Antrag auf ALG II abgelehnt

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, mĂŒssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Harry38HD

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
15 Februar 2009
BeitrÀge
11
Bewertungen
0
Hallo,

ich habe leider keinen aktuellen Thread zu diesem Thema gefunden und vermutlich an der falschen Stelle gesucht. Bitte seht mir das nach.

Zu meinem Anliegen:

Meine Frau hat Ende Januar (auf Anraten der SB von der Arbeitsagentur) beim Jobcenter einen Antrag auf ALG II gestellt und wir haben nach geraumer Zeit einen Berg voll Kopien dort abgeliefert.

Ich selbst bin selbstĂ€ndig und mein Job als Nachhilfelehrer und Dozent bringt es mit sich, dass meine Einnahmen (vor Abzug von Ausgaben, Versicherungen, Steuern etc.) im Verlauf eines Schuljahres sehr stark schwanken. Also konnte ich nur auf der Basis der Daten vom Vorjahr eine vage Prognose stellen ĂŒber den Antragszeitraum.

Ich persönlich werde aus den Berechnungen, die mir die SB mit an den Ablehnungsbescheid angeheftet hat, nicht schlau und bin in erster Linie verwundert darĂŒber, dass da ganz glatte Zahlen bei rauskommen.

Die Ablehnung in Zahlen:
"Ihre Bedarfsgemeinschaft verfĂŒgt ĂŒber anzurechnendes Einkommen in Höhe von 1.020,00 Euro, dieses ĂŒbersteigt den monatlichen Bedarf von mtl. 997,13 Euro (...). Sie sind daher nicht bedĂŒrftig."

Ich denke, mit knapp 23 Euro Differenz auf einen ganzen Monat (wohlgemerkt auf einer Prognose beruhend) haben wir das Ziel nur ganz knapp verfehlt, m. E. zu knapp, als dass sich eine Nachberechnung nicht lohnen könnte.

Hat jemand Àhnliche Erfahrungen mit dieser Materie und kann mir ein paar Tipps oder Hinweise geben, wie ich das System besser verstehen und das Ganze eventuell noch zu unseren Gunsten drehen kann?

Wenn meine tatsĂ€chlichen Einnahmen auch nur um 150 Euro ĂŒber 6 Monate verteilt absacken, ....

FĂŒr nĂŒtzliche Tipps und Hinweise zum weiteren Vorgehen wĂ€re ich euch sehr dankbar und ich bin gerne bereit, meine Erfahrungen dann auch kĂŒnftigen Hilfesuchenden zur VerfĂŒgung zu stellen.

Liebe GrĂŒĂŸe
Harald
 

gerda52

Elo-User*in
Mitglied seit
21 MĂ€rz 2007
BeitrÀge
4.331
Bewertungen
369
Das Thema verschiebe ich mal ins Forum fĂŒr SelbstĂ€ndige, weil dort sicherlich passgenauere Antworten zu bekommen sind.

Ich habe noch eine Frage:

Was ist jetzt mit der KV? Muss sich Deine Frau selbst mit eigener Beitragszahlung versichern oder besteht die Möglichkeit der Familienversicherung?
 

Harry38HD

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
15 Februar 2009
BeitrÀge
11
Bewertungen
0
Hallo gerda52,

vielen Dank, dass du meinen Beitrag an die richtige Stelle verschoben hast.

Ich bin bei der IKK freiwillig krankenversichert und meine Ehefrau ist im Rahmen einer Familienversicherung mitversichert.

Viele GrĂŒĂŸe
Harald
 

gerda52

Elo-User*in
Mitglied seit
21 MĂ€rz 2007
BeitrÀge
4.331
Bewertungen
369
Ich bin bei der IKK freiwillig krankenversichert und meine Ehefrau ist im Rahmen einer Familienversicherung mitversichert.
Gut, eine Sorge weniger ist auch schon was. ; )

Ich denke, mit knapp 23 Euro Differenz auf einen ganzen Monat (wohlgemerkt auf einer Prognose beruhend) haben wir das Ziel nur ganz knapp verfehlt, m. E. zu knapp, als dass sich eine Nachberechnung nicht lohnen könnte.
Das Problem ist, auch wenn der Bedarf nur im geringfĂŒgigen Bereich nicht gedeckt ist, wird man zunĂ€chst einmal auf Wohngeld verwiesen.

Weicht das errechnete Einkommen der Arge von Deiner eigenen Prognose (6-Monats-Schnitt) ab? Wenn ja, inwiefern? Hast Du bei der Prognose die voraussichtl. Aufwendungen mit eingerechnet? Wurden die FreibetrĂ€ge vom mutmaßlichen Einkommen korrekt berechnet und bei der Anrechnung abgezogen?

Wenn meine tatsĂ€chlichen Einnahmen auch nur um 150 Euro ĂŒber 6 Monate verteilt absacken, ....
Dir ist bekannt, dass man sein Einkommen nicht 'mutwillig' verringern darf, um .... ? Gesetzt den Fall, die Einnahmen gehen tatsĂ€chlich in der GrĂ¶ĂŸenordnung zurĂŒck, wĂŒrde ich trotzdem erst einmal den evtl. Wohngeldanspruch auch auf dieser Basis checken und ggf. noch darauf bestehen, dass der erhaltene ALG II - Bescheid in einen vorlĂ€ufigen Bescheid umgewandelt wird.
 

Harry38HD

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
15 Februar 2009
BeitrÀge
11
Bewertungen
0
Ich hatte eine Prognose auf der Basis der Vorjahreswerte erstellt und auf volle Hunderter gerundet, weil es absolut unmöglich ist, exakte Werte fĂŒr die Einnahmen und Ausgaben im Voraus zu kalkulieren - es braucht nur in einer Schule ein Virus zu kursieren und schon ist die Prognose hinfĂ€llig

Nur als Beispiel fĂŒr eine Woche:
letzte Woche hatte ich 2 Extra-Stunden, denen 4 Absagen wg. Krankheit, Schulveranstaltungen und einem Betrunkenen, der mit einem Stein die Scheibe meines Autos eingeworfen hatte, gegenĂŒberstanden. Ok, das mit der Fensterscheibe ist (hoffentlich) ein Einzelfall, aber das macht gegenĂŒber meinem Stundenplan, den ich Sonntag Abends immer ausdrucke, ein Minus von 2 Stunden oder umgerechnet ca. 20 Euro vor Steuern etc.
Das sollte sich am Ende natĂŒrlich wieder irgendwie ausgleichen, aber, was am Ende tatsĂ€chlich dabei rumkommt, weiß ich erst, wenn ich die Schlusskalkulation gemacht habe.

Zum Bescheid zurĂŒck:
Ich habe alles angegeben nach bestem Wissen und Gewissen (wahrscheinlich liegt hier schon mein Fehler!), Einnahmen/Ausgaben auf volle Hunderter gerundet, wie erwĂ€hnt, und davon gehen natĂŒrlich noch krumme BetrĂ€ge ab wie 323,19 fĂŒr KV/PV, 17,64 fĂŒr die freiwillige AV usw. Summa summarum ist es also völlig unwahrscheinlich (oder ein absoluter Zufall), einen glatten Einkommensbetrag von 1300 herauszubekommen. Davon wurde ein Freibetrag von 280 abgezogen, woher der kommt, wissen nicht mal die Götter.

Um es kurz zu sagen, ich verstehe die Art der Kalkulation einfach nicht, weil in der "HorizontalĂŒbersicht" nur Werte auftauchen, bei denen ich nicht weiß, wie sie zustandekommen.

Kann man in der Hinsicht beantragen, dass die zugrunde liegende Kalkulation offengelegt wird? Immerhin mussten wir ja auch nen Vermögensstriptease par Excellence hinlegen.

Ansonsten werde ich es mit einem Antrag auf Wohngeld und damit versuchen, dass der ablehnende Bescheid in einen vorlĂ€ufigen Bescheid umgewandelt und rĂŒckwirkend berechnet wird anhand der tatsĂ€chlichen Zahlen.

Keine Sorge, ich werde meine Einnahmen und meine Stundenzahl nicht mutwillig verringern. Aber ich werde auch nicht anfangen, jetzt sĂ€mtliche Absagen (SMS und Telefonanrufe oder Ähnliches) zu dokumentieren.
Und es soll doch tatsĂ€chlich Leute geben, die unentschuldigt nicht erscheinen ... und ich darf ihnen noch nicht mal fĂŒr 3 Monate 10 oder 30 Prozent vom Taschengeld abziehen (obwohl ich es bei "WiederholungstĂ€tern" zu gerne tun wĂŒrde) - böse Welt!
 

gerda52

Elo-User*in
Mitglied seit
21 MĂ€rz 2007
BeitrÀge
4.331
Bewertungen
369
Zum Bescheid zurĂŒck:
Ich habe alles angegeben nach bestem Wissen und Gewissen (wahrscheinlich liegt hier schon mein Fehler!), Einnahmen/Ausgaben auf volle Hunderter gerundet,

Hoffentlich alle nach unten? :cool:

wie erwĂ€hnt, und davon gehen natĂŒrlich noch krumme BetrĂ€ge ab wie 323,19 fĂŒr KV/PV, 17,64 fĂŒr die freiwillige AV usw. Summa summarum ist es also völlig unwahrscheinlich (oder ein absoluter Zufall), einen glatten Einkommensbetrag von 1300 herauszubekommen.

Du kannst ja mal die Dir bekannten AbzugsbetrÀge addieren und die Differenz Arge-Netto-Einkommen zum Prognose-Netto-Einkommen ermitteln.

Davon wurde ein Freibetrag von 280 abgezogen, woher der kommt, wissen nicht mal die Götter.

Maximaleinkommen (kinderlos) fĂŒr Freibetragsberechnung = 1200 Euro brutto.

Der FreibetrÀg selbst errechnet sich in Deinem Fall dann so:

1. Grundfreibetrag = 100 Euro
2. (800 € - GF) * 20% = 140 Euro
3. (1200 € - 800) * 10% = 40 Euro

Summe Freibetrag = 280 Euro

Um es kurz zu sagen, ich verstehe die Art der Kalkulation einfach nicht, weil in der "HorizontalĂŒbersicht" nur Werte auftauchen, bei denen ich nicht weiß, wie sie zustandekommen.

Bei der HorizontalĂŒbersicht wird das Einkommen auf den Partner aufgeteilt, sie ist in der Tat nicht hilfreich beim Nachvollziehen. Die eigentliche Berechnung erfolgt aber vor dieser Verteilung und steht im Berechnungsbogen nur in der Spalte fĂŒr Dich.

Kann man in der Hinsicht beantragen, dass die zugrunde liegende Kalkulation offengelegt wird? Immerhin mussten wir ja auch nen Vermögensstriptease par Excellence hinlegen.

Das kann man und sollte es auch. :wink:

Ansonsten werde ich es mit einem Antrag auf Wohngeld und damit versuchen, dass der ablehnende Bescheid in einen vorlĂ€ufigen Bescheid umgewandelt und rĂŒckwirkend berechnet wird anhand der tatsĂ€chlichen Zahlen.

Keine Sorge, ich werde meine Einnahmen und meine Stundenzahl nicht mutwillig verringern. Aber ich werde auch nicht anfangen, jetzt sĂ€mtliche Absagen (SMS und Telefonanrufe oder Ähnliches) zu dokumentieren.
Und es soll doch tatsĂ€chlich Leute geben, die unentschuldigt nicht erscheinen ... und ich darf ihnen noch nicht mal fĂŒr 3 Monate 10 oder 30 Prozent vom Taschengeld abziehen (obwohl ich es bei "WiederholungstĂ€tern" zu gerne tun wĂŒrde) - böse Welt!
Ein verbindlich vereinbarter Termin rechtfertigt m.E. auch eine Berechnung der Stunde bei Nichterscheinen des 'MissetÀters'. ; )
 

Harry38HD

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
15 Februar 2009
BeitrÀge
11
Bewertungen
0
Ich habe mathematisch gerundet und mir nun die MĂŒhe gemacht, das Ganze nochmal durchzurechnen, so wie ich es rechnen wĂŒrde - ich hab hier im Forum schon mehrmals gelesen, dass die Herrschaften vom Jobcenter gegen betriebswirtschaftliche und steuerrechtliche RechengrundsĂ€tze resistent sind:

Da der Zeitraum vom 29.01. - 29.07.09 gehen sollte, hab ich die Prognosen fĂŒr Januar bis Juli (7 Monate) genommen und sogar immer großzĂŒgig auf volle 50er aufgerundet, addiert und durch 7 geteilt: das ergibt einen Schnitt von gerundet 1765 Euro, davon gehen 55 Euro Fahrkosten (Monatskarte), 150 Euro fĂŒr BĂŒromaterial (Tinte, Kopierpaier, Heftklammern etc. fĂŒr Skripte, die ich in meinen Kursen verteile), 323 Euro KV/PV und 18 Euro frw. AV ab: das ergibt 1219 Euro, abzĂŒglich des Freibetrags von 280 Euro bleiben am Ende 939 Euro ĂŒbrig.

Genau das werde ich in den Widerspruch reinschreiben und verlangen, dass man mir das ausfĂŒhrlichst vorrechnet und dass man mir auch die Vorgehensweise erklĂ€rt. Ich hab nicht Mathe-Leistungskurs gehabt, eine kaufmĂ€nnische Ausbildung gemacht und sogar ein paar Wochen Mathe studiert, um mathematische Fehlleistungen von diesen Luschen einfach hinzunehmen.

Du schreibst von irgendeinem Berechnungsbogen; den habe ich offensichtlich nicht bekommen.
 

pinguin

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
22 September 2008
BeitrÀge
4.294
Bewertungen
1.150
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber mich dĂŒnkt, wenn Du höhere notwendige VersicherungsbeitrĂ€ge nachweisen kannst, als jene 30 Euro, die in den pauschalen 100 Euro Grundfreibetrag vorhanden sind, kannst Du diese komplett abziehen lassen. (Bei Einkommen aus Arbeit, die Du ja hast).

Schau mal hier nach:
https://www.harald-thome.de/media/files/SGB II DA/DA_30_23_5_2008.pdf
https://www.harald-thome.de/media/files/SGB II DA/DA_26_-_01_01_2009.pdf
https://www.harald-thome.de/media/files/SGB II DA/DA_11-20_11_2008.pdf

Überdies gibt es nur 6-monatige BewilligungszeitrĂ€ume, keine 7 Monate am StĂŒck.

ciao
pinguin
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, mĂŒssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten