere sehr große & dringliche "Baustelle" in Deinem Leben.
Du hast natürlich insofern recht, als das es bei "kranken" Menschen gewisse "Hemmnisse" gibt, die einer "normalen" Arbeitsvermittlung im Wege stehen. Und auch, dass dies per "Gutachten" festgestellt werden muss. Das kann man aber -im Prinzip- auch aus der jetzigen Situation heraus erreichen.

Was dabei, nicht nur für den Bezug von ALG2 bzw. für das Jobcenter, sondern eventuell auch im eigenen Interesse sein sollte, wäre eine "lückenlose" Behandlung bei (Fach)Ärzten. Ich kann sicherlich die Skepsis gegenüber Ärzten aus der Erfahrung auch mit der Mutter verstehen, dennoch würde ich -gerade wenn die eigene Belastungsgrenze durch die Erkrankung schon lange erreicht ist- immer empfehlen, den Anfangs vielleicht etwas schwierigen Weg, sich in in fachärztliche Behandlung zu begeben. Es ist -gerade in einer gesundheitlich schweren Zeit- durchaus von Vorteil, wenn man erfahrene Ärzte an seiner Seite hat. Zudem kann dies auch vielen in naher und ferne Zukunft "erleichtern".

Natürlich wäre es auch "interessant", zu wissen was eigentlich "Dein Weg" sein soll?
Wie stellst Du Dir Deinen Weg aus dieser -scheinbar sehr belastenden- Lebenslage vor?
Möchtest Du nochmals beruflich Fuss fassen? Ist Dir wichtig, an Deiner Genesung zu arbeiten?

Vielleicht magst Du Dich dazu ein wenig äußern, damit hier im Forum ggf. etwas zielgerechter Hilfsangebote gemacht werden können...
 
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abcabc

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Ergänzend zu den Hinweisen von @Ruhrpottmensch
Beim ALG II Antrag musst du ankreuzen, ob du täglich mindestens 3h arbeitsfähig bist. Das ist eine rein subjektive Einschätzung - reicht wenn du dir zutraust, z.B. 3h täglich Senioren aus einem Buch vorzulesen oder als Pförtner den Bildschirm der Überwachungskamera zu beobachten, um die Frage wahrheitsgemäß mit "Ja" zu beantworten. Hierbei zählt nur die theoretische Arbeitsfähigkeit - ob du aufgrund der Pflege deiner Mutter 3h arbeiten könntest in der Praxis, ist dabei egal.
Würdest du die Frage mit "Nein" beantworten, würde dein Antrag sofort abgelehnt und an das Sozialamt verwiesen.

Dann kam der erste Fehler, es gab eine freie Stelle, 45 Min. von hier entfernt am Bahnhof, auf die ich mich bewerben sollte.
An sich kein Problem, doch ohne Führerschein ist man auf Bahn oder Bus angewiesen.
Hieß also, ich hätte abends mit dem Bus dorthin fahren müssen, also etwa um 22 Uhr, dann bis ca. 6 Uhr morgens, bis zur Öffnung, am Bahnhof schlafen müssen.
Es wurde gesagt, das wäre mein Problem, die Stelle liegt im Kilometer Bereich, also müsste ich sie annehmen.
Ich hätte ja eigentlich alles angenommen, aber das ging einfach zu weit.
Ich schrieb keine Bewerbung.
Schockierend, dass man dir so einen Mist erzählt. Es gibt ganz klare gesetzliche Regelungen bzgl. der Zumutbarkeit von Fahrzeiten. Bei über 6h Arbeitszeit am Tag sind 2,5h Fahrzeit zumutbar (gerechnet wird Hin- UND Rückfahrt von Tür zu Tür inklusive Fußwegen und Wartezeiten auf Anschlüsse usw. usf.). Bei 6h Arbeitszeit oder weniger sind nur 2h Fahrzeit zumutbar. In Strukturschwachen Regionen kann auch mehr zumutbar sein.
In deinem Fall hätte das JC dann Führerschein und Auto finanzieren müssen, wenn das JC sich nicht damit zufrieden gegeben hätte, dass es unzumutbar ist.
Jetzt im letzten Jahr verschlechterte sich der Zustand meiner Mutter, sie kann u.A. nicht mehr laufen. Zwar haben wir Anträge auf Pflegestufe gestellt (sie erfüllt JEDEN Punkt), doch wurden immer abgewiesen.
Da ich jetzt nicht nur den Haushalt mache, sondern die komplette Pflege, vom Waschen, Toilettengang, Anziehen usw, habe ich meine Arbeitssuche unterbrochen. Es muss schließlich 24/7 gewährleistet sein, daß sie versorgt ist.
Hat deine Mutter einen offiziell anerkannten Pflegegrad und Pflegegutachten? Wenn der hoch genug ist, kannst du problemlos ALG II beziehen, obwohl du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst (wenn du offiziell ihre Pflegeperson bist).

Jetzt ist die Frage... Kann ich das überhaupt? Ich leide mehr als früher, seit Jahren stehe ich nur auf um mich zu kümmern.
Wirklich leben tue ich schon lange nicht mehr.
Da die mich ja damals gekündigt haben, kommt es natürlich schlecht, wenn ich jetzt wieder ankomme.
Ich glaube, ein psychologisches Gutachten wäre nicht schlecht, doch die Wartezeiten für einen Termin beim Psychologen betragen ca. 6 Monate, und ich war all die Jahre nicht in Behandlung.
Oft sah ich in den Themen hier den Amtsarzt... doch nie im guten Sinne.
Das ist egal, was damals war - das ist "verjährt".

Ich habe Angst, doch ohne medizinische Versorgung sieht es nicht gut für mich aus.
Wenn ich das richtig verstanden habe, habe ich keinen Anspruch auf ALG II , wenn ich denn ein Gutachten vorlegen kann, das mich für eine Weile arbeitsunfähig ausweist (sofern länger als 6 Monate), jedoch habe ich es nicht, doch möchte ich nicht noch einmal verschweigen, daß ich sehr wohl Probleme habe, die eine Vermittlung beeinträchtigen könnten.
Direkt Sozialhilfe geht ja auch nicht, da, wie gesagt, kein Gutachten existiert, und auch wenn ich jeden Tag erlebe, wie schlimm es ist, was gibt mir die Garantie, daß ein Arzt es bescheinigt?
Du kannst erstmal ALG II beantragen ohne was zu sagen. Und irgendwann später, wenn die Leistungen fließen, sagen, dass du gesundheitliche Einschränkungen hast, die begutachtet werden müssen. Dann muss ein Gutachten durch den ärztlichen Dienst der Agentur für Arbeit (oder das Gesundheitsamt oder wer beim JC das macht) erstellt werden. Das JC bekommt nur Teil B, in dem stehen nur die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, aber keine Ursachen/Diagnosen.
Falls du nach Gutachten unter 3h erwerbsfähig bist, wird das JC versuchen dich in Rente oder ans Sozialamt abzuschieben. Da musst du mitwirkten durch Anträge, etc. aber das JC muss so lange weiter zahlen, bis ein anderer Leistungsträger die Zahlungen übernimmt.

- das Amt bei uns hat einen sehr schlechten Ruf, aus gutem Grund. Es wird beleidigt, gedrängt, gelogen und genötig. Dies ist in den Google Bewertungen ersichtlich, man hört es von anderen Leuten hier in der Gegend, und ich habe es natürlich am eigenen Leibe erfahren. Von Beleidigungen, lustig machen, über falsche Informationen, um mich dazu zu bringen, etwas anderes zu tun, ... bis hin zur 'Bitte', dass ich doch die Religion wechseln sollte, um auch für andere Institutionen vermittelbar zu sein .... alles schon passiert.
Nimm am Besten einen Beistand mit (das kann jede beliebige Person sein, der du vertraust). Du hast einen Rechtsanspruch auf einen Beistand. Oft wirkt die Anwesenheit des Beistandes Wunder, da die SBs genau wissen, dass der Beistand sonst hinterher zum Zeugen wird und dann steht es 2:1 wenn es zu einer Beschwerde bei der Geschäftsführung oder höherer Stelle kommt.
 
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HermineL

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Wie ich dir schon schrieb könnte auch ich mir ein Attest schreiben lassen das mich von der Maskenpflicht befreit, weil auch ich mit massiver gesundheitlich bedingter Luftnot klarkommen muss und mir das Tragen der Masken wahrlich keinen Spaß macht. Ich lasse mich aber nicht befreien, weil ich die Dinger nicht den ganzen Tag durchgehend aufhaben muss und es durchaus erträglich ist die Maske für die halbe Stunde beim Einkauf oder Arzt anzuziehen, wenn man damit andere und sich selber schützt. Dafür nehme ich die Einschränkungen, die es mir bereitet gerne in Kauf und jammere nicht darüber wie arm ich doch dran bin......
Würdest du die Frage mit "Nein" beantworten, würde dein Antrag sofort abgelehnt und an das Sozialamt verwiesen.
Das ist schlicht falsch denn das Sozialamt würde den Antrag abweisen, weil das Jobcenter, solange zuständig ist, bis das die Erwerbsfähigkeit abschließend geklärt ist. Sollte das Amt aus diesem Grund wirklich ablehnen ist es ratsam hier direkt einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz beim zuständigen Sozialgericht zu stellen. Daher sollte man die Frage in jedem Fall wahrheitsgemäß beantworten und das bedeutet, wenn man nicht mehr als 3 Stunden arbeiten kann, weil man es gesundheitlich nicht mehr schafft, sollte man auch "Ja" ankreuzen.

Hat deine Mutter einen offiziell anerkannten Pflegegrad und Pflegegutachten? Wenn der hoch genug ist, kannst du problemlos ALG II beziehen, obwohl du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst (wenn du offiziell ihre Pflegeperson bist).
Der Vermittlung vollständig nicht mehr zur Verfügung steht man erst ab Pflegegrad 4. Bis Pflegegrad 3 steht man noch mit bis zu 6 Stunden der Vermittlung zur Verfügung.

Du kannst erstmal ALG II beantragen ohne was zu sagen. Und irgendwann später, wenn die Leistungen fließen, sagen, dass du gesundheitliche Einschränkungen hast, die begutachtet werden müssen.
Warum sollte man das tun ?
Das ergibt überhaupt keinen Sinn zumal man dann damit rechnen muss direkt eine EGV vorgelegt zu bekommen und unter Umständen mit Vermittlungsvorschlägen bombardiert wird. Ganz im Gegenteil man sollte dies sofort anmerken weil dann das Jokecenter gem. § 44a SGB II verpflichtet ist die Erwerbsfähigkeit mittels Gutachten feststellen zu lassen. Bis das dies abschließend geschehen ist, muss das Jokecenter Leistungen zahlen, wenn Hilfebedürftigkeit vorliegt. Abschließend meint bis das der Rentenversicherungsträger eine Erwerbsunfähigkeit Bestandskräftig festgestellt hat.


Falls du nach Gutachten unter 3h erwerbsfähig bist, wird das JC versuchen dich in Rente oder ans Sozialamt abzuschieben. Da musst du mitwirkten durch Anträge, etc. aber das JC muss so lange weiter zahlen, bis ein anderer Leistungsträger die Zahlungen übernimmt.
Das Jokecenter muss so lange weiterzahlen bis das die Erwerbsunfähigkeit abschließend und Bestandskräftig durch den Rentenversicherungsträger festgestellt wurde. Denn erst dann wäre ein anderer Leistungsträger zuständig.
 

Sindraeia

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Kein (also so gar nix?) Einkommen?!
Wohnhaft (Und dort auch bei der Stadt gemeldet - Meldeadresse) bei der Mutter im Haus/in der Wohnung?!
Die gesetzliche (?) Krankenkasse wird von der Mutter übernommen?!
Ansonsten auch kein (großes) Vermögen?!
Somit also definitiv Hilfebedürftig (§7 SGB II Abs 1 Satz 1 Punkt 1 - 4 & §9 SGB II).
Korrekt, kein Einkommen. Gezahlt wird die Krankenkasse von meiner Mutter, Essen tue ich auch umsonst.
Ansonsten gibt es nichts, weder Kleidung, noch Technikspielereien etc.
Gemeldet bin ich auch auf der Adresse meiner Eltern, Ersparnisse oder Eigentum meinerseits ist nicht vorhanden.

Sicherlich wäre es gut zu wissen, warum Du damals "abgemeldet" worden bist.
Wie gesagt, den ersten Ärger gab es, weil ich mich nicht auf die Stelle beworben habe, wo ich am Bahnhof hätte schlafen müssen.
Später, als mir dann die Ausbildungsstelle zugesagt wurde, gab es ja das Theater, mit der Heimleitung, die die Papiere nicht weitergeleitet hat. Stand mein Wort gegen deren, und ich war Schuld.... Auch wenn bereits vohrige Anwärter genau das gleiche Problem hatten.
Zu der Zeit hat mein Hausarzt mich ab und an krankgeschrieben, diesen Punkt nehme ich auch 100% auf meine Schultern, das war dumm, aber ich bin dann nicht zum nächsten Gespräch gegangen. Gekündigt wurde ich dann wegen mangelnder Mitwirkung.
Ist auch richtig, ich verstehe es voll und ganz, jedoch mit allem hinter den Kulissen ...

Was dabei, nicht nur für den Bezug von ALG2 bzw. für das Jobcenter, sondern eventuell auch im eigenen Interesse sein sollte, wäre eine "lückenlose" Behandlung bei (Fach)Ärzten. [.......] Es ist -gerade in einer gesundheitlich schweren Zeit- durchaus von Vorteil, wenn man erfahrene Ärzte an seiner Seite hat. Zudem kann dies auch vielen in naher und ferne Zukunft "erleichtern".
Absolut, als Kind und Jugendliche wurde mir von meinem Vater verwehrt, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, es gab damals 2-3 Gespräche, dann durfte ich nicht mehr hin.
Ich denke, man kann sich vorstellen, wie unglaublich anstrengend es ist, mit all dem Mist zu 'leben', selbst so einfache und selbstverständliche Dinge, wie einen Raum zu verlassen, um das Bad zu besuchen, kann ich nicht, ohne nicht vorher 10 Minuten oder länger meine Tics auszuüben. Sollte ich den Antrag bewilligt bekommen, wäre mein erster Schritt der Arztbesuch, nicht nur wegen der Kontrolle, den weiteren Tests und der Nachsorge, sondern auch um endlich psychologische Hilfe zu erhalten.

Natürlich wäre es auch "interessant", zu wissen was eigentlich "Dein Weg" sein soll?
Wie stellst Du Dir Deinen Weg aus dieser -scheinbar sehr belastenden- Lebenslage vor?
Möchtest Du nochmals beruflich Fuss fassen? Ist Dir wichtig, an Deiner Genesung zu arbeiten?
Schwierig, mir ist natürlich bewusst, dass auch eine normale Person in meinem Alter Probleme hat, Arbeit zu finden, dann noch in meiner Situation ... Ich denke, dass an erster Stelle einfach meine Gesundheit steht, ohne die in den Griff zu bekommen, denke ich nicht, dass ich ganz normal arbeiten gehen kann. Realistisch gesehen ist das einfach ein Muss.
Natürlich würde ich gerne einer geregelten Arbeit nachgehen, wenn alles aus dem Weg geräumt ist. Als was, da bin ich relativ flexibel.
Ob jetzt im Lager, irgendwo in der Produktion, Versand, etc., als Putzkraft oder Küchen/Bürohilfe etc. ... bin da eigentlich sehr offen.

Ich danke dir für deine Antwort!!






Schockierend, dass man dir so einen Mist erzählt. Es gibt ganz klare gesetzliche Regelungen bzgl. der Zumutbarkeit von Fahrzeiten. [....]
In deinem Fall hätte das JC dann Führerschein und Auto finanzieren müssen, wenn das JC sich nicht damit zufrieden gegeben hätte, dass es unzumutbar ist.
Wie gesagt, bei uns sind Falschinformationen an der Tagesordnung. Nach der Maẞnahme nahm ich an einigen ... wie soll ich es nennen, Vorträgen (?) vom Amt teil, bei denen ich oft Teilnehmer sah, die auch in der Maẞnahme waren. Jetzt mit vom Amt bezahltem Führerschein und Auto. Als ich dies beim nächsten Gespräch ansprach, lachte der Sachbearbeiter nur und drückte mir einen dummen Spruch.
Hat deine Mutter einen offiziell anerkannten Pflegegrad und Pflegegutachten? Wenn der hoch genug ist, kannst du problemlos ALG II beziehen, obwohl du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst (wenn du offiziell ihre Pflegeperson bist).
Wie in meinem ersten Beitrag gesagt, sie wird permanent abgewiesen. Der erste Antrag wurde schon im Krankenhaus von der Station aus gestellt. Als dieser abgewiesen wurde, haben wir es von daheim noch öfter probiert - ohne Erfolg.
Sie war nicht Tage im Krankenhaus, sondern Monate, ich möchte nicht auf ihre genauen Leiden eingehen, doch möchte klarstellen, dass nicht simuliert wird, was eigentlich auch einem Laien klar sein sollte, der über die vorgenommenen Behandlungen/OP bescheid weiss.
Es ist einfach nur frustrierend, wenn selbst, als Beispiel, die niedrige Pflegestufe 1 mehr als erfüllt wird und trotzdem nicht bewilligt wird.

Nimm am Besten einen Beistand mit [....] Du hast einen Rechtsanspruch auf einen Beistand. Oft wirkt die Anwesenheit des Beistandes Wunder, da die SBs genau wissen, dass der Beistand sonst hinterher zum Zeugen wird und dann steht es 2:1 wenn es zu einer Beschwerde bei der Geschäftsführung oder höherer Stelle kommt.
Daran habe ich auch schon gedacht, gerade nach meinen Erfahrungen dort, ... und dem was teilweise hier und in anderen Foren geschrieben wird. Leider habe ich weder Freunde noch Familie hier, mein Vater würde nicht gehen, und meine Mutter knapp 10 KM zum Amt zu schieben ... Bushaltestelle befindet sich auch nur in der Stadt, ist also auch keine Option.

Ich danke auch dir für deine Antwort!!






Der Vermittlung vollständig nicht mehr zur Verfügung steht man erst ab Pflegegrad 4. Bis Pflegegrad 3 steht man noch mit bis zu 6 Stunden der Vermittlung zur Verfügung.
Richtig, und da sie so oder so immer abgewiesen wird, ist es eh irrelevant.

Warum sollte man das tun ?
Das ergibt überhaupt keinen Sinn zumal man dann damit rechnen muss direkt eine EGV vorgelegt zu bekommen und unter Umständen mit Vermittlungsvorschlägen bombardiert wird. Ganz im Gegenteil man sollte dies sofort anmerken weil dann das Jokecenter gem. § 44a SGB II verpflichtet ist die Erwerbsfähigkeit mittels Gutachten feststellen zu lassen. Bis das dies abschließend geschehen ist, muss das Jokecenter Leistungen zahlen, wenn Hilfebedürftigkeit vorliegt. Abschließend meint bis das der Rentenversicherungsträger eine Erwerbsunfähigkeit Bestandskräftig festgestellt hat.
Bei uns wird IMMER eine EGV vorgelegt, mit dem Spruch 'Dies müssten Sie dann noch unterschreiben', wer sie mit nach Hause nimmt, wird gebeten sie innerhalb von (ich glaube es waren) 3 Tage einzureichen. Vermittlungsvorschläge gibt es hier nicht viele, ich sehe ja immer, was auf deren Seite so angeboten wird.

Ich möchte noch einmal anmerken, dass ich nicht daran interessiert bin 'für immer' arbeitsunfähig zu sein, natürlich möchte ich, wenn meine Gesundheit es zulässt, arbeiten, wann immer das sein mag.





Muss sagen, ich denke auch, es ist besser, direkt anzumerken, dass Probleme bestehen, doch ich habe auch einige der Sachbearbeiter hier kennengelernt.... Ich bin sehr verunsichert.
Es gibt also folgende Möglichkeiten:
- Ich kreuze einfach 'Ja' an, und sage nichts.
- Ich kreuze 'Ja' an, schicke jedoch einen Anhang mit, der erklärt, dass ich eventuell eingeschränkt bin, dies aber erst festgestellt werden muss.
- Ich kreuze 'Nein' an, schicke einen Anhang mit, der erklärt, dass ich eventuell eingeschränkt bin und dies erst festgestellt werden muss.

Was wäre, wenn ich erstmal 'Ja' sage, aber kurz danach vom Hausarzt ein Schreiben einreiche, das aussagt, dass ich zum baldmöglichsten Zeitpunkt psychologische Hilfe in Anspruch nehmen werde? Ist das keine Möglichkeit?
Ich möchte dem Amt nicht verschweigen, dass Probleme bestehen, ...

Wie soll man es überhaupt formulieren, also das Schreiben, in dem man alles erklärt? Ich wäre sehr dankbar, wenn mir damit jemand helfen kann, ich möchte vermeiden, zu viel bzw. zu wenig zu sagen. Ehrlich gesagt, ich weiss nicht mal, wie ich anfangen soll.



Ich habe mir den vereinfachten Antrag einmal angesehen, und habe noch eine Frage:

3. Kosten für Unterkunft und Heizung

Zur Auswahl stehen nur 'Ich wohne zur Miete' und 'Ich wohne im Eigentum', soll ich hier einfach die Miet-Option wählen und dann die Kosten als 0 Euro angeben?
Muss hier dann noch eine Textdatei für den Anhang erstellt werden, die kurz erklärt, dass ich mietfrei bei meinen Eltern wohne?
 

Ruhrpottmensch

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Hallo & danke für die Rückmeldung.

Anhand des "Bildes" hier aus Deinen Beiträgen, kann ich nur nachdrücklich empfehlen den Antrag auf ALG2 zu stellen!
Schon allein um eine finanzielle Entlastung der Mutter zu erreichen (Auch wenn man natürlich nicht weiß, was die Mutter "zum Leben hat").

Parallel solltest Du Dich vielleicht auch jetzt schon um einen Termin bei einem Facharzt kümmern (Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie lang die Wartezeiten teilweise sind). Es besteht ja momentan trotzdem Versicherungsschutz bei der KK . Somit hast Du dann auch schon einen "Vorsprung", sollte es wirklich zu einer Begutachtung beim Ärztlichen Dienst kommen (Wie gesagt: Dort ist es wichtig, dass man aktuelle & aussagekräftige Befunde von einem Facharzt hat).

Selbst wenn dort festgestellt wird, dass Du für den "allgemeinen Arbeitsmarkt" nicht Leistungsfähig genug bist und an die Rentenversicherung "weitergereicht" wird, um dort einen Reha- oder Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente zu stellen, so glaube ich bei Deiner "Lebensgeschichte" kaum, dass Du die Versicherungstechnischen Voraussetzungen erfüllst (Genug Beitragsjahre hast). Erst dann würde das "Sozialamt" ins Rennen geworfen um dort eventuell in den Bezug von "Grundsicherung " zu fallen. Aber bis dahin ist es noch ein "langer" Weg.

Wie angesprochen: Priorität sollte jetzt der Antrag auf ALG2 und eine Fachärztliche Behandlung haben (Auch wenn Du da eventuell ein bisschen über Dein Schatten springen müsstest).

Was den Antrag und die "Mietkosten" (KdU ) angeht:
Würde Dir den Regelsatz (446€) & die Sozialbeiträge reichen?
Würden die Eltern gerne (in Zukunft), dass Du Dich -anteilig- an den Mietkosten (?) beteiligst?

Wenn sie wollen, dass Du Dich beteiligst, müssten man natürlich etwas schriftlich aufsetzen (Dabei können Dir sicherlich die User hier aus dem Forum helfen). Das will dass JC dann natürlich als Nachweis. Ansonsten steht es Dir natürlich auch frei, weiterhin "Mietfrei" bei Deinen Eltern zu wohnen. Da könnte es nur passieren, das dass JC prüft ob nicht eine Bedarfsgemeinschaft/Hausgemeinschaft vorliegt und ob man nicht irgendwie Einkommen der Eltern anrechnen kann Nehme ich ja mal fast an, da Du ja selbst schreibst, dass eben absolut kein Einkommen da ist und die Eltern auch bei der "Grundversorgung" (Nahrungsmittel) unterstützen. Aber auch das würde man hinbekommen.

Was die gesundheitlichen Einschränkungen und die "Offenbarung" ggü. dem JC angeht...
Das musst Du in der Tat für Dich entscheiden. Wenn Du Dich kurz- oder mittelfristig nicht in einer Anstellung siehst und es gesundheitlich nicht schaffst, solltest Du es dem JC durchaus mitteilen. Siehe dazu @HermineL Posting. Erst einmal ist das JC für Dich zuständig, bis alles abschließend geklärt ist. Ob ein Schreiben vom Hausarzt daran -wesentlich- etwas ändert, wage ich zu bezweifeln. Es geht dann ja eh seinen "geordneten" Weg... Sprich über den ÄD . Und dort werden ja Befunde von den entsprechenden Ärzten eh gefordert. Und selbst wenn es diesen Weg geht... Das heißt ja nicht, dass Du Dich "für Dich" nicht selbst nach eine -möglichen- Anstellung umsehen kannst, die Du Dir eventuell trotzdem vorstellen kannst.

Also... Long Story short:
Den Antrag nach besten Wissen und Gewissen ausfüllen, ggf. das mit der Miete mit den Eltern klären.
Dann im Prinzip abwarten, ob & was für eine Reaktion vom JC kommt und hier dann noch mal eine Rückmeldung geben.
 

HermineL

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Bei uns wird IMMER eine EGV vorgelegt, mit dem Spruch 'Dies müssten Sie dann noch unterschreiben', wer sie mit nach Hause nimmt, wird gebeten sie innerhalb von (ich glaube es waren) 3 Tage einzureichen. Vermittlungsvorschläge gibt es hier nicht viele, ich sehe ja immer, was auf deren Seite so angeboten wird.
Es gibt weder eine Pflicht eine EGV zu unterschreiben noch kann dies sanktioniert werden oder mit etwas anderem verknüpft werden. Ganz davon abgesehen darf eine EGV nur mit erwerbsfähigen Leistungsbeziehern abgeschlossen werden. Solange aber die Erwerbsfähigkeit unklar und nicht abschließend geklärt ist liegen die Voraussetzungen für den Abschluss einer EGV nicht vor. Siehe § 15 Abs.1 SGB II
 

Sindraeia

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Anhand des "Bildes" hier aus Deinen Beiträgen, kann ich nur nachdrücklich empfehlen den Antrag auf ALG2 zu stellen!

Parallel solltest Du Dich vielleicht auch jetzt schon um einen Termin bei einem Facharzt kümmern (Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie lang die Wartezeiten teilweise sind).
Wird beides in der nächsten Woche in Angriff genommen, danke.
Würde Dir den Regelsatz (446€) & die Sozialbeiträge reichen?
Würden die Eltern gerne (in Zukunft), dass Du Dich -anteilig- an den Mietkosten (?) beteiligst?

Wenn sie wollen, dass Du Dich beteiligst, müssten man natürlich etwas schriftlich aufsetzen [....]
Ist mehr als genug, zahlen muss ich auch in Zukunft nicht. Mein Vater will mit dem Jobcenter nichts zu tun haben, würde niemals einen Vertag aufsetzen. Natürlich auch wieder ein Problem, sollte ich etwas von meinen Eltern unterschrieben vorweisen müssen ... gut, dass ich umsonst dort wohne, das würde noch gehen, aber es wurde mir klipp und klar gesagt, dass er seine Finanzen nicht vorm Amt offenlegt.
Er bekommt keine besonders hohe Rente, hat auch kein angehäuftes Vermögen, möchte allerdings einfach nicht.


Denke, der beste Weg ist erstmal 'ja' anzukreuzen, jedoch mit Anhang, dass alles ärztlich geklärt werden sollte, selbst wenn ich 'nein' sage, heißt es ja nicht, dass deren Arzt es genau sieht, man hat ja genug Horrorgeschichten gelesen.
Werde mich auch weiterhin bewerben, es sind sowieso kaum Stellen angeboten, und auch hier komme ich für die meisten nicht in Frage.
Ich weiss nicht, wie ich den Anhang formulieren soll, ich versuche seit heute morgen etwas 'auf's Papier' zu bringen, aber ausser der
Anrede steht noch nichts. Komplett ins Detail sollte ich ja bestimmt nicht gehen.
Reicht es aus, wenn ich einfach nur einen Satz wie 'Seit Jahren bestehen psychiche Probleme, eventuelle Einschränkungen bzw. Unvermittelbarkeit sollte ärztlich geprüft werden'?


Der Wille ist da, wie gesagt, ich denke mit Behandlung, medikamentös und Betreuung kann man alles irgendwie in den Griff bekommen mit Zeit.

Ich bedanke mich bei euch, sollte in den nächsten Tagen nicht noch Fragen aufkommen, werde ich mich melden, wenn es Resultate gibt. (sofern ich denn irgendwann den Anhang fertig bekomme)
 

grün_fink

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Ich denke, du wirst den Anfang hin bekommen.

Außerdem gibt es Grenzen der Mitwirkungspflicht, also du kannst deinen Vater ja nicht zwingen, die Angaben zu machen.

Was eine Behördenbegleitung angeht, könntest du vielleicht hier fündig werden:
Weiß ja nicht, wie es derzeit so ist, ob Leute mitgehen und wie den JC so drauf ist, ob Begleitungen mit eingelassen werden (nach vorheriger Ankündigung, damit das coronatechnisch geregelt werden kann mit geeignetem Raum).
 

Sindraeia

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Ich denke, du wirst den Anfang hin bekommen.

Was eine Behördenbegleitung angeht, könntest du vielleicht hier fündig werden:
[....]
Ich denke, ich schreibe wirklich nur so einen kurzen Satz, die müssen nicht direkt jedes Detail wissen, das kann alles über den Arzt laufen.
Ob das jetzt richtig oder falsch ist, sehen wir wohl dann in der Antwort.

Schön, dass es so eine Seite gibt! Ich hatte schon nach 'Begleitung bei Behördengängen [Stadtname]' gesucht, aber nichts gefunden, auch auf dieser Seite gibt es leider kein Angebot in der Nähe. Der nächste Verein ist 45 km weit weg, auch schon wieder ein anderer Landkreis (obwohl das sicher nichts ausmacht).
 

eloole

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Es wundert mich, dass noch keiner auf den heutigen "Stichtag" hingewiesen hat.
Ein ALG2-Antrag gilt rückwirkend auf den ersten Tag des jeweiligen Monats, in welchem er gestellt wird.
Sollte es dir möglich sein, noch heute (31.01.) den "vereinfachten" ALG2-Antrag online auszufüllen oder ausgefüllt per Fax ans Jobcenter zu übermitteln, bekämst du, falls positiv beschieden, auch noch Geld für den Monat Januar.
Kann nur nicht sagen, ob diese "Fristwahrung" auch gilt, falls der Antrag nicht komplett ausgefüllt (z.b. wg . Miete, die vielleicht erst noch mit den Eltern abgeklärt werden muss) werden kann oder noch nicht sämtliche Anlagen beigefügt werden können.
Da wissen hoffentlich Andere noch was zu sagen.
 

grün_fink

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Reicht dazu nicht ein formloser Antrag?

Anrede, Datum.
ich beantrage Leistungen nach SGB II zum Lebensunterhalt ab Januar 2021.
Das Antagsformular und Nachweise reiche ich schnellstmöglich nach.
Mit freundlichen Grüßen
Antragssteller

Das ganze per Fax vorab schicken, per Brief hinterher.
Oder den Papa zum Amt schicken, vorher eine Kopie machen für die eigenen Unterlagen.
 

Sindraeia

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Es wundert mich, dass noch keiner auf den heutigen "Stichtag" hingewiesen hat.
Ein ALG2-Antrag gilt rückwirkend auf den ersten Tag des jeweiligen Monats, in welchem er gestellt wird.
Sollte es dir möglich sein, noch heute (31.01.) den "vereinfachten" ALG2-Antrag online auszufüllen oder ausgefüllt per Fax ans Jobcenter zu übermitteln, bekämst du, falls positiv beschieden, auch noch Geld für den Monat Januar.
Kann nur nicht sagen, ob diese "Fristwahrung" auch gilt, falls der Antrag nicht komplett ausgefüllt (z.b. wg . Miete, die vielleicht erst noch mit den Eltern abgeklärt werden muss) werden kann oder noch nicht sämtliche Anlagen beigefügt werden können.
Stimmt, man kann ihn direkt online auf der Seite einsenden. Habe eigentlich fast alles ausgefüllt, habe einfach angekreuzt, dass ich zur Miete wohne, jedoch überall den Betrag als 0 Euro gesetzt und die Situation in einem Dokument zum anhägen erklärt, da es auf dem Fragebogen ja nur zur Miete bzw. Eigentumswohnung/haus zur Auswahl gab. Schlage mich nur noch mit dem ganzen Text wegen dem Gutachten usw. rum. Sollte ich das noch hinbekommen, kann ich den eigentlich heute über die Seite der Arbeitsagentur einsenden.


Das ganze per Fax vorab schicken, per Brief hinterher.
Oder den Papa zum Amt schicken, vorher eine Kopie machen für die eigenen Unterlagen.
Habe weder Fax noch Drucker, ebenso keinen Scanner, nur den Laptop meines Vaters.
Denke mal, dass das Datum automatisch erfasst wird, wenn man den Antrag online einreicht, geht ja auf deren Seite.

Der wird ganz sicher nicht zum Amt gehen, er will hiermit nichts zu tun haben.
 
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Sindraeia

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Hallo, ich habe gerade den vereinfachten Antrag auf ALG II ausgefüllt.
Es ergeben sich für mich noch ein paar Fragen, trotz der Ausfüllhinweise.

Auf Seite 2, wo es um die Wohnsituation geht, hänge ich etwas fest.

Ich zitiere:
Da Sie die Leistungen beantragen, wird davon ausgegangen, dass Sie auch die Vertretung Ihrer Bedarfsgemeinschaft übernommen haben.
Dies gilt nicht, wenn über 15-jährige Mitglieder Ihrer Bedarfsgemeinschaft gegenüber dem Jobcenter erklären, dass sie ihre Interessen selbst wahrnehmen wollen,
z. B. durch eine eigene Antragstellung (§ 38 SGB II). Zu den nicht vertretenen Personen sind hier keine Angaben erforderlich.

Ich wohne mietfrei bei meinen Eltern, mein Bruder wohnt auch mietfrei dort, alle (einschließlich mir) sind über 25.

Etwas weiter unten steht jedoch:
Sind Sie 25 Jahre oder älter, füllen Sie bitte für Ihre Eltern jeweils eineAnlage HG aus.

Meine Eltern (Rente) und mein Bruder wollen natürlich kein ALG II , noch sonst etwas vom Amt, habe ich richtig verstanden, dass die drei also nur einen Zettel unterschreiben müssen, auf dem steht, dass sie keine Leistungen in Anspruch nehmen wollen?
Da ich den Antrag gerne heute noch rausschicken möchte, würde es reichen, in Anlage HG lediglich meine eigenen Daten einzutragen, sowie ein Schreiben beifüge, in dem ich dies anmerke und es (das Schreiben, das aussagt, dass meine Familie keine Leistungen beantragt) schriftlich baldmöglichst nachreiche?
Oder muss Anlage HG trotzdem ausgefüllt werden? Etwas verwirrend.


Dann ist da noch Punkt 6 (18 in den Hinweisen):
Ich und/oder ein anderes Mitglied der Bedarfsgemeinschaft hat Einkommen.
Renten aus der gesetzlichen Sozialversicherung (z. B. Altersrente oder Knappschafts-ausgleichsleistungen, Unfall- bzw. Verletztenrenten), ausländische Renten, Betriebsrenten oder Pensionen
Mein Vater möchte nicht, dass ich seine Rente (nein, sie ist nicht hoch) dem Amt preisgebe. Er wird mir nicht die geforderte Kopie seines aktuellen Rentenbescheides geben. Was kann ich hier tun?

Ich habe meine komplette Situation in einem anderen Beitrag geschildert, dort ging es kurz darum, dass mein Vater nichts ausfüllen wird.
Dort wurde gesagt:
Außerdem gibt es Grenzen der Mitwirkungspflicht, also du kannst deinen Vater ja nicht zwingen, die Angaben zu machen.
Nun gut, also dies einfach mit in die Anlage, dass er mir keine Kopie zur Verfügung stellt? Soll ich die ungefähre Höhe seiner Rente angeben?

Sonst habe ich eigentlich alles beisammen, würde mich sehr über Hilfe freuen!
 

Ruhrpottmensch

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Hey @Sindraeia

Du kannst auch mit einem "Online Fax" (Z.B. simple-fax.de - Dort kann man sein Guthaben z.B. mit PayPal aufladen und dann für 7cent pro Seite faxen), einen "formlose" Antrag stellen (Dreizeiler: Hiermit beantrage ich Name, Geburtsdatum, Anschrift Leistungen nach SGB II). Dann sollte es eigentlich noch im Januar erfasst sein (Mich mag jemand korrigieren, wenn dem nicht so ist).

Die Anlage HG kenn ich jetzt nicht aus dem Effeff...
Aber so wie sich die liest, reicht es wenn Du eine Person aus der möglichen HG einträgst und unter Punk 4 "Zahlt keine Leistungen an die Bedarfsgemeinschaft" ankreuzt. Weiter unten wird ja noch nach etwaigen Mitkosten dieser Person gefragt, da würde sich dann ja anbieten den Bruder in Abschnitt 2 einzutragen.

Mach Dir aber mal keinen zu großen St0pp um den Antrag. Wichtig ist, das der VA (Vereinfachte Antrag) eventuell heute noch online angestoßen wird. Wenn dann noch etwas fehlen sollte, bin ich mir ziemlich sicher das sich das JC nochmals meldet. ;)
 
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