Antrag auf größeren Wohnraum bzw. Bewilligung, besondere Umstände

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Simonchen

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Ich wünsche allen hier im Forum ein freundliches "Hallo" und möchte versuchen, unsere Umstände zu schildern:

Wir sind ein Paar (Bedarfsgemeinschaft, nicht verheiratet) ohne Kinder mit drei Hunden. Diese Hunde hatten wir bereits vor der "staatlichen Finanzkooperation". Die letzte Wohnung wurde uns wegen Eigenbedarfes gekündigt. Nach langer Suche bekamen wir "kurz auf knapp" ein altes Haus. Das es Arbeit braucht war ersichtlich, dass es kurz vorm Einsturz steht: Nicht.

Der Vermieter hat sich jeder Verantwortung entzogen, wir konnten ihm allerdings klare Falschaussagen bei der Vermietung nachweisen. Das Jobcenter (JC) hat 2 Mitarbeiter raus geschickt und klar zu verstehen gegeben: "Das geht so nicht mehr!". Selbst das Bauamt war vor Ort und hat klar gemacht: "Sie können hier noch wohnen bis Sie was neues haben, danach darf das Haus nur vermietet oder verkauft werden, wenn die Mängel behoben werden oder es erfolgt gleich ein Abriss.

Aufgrund dieses Umstandes haben wir natürlich nicht weiter renoviert, leben also provisorisch in einem Raum und müssen mit einem Kaminofen die Hütte beheizen. Das JC zahlt dem aktuellen Vermieter auch keine Miete mehr, was selbigen aber nicht zu interessieren scheint, der geht wohl den Weg des gerinsten Widerstandes. So denn, wir können also jederzeit ausziehen, haben keinerlei Fristen einzuhalten.

Wir suchen wie die "Bekloppten", Freunde mit ins Boot geholt, selbst einen Makler beauftragt der (unEntgeltlich) für uns nach Objekten sucht, Inserate noch und nöcher geschaltet. Bemühungen können nachgewiesen werden. Selbst ohne in die Hunde ist das hier in der Region fast unmöglich. Wir wären sogar bereit in eine andere Region zu ziehen aber selbst da ist nichts zu finden.

Mein Lebenspartner leidet (nachweisbar) an einer Angsterkrankung - will sagen: Er hat sein ganzes Setup (Therapeuten, Ärzte und so weiter) auch hier im Kreis. Die Erkrankung brach vor 6 Jahren aus, er ist aber auf einem sehr guten Weg. Es gibt 2 Atteste die besagen, dass er aufgrund phasenweise auftretender Unruhezustände eine Art "Ruheraum" braucht, also innerhalb einer Wohnung.

Jetzt haben wir eine Wohnung gefunden. Der potentielle Vermieter hat nichts gegen Hunde. Die Wohnung ist allerdings knapp 18m² größer als vorgegeben und ca. 41 Euro teurer (inkl. kalter Nebenkosten). Wir haben zwar kaum was an Möbeln und könnten einen Umzug (es sind nur 25km innerhalb des gleichen Kreises) auch so hinbekommen aber es geht im Endeffekt ja um die Bewilligung. Bisher haben wir nur die ZUSAGE: "Klar, ziehen Sie ein, wir zahlen aber nur den maximalen Satz und auch keine etwaigen Nachzahlungen da die Wohnung ja eigentlich zu groß und zu teuer ist!".

Wir haben kein Problem damit, die 41 Euro mehr aus dem Regelsatz zu entrichten, möchten aber doch wissen, ob die Erkrankung meines Partners keine Relevanz hat (Atteste wurden vom medizinischen Dienst abgeschmettert). Aber ein Antrag auf "aufwändige Ernährung" (70 Euro mehr im Monat): Dem hat man blind zugestimmt (mein Partner hat seit der Angst enorme Unverträglichkeiten.

Ich weiß, dass Psychische Krankheiten jetzt nicht unbedingt ganz "oben auf der Liste" der Krankheiten stehen die sich in der Gesellschaft als akzeptiert bezeichnen lassen. Aber was ist zu tun? Einmal ist die Dringlichkeit gegeben, dann meine ich von einer Art "Bagatellegrenze" (10% über den max. Kosten für die Unterkunft) und einer Härtefallregelung gelesen zu haben.

Gibt es aus Eurer Sicht eine Chance, die Wohnung nicht nur "zugestimmt" zu bekommen sondern bewilligt?

Ich hoffe, ich konnte die Umstände ansatzweise gut rüberbringen und freue mich auf eine entsprechende Rückmeldung, vielen Dank.
 

gizmo

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Ich weiß, dass Psychische Krankheiten jetzt nicht unbedingt ganz "oben auf der Liste" der Krankheiten stehen die sich in der Gesellschaft als akzeptiert bezeichnen lassen. Aber was ist zu tun? Einmal ist die Dringlichkeit gegeben, dann meine ich von einer Art "Bagatellegrenze" (10% über den max. Kosten für die Unterkunft) und einer Härtefallregelung gelesen zu haben.

Gibt es aus Eurer Sicht eine Chance, die Wohnung nicht nur "zugestimmt" zu bekommen sondern bewilligt?

Ich hoffe, ich konnte die Umstände ansatzweise gut rüberbringen und freue mich auf eine entsprechende Rückmeldung, vielen Dank.

Hallo und Herzlich Wilkommen,
lege euch erstmal ein wenig Info hier herein.

Jetzt mal ein paar Fragen:

Kennt ihr euch mit den KDU Bestimmungen in eurer Wohngegend des JC aus?

Um die KDU nachzurechnen wäre JC und Wohngegend nicht schlecht?

Habt ihr ihgendwas Schriftlich über die Höhe was das JC für den neuen Wohnraum ausgeben will?

Seit ihr beibe Gesund und etweilige Ateste sind vorhanden oder können besorgt werden?

Hier jetzt die Info:

https://www.elo-forum.org/attachmen...schutz-ohne-zustimmung-leistungsbeziehers.pdf

https://www.elo-forum.org/attachmen...be_-_meine_grundrechte_beim_gang_zum_amt-.pdf

https://www.elo-forum.org/attachmen...-stand-2009-datenschutz-algii-stand-2009-.pdf

https://www.elo-forum.org/attachmen...eigenstaendiger-gemeinde-umzug-verlangbar.pdf

https://www.elo-forum.org/attachmen...eigenstaendiger-gemeinde-umzug-verlangbar.pdf

https://www.elo-forum.org/attachmen...entmuendigung-hilfe-bitte-abc-fachlexikon.pdf
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Vielleicht könnt ihr hier auch was rausziehen:

https://www.elo-forum.org/kdu-miete-untermiete/96886-umzug-anderen-wohnort-regelfall-verlangt.html


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Wenn möglich alle mündlichen Aussagen des JC schriftlich zu bekommen.

Abgabe von Anträgen etc. Abstempeln lassen:

https://www.elo-forum.org/attachmen...gsstempel-bekommen-abgabe-schriftstuecken.jpg
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Ich hoffe ihr könnt euch da wiederfinden im eurer Situation.
 

Simonchen

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Lieben Dank für die Info.

Kreis: Paderborn.

KDU mit kalten Nebenkosten: 335,25 Euro (siehe Link, Kategorie III, mit 2 Personen), maximale Größe 65m².

https://www.harald-thome.de/media/files/richtlinien/KDU-Paderborn---01.06.2012-kor.pdf

Die Wohnung ist ca. 18m² größer (wobei das Bad und der Flur selbst schon sehr groß sind). Sie hat Küche, Bad und 3 Zimmer - das wäre in so weit perfekt als das ich und mein Partner ein Zimmer "für sich" hätten und eben einen normales, gemeinsames Wohnzimmer. Wir schlafen eh getrennt, sind aber keine WG, wollen das auch nicht werden. Die Wohnung kostet 41 Euro über dem Satz.

Ich selbst habe Rheuma und mehrere "kaputte" Knochen, bekomme eine kleine, angerechnete Rente auf Zeit, habe lange in der Altenpflege gearbeitet - einen Behindertenausweis habe ich nicht. Mein Partner würde den auch nicht bekommen mit seiner Art der Erkrankung. Wir hatten damals schon ein riesiges Theater aufgrund meiner rheumatischen Beschwerden etwas mehr Heizkosten geltend zu machen da ich durchgehend eine gewisse Grundwärme brauche, es ging um nicht mal 10 Euro im Monat (wir heizen trotz aller Umstände immer so sparsam wie es geht).


Vielleicht können diese Informationen weiter helfen?
 

gizmo

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Gehe da jetzt erstmal nicht direkt draum ein.

Hier seit ihr bei der KDU dazu:

https://www.elo-forum.org/kdu-miete-untermiete/98993-landkreis-paderborn-kdu.html

https://www.harald-thome.de/media/files/kdu,-ae,-but-rilis/SK-Paderborn-LK---01.03.2014.pdf

Wie weit hier wirklich ein schlüssiges Konzept vorliegt entzieht sich hier meiner Kenntnis.

Unter Fett geschrieben sollte jedoch was über Mehrbedarf KDU wegen Krankheit stehen.
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Jetzt noch mal zum besseren Verständnis:

1. Du bist SGBXII mit kleiner Rente und körberlichen Leiden Rauma & Gehabperat.

2. Dein Mann körperliche Leiden nachweisbar an einer Angsterkrankung.
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Da sollte sich was draus machen lassen.
-----------------

Bitte bei dir jeweilige Atteste vom Arzt besorgen.
-----------------

Denke warten mal das da ein ELO vorbei kommt der aus NRW, wenn möglich LK Paderborn.

Mehr dann, komme aus NS.
 

gizmo

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saurbier

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Hallo Simonchen,

hier haben die Vorredner ja schon einiges geschrieben das zutreffend ist.

Auch hast du ja die Seite von Harald Thome aufgeführt.

Festzustellen ist, dass bis zu 10% Mehrkosten im Ermessensspielraum der Behörde grundsätzlich möglich sind.

Ebenfalls hättet ihr die Möglichkeit durch Einsparungen bei den Neben-/Heizkosten den Gesamtbetrag zu drücken, denn nur der Gesamtbetrag ist für die KdU relevant.

Ganz nebenbei blibe dann auch noch die Überlegung, ob ihr überhaupt einen angemessenen Wohnraum finden könnt, denn falls der Wohnungsmarkt mangels Überbelegung keine passgenaue Wohnung hergibt (das muss leider Dokumentiert werden), dann muss das Jobcenter in den sauren Apfel bissen und die kosten für eine ggf. teurere Wohnung übernehmen.

Das wäre dann aber eventuell mit einer rechtlichen Auseinandersetzung verbunden, denn die wenigsten Jobcenter sind bereit solche Mehrkosten zu übernehmen.

Als Beispiel wäre da mein damaliger Fall, wo ich zur Kostenreduzierung nach 6 Monaten aufgefordert wurde. Mir stand dabei frei in eine kleinere Wohnung zu ziehen, Untervermietung zu tätigen etc.. Da es hier im Kreis aber keine angemessene Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt gibt (Bekannter sucht bereits seit 2 Jahren, auch mit Makler), bliebe dem Amt nichts anderes übrig als meine bisherigen Kosten zu übernehmen.

Letztendlich muss das Amt den gegenteiligen Beweis antreten, dass ich eine Wohnung hätte bekommen können. Die Frage ist da nur wie, wenn auf eine angebotene 50m² Wohnungen gleich 100 Bewerber anstehen. So dürfte es mehrheitlich in ganz Deutschland aussehen.

Ihr lebt aktuell eh in einem ungesunden Umfeld, habt eh die Bestätigung durch diverse Ämter. Also würde ich das Amt zur Kostenübernahme, notfalls per SG zwingen, da die aktuelle Abbruchunterkunft eure Gesundheit akut gefährdet.

Sollte sich die Herrschaften bei Jobcenter quer stellen, bleibt euch immer noch eine gerichtliche Klärung, so würde ich das auch dem Jobcentermitarbeiter sagen.

Die m²-Zahl der Wohnung ist letztendlich nicht massgebend, sondern die Kosten. Solange ich mich im angemessenen Kostenrahmen bewege (Notfalls eben auch plus der 10% Ermessensspielraum, wenn über einen längeren Zeitraum kein angemessener Wohnraum zu finden ist) dürfte auch nichts dagegen sprechen.


Gruss saurbier
 

gizmo

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Ebenfalls hättet ihr die Möglichkeit durch Einsparungen bei den Neben-/Heizkosten den Gesamtbetrag zu drücken, denn nur der Gesamtbetrag ist für die KdU relevant.

Hy @saubier, meines Wissens kommt es nicht auf den Gesamtbetrag der KDU an(hier Warmmiete).
Die KDU wird in zwei Schritten bemessen:

1. Die Brutto KM = KM & NK(klalte BK)

&

2. Die HK(warme BK)

BK = Betriebskosten( Nebenkosten und Heizkosten)
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Hast du da andere Info?
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HK sind hier in voller Höhe zu zahlen!

Mehrbedarf m² sollte es hier auch geben(15m²)!

Ebenso sollte man sich so Aufstellen das der neue Wohnraum behinderten Bedarfsgerecht ist, das ist für die JC verdammt teuer -------- Wenn JC erstmal weis das Hz4rer Ahnung hat knickent das JC vielleicht ein.
 
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