Antrag em rente abgelehnt, wie weiter vorgehen?? (2 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Wilhelm65

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 April 2017
Beiträge
3
Bewertungen
0
Hallo, mein Mann hatte im Juni 2016 eine pneumogene Sepsis. Seitdem krank. Reha war im März 2017, arbeitsunfäig entlassen unter 3 Stunden und nicht mehr als 5 kg heben. Arbeitete seit 1979 unterbrochen auf dem Bau. Reha hatte Umwandlung in EM-Rente beantragt. Beratung bei Rentenversicherung, Empfehlung Antrag auf EM-Rente stellen. Antrag wurde am 09.06.17 gestellt. Heute kam Ablehnung.
Was nun.
Bekomme ich Akteneinsicht. Inerhalb welcher zeit
 

doppelhexe

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 Juli 2011
Beiträge
3.322
Bewertungen
2.184
AW: Antrag em rente abgelehnt

formlos widerspruch einlegen und gleichzeitig die unterlagen anfordern, die die RV in ihre rentenbegutachtung einbezogen hat. begründung des widerspruchs folgt nach einsicht in die unterlagen...

anhand der unterlagen, die du dann bekommst kannst du sehen, ob 1. alle berichte/befunde bei der RV angekommen sind, welche nicht richtig gewürdigt wurden und auch, ob du noch zusätzliche befunde hast/besorgen kannst, die das rentenbegehren unterstützen.
frag die behandelnden ärzte, ob die dich unterstützen können (wenn von denen nichts bei den angeforderten unterlagen ist) und fordere die RV im widerspruch auf, dort unterlagen anzufordern.

habt ihr eine rechtschutzversicherung? bist du in einem sozialverband? dann solltet ihr überlegen, ob ihr die schon für den widerspruch in anspruch nehmen wollt, oder ob du dir zutraust, das selbst zu machen. oder jemanden kennst...

ich hab meine widerspruch damals selbst geschrieben, laut meiner anwältin, die ich nach ablehnung des widerspruchs für die klage dann aufgesucht habe, war der eigentlich ganz gut, aber die RV wollte nicht einlenken.

mittlerweile stehts nach 4,5 jahren kurz vor abschluss des gerichtsverfahrens, sieht gut aus... aber allein hätt ich das wohl nicht gepackt...

doppeloma hat mir auch wertvolle tipps gegeben (danke nochmal dafür), sie meldet sich sicher noch
 

saurbier

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
5.105
Bewertungen
7.811
Nun ja, ganz so einfach kann man hier nicht so oder so Stellung nehmen, ohne weiter Anhaltspunkte.

Was sagen die behandelnden Ärzte, kam von denen auch eine Empfehlung zur EMR (außer Reha-Ärzte), zumindest zu einer befristeten um die Krankheit (ich kenne die leider nicht) aus zu kurieren.

Also bei der DRV ist es mehr oder weniger Standard einen EMR-Antrag abzulehnen, sofern man nicht den sprichwörtlichen Kopf unterm Arm trägt. Das dürften hier wohl die meisten so erfahren haben.

In meinem Fall damals sahen mich die Reha Ärzte auch BU, ja selbst die Ärzte in weiteren von der DRV angeschobenen Maßnahmen, nur eben die Verwaltung nicht. Mußte dann ganze 5 Jahre um die Rente vor Gericht kämpfen, bis man mir dann endlich die BU-Rente bewilligte.

Grundsätzlich spricht nichts gegen einen Widerspruch, alleine schon deshalb um die Frist für ein mögliches Klageverfahren einzuhalten.

Aus deinem bisherigen Informationen darf ich sicherlich entnehmen, dass dein Mann auch weiterhin AU ist. Das sollte er schon mal unbedingt so lange wie möglich aufrecht erhalten, denn damit ist er finanziell abgesichert und das kann dann bis zu 72 Wochen nach Wegfall der Lohnfortzahlung laufen.

Entsprechende Befunde kannst du jederzeit von allen anfordern, dazu hast du ein Recht.

Schau mal hier: > https://www.datenschutzzentrum.de/medizin/arztprax/dsrdpat2.htm

Wie schon angemerkt, solltest du zu anfangs lediglich einen pauschalen Widerspruch einlegen in welchem du dann gleich darauf hinweisen kannst, dass du deine auführliche Begründung nach Vorlage der ärztlichen Gutachten zeitnah nachreichen wirst.


Grüße saurbier
 

Doppeloma

Super-Moderation
Mitglied seit
30 November 2009
Beiträge
11.440
Bewertungen
15.163
Hallo Wilhelm65,

Hallo, mein Mann hatte im Juni 2016 eine pneumogene Sepsis. Seitdem krank. Reha war im März 2017, arbeitsunfäig entlassen unter 3 Stunden und nicht mehr als 5 kg heben.
Liegt euch der Reha-Bericht vor, AU-Entlasung alleine bedeutet ja noch nicht, dass er auch als Erwerbgemindert anerkannt wurde ...
Wofür gelten denn die UNTER 3 Stunden, NUR für die letzte Tätigkeit oder auch für den "allgemeinen Arbeitsmarkt" ???

"Nicht mehr als 5 Kilo heben" bedeutet eher, dass man ihn durchaus noch für andere Tätigkeiten fähig sieht nach seiner Genesung, das sind viel zu wenige Informationen, um sich dazu ein "Bild" machen zu können.

Arbeitete seit 1979 unterbrochen auf dem Bau.
Ist er noch immer fest angestellt bei seinem AG, das würde erklären warum er weiter AU entlassen wurde, denn für die Arbeit auf dem Bau ist er natürlich mit solchen Leistungs-Einschränkungen nicht mehr geeignet.

Reha hatte Umwandlung in EM-Rente beantragt. Beratung bei Rentenversicherung, Empfehlung Antrag auf EM-Rente stellen.
Hat er dazu was schriftlich bekommen (von der DRV) dass eine Umdeutung in EM-Rente vorgesehen ist, was die Reha-Klinik dazu "sagt" / schreibt muss die DRV nicht übernehmen (wollen) und was für eine "Beratung" ist das gewesen, privat veranlasst oder durch die DRV ???

Was die Berater in den DRV-Stellen (auf privater Basis) empfehlen ist ihre eigene Ansicht, der sich die DRV auch nicht anschließen muss ... zu einer vorgesehenen "Umdeutung" einer Reha bekommt man direkt ein Schreiben von der DRV, wo das auch drin steht.

Antrag wurde am 09.06.17 gestellt. Heute kam Ablehnung.
Mit welchen Unterlagen / Begründungen wurde also der Antrag auf EM-Rente gestellt, die Zeit bis zur Ablehnung war ja recht kurz ... wie wurde das konkret begründet ???

Meist erfolgt ja nur der "Abdruck" der gesetzlichen Regelungen dazu mit dem Hinweis, das sei (nach gründlicher Gesundheitsprüfung) als nicht zutreffend festgestellt worden.

Wenn es gerade eine Reha gegeben hatte nimmt die DRV oft nur den (ziemlich frischen) Bericht in die Hand und der scheint ja insgesamt dann wohl NICHT FÜR eine Berentung geschrieben zu sein ... :icon_evil:

Auf jeden Fall (schriftlich / nachweislich) Widerspruch einlegen (fristwahrend aber noch ohne Begründung) und die relevanten Unterlagen in Kopie anfordern, die zu dieser Entscheidung geführt haben sollen.

Bekomme ich Akteneinsicht. Inerhalb welcher zeit
Die "Akten-Einsicht" (§ 25 SGB X) bekommt der Antragsteller (also dein Mann) und / oder ein beauftragter Rechts-Beistand ... den ich euch dringend empfehlen würde, denn es macht nicht den Eindruck, dass ihr das alleine schaffen werdet.

Es gibt keine feste Frist für die Akteneinsicht, es gibt nur eine (1 Monat ab Kenntnisnahme des Ablehnungs-Bescheides) für den Widerspruch und dann kann das alles dauern, die DRV hat es in der Regel nicht (mehr) eilig euch dabei zu unterstützen.

Macht höchstens noch "Termin-Druck" wegen der Begründung (des Widerspruches) aber dafür könnt ihr dann auch die Zeit einfordern, die benötigt wird.

Ihr solltet auch mal bei den behandelnden Ärzten nachfragen, ob es Anforderungen (medizinische Berichte / Stellungnahmen der Ärzte) von der DRV für den gestellten Antrag auf EM-Rente gegeben hat.

Aber ich sehe schon den Zeitraum als viel zu kurz an, dass die sich die Mühe überhaupt gemacht haben, auch eine Begutachtung (um das mit dem Reha-Bericht zu vergleichen) wurde ja offenbar nicht für nötig gehalten.

Bisher klingt das alles eher danach, dass man bei euch Hoffnungen geweckt hat (in der Reha und bei der Beratungsstelle), die nun von der DRV gar nicht eingehalten werden, dort scheint man über eine "Umdeutung" der Reha jedenfalls niemals ernsthaft nachgedacht zu haben ... :icon_evil:

Leider haben diese Aussagen keine rechtlich verbindliche Bedeutung, die Entscheidungen dazu werden eben wo anders getroffen und dort wurde der Ablehnungsbescheid ausgestellt ...

Schwere Verfahrens-Fehler zu finden in der Renten-Akte deines Mannes dazu wird euch als Betroffene (und juristische Laien) eher nicht gelingen.
Darum hat man von der regulären "Akteneinsicht" (das macht die DRV dann gerne "vor Ort") meist auch nicht viel, man weiß ja gar nicht wonach man suchen soll ... :icon_neutral:

Es wird wohl letztlich am Sozial-Gericht zu entscheiden sein, ob dein Mann EM-Rente bekommen muss oder nicht, die Widersprüche werden in der Regel meist auch abgelehnt.

Da darf man aber erst recht nicht aufgeben, ich habe das auch durch, es dauerte insgesamt fast 3 Jahre ... dann musste die DRV einlenken ...

MfG Doppeloma
 
Oben Unten