Antrag auf Feststellung Erwerbsfähgkeit, wie vorgehen bzw. formulieren?

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heidsi

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Hallo all,

mein Sohn möchte aus gesundheitlichen Gründen einen Antrag auf Feststellung seiner Erwerbsfähigkeit stellen. Wie formuliert man diesen, ohne zu nah auf die Gründe einzugehen? Die genauen Gründe gehen ja das JC nichts an und die bereits vorhandenen Atteste werden nur dem MD vorgelegt.
Reicht es so zu schreiben:
Aus gesundheitlichen Gründen bin ich momentan nicht in der Lage länger als 3 Stunden erwerbstätig zu sein und beantrage die Feststellung meiner Erwerbsfähigkeit durch ein amtsärztliches Gutachen gemäß § 44a SGB II.

Er ist letzten Monat umgezogen und hat noch keinen zuständigen SB, bzw. noch keinen Termin von diesem erhalten, der Antrag ist bewilligt, Bescheid ist da, er erhält seit dem 1.6. seine Leistungen.

Ich habe die Befürchtung, dass er sofort am ersten Termin beim neuen SB in irgendeine Stellung oder Maßnahme vermittelt werden soll, dieses ist ihm momentan gesundheitlich aber nicht möglich, außer höchtens für 3 Stunden täglich und das auch nur eingeschränkt.

Daher befürchte ich Sanktionen, wenn er so eine Stellung oder Maßnahme ablehnt, bevor seine Erwerbsfähigkeit festgestellt wurde! Daher muss der Antrag vor einem Termin eingereicht werden. Eine EGV darf ja mit "Kunden"deren Erwerbsfähigkeit nicht feststeht, sowieso nicht gemacht werden. An wen soll er den Antrag senden bzw. bei wem abgeben?

Viele Grüße und danke schön im voraus.
 

Muzel

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Ich würde nicht so früh los schießen. Bisher gab es nicht einmal den Vorschlag einer Maßnahme. Wenn es zu einer Maßnahme kommt, kann er doch immer noch sagen, dass er sich gesundheitlich dazu nicht in der Lage sieht. Hat dein Sohn einen SBA, damit geht es leichter.
 

heidsi

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Wer hat denn den Beitrag verschoben, weshalb wird man da vorher nicht erst mal gefragt?

Das hier ist doch für Behinderte/Gesundheit/Rente? Rat & Hilfe speziell für schwerbehindertenspezifische Probleme im Zusammenhang mit Hartz IV. Hat doch mit meinem Sohn gar nichts zu tun.
 

Cindy

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Wer hat denn den Beitrag verschoben, weshalb wird man da vorher nicht erst mal gefragt?

Das hier ist doch für Behinderte/Gesundheit/Rente? Rat & Hilfe speziell für schwerbehindertenspezifische Probleme im Zusammenhang mit Hartz IV. Hat doch mit meinem Sohn gar nichts zu tun.
hier gehts um Gesundheitsfragen allgemein, nicht nur Schwerbehinderte :wink:
 

heidsi

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Ich würde nicht so früh los schießen. Bisher gab es nicht einmal den Vorschlag einer Maßnahme. Wenn es zu einer Maßnahme kommt, kann er doch immer noch sagen, dass er sich gesundheitlich dazu nicht in der Lage sieht. Hat dein Sohn einen SBA, damit geht es leichter.

Verschiedene Therapien müssen dringend gemacht werden, ist alles auf Attesten niedergeschrieben, ohne Therapien ist es fraglich, ob er momentan überhaupt arbeitsfähig ist, denn Krankheiten schreiten nun mal leider voran.
Das Attest vom PD/MD ist bereits von 2010 oder 2011, das wird wohl nicht mehr anerkannt werden. Läuft alles auf neue Untersuchungen raus, wobei mein Sohn sich nicht nur auf den MD beschränken wird. Die Atteste von anderen Ärzten hat der MD/PD beim letzten Mal auch anerkannt bzw. in die Beurteilung mit einfließen lassen und deshalb wurde auch der sehr weite Umzug genehmigt, da die Therapien bei uns hier auf dem Land nicht möglich sind.

Psychischen Druck/Sanktionen vom SB wegen Maßnahmen, 1 € Jobs, Stellenangebote ect. kann er im Moment gar nicht brauchen und später während der Therapien auch nicht. Das JC seines neuen Wohnortes hat eine Joboffensive gestartet, so dass es sehr wahrscheinlich ist, das ihm beim ersten Termin entsprechende Vorschläge gemacht werden!

Kann mir jemand sagen, ob die Formulierung des Antrages so ok ist? Ich an seiner Stelle würde den Passus mit den 3 Stunden Erwerbsfähigkeit außen vor lassen, da ich den Eindruck habe, dass auch diese paar Stunden nicht möglich sind in seiner jetzigen Verfassung.
 

Doppeloma

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Hallo heidsi,

Verschiedene Therapien müssen dringend gemacht werden, ist alles auf Attesten niedergeschrieben, ohne Therapien ist es fraglich, ob er momentan überhaupt arbeitsfähig ist, denn Krankheiten schreiten nun mal leider voran.

es ist doch ganz einfach, wenn er aktuell (und auf längere Sicht) nicht Arbeitsfähig ist, dann sollte er eine fortlaufende AU-Bescheinigung von den behandelnden Ärzten vorlegen und damit kann er in keinerlei Jobs oder Maßnahmen gesteckt werden.

AU bedeutet ja nicht gleichzeitig eine generelle Erwerbsminderung unter die 3 Stundengrenze, das wird leider sehr oft gleichgesetzt, hat aber völlig unterschiedliche Bedeutung.

Das Attest vom PD/MD ist bereits von 2010 oder 2011, das wird wohl nicht mehr anerkannt werden. Läuft alles auf neue Untersuchungen raus, .....

Wenn dem (neuen) JC die AU zu lange dauert, dann werden die ihn schon zum MD schicken, das braucht er dann gar nicht selber beantragen, man sollte beim JC besser niemals selber seine Erwerbsfähigkeit insgesamt in Frage stellen ...

Psychischen Druck/Sanktionen vom SB wegen Maßnahmen, 1 € Jobs, Stellenangebote ect. kann er im Moment gar nicht brauchen und später während der Therapien auch nicht.

Jobs wo man (regelmäßig) nur weniger als 3 Stunden arbeiten braucht, sind eher nicht das was sich das JC vorstellt, um wieder aus dem Leistungsbezug zu kommen, wer zum Arbeiten im Moment nicht fähig ist, weil er Therapien und Behandlungen braucht, der sollte doch auch Ärzte haben, die ihm das per AU bescheinigen solange es nötig ist.

Für die wirkliche (rechtsgültige) Prüfung der Erwerbsfähigkeit ist letztlich die DRV zuständig, dazu (einen EM-Renten-Antrag stellen, damit er dort untersucht wird) wird man ihn eventuell auch mal auffordern, wenn die Untersuchungen beim MD immer wieder massive Einschränkungen für den Arbeitsmarkt ergeben.

Das JC seines neuen Wohnortes hat eine Joboffensive gestartet, so dass es sehr wahrscheinlich ist, das ihm beim ersten Termin entsprechende Vorschläge gemacht werden!

Wenn er AU geschrieben ist, dann brauchen ihn irgendwelche "Job-Offensiven" nicht interessieren, kranke Leute dürfen da nicht hingeschickt werden und wenn denen das nicht passt schicken sie ihn auch ohne Extra-Antrag zum MD ...

Kann mir jemand sagen, ob die Formulierung des Antrages so ok ist? Ich an seiner Stelle würde den Passus mit den 3 Stunden Erwerbsfähigkeit außen vor lassen, da ich den Eindruck habe, dass auch diese paar Stunden nicht möglich sind in seiner jetzigen Verfassung.

Ich habe es nicht gelesen, aber wer nicht Erwerbsfähig ist für mindestens 3 Stunden hat keinen Anspruch auf ALGII und wird möglicherweise fix an das Sozial-Amt abgeschoben, wenn so ein Antrag eingeht ... ob das besser für ihn wäre kann ich nicht beurteilen.

Den regulären Gang der Dinge bem JC in solchen Fällen habe ich dir beschrieben.

Alles Gute für deinen Sohn!

MfG Doppeloma
 

heidsi

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Hallo heidsi,
es ist doch ganz einfach, wenn er aktuell (und auf längere Sicht) nicht Arbeitsfähig ist, dann sollte er eine fortlaufende AU-Bescheinigung von den behandelnden Ärzten vorlegen und damit kann er in keinerlei Jobs oder Maßnahmen gesteckt werden.
AU bedeutet ja nicht gleichzeitig eine generelle Erwerbsminderung unter die 3 Stundengrenze, das wird leider sehr oft gleichgesetzt, hat aber völlig unterschiedliche Bedeutung.
Wenn dem (neuen) JC die AU zu lange dauert, dann werden die ihn schon zum MD schicken, das braucht er dann gar nicht selber beantragen, man sollte beim JC besser niemals selber seine Erwerbsfähigkeit insgesamt in Frage stellen ...

Ich habe es nicht gelesen, aber wer nicht Erwerbsfähig ist für mindestens 3 Stunden hat keinen Anspruch auf ALGII und wird möglicherweise fix an das Sozial-Amt abgeschoben, wenn so ein Antrag eingeht ... ob das besser für ihn wäre kann ich nicht beurteilen.

Hallo, ich dachte, dass Sozialamt sei für vorübergehend Arbeitsunfähige zuständig?
Und Sozialgeld/Grundsicherung für diejenigen, die auf Dauer nicht Arbeitsfähig sind, wo zuerst der Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt werden muss, so dass man in der Luft hängt ohne Leistungen, da dann das JC nicht mehr zuständig ist und das andere Amt erst die Untersuchung wegen der Rente abwartet. Das wollten wir eigentlich vermeiden.

Was wäre denn schlimm am Sozialamt? Das soll ja nicht auf Dauer sein. Von vielen Seiten hört man, da käme man nicht mehr weg, aber wieso? Wenn man wieder gesund ist und sich eine Arbeit suchen kann, wo ist dann das Problem.

Hm, das mit den 3 Stunden also nicht reinschreiben? Den Antrag so lassen und abwarten, was kommt?
Das Problem ist ja da, wenn man ihm etwas vorschlägt und er es ablehnt, weil er momentan nicht kann, gibts Sanktionen ohne AU. Dem wollten wir zuvorkommen.Er hat noch keinen Therapeuten, ist alles in Beantragung, eine AU ist nicht möglich.
 

Muzel

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Beim Sozialamt werden noch mehr deine Angehörigen befragt, ob sie dich ernähren können, außerdem sind die Freibeträge nicht so hoch. Es gibt auch Ärzte, die wollen keine Sozialhilfeempfänger als Patienten.
 

heidsi

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Beim Sozialamt werden noch mehr deine Angehörigen befragt, ob sie dich ernähren können, außerdem sind die Freibeträge nicht so hoch. Es gibt auch Ärzte, die wollen keine Sozialhilfeempfänger als Patienten.

Wer wird da alles befragt? Ich und sein Vater, der Stiefvater auch?
 

Doppeloma

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Hallo heidsi,

Hallo, ich dachte, dass Sozialamt sei für vorübergehend Arbeitsunfähige zuständig?

nein, wie kommst du darauf, vorübergehend Arbeitsunfähig sind viele Leute mal, wer im Arbeitsverhältnis ist, wird doch deswegen auch nicht zum Sozial-Amt (SGB XII) geschickt ... der wird AU geschrieben bis er wieder arbeiten kann ...

Und Sozialgeld/Grundsicherung für diejenigen, die auf Dauer nicht Arbeitsfähig sind, wo zuerst der Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt werden muss, so dass man in der Luft hängt ohne Leistungen, da dann das JC nicht mehr zuständig ist und das andere Amt erst die Untersuchung wegen der Rente abwartet.

Hier wirfst du aber so Einges ziemlich durcheinander, Sozial-GELD gehört zum SGB II und das bekommen Kinder (die noch nicht Erwerbsfähig sind) oder nachweislich (also mit DRV-Bescheid) Erwerbsgeminderte, die mit Erwerbsfähigen in einer (SGB II)-Bedarfsgemeinschaft leben.

Grundsicherung im SGB XII ist auch noch unterteilt, in Sozial-HILFE (HLU /Kapitel 3) und die Grusi im Alter und bei EM auf Dauer (Kapitel 4).

In die Grusi / Kapitel 4 des SGB X II kommt man ohne Rentenbescheid der DRV überhaupt nicht, das ist ergänzend gedacht, wenn eine gezahlte Dauerrente zu gering ist, da sind auch die Bedingungen (Unterhaltspflichten der Angehörigen) etwas lockerer.

Das käme für deinen Sohn also nur in Frage, wenn er einen Antrag auf EM-Rente durchlaufen hat und einen schriftlichen Rentenbescheid (auf Dauer) wegen Voller Erwerbsminderung von der DRV vorweisen kann.

Davon ist er aktuell also noch sehr weit entfernt, es käme nur das Sozial-AMT (SGB XII /Kapitel 3) mit HLU (Hilfe zum Lebensunterhalt) in Frage, die wollen aber normalerweise auch was von der Rentenkasse (DRV) haben und nicht nur vom JC-Amtsarzt, dass jemand wirklich (zumindest auf längere Zeit) nicht Erwerbsfähig ist ... "nur" AU zu sein (oder sich selbst dafür zu halten) genügt dafür im Allgemeinen nicht. :icon_evil:

Läuft ein Antrag auf EM-Rente bei der DRV, dann darf er da noch gar nicht hingeschickt werden, da ist selbstverständlich bis zur Entscheidung ob Rente oder nicht weiter das JobCenter zuständig.

Ich weiß nicht, wer dir erzählt hat, dass man da dann "in der Luft hängen soll" weil keiner zahlt, ich war selber fast 2 Jahre vom JC abhängig, weil meine EM-Rente erst in einem Gerichtsverfahren geklärt und entschieden wurde ... da hat niemand versucht mich zum Sozial-AMT abzuschieben.

Denn bis dahin gilt man gesetzlich gesehen als (mindestens 3 Stunden täglich) Erwerbsfähig, auch wenn man durchgehend AU geschrieben ist und das JC muss eben auch auf diese Entscheidung zur EM-Rente warten.

Was wäre denn schlimm am Sozialamt? Das soll ja nicht auf Dauer sein. Von vielen Seiten hört man, da käme man nicht mehr weg, aber wieso?

Bevor es da Geld gibt darf man selber (fast) überhaupt nichts mehr besitzen und Eltern/Kinder werden überprüft, ob sie nicht den Unterhalt übernehmen können, also für mich wäre das der Horror schlechthin und das sicher nicht, weil ich besonders "vermögend" bin ... :icon_dampf:

Wenn man wieder gesund ist und sich eine Arbeit suchen kann, wo ist dann das Problem.

Kommt drauf an wie lange es dauern wird, bis dein Sohn wieder soweit ist, im Lebenslauf 2 - X Jahre "Bezug von Sozialhilfe" anzugeben macht sich bestimmt auch nicht so gut bei Bewerbungen und Leute die wegen Krankheit viele Jahre aus dem beruflichen Prozeß raus sind, werden sicher nicht gesucht wie eine "Stecknadel" ... :icon_kinn:

Das ist sicher einer der Gründe, warum man es dann sehr schwer haben wird, wieder im Erwerbsleben Fuß zu fassen, der Arbeitsmarkt wartet nicht auf Leute mit gesundheitlichen Einschränkungen, die sehr lange raus sind, aus dem aktiven Erwerbsleben ...

Hm, das mit den 3 Stunden also nicht reinschreiben? Den Antrag so lassen und abwarten, was kommt?

Richtig, er muss ja im Antrag angeben, dass er sich für mindestens 3 Stunden "erwerbsfähig fühlt", sonst entfällt der Anspruch auf ALGII direkt und der Antrag wird abgelehnt, dafür dass es nicht so ist, hat er aber deiner Bescheibung nach auch keine Beweise ... dann würde er tatsächlich ohne Geld "in der Luft hängen".

Das Problem ist ja da, wenn man ihm etwas vorschlägt und er es ablehnt, weil er momentan nicht kann, gibts Sanktionen ohne AU.

Das ist normal, wer angibt krank zu sein und deswegen (aktuell) nicht Arbeits- und Vermittlungsfähig, der muss das auch nachweisen, nur sagen reicht bei keinem Amt, könnte man ja bei einem Arbeitgeber auch nicht machen, ohne Krankschreibung vom Arzt einfach zu Hause bleiben ...

Dem wollten wir zuvorkommen.Er hat noch keinen Therapeuten, ist alles in Beantragung, eine AU ist nicht möglich.

Dem kann man aber nicht "zuvorkommen", jedenfalls nicht ohne eine AU-Bescheinigung vom Arzt, auch der MD schreibt ihn nicht krank, sondern bestimmt nur seine Leistungsfähigkeit für die Vermittlung in Arbeit.

Du schreibst ja er ist umgezogen und jetzt sei ein anderes JC zuständig, warum nimmst du so sicher an, dass der zuständige Amtsarzt das auch so sehen wird, wie beim alten JC, wenn es nicht mal einen Nachweis vom Arzt für seine Arbeits-Unfähigkeit gibt ... :icon_kratz:

Sorry aber wenn jemand absolut nicht arbeitsfähig ist, dann bekommt er auch eine AU-Bescheinigung für das JC dazu, solange es erforderlich ist, er muss doch irgendwo in Behandlung sein, wenn es ihm so schlecht geht wie du schreibst.

Ohne AU von einem ambulanten Arzt, ist er für das JC Vollzeit vermittelbar, da ist es unerheblich was er selber dazu meint, so sind nun mal die gesetzlichen Bestimmungen und wenn er dann nicht macht was die verlangen, bekommt er ganz sicher Sanktionen.

Wer wird da alles befragt? Ich und sein Vater, der Stiefvater auch?

Sein Stiefvater ist ihm nicht direkt zu Unterhalt verpflichtet, aber man wird überprüfen ob du nicht ausreichend von ihm (deinem Partner /Ehemann) unterhalten wirst/werden kannst, dass man dir nicht mehr soviel Geld belassen muss, als wenn du z.B. Alleinstehend wärst.

Wie alt ist denn dein Sohn, hat er einen erlernten Beruf, die Unterhaltsverpflichtungen den eigenen Kindern gegenüber werden (je nach Alter) oft deutlich strenger gesehen, wenn sie noch nie "wirtschaftlich selbsständig" waren und vielleicht auch noch keine Erstausbildung abgeschlossen haben.

Nach aktueller Lage gehört er aber schon rechtlich gesehen nicht ins Sozial-Amt, die wollen ihn auch nicht, wenn er nichtmal per AU-Bescheinigung beweisen kann, dass er wegen Krankheit nicht arbeiten kann ... da wird er dann direkt zum JC zurück geschickt ...

MfG Doppeloma
 

Hamilkar

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Läuft ein Antrag auf EM-Rente bei der DRV, dann darf er da noch gar nicht hingeschickt werden, da ist selbstverständlich bis zur Entscheidung ob Rente oder nicht weiter das JobCenter zuständig.

Ich weiß nicht, wer dir erzählt hat, dass man da dann "in der Luft hängen soll" weil keiner zahlt, ich war selber fast 2 Jahre vom JC abhängig, weil meine EM-Rente erst in einem Gerichtsverfahren geklärt und entschieden wurde ... da hat niemand versucht mich zum Sozial-AMT abzuschieben.

was eigentlich auch eine gewisse Logik hat. denn solange die DRV nicht zahlt, also Voll- oder Teilrente bewilligt, ist man ja offiziell gesund und arbeitsfähig (unabhägig vom tatsächlichen Zustand).

es wäre echt mal interessant, wieviel kranke Leute in der Warteschleife H4 hängen, nur weil die DRV nicht zahlt und alles verschleppt. sowas geht in der allgemeinen öffentlichen Wahrnehmung nämlich völlig unter. weil, wer keine Rente erhält muss ja gesund sein und kann demnach voll arbeiten...
 

Doppeloma

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Hallo Hamilkar,

es wäre echt mal interessant, wieviel kranke Leute in der Warteschleife H4 hängen, nur weil die DRV nicht zahlt und alles verschleppt.

wieviele es genau sind kann ich dir auch nicht sagen, aber es sind deutlich mehr als Mancher "da draußen" annehmen und gerne zugeben möchte, ich habe von einigen davon intensive Informationen (in einem speziellen Forum zum Thema EM-Rente), wie es ihnen damit geht.

sowas geht in der allgemeinen öffentlichen Wahrnehmung nämlich völlig unter. weil, wer keine Rente erhält muss ja gesund sein und kann demnach voll arbeiten...

Das siehst du völlig richtig, das will auch öffentlich Keiner wahrnehmen und wahr haben, wir versuchen seit Jahren darauf aufmerksam zu machen (Presse/TV) es wird einfach überwiegend totgeschwiegen, dass es überhaupt so viele Antragsteller auf EM-Rente gibt, die bis in Hartz 4 gehen müssen, weil sie sonst (nach Ablauf von Krankengeld und ALGI) ihren Lebensunterhalt nicht mehr finanzieren könnten.

Das ist besonders beschämend und unwürdig für teils schwer kranke Menschen (die ganz sicher nicht mehr vermittelbar sind), die zum Teil schon 30 - 40 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, auch dafür, dass sie angeblich (lt. bunter DRV-Broschüren) bei eintreten von EM einen Anspruch auf EM-Rente erworben haben ... :icon_neutral:

Wird die DRV dazu befragt (in TV und Presseberichten) warum EM- Renten so oft abgelehnt werden obwohl die Leute nicht mehr arbeiten können, betont man dort, dass es sich nur um "bedauerliche Einzelfälle" handeln würde, komisch nur, dass sowohl mein Männe als auch ich selber zu diesen "bedauerlichen Einzelfällen" gehören, in diesem Falle hat sich das wohl zufällig so ergeben ???

Hab doch tatsächlich gehofft, dass mir erspart bleibt, was ihm widerfahren ist (bis zur EM-Rente fast 5 Jahre Kampf), so kann man sich irren, wir hatten übrigens beide noch unseren (relativ sicheren) Arbeitsplatz, wären also als Gesunde Ü 50 nichtmal arbeitslos gewesen ...

Trotzdem hat uns jeder Gutachter merkwürdig angesehen, als wir irgendwann zugeben mußten, dass wir jetzt Hartz 4 beziehen würden ... da kommt bei denen direkt der "Verdacht" auf, dass man sich mit der Rente nur finanziell "verbessern" möchte gegenüber Hartz 4, da wird dann der tatsächliche Gesundheitszustand auch schnell zur Nebensache, was die Entscheidungen der DRV weiter erschwert und verzögert ... :icon_dampf:

Statistiken darüber werden nicht geführt, wieviele Antragsteller auf EM-Rente nur wegen der Ablehnung von der DRV im SGB II "durchgeschleift" werden, dazu gab es sogar schon eine "kleine Anfrage" im Bundestag von den Linken ... weil die das auch mal genauer wissen wollten.

Man habe dazu keine genauen Informationen, weil es sich nicht um relevante Zahlen handeln dürfte, wird das nicht gesondert abgefragt, ich denke eher die wollen es gar nicht so genau wissen, denn wo sollten wir (die Antragsteller auf EM-Rente) denn sonst "versteckt werden" ... :confused:

Wie du schon richtig festgestellt hast, ist man rechtlich gesehen offiziell Erwerbsfähig für wenigstens 3 Stunden, solange die DRV das nicht anders bestätigt mit einem Bescheid über EM-Rente, also brauchen /wollen die anderen (SGB XII) schon gar nicht zahlen (müssen).

Ist auch gut so, denn der Absturz (beim Sozial-AMT) wäre ja noch tiefer als beim JC, die finanziellen Verluste auf dem Weg zur EM-Rente gibt uns ja schon keiner zurück, es wird ja alles einkassiert/verrechnet (vom JC) was man bei Rentenbezug hätte zusätzlich behalten dürfen ...

Klar, das geht den ganzen ELOs auch nicht besser, aber bei uns wäre das überhaupt nicht notwendig gewesen mit Hartz 4, wenn die DRV unsere EM direkt nach der Antragstellung anerkannt hätte und nicht erst Jahre später am Gericht davon "überzeugt werden musste" ... :icon_neutral:


MfG Doppeloma
 

Hamilkar

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Das siehst du völlig richtig, das will auch öffentlich Keiner wahrnehmen und wahr haben, wir versuchen seit Jahren darauf aufmerksam zu machen (Presse/TV) es wird einfach überwiegend totgeschwiegen, dass es überhaupt so viele Antragsteller auf EM-Rente gibt, die bis in Hartz 4 gehen müssen, weil sie sonst (nach Ablauf von Krankengeld und ALGI) ihren Lebensunterhalt nicht mehr finanzieren könnten.

Das ist besonders beschämend und unwürdig für teils schwer kranke Menschen (die ganz sicher nicht mehr vermittelbar sind), die zum Teil schon 30 - 40 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, auch dafür, dass sie angeblich (lt. bunter DRV-Broschüren) bei eintreten von EM einen Anspruch auf EM-Rente erworben haben ... :icon_neutral:

Wird die DRV dazu befragt (in TV und Presseberichten) warum EM- Renten so oft abgelehnt werden obwohl die Leute nicht mehr arbeiten können, betont man dort, dass es sich nur um "bedauerliche Einzelfälle" handeln würde, komisch nur, dass sowohl mein Männe als auch ich selber zu diesen "bedauerlichen Einzelfällen" gehören, in diesem Falle hat sich das wohl zufällig so ergeben ???

das ist natürlich alles gelogen. die wüssten das genau, zumindest über die JC wäre das greifbar. will aber keiner wissen. die Mär vom Sozialstaat Deutschland muss ja aufrecht erhalten werden. bemerkenswert daran finde ich nur, dass dies seinerzeit von rot-grün duchgeboxt wurde. toll sozial.

übrigens die bedauerlichen Einzelfälle machen gesamt etwa 43-50% der Antragsteller aus. also fast die Hälfte der beantragten Renten wegen verm. EWF wird abgelehnt. pro Jahr 155-180.000.

wenn man mal schätzt, das nur 1/3 in H4 landet, wären das schon bei 3-5 Jahren Klagedauer 150-300.000 Leute.
 

Muzel

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Anna B.

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Hallo,

auch ich gehöre zu dem Kreis..nur mit dem Unterschied, dass ich nach 40 Jahren Beitragszahlung nicht mal Anspruch auf Hartz IV hätte, da ich einen Mann hab, der noch ein Gehalt bekommt...!!!

Bunte Broschüren, jedes Jahr neu aufgelegt, ohne inhaltliche Änderungen, aber viele neue Bilder (und teuere Fotografen und Werbefirmen) gibt es zuhauf...

und eben ablehnende Bescheide und teuer finanzierte REHA-Kliniken sowie Gutachter...

aber um mal die Rente zu bewilligen, wie sie seit Jahrzehnten versprochen wird..ne...dafür reicht das GEld nicht..

Bekannter von uns ebenfalls..45 Jahre Beiträge eingezahlt...zum Schluß Hartz IV... R'enten-Antrag läuft und läuft...mußte alles verkaufen, aufgeben, auflösen...damit er Geld bekommt..um Leben zu können...kurz vor der Entscheidung über die Rente ist er gestorben...so gesund war er....
seine Frau, ist mittlerweile 66 und mußte ein Tätigkeit aufnehmen, weil das Geld vorne und hinten nicht mehr reicht...war alles fürs Alter angespart und zurückgelegt worden (auch mal für einen evtl. Pflegefall)..das mußte ja erst alles aufgebraucht werden...
tja. nun arbeitet sie wieder....auf 450 Euro neben der Witwenrente...und die DRV hat nun die beiden Rv-Nummern vom verstorbenen Mann und ihre verwechselt und nun will man ihr die Rente streitig machen..weil sie ja verdient...
jetzt läuft dort der nächste Prozeß ab...

es ist zum ...
 

Hamilkar

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Bekannter von uns ebenfalls..45 Jahre Beiträge eingezahlt...zum Schluß Hartz IV... R'enten-Antrag läuft und läuft...mußte alles verkaufen, aufgeben, auflösen...damit er Geld bekommt..um Leben zu können...kurz vor der Entscheidung über die Rente ist er gestorben...so gesund war er....

hinzu kommt, sowas (Rente wg. verm. Erwerbesfähigkeit beantragen und nicht bewilligt bekommmen, obwohl krank) kostet ja r i c ht i g Nerven. wie dann verdiente Menschen so behandelt werden, da wird man noch kranker, das bohrt sich ganz tief rein. jahrzehntelang geschuftet, dann biste der ****.

ich finde das alles unfassbar. aber Hauptsache nächstes Jahr können die Rentenbeiträge wieder gesenkt werden, weil die Kassen ja so voll sind, weil angbelich die Wirtschaft brummt.

alles Blödsinn, die Kassen sind voll, weil BU-Renten abgeschafft, EU-Renten kaum noch gezahlt, und die Altersgrenzen in allen Bereichen um 2-3 Jahre angehoben wurden.

der AN merkt 0,X% weniger Rentenbeitrag vom brutto netto kaum. die Mehrheit würde dafür lieber früher in Altersrente gehen oder lieber Leistungen erhalten, wenn diese krankheitsbedingt notwenidg sind.

freuen tun sich nur die Großkonzerne, bei denen summiert sich die Ersparnis auf. Arbeitsplätze werden davon aber trotzdem nicht geschaffen (auch gelogen).

der Sozialstaat Deutschland definiert sich mittlerweile nur noch bei der Abgabenhöhe als spitze, Leistungen nur noch Mittelmaß, bei der Altersrente mit das höchste Renteneintrittsaler weltweit. Bismarck und Kaiser Wilhelm würden sich im Grabe rumdrehen!
 
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