Anspruch auf Wohngeld und Kinderzuschlag (Mindesteinkommen berechnen)

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Javanse

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
24 Januar 2019
Beiträge
2
Bewertungen
0
Ich bin durch den Paragraphen- und Behördendschungel so mitgenommen, dass ich keinen anderen Ausweg mehr sehe als euch hier einfach mal um eine konkrete Beispielrechnung mit Kommentar zu bitten, anhand derer ich die Berechnung des Mindesteinkommens nachvollziehen kann. Ich habe mir schon einige Fallbeispiele angesehen, dabei aber auch nur Bahnhof verstanden (10% Anrechnung, 30% Abzug bei wenn und aber dies und jenes mir glüht wirklich der Kopf)

Angenommen

  • Mutter A zieht mit ihrem 3 Monate alten Kind in eine Wohnung
  • Die Mietstufe ist Stufe 5
  • Wohnungskosten setzen sich zusammen aus:
550 Euro Kaltmiete
150 Euro Nebenkosten
20 Euro Heizkosten
_____________________
(720 Euro Miete Warm)

  • Das Einkommen der Mutter beträgt:
460 Euro Elterngeld (wird angeblich nicht als Einkommen gewertet, wie verhält sich das bei Wohngeld und Kinderzuschlag wirklich)
197 Euro Kindergeld (wird angeblich nicht als Einkommen gewertet)
XXX Euro Unterhalt vom Vater des Kindes (Höhe steht noch nicht fest)


1. Wieviel Unterhalt (Ersatzweise andere Einkünfte) müsste Mutter A mindestens vom Vater des Kindes erhalten, damit Sie einen Anspruch auf Wohngeld und den Kinderzuschlag erhält und nicht auf ALGII verwiesen wird?

Falls mir jemand bei der Berechnung helfen kann wäre ich sehr dankbar. Noch dankbarer wäre ich wenn jemand den Rechenweg inkl. Kommentar für mich als Beispielrechnung verständlich macht. So kann ich beim nächsten Mal selber nachrechnen. Darüber würde ich mich (und manch andere sicher auch sehr freuen).

Vielen vielen Dank allein schonmal fürs lesen :)

Der Hintergrund ist, ich möchte ALG II um jeden Preis vermeiden. Auch wenn ich eventuell weniger Geld zur Verfügung habe, möchte ich mir den Ärger mit der ARGE nicht geben. Ich war einmal ALG II Empfängerin und möchte nie mehr so behandelt werden wie man damals mit mir umgesprungen ist.
 

Seepferdchen 2010

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
25.155
Bewertungen
18.364
Javanse :welcome:

Um Anspruch auf Wohngeld zu haben, ist wie du ja auch schreibst ein Mindesteinkommen vorgesehen,
hier für dich mal als Beispiel:

Hier mal ein Beispiel 424 € Regelsatz plus 400€ Warmmiete gleich 824€

424+400 = 824 € /100 *80)=659,20 €

Faustformel für das Mindesteinkommen
Der Regelsatz beläuft sich nach § 20 SGB II auf 424 € (bei Alleinstehenden). Der Mehrbedarf nach § 21 SGB II kommt beispielsweise bei Schwangerschaften, Krankheit oder auch Alleinerziehenden zum Tragen. Hinzukommen können noch monatliche Belastungen wie Versicherungsbeiträge etc.

Beim Wohngeldantrag reicht es aus, wenn der Antragsteller als Mindesteinkommen 80%der oben genannten Beträge erreicht.

Zur Erreichung des Mindesteinkommens können alle finanziellen Mittel herangezogen werden, die der Antragsteller monatlich zur Verfügung hat, unabhängig davon, ob es als Einkommen im Sinne des Wohngeldgesetzes gewertet wird.

Quelle:
Wohngeld Einkommen 2019 - Wohngeldtabelle - Freibeträge

Nachweis der Einnahmen, Plausibilitätsprüfung 15.01 WoGVwV

(1) Die Wohngeldbehörde hat in allen Fällen von Amts wegen zu prüfen, ob die Einnahmen auch nach Abzug von Aufwendungen (z. B. von zukünftig zu tätigenden Unterhaltsleistungen) ausreichen, um den Lebensunterhalt der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder zu bestreiten. Wenn sich bei der Ermittlung des Jahreseinkommens unter dem Bedarf nach dem SGB XII liegende Einnahmen ergeben, sind die Angaben der wohngeldberechtigten Person besonders sorgfältig auf Glaubhaftigkeit und Vollständigkeit zu überprüfen. Die Angaben können glaubhaft sein, wenn die hiernach zur Verfügung stehenden Einnahmen zuzüglich eines zu leistenden Wohngeldes 80 Prozent des Bedarfs nach dem SGB XII erreichen. Dabei ist auch zu prüfen, ob die Mittel für den Lebensunterhalt von Ersparnissen bestritten werden.

Quelle: Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Neuregelung der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Wohngeldgesetzes (Wohngeld-Verwaltungsvorschrift - WoGVwV)

und lies bitte auch in diesem Link zum Thema Kindergeld und Wohngeld

wohngeldantrag.de

Bestimmt hat noch jemand einen Gedanken dazu.
 
Zuletzt bearbeitet:

Javanse

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
24 Januar 2019
Beiträge
2
Bewertungen
0
Hallo,
wurde bereits versucht die Berechnung über den "Wohngeldrechner" über Google zu finden auszurechnen?
LG

Das habe ich schon versucht. Dort konnte man aber nicht eingeben, dass man ein Kind hat sondern nur die Anzahl der Haushaltsmitglieder. Daraus resultierten dann wieder andere Unstimmigkeiten.

Danke an Seepferdchen. Das hat mir z.T. schon geholfen. Einige Fragen bleiben aber dennoch.

1. Ich weiss nicht was ich für ein Neugeborenes Kind als Regelsatz berechnen muss. Was muss ich hier als Regelsatz ansetzen?
2. Was bedeutet das mit den Versicherungen? Überprüfen die welche Versicherungen ich habe und rechnen die Beiträge dann auf das vorausgesetzte Mindesteinkommen oben drauf?
3. Werden hier noch andere Dinge überprüft die ich mir leiste, z.B. Ausgaben für Hobbies oder Vereine die dann auf das Mindesteinkommen angerechnet werden?
4. 300 Euro des Elterngeldes sind Anrechnungsfrei, alles darüber wird dann anteilig als Einkommen angerechnet. Korrekt?
5. Wenn die Kosten für die Wohnung oberhalb der Angemessenheitsgrenzen liegen, wie wird die Differenz gewertet? Muss ich für diese widerum mehr Einkommen nachweisen oder reicht es wenn ich besonders sparsam lebe um über die Runden zu kommen?

Anhand der bisherigen Informationen wäre meine Rechnung folgende:


424+720 = 1144 € /100 *80)= 915,20 €

915,20 € - 160 € (460 Euro Elterngeld -300 Euro anrechnungsfreier Elterngeldbetrag) = 755,20 € die ich in irgendeiner Form als weiteres Einkommen aufbringen oder in Form von Unterhalt erhalten müsste um Wohngeld berechtigt zu sein.

Hier wurde aber noch in keiner Weise das Kind berücksichtigt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten