Antrag auf Erwerbsminderungsrente Aufforderung durch das Jobcenter, ist das korrekt ?

Mannheimer

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hallo zusammen,
ich beziehe ALG2 und bin seit dezember 2014, wegen neurologischer und psysischer probleme durchgehend, von meinem hausarzt krank geschrieben.

heute erhielt ich ein schreiben vom jobcenter :
sie haben leistungen zur sicherung des lebensunterhalts usw. bezogen. seit ... sind sie arbeitsunfähig erkrankt und stehen dem arbeitsmarkt aktuell nicht zur verfügung. es ist zu überprüfen, ob und in wie weit anspruch besteht, bzw. bestanden hat. folgende unterlagen werden hierzu noch benötigt :
nachweis über antragstellung der erwerbsminderungsrente. bitte reichen sie diese bis zum 16.09.16 ein.

bisher, wurde ich nicht aufgefordert rente zu beantragen, daher wundere ich mich über die aufforderung, den rentenantrag ( als fehlende unterlage ) einzureichen ... ist dieses vorgehen vom jobcenter korrekt ?

danke & gruß,
mannheimer
 

Helga40

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AW: Antrag auf Erwerbsminderungsrente Aufforderung durch das Jobcenter, ist das korrekt

Wenn man bedenkt, dass Anspruch auf ALG 2 nur der hat, der erwerbsfähig ist (§ 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB II) § 8 Abs. 1 SGB II folgendes bestimmt:

1) Erwerbsfähig ist, wer nicht wegen Krankheit oder Behinderung auf absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein.
Unter "absehbare Zeit" versteht man im allgemeinen 6 Monate. Das Jobcenter ist also bereits ca. 2 Jahre zu spät dran.

Hättest du überhaupt Anspruch auf Erwerbsminderungsrente? Hat das JC dich mal zum Ärztlichen oder Psychologischen Dienst der BA geschickt? Unternimmst du was um gesund zu werden? Warst du mal bei Fachärzten (Hausarzt dürfte eigentlich nicht unbedingt die richtige Person für die genannten Probleme sein, schätzungsweise hätte das eine Krankenkasse bei der Dauer so nicht akzeptiert)?
 

Wutbuerger

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AW: Antrag auf Erwerbsminderungsrente Aufforderung durch das Jobcenter, ist das korrekt

Das Vorgehen des JC ist insoweit korrekt, als das eine Erwerbsminderungsrente eine vorrangige Leistung ist . Damit würdest du entweder aus demALG2 Bezug fallen oder deinen Bedarf vermindern.
Stelle also deine Antrag bei der Rentenversicherung, lasse dich begutachten und warte das Ergebnis ab.
Zur Antragstellung reicht ein Satz zB "hiermit beantrage ich eine EM Rente " , den Stapel Formulare kannst du dann später in einer Rentenstelle ausfüllen. Bis zum rechtskräftigen Ende des Antrags muss das JC zahlen. Kommt bei dem Gutachten raus das du erwerbsfähig bist ( 6 Stunden und mehr tägl ) oder teilerwerbsunfähig bist (3 bis 6 Stunden tägl ) hat das JC dich weiterhin am Haken ..oder du das JC .
Weiterhin teile ich die Meinung von Helga40 nicht. Die Zeit wie lange du krank bist ist erst mal unerheblich,es kommt auf die Prognose an. Schreibt dein Arzt dich für 3 Monate krank und hält Genesung für möglich, kann der Zeitraum auch öfters verlängert werden, ohne das der ALG2 Anspruch entfällt.
Wenn du von der DRV ein Gutachten hast steht da auch die sozialmedizinische Beurteilung mit drin.
Die sagt was du machen darfst und was nicht . Je nach dem was da drin steht ( zb keine stressigen Arbeiten , keine Wechselschicht, keine Belastungen durch Allergene usw ) bekommt dein Arbeitsvermittler immer mehr Beschränkungen was er dir nicht mehr vorlegen darf.
 

Doppeloma

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AW: Antrag auf Erwerbsminderungsrente Aufforderung durch das Jobcenter, ist das korrekt

Hallo Mannheimer,

ich beziehe ALG2 und bin seit dezember 2014, wegen neurologischer und psysischer probleme durchgehend, von meinem hausarzt krank geschrieben.
Darf ich fragen wie alt du bist und was vorher gewesen ist ... (Arbeitsplatz / Krankengeld/ Aussteuerung / ALGI und direkt anschließend ALGII ???) bist du schon mal vom ÄD der AfA (oder des JC) "begutachtet" worden ???

heute erhielt ich ein schreiben vom jobcenter :
sie haben leistungen zur sicherung des lebensunterhalts usw. bezogen. seit ... sind sie arbeitsunfähig
erkrankt und stehen dem arbeitsmarkt aktuell nicht zur verfügung. es ist zu überprüfen, ob und in wie weit anspruch besteht, bzw. bestanden hat.
Das wäre nämlich Vorbedingung für eine Aufforderung EM-Rente zu beantragen, es ist Unsinn, das alleine auf eine lange andauernde AU-Zeit beziehen zu wollen ...

Arbeits-UNFÄHIG bedeutet eben, dass man (nach Genesung irgendwann) durchaus wieder in Arbeit vermittelt werden könnte, das ist nicht gleich zu setzen mit dem (leider gängigen) "Verdacht" aller JC, dass man nun auch "Erwerbsgemindert / Erwerbsunfähig" sein müsse ...

Aus welchen medizinischen Kenntnissen heraus möchte da ein SB den Schluss ziehen dürfen, dass man doch bitte Erwerbsminderungsrente beantragen solle ... die ist keineswegs "vorrangig" nur wegen längerer Krankschreibung ... und weil man deswegen (folgerichtig) nicht vermittelt werden kann.

Wie man sich das "passend" zurecht interpretieren kann macht ja #Post 2 schon sehr deutlich ... der "absehbare Zeitraum" wird mal willkürlich auf 6 Monate festgelegt und dann ist man "reif für die EM-Rente" ... solche kurzen AU-Zeiten sieht die DRV dafür aber noch lange nicht als relevant an ... :icon_evil:

Man könnte aber durchaus (auch nach 6 und mehr Monaten) wieder gesund werden, das kann doch ein SB ohne medizinische Prüfung durch den ÄD gar nicht beurteilen wollen ... welche §§ werden denn genannt, die dich dazu verpflichten sollen in der Weise "mitzuwirken" ... OHNE vorher wenigstens mal dem "Amtsarzt" vorgestellt zu werden ...

Kann das jetzt auch schon eingespart werden, besagt bereits ein längerer Krankenschein, dass man für die Arbeitswelt "verloren" ist und EM-Rente bekommen sollte ... ???

Welche Vermittlungs-Erfolge gibt es denn bei denen, die nicht häufig oder länger AU sind, das ist doch nur der "Aufhänger" für dein JC und die vage Hoffnung, dich (vielleicht) an die DRV und/oder das Sozial-AMT los zu werden ...

Das größte Problem dabei wird allerdings genau die DRV werden, denn die will natürlich auch nicht zahlen (müssen), weil das JC es gerne so hätte (das gilt sogar dann, wenn du dich selbst auch für EM halten würdest) ... :icon_evil:

folgende unterlagen werden hierzu noch benötigt :
nachweis über antragstellung der erwerbsminderungsrente. bitte reichen sie diese bis zum
16.09.16 ein.
Ganz schön mutig also dieses Ansinnen, in der Regel macht man sich wenigstens noch die Mühe zu schreiben, dass der ÄD ein entsprechendes Gutachten erstellt habe, woraus sich ergibt (ergeben soll), dass EM-Rente zu beantragen ist ... das "darf" gerne auch per Aktenlage sein (wozu soll man sich die "überflüssigen" Kostenfälle noch lange persönlich dafür betrachten müssen) aber es sollte schon wenigstens Eins geben ... :icon_kinn:

bisher, wurde ich nicht aufgefordert rente zu beantragen, daher wundere ich mich über die aufforderung, den rentenantrag ( als fehlende unterlage ) einzureichen ... ist dieses vorgehen vom jobcenter korrekt ?
Nein, in der Weise ist das absolut NICHT korrekt, denn aus Arbeits-Unfähigkeit (auch nicht aus längerer) alleine (SGB V / Krankenkassenrecht) lässt sich für Laien (nichts Anderes sind die JC-Vermittler auf medizinischem Gebiet) überhaupt nicht darauf schließen, ob Jemand Erwerbsgemindert (nach Rentenrecht) sein könnte und daher eine EM-Rente beantragen "muss" ...

Dass eine Vermittlung deswegen (natürlich) auch nicht stattfinden kann liegt in der Natur der Sache, wer im "normalen" Berufsleben mal AU ist wird aber auch nicht direkt zum EM-Rentenantrag aufgefordert ... es macht natürlich Sinn für die JC diese "Vermutung" (länger AU = Erwerbsgemindert) zu pflegen und aufrecht zu erhalten ...

So kann man wenigstens versuchen die Kranken LE irgendwie "abzuschieben", wenn man schon mit den gesunden Arbeitslosen nicht weiß wohin damit (außer in viele "sauteure Maßnahmen", um wenigstens die Statistik zu schönen) ... :icon_dampf:

Das greift in ganz D bei den JC immer mehr um sich und es scheint auch inzwischen keiner ernsthaften medizinischen Begründung mehr zu bedürfen, es genügen bereits "Vermutungen" von Arbeitsvermittlern, einen Menschen als Erwerbsuntauglich zu betrachten und möglichst in eine EM-Rente bringen zu können ...

Wenn da nur die DRV nicht wäre, die diesem "Frühverrentungs"-Trend der JC noch immer nicht so ganz folgen möchte, denn die sehen Reha VOR Rente und prüfen sehr genau, ob der Langzeit-Kranke tatsächlich nicht mehr für den "allgemeinen Arbeitsmarkt" zu gebrauchen ist, NUR dann besteht überhaupt ein Anspruch auf EM-Rente aus rein gesundheitlichen Gründen ...

Lange, durchgehende AU ist dabei nur ein kleiner Baustein, der (bei der DRV) gerne "übersehen" wird ... denn AU ist eben "nur" ein (wahrscheinlich) vorübergehender Zustand, der nicht unbedingt in EM-Rente führt ...

Denen ist es sogar völlig egal, ob es ihre "Fantasie-Berufe" am Arbeitsmarkt überhaupt gibt, mit denen die Betroffenen noch ihren Lebensunterhalt verdienen "könnten" (nach Ansicht vieler DRV-Reha-Kliniken und DRV-Gutachter) ... für die Vermittlung sind schließlich AfA und / oder JC zuständig ... und NICHT die DRV mit EM-Rente ... :icon_evil:

Die Entscheidung, ob du der Aufforderung folgen wirst kann dir Niemand abnehmen, das kommt auch auf genannte Rechtsgrundlagen und eine eventuelle Rechts-Folgenbelehrung an ...

Rein rechtlich gesehen ist EM-Rente KEINE "vorrangige" Leistung wegen langfristiger AU-Bescheinigung (und dadurch bedingter Unmöglichkeit dich zu vermitteln) ... die Vermutung von Erwerbsminderung hätte zumindest zunächst mal ein Arzt zu prüfen und zu bestätigen, in diesem Falle der ÄD vom JC ...

Ob dieses "Gutachten" dann auch den notwendigen Eindruck bei der DRV machen wird, ist immer noch die zweite Frage ... die kennen dieses "Spiel" (um Geld) schließlich auch schon seit es Hartz 4 gibt ...

Bleibt der LE dann OHNE EM-Rente weiter beim JC, dann ist auch auf länger als 6 Monate zu akzeptieren, dass man weiter AU sein kann, aber trotzdem NICHT (von der DRV anerkannt) Erwerbsgemindert ist ...

Das bestimmt § 44a SGB II ...

§ 44a SGB II Feststellung von Erwerbsfähigkeit und Hilfebedürftigkeit

... daran ist dann auch ziemlich interpretationsfrei das JC länger als 6 Monate "gebunden" ...

MfG Doppeloma
 

Mannheimer

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AW: Antrag auf Erwerbsminderungsrente Aufforderung durch das Jobcenter, ist das korrekt

hallo doppeloma,
herzlichen dank für deine ausführliche aufklärung ! ich bin fast 56 jahre alt. beim ärztlichen dienst, war ich vor ein paar jahren mal... mich hat es eben gewundert, dass ich eine bestätigung über die abgabe / antrag für eine EM rente einreichen soll - ohne, dass ich vorab dazu aufgefordert wurde, EM rente zu beantragen.
ich werde den antrag morgen früh abholen. ein termin zur abgabe, ist jedoch frühestens im november frei.

vielleicht habe ich ja glück und werde vorerst ausgemustert. so hätte ich zumindest das jobcenter, vonner backe.

gruß mannheimer
 

Wutbuerger

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AW: Antrag auf Erwerbsminderungsrente Aufforderung durch das Jobcenter, ist das korrekt

Warum stellst du nicht den Antrag formlos , zb im Internet. Üblicherweise sendet die DRV innerhalb weniger Minuten die Bestätigung des Antrageingangs und als Nachweis für das JC reicht das.
Auf alles andere hat man ja keinen Einfluss .
 

Mannheimer

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AW: Antrag auf Erwerbsminderungsrente Aufforderung durch das Jobcenter, ist das korrekt

ob ich anspruch habe ? keine ahnung ... klar, war ich auch bei fachärzten, außer schmerztabletten - keine hilfe. alles andere, sind privatleistungen. woher nehmen ? so lange ich keinen anspruch auf krankengeld habe, isses der kasse doch wurscht, von wem die AU ausgefüllt wird.
 

Mannheimer

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AW: Antrag auf Erwerbsminderungsrente Aufforderung durch das Jobcenter, ist das korrekt

Warum stellst du nicht den Antrag formlos , zb im Internet. Üblicherweise sendet die DRV innerhalb weniger Minuten die Bestätigung des Antrageingangs und als Nachweis für das JC reicht das.
Auf alles andere hat man ja keinen Einfluss .[/QUOTE

so etwas gibt es ? ich bin von der altmodischen fraktion und halte gerne anträge / papiere in der hand.
wie auch immer, ich werde ja sicher eine bestätigung, über den termin für die abgabe bekommen. diesen wisch
schicke ich dann meinem sachbearbeiter.
 

Doppeloma

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AW: Antrag auf Erwerbsminderungsrente Aufforderung durch das Jobcenter, ist das korrekt

Hallo Mannheimer,

ob ich anspruch habe ? keine ahnung ... klar, war ich auch bei fachärzten, außer schmerztabletten - keine hilfe. alles andere, sind privatleistungen. woher nehmen ? so lange ich keinen anspruch auf krankengeld habe, isses der kasse doch wurscht, von wem die AU ausgefüllt wird.
deinen Versicherungsrechtlichen Anspruch solltest du eigentlich bereits kennen, hast du noch nie Renten-Informationen bekommen von der DRV ???

Das solltest du dann noch VOR dem Antrag auf EM-Rente anfordern, geht auch per Fax oder Internet, sogar mal per Telefon.

Du brauchst nur deine Rentenversicherungsnummer und wenige Tage später weißt du zumindest ob ein theoretischer Anspruch auf EM-Rente besteht und wie hoch diese Rente dann ungefähr sein würde.

Du bittest um eine Renten-Auskunft / Renten-Information, das geht aber nur dich was an, das JC hat keinen Anspruch darauf. :icon_evil:

Die gesundheitlichen Belange wird ohnehin dann die DRV nach der Antragstellung zu prüfen haben, einige Arztberichte / Befunde solltest du aber schon beifügen, ob der DRV das genügt wirst du erfahren, man wird dich wohl mindestens zu einem DRV-Gutachter schicken ...

Mit der KK hast du natürlich Recht, wenn die kein Krankengeld mehr zahlen müssen ist denen egal wer dich noch weiter und wie lange AU schreibt ... die wollen dir auch nur "helfen" so lange es ihr Geld kostet, dass du finanziell überleben kannst ...

Danach interessiert es die KK nicht mehr ob du jemals wieder gesund wirst und welche Mittel /Therapien dafür eventuell nötig wären ... da muss man sich dann auch alles "erkämpfen" ...
Es geht überall NUR noch um Geld und schon lange NICHT mehr um unsere Gesundheit ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 
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