Antrag auf Wohngeld - Vermieter weigert sich, Mietbescheinigung auszustellen, wie weiter vorgehen?

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frankfurterin

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Ich mal wieder und wieder mit einem wirren Problem.

Kurz vorab, ich wurde ja wegen Corona gekündigt, war zuvor bereits 3 Monate arbeitslos. Erhalte gerade aber nur knapp über 900€ ALG 1, wovon über 600 schon für die Miete draufgehen. Nach Abzug aller Kosten habe ich 160 Euro für Lebensmittel etc. Ja, das ist etwas wenig.

Ich habe mich nun durchgerungen, einen Antrag auf Wohngeld zu stellen und im Zuge dessen meinen Vermieter (große Immobilienfirma, die auch die Hausverwaltung macht etc) um eine kurze Bescheinigung über meine Miete gebeten.
Das Problem: ich zahle seit Jahren nicht das, was ich zahlen müsste, sondern mehr. Nun bekam ich aber eine Bescheinigung über das, was ich aktuell zahle. Hat sie wohl dem Kontoauszug entnommen. Das kann ich natürlich auch per meinem Kontoauszug belegen, aber nicht per Mietvertrag oder Änderungsschreiben, weil es über diesen Betrag nichts Schriftliches gibt. Es gab nur mal eine Erhöhung der Kaltmiete um knapp 10 Euro im Jahr 2017. Danach nichts mehr, abgesehen von der Zahlung der Heizkosten (darum gehts gleich noch).
Ich habe der Dame von der Hausverwaltung vor Wochen alles abfotografiert was ich an Unterlagen habe und darum gebeten, mir eine korrekte Aufstellung zu senden. Jegliche Anrufe und Mails laufen seitdem ins Leere.

Wieso ich mehr zahle? Das hat in erster Linie den Grund, dass ich hier jedes Jahr Nebenkosten-Nachforderungen von zwischen 150 bis zu 1000 (!!) Euro erhalte. Bisher wechselte die Verwaltung aber jährlich, ich legte Einspruch ein und es kam nie wieder was. Die aktuelle Verwaltung ist nun seit gut drei Jahren da und scheint wohl auch zu bleiben ;-)
Nachdem ich 2018 knapp 200 Euro nachzahlte und man mir dann mitteilte, dass Heizung künftig extern geregelt wird, habe ich den Betrag aber trotzdem so gelassen. Ich zahle im Prinzip Heizung nun an die externe Firma UND an den Vermieter. Mir haben diese knapp 50 Euro nie weh getan, JETZT tun sie mir aber weh.

Als ich für das Wohngeldamt meine Unterlagen zusammen suchte fiel mir aber auf, dass ich nicht nur 50 Euro zuviel zahle, sondern knapp 80 Euro. Seit 2,5 Jahren und jeder kann ausrechnen, wie viel das ist! 2019 bekam ich 300 Euro fürs Vorjahr zurück, die Abrechnung für 2019 steht noch aus. Der Rest.. tja..
Es gibt keine Unterlagen, die diese 80 Euro rechtfertigen, daher bat ich dann erneut um eine korrekte Aufstellung, auch um mich abzusichern, wenn ich ab sofort weniger Miete zahle. Ich traue denen nämlich zu, dass sie mir direkt eine Mahnung und Kündigungsandrohung schicken. Ich war auch ehrlich und sagte, dass ich arbeitssuchend bin und dies für mich gerade sehr wichtig ist.

Ich habe nun gegooglet und im Wohngeldgesetz gelesen, dass der Vermieter zur Auskunft verpflichtet ist. Dem Amt habe ich es in einem Begleitschreiben erklärt und auch erwähnt, dass der Vermieter bisher nicht kooperativ ist. Wir eiern hier nun schon einige Wochen herum, immerhin war ich klug genug, den Antrag formlos per Mail zu stellen. Noch im Mai!


Hat jemand Erfahrung mit so einem Fall? Kann ich davon ausgehen, dass ich hier Probleme mit dem Wohngeldamt bekommen werde? Oder muss ich mich überraschen lassen, was sie antworten?
Wird das Wohngeldamt meinen Vermieter anschreiben?

Dieses unkooperative geht mir echt sehr auf die Nerven. Da werden einem Steine in den Weg gelegt, wo es gar nicht notwendig ist.

Danke vorab!
 

vidar

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Moin @frankfurterin

Weise deinen Vermieter auf § 23 Abs. 3 Wohngeldgesetz hin!

Auszug:
(3) Der Empfänger oder die Empfängerin der Miete ist verpflichtet, auf Verlangen der Wohngeldbehörde über die Höhe und Zusammensetzung der Miete sowie über andere das Miet- oder Nutzungsverhältnis betreffende Umstände Auskunft zu geben, soweit die Durchführung dieses Gesetzes es erfordert.
.
 

vidar

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@frankfurterin,

Schreibe deinem Vermieter und gebe diesen eine Frist bis zum xx.xx.xxxx (ca.10 Tage) dir eine ausgefüllte Mieterbescheinigung zuzusenden. Lege dem Schreiben erneut den Anforderungsbeleg deiner zuständigen Wohngeldstelle bei (oft dort „downloadbar“).
Das Schreiben sollte nachweisbar eingereicht/abgeben worden sein (Einschreiben, Fax, persönliche Abgabe).

Informiere zeitnah gleichzeitig schriftlich die Wohngeldstelle über dein Problem mit deinem Vermieter. Lege diesem Schreiben eine Kopie des Schreibens an deinem Vermieter bei.
.
 

frankfurterin

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Mal ein kurzes Update meinerseits.

Ich traf Mittwoch durch Zufall unseren Hauseigentümer/Vermieter und habe ihn einfach mal angesprochen. Er kümmert sich nun drum, scheint aber einfach nicht zu verstehen, was ich eigentlich von ihm will. Er schickte mir dann eine Kontoübersicht, aus der der falsche Betrag und die jeweils pünktliche Zahlung hervorgeht.

Ich habe es nun dreimal schriftlich erklärt, dass ich jegliche Miet- bzw. NK-Erhöhungen nachweisen muss, was ich aber nicht kann, weil es keine Erhöhung auf dem Papier gab. Es gab nur eine Senkung (wegen der nun extern abgerechneten Heizkosten) und in dem Brief war aber ein Fehler enthalten - da stand drin, Senkung der NK auf 91 Euro, dabei waren wir einige Monate zuvor bereits bei 125 Euro. Allerdings sind die 91 Euro MEIN aktueller Stand und genau das habe ich ihm nun nochmal mitgeteilt. Dass ich dieses Schreiben kopieren muss, da mir kein neueres vorliegt!

Ich warte nun erstmal ab, was vom Wohngeldamt kommt. Ich hoffe ein wenig drauf, dass sie es auch so akzeptieren, anhand meiner Erläuterungen. Langsam habe ich darauf auch keine Lust mehr, das kostet mich so viel Zeit und Nerven.
 

frankfurterin

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Wohngeld wurde bewilligt. Auch ohne korrekte Infos meines Vermieters.

Bezüglich Kontoauszügen (weil das Thema, was man einreichen muss und was man schwärzen darf ja immer wieder aufkommt): ich habe über mein Online Banking einen Ausdruck erstellt, der nur die letzten 3-4 Mietzahlungen beinhaltet hat. Keinerlei andere Kontobewegungen. Das hat denen ausgereicht.

Da die Mietzahlungen mit den Infos auf dem Mietvertrag nicht übereinstimmten, habe ich denen das per Brief erklärt. War ebenfalls okay so. Es gab keine Nachfragen und keine Nachforderungen von weiteren Unterlagen.

(Wieder mal zeigt sich: ich mache mir zu viele Gedanken um Dinge, die am Ende niemals eintreten.)
 
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